Aktuell

SÖL eröffnet erste Bauernhof-Wald-Kita in Rheinland Pfalz

(02.09.2014) Seit gestern erfahren 17 Kinder im Alter von zwei bis sechs jahren hautnah Natur und landwirtschaftliches Leben in der ersten Bauernhof-Wald-Kia des Landes Rheinland-Pfalz. Das Modellprojekt auf Gut Hohenberg, dem Seminarbauernhof der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), geht neue Wege in der Betreuung von maximal 25 Kindergartenkindern: Sie erleben im Jahreszyklus, was die Natur zu bieten hat und wo unsere Lebensmittel herkommen. Den Kindern wird eine
anregende Umgebung geboten, in der sie ihre Eigenschaften wie Neugier, Einfallsreichtum und Lernbereitschaft unbewertet erleben dürfen. Naturnahe Spiel-, Erfahrungs- und Erlebnisräume sowie das Einbinden der Kinder in alltägliche landwirtschaftliche Abläufe geben den Kindern Möglichkeiten zu phasengerechtem Lernen. Dadurch entstehen vielfältige Möglichkeiten, um motorische, handwerkliche, soziale und kognitive Fähigkeiten zu entwickeln.

bio-offensive 2014: Marktchancen für Erzeuger und Rohstoffsicherung für Verarbeiter

(27.08.2014) Die bio-offensive bleibt auf Erfolgskurs: Bisher ließen über 1.500 Landwirte das Potenzial einer Umstellung für ihren Betrieb anhand des Betriebschecks prüfen. Mit dem Start der neuen Projektrunde der bio-offensive besteht jetzt wieder die Möglichkeit, sich als Partner oder Nutzer der Angebote der bio-offensive zu bewerben. Die bio-offensive schafft dazu fundierte Entscheidungsgrundlagen: Durch einen Betriebscheck werden die individuellen Voraussetzungen des Betriebs für die Bioproduktion analysiert. Dieser wird von erfahrenen Fachberatern durchgeführt. Der Betriebscheck und die Kooperation mit Abnehmern geben dem Landwirt die notwendige Sicherheit für eine fundierte Entscheidung. Ins zweite Jahr gehen jetzt nun die Leuchtturmprojekte beispielhafter Verarbeiter-Erzeuger-Kooperationen. Hier werden Best-Practice-Erkenntnisse für ein kooperatives, auf Langfristigkeit ausgerichtetes Sourcing von heimischen Ökorohstoffen gewonnen. Als Analyse- und Planungsinstrument kommt der Bio-Sourcing-Check zum Einsatz. Zusätzlich werden in der neuen Projektlaufzeit 16 Umstellertage angeboten, die gezielt umstellungsinteressierte Betriebe ansprechen sollen.

Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau 2015: Call for papers!

(26.08.2014) Vom 17. bis 20. März 2015 findet an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde die 13. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau statt. Unter dem Motto "Am Mut hängt der Erfolg!" laden die Veranstalter dazu ein, aus unterschiedlichen Perspektiven der Branche Erfolgsfaktoren zu reflektieren und mutige Ansätze der Ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft wissenschaftlich zu beleuchten, um damit zum Innovationsprozess im Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Beratung beizutragen. Innovative und fachlich hochwertige Beiträge können als Poster oder Vortrag bis zum 12.09.2014 eingereicht werden.

PLANAK beschließt höhere Prämien für Ökolandbau und Agrarumweltmaßnahmen

(25.08.2014) Höhere Prämien für den Ökolandbau und für Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) hat der zuständige Planungsausschuss (PLANAK) vergangene Woche in Berlin beschlossen. Nach den neuen Fördergrundsätzen im GAK-Rahmenplan 2015 bis 2018 wird die Flächenförderung im Ökolandbau im kommenden Jahr um 24 Prozent angehoben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium begründet die Erhöhung der Ökoprämien sowie der Zahlungen für Agrarumwelt- und Tierschutzmaßnahmen mit dem Anstieg der Agrarpreise in den letzten Jahren und der daraus resultierenden geringeren Attraktivität besonders nachhaltiger und umweltschonender Produktionsverfahren. Mit der angepassten Förderung stehe nunmehr eine zukunftsfähige Maßnahmenpalette zur Verfügung, mit der den Bedingungen der jüngsten EU-Agrarreform Rechnung getragen werden solle.

