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(24.05.2013)
Die Landesregierung in Thüringen hat überraschend die Förderung
für Landwirte gestoppt, die auf ökologischen Landbau umstellen wollen.
Dieser Beschluss wurde den Landwirten jedoch nach Angaben von Bioland nicht
mitgeteilt. Erst bei Abgabe ihrer Förderanträge sollen die Landwirte
davon erfahren haben. Klaus Feick, Vorstand des Bioland Landesverbandes Ost,
fodert daher "die sofortige Rücknahme dieses Förderstopps.
Die Entscheidung konterkariere die Ziele der Landesregierung, die Ökofläche
bis 2020 von derzeit fünf auf zehn Prozent auszudehnen. Vertreter des
Ministeriums hätten bislang immer wieder betont, den Biolandbau dauerhaft
fördern zu wollen. Die Ökoverbände führten zuletzt intensive
Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium über eine Ausdehnung
des Biolandbaus.
(23.05.2013)
Niedersachsen, das Saarland und Rheinland-Pfalz sind dem europäischen
Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Damit kommen die Landesregierungen
dem Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung nach, die gentechnisch
veränderte Kulturpflanzen, Futtermittel und Lebensmittel ablehnen. Die
Saarländische Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Anke
Rehlinger, nannte die Entscheidung einen wichtigen Baustein in dem Bestreben,
auch in Zukunft Gentechnik auf den Äckern zu verhindern. Umwelt und Landwirtschaftsministerin
Ulrike Höfken betonte, dass die heimische Wirtschaft die Chance weiter
nutzen solle, den Verbraucherwünschen nach regional und umweltgerecht
erzeugten Qualitätsprodukten nachzukommen. Niedersachsen verfolge eine
Null-Toleranz-Strategie, um die Ziele der Charta zu erreichen, sagte der Niedersächsische
Umweltminister Stefan Wenzel. Die Ziele des Netzwerks wurden bereits im Jahr
2005 in der "Charta von Florenz" formuliert. Dazu gehören der
Schutz von gentechnikfreiem Saatgut vor Verunreinigungen durch gentechnisch
veränderte Organismen sowie der Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft
vor Wettbewerbsverzerrungen. Auch Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen,
Schleswig-Holstein und Thüringen gehören dem Netzwerk an, in dem
nun 59 europäische Regionen und Gebietskörperschaften vertreten
sind.
(13.05.2013)
Die EU-Kommission hat Vorschläge zur Revision des europäischen Saatgut-Verkehrsgesetzes
gemacht. Bioland kritