Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau


Die nächste Wissenschaftstagung wird im März 2021 in Wien stattfinden!


Bilden & Vernetzen

Die Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau gilt als bedeutendste Plattform für den Austausch von Forschungsergebnissen der ökologischen Landwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Unter der Schirmherrschaft der SÖL findet die Tagung seit Anfang der neunziger Jahre im Abstand von zwei Jahren an wechselnden Standorten statt. So bringt jede Tagung ihren eignen Charakter mit sich und trägt dadurch die unverkennbare Handschrift der durchführenden Hochschule oder Versuchsanstalt.

Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen auf den Kongressen ihre Forschungsaktivitäten und –ergebnisse im Rahmen von Posterbeiträgen oder Vorträgen vor. Workshops und zum jeweiligen Standort thematisch passenden Exkursionen erweitert das Angebot des Wissenstransfers. Dadurch entsteht ein Dialogforum, welches einen lebendigen und nachhaltigen Austausch von Forschungsergebnissen ermöglicht. Zugleich leistet die Tagung einen Beitrag, um die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern, Beratern und Praktikern zu verbessern.

Alle Tagungen im Überblick

15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau

Rund 520 Teilnehmer trafen sich vom 05. bis 08. März 2019 zur 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, die an der Universität Kassel stattfand und damit zum fünften Mal in Hessen. Gemeinsam diskutierten sie sowohl generelle Zukunftsperspektiven des ökologischen Landbaus als auch die Lösung konkreter Herausforderungen. Themen waren unter anderem gesellschaftliche Leistungen des Biolandbaus, neue Züchtungen, Anbau und Vermarktung von Leguminosen, Tiergesundheit oder Soziale Landwirtschaft.

Arno Ehresmann, Vizepräsident der Universität Kassel, hob in seiner Begrüßungsrede die herausragende Stellung des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen hervor, an dem bundesweit die erste Professur für „Alternativen Landbau“ eingerichtet wurde. Gunter Backes, Dekan dieses Fachbereichs, ermunterte die Anwesenden, ihre Forschungsergebnisse zu verbreiten und sich auszutauschen. Insbesondere müssten Zusammenhänge in Ökosystemen verstanden und intelligente Lösungen drängender Ernährungsfragen erarbeitet werden.

Eindringlich schilderte Ernst Ulrich von Weizsäcker (Gründungspräsident der Universität Kassel und Ehrenpräsident des Club of Rome) in seinem Plenarvortrag die Schwächen der aktuellen Nachhaltigkeitsagenda. Er legte den Anwesenden ans Herz, sich für neue universitäre Strukturen einzusetzen. Insbesondere der Philosophie – auch in den Naturwissenschaften – müsse eine bedeutende Rolle zukommen und interdisziplinäre Praxisnähe solle akademisch belohnt werden.

Weitere wichtige Impulse für die Tagung gab Jan Plagge (Präsident von Bioland und IFOAM EU). Er führte aus, dass mit der anstehenden Neuausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik die flächengebundenen Direktzahlungen bis 2034 schrittweise beendet werden müssten. Stattdessen sollten Umwelt-, Klima- und Tierwohlleistungen stärker honoriert werden. Staatsministerin Priska Hinz (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) bekräftigte ihr Anliegen, ganz Hessen zu einer Ökomodellregion machen zu wollen. Ein Ökoanteil von 25 Prozent bis zum Jahr 2025 ist das Ziel. Hierfür möchte sie die Gemeinschaftsverpflegung stärker einbinden, ein Institut für Agrarsystemforschung gründen und ein Praxis-Forschungs-Netzwerk aufbauen. Uwe Schneidewind (Präsident Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie) gab der Forschergemeinde Impulse für eine große Transformation hin zu einer sozial und ökologisch gerechten Welt. Er steckte mit seinem Optimismus an, dieses Jahrhundertprojekt engagiert anzugehen. Gleichzeitig mahnte er, dass Wissenschaftler keine Solisten sein sollen, sondern zu einem vielstimmigen Chor zusammenfinden müssen. Andreas Krug (Bundesamt für Naturschutz) warf in seinem Abschlussvortrag einen kritischen Blick auf die Perspektiven des Ökolandbaus im Hinblick auf die Erreichung von Naturschutzzielen.