Erster "Wir haben es satt!"–Kongress

(21.08.2014) Mehr als 30.000 Menschen kommen zur jährlich im Januar stattfindenden "Wir haben es satt!"-Demonstration nach Berlin. Vom 2. bis 5. Oktober 2014 findet nun der erste "Wir haben es satt!"-Kongress in der Hauptstadt statt. Damit soll der jungen und bunten Bewegung, die sich für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft sowie eine gesunde Ernährung stark macht, ein Ort der Begegnung geschaffen werden, an dem eine gemeinsame Visionen entwickelt werden kann. Dies geschieht durch spannende Vorträge, Workshops, kontroverse Diskussionsrunden oder interaktive Großgruppenformate. Zudem erwartet die Besucher beim gleichzeitig stattfindenen Festival Stadt Land Food ein buntes Kulturprogramm und kulinarische Köstlichkeiten.

BÖLW und DBV lehnen Kommissionsvorschlag zur EU-Öko-Verordnung ab

(20.08.2014) Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Deutsche Bauernverband (DBV) wenden sich gemeinsam gegen die von der EU Kommission angestrebte Total-Revision der EU-Öko-Verordnung. Dies machten die Vorstände des BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein und Jan Plagge sowie DBV-Präsident Joachim Rukwied und der Öko-Beauftragte des DBV, Heinrich Graf von Bassewitz, anlässlich eines gemeinsamen Gespräches deutlich. Besonders kritisch wird das geplante Ende aller Ausnahmen in der Ökoerzeugung und die Einführung gesonderter Rückstandsgrenzwerte für Ökoprodukte bewertet. DBV und BÖLW halten beide Vorschläge für unrealistisch und wandten sich gegen einen geteilten Verbraucherschutz in der EU. Rukwied betonte, dass es nur einen einheitlichen Grenzwert geben dürfe, der wissenschaftlich begründet sein müsse. Eine Zweiteilung des Verbraucherschutzes würde zur Verunsicherung führen. Ein weiterer Gesprächsschwerpunkt war die Frage, wie die Marktposition der deutschen Bioerzeugung gestärkt werden kann. Ergänzend müsse die öffentliche Agrarforschung zur Produktivitätssteigerung im Ökolandbau ausgebaut werden, um dessen Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das Spitzengespräch zwischen DBV und BÖLW soll jährlich wiederholt werden.

Gründung Bildungsnetzwerk Naturkost

(19.08.2014) Ab 2015 wird es spezielle Bildungsangebote geben, die genau auf den Bedarf der Naturkostbranche ausgerichtet sind. Mit der Gründung des Bildungsnetzwerk Naturkost GmbH im Juli dieses Jahres ist der Grundstein für dieses innovative Angebot gelegt worden. Die Gesellschaft mit Sitz in Überlingen wird vor allem die Naturkostbranche im Süden Deutschlands mit Fortbildungskursen, fachbezogenen Seminaren, Kongressen, Kochkursen, Exkursionen, Reisen u.v.m. versorgen. Ferner engagiert sich der Bildungsträger in Kooperation mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) und der IHK für Qualifizierungsmaßnahmen mit öffentlich-rechtlichem Weiterbildungsabschluss. Zu den sechs Gründungsmitgliedern gehören folgende Unternehmen: Bodan Großhandel für Naturkost in Überlingen, Chiemgauer Naturkosthandel in Unterreit-Grünthal, Rinklin Naturkost in Eichstetten, Tagwerk in Dorfen, Handelskontor Willmann für Naturprodukte in Vaihingen sowie Ökoring Handels GmbH in Mammendorf.

Der Fall TTIP in der ARD

(04.08.2014) Das Freihandelsabkommen soll zwei der größten Wirtschaftsräume der Erde enger miteinander verbinden und viele Bereiche umfassen: Arbeitsrecht, Finanzdienstleistungen, öffentliche Daseinsvorsorge, Datenschutz, Lebensmittelrecht. Obwohl am Ende circa 800 Millionen Bürger diesseits und jenseits des Atlantiks betroffen sein werden, wird im Geheimen verhandelt. Die Zwischenergebnisse kommen selbst für Parlamentarier nur bruchstückhaft und oft nur für Experten verständlich an die Öffentlichkeit. Wenn aber selbst EU-Experten von einem nur sehr geringen Wachstum durch TTIP ausgehen – wer profitiert dann eigentlich vom Abkommen? Und was bedeutet es für uns, wenn Handelshindernisse abgeschafft werden? Diesen Fragen gehen Monitor-Redakteur Stephan Stuchlik und Co-Autor Kim Otto seit Monaten nach. Sie haben mit den Verantwortlichen gesprochen, den Unterhändlern und Lobbyisten in den USA und der EU. Ihre wichtigste Informationsquelle sind geheime Papiere, die ihnen zugespielt werden und die all das zeigen, was keiner offen erklären will: Grundsätzliche Standards in Europa sind in Gefahr.

Organic 3.0: Strategieprozess für effiziente Ökoforschung

(24.07.2014) Aus Forschung, Forschungsförderung, Verbänden, Ministerien und Landwirtschaft haben sich mehr als 100 Akteure zur Veranstaltung des Fachforums „Zukunft des Systems Ökolandbau“ der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) getroffen. In der Einführung zeigte der Amtschef des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz aus Baden-Württemberg, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, die Herausforderungen des Ökolandbaus unter neuen Rahmenbedingungen auf. Die lebendige Diskussion in den nachfolgenden Arbeitsphasen erbrachte eine Vielfalt an Vorschlägen und innovativen Ideen, um den Ökolandbau konsequent und kreativ weiterzuentwickeln und damit nachhaltige Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt zu setzen. Gemeinsam wollen die Teilnehmer nun eine Strategie entwickeln, mit der die Forschung die langfristige Weiterentwicklung der ökologischen Lebensmittelwirtschaft effizient unterstützen kann. Auf der BioFach 2015 in Nürnberg soll der bis dahin erreichte Stand der Arbeiten vorgestellt und in einem nachfolgenden Treffen des Fachforums gemeinsam ausgerichtet werden.

Signifikante Unterschiede zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln

(17.07.2014) Der Gehalt an wichtigen Antioxidantien ist in biologisch angebauten Nutzpflanzen und daraus verarbeiteten Produkten bis zu 60 Prozent höher als in konventionellen. Das hat ein internationales Expertenteam unter Leitung der Universität Newcastle (Grossbritannien) in der bislang größten Studie ihrer Art herausgefunden. Bei seiner Auswertung von 343 Studien zu den Inhaltsstoffen von biologisch und konventionell angebauten Feldfrüchten hat das Forschungsteam festgestellt, dass der Wechsel zu einer Ernährung mit biologischem Obst, Gemüse und Getreide so viele zusätzliche Antioxidantien zur Verfügung stellen würde wie ein bis zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse täglich. Die Studie ist der umfassendste Vergleich, der je zum Nährstoffgehalt von biologischen und konventionellen Lebensmitteln durchgeführt wurde. Sie ist das Ergebnis einer neuen und innovativen Art der systematischen Literaturprüfung und Meta-Analyse.

Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Agrarpolitik

(16.07.2014) Agrarwirtschaft ist immer schon ein großes Politikum gewesen. Erst vor vergleichsweise wenigen Jahren hat der ökologische Landbau sein Mandat bekommen. Ob auf regionaler, Bundes- oder europäischer Ebene: inzwischen rückt der Ökolandbau auf politischen Agenden weiter nach oben. Denn er verknüpft aktuelle gesellschafts-, umwelt- und ernährungspolitische Fäden, was andere Bereiche nur teilweise können. Die neue Ausgabe der ÖKOLOGIE & LANDBAU beleuchtet, wie der Biolandbau gefördert wird und fragt, mit welchen Strategien die Bundesländer ihn verankern wollen. Sie analysiert Öko-Aktionspläne und erklärt, warum der Entwurf der EU-Kommission zur Revision der Ökoverordnung krankt.

Starke Abnahme der Biodiversität durch Intensivierung der Landwirtschaft

(02.07.2014) Die Biodiversität in Deutschland ist vor allem im Bereich der Agrarflächen ernsthaft bedroht. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie "Naturschutz in der Agrarlandschaft am Scheideweg - Misserfolge, Erfolge, neue Wege" analysiert die Verluste biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft am Beispiel der Pflanzen und Vögel. So haben sich beispielsweise die Bestände von 15 der 20 typischen Brutvögel in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen kontinuierlich reduziert, bei drei Arten hat sich der Bestand seit 1980 sogar mehr als halbiert. Mindestens genauso dramatisch stellt sich die Situation der Blütenpflanzen der Agrarlebensräume dar, einzelne Arten haben seit den 1950er Jahren mehr als 99 Prozent ihres Bestands eingebüßt. Als Hauptursache für die fortschreitende Abnahme der Biodiversität wird die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft ausgemacht. Die Produktionsförderung für nachwachsende Rohstoffe und die hohe Nachfrage nach Grundstoffen zur Herstellung regenerativer Energieträger wie Biokraftstoffe oder Biogas heizen den Flächenbedarf an landwirtschaftlicher Nutzfläche noch zusätzlich an und gefährden so die letzten Refugien der Biodiversität. Um den Dialog zwischen den Interessengruppen und den politischen Entscheidungsträgern im Sinne eines partnerschaftlich betriebenen Umweltschutzes zu intensivieren, wurde ein 20-Punkte-Plan den Staatssekretären Jochen Flasbarth im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, und Dr. Robert Kloos im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überreicht.