Vielfalt erleben

Sowohl Teilnehmer als auch Organisatoren zeigten sich äußerst zufrieden mit der Tagung, auf der insgesamt 180 Vorträge und 80 Poster präsentiert wurden. Die vielfältigen Möglichkeiten zum Netzwerken wurden rege genutzt und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens intensiv diskutiert. In 20 Workshops konnten sich die Teilnehmer zu aktuellen Forschungsthemen austauschen. Vor und nach der Tagung wurden insgesamt 13 Fachexkursionen zu spannenden Betrieben und Projekten des ökologischen Landbaus rund um Kassel angeboten.

Der langjährigen Tradition des projektorientierten Lernens am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften folgend, hat eine Gruppe Studierender um Professor Johannes Kahl ein ökologisch, regionales und saisonales Verpflegungskonzept erarbeitet und gemeinsam mit dem Kasseler Biorestaurant Weissenstein beim Abendempfang und Tagungsdinner umgesetzt. Auch in der Tagungsorganisation waren Studierende eng eingebunden und haben die Teilnehmer mit ihrer guten Laune angesteckt. Tagungskoordinator Daniel Mühlrath resümierte: „Wir hatten großes Glück mit einem so hoch motivierten Team arbeiten zu können, in dem alle an einem Strang zogen“.

Die 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau wurde ausgerichtet von der Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften (Witzenhausen), dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). Die alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindende Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau wurde 1991 von der SÖL initiiert, welche seither die Trägerschaft innehat. Während die erste Tagung kurz nach der Wiedervereinigung vor allem im Zeichen der deutsch-deutschen Begegnung stand, mauserte sie sich rasch zur wichtigsten Konferenz für den wissenschaftlichen Austausch zum Ökolandbau im deutschsprachigen Raum mit Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Nachbarländern. Bislang fand sie in Witzenhausen, Kiel, Bonn, Berlin, München, Wien, Kassel, Stuttgart, Gießen, Eberswalde und Zürich statt.

Weitere Informationen zu Wissenschaftstagung 2019


Dokumentation der Workshops

Workshop 1

Workshop2

Workshop3


Veranstalter

Die 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau wurde ausgerichtet durch die Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften (Witzenhausen), den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und die Stiftung Ökologie & Landbau.

Veranstalter
Universität Kassel Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
Steinstraße 19
D-37213 Witzenhausen

Mitveranstalter
Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)
Kölnische Str. 48-50
D-34117 Kassel

Träger
Stiftung Ökologie &Landbau (SÖL)
Weinstraße Süd 51
D-67098 Bad Dürkheim

14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau

Vom 7. bis zum 10. März 2017 fand in Freising die 14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau stattfinden. Unter dem Motto "Ökologischen Landbau weiterdenken: Verantwortung übernehmen, Vertrauen stärken" luden die Technische Universität München (TUM), die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) auf den Campus in Freising-Weihenstephan ein.

Die Fachexkursionen, die am 7. und 10. März nachmittags stattfanden, boten die Chance, die Vielfalt der Praxis im ökologischen Landbau in der abwechslungsreichen bayerischen Kulturlandschaft zu erleben.

13. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau

Unter dem Motto "Am Mut hängt der Erfolg!" fand vom 17. bis 20. März die 13. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) in Eberswalde statt. Über 450 TeilnehmerInnen diskutierten während der Fachexkursionen, in wissenschaftlichen Vorträgen und in zahlreichen Workshops, wie es um den Mut der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft bestellt ist. 

12. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau

Die 12. Wissenschaftstagung fand vom 05. bis 08. März 2013 an der Rheinischen Friedrich-Wilhlems-Universität in Bonn statt unter dem Motto "Ideal und Wirklichkeit - Perspektiven ökologischer Landbewirtschaftung".

Ansprechpartner

Johannes Augustin
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

+49 (0) 6322 - 98970 - 231
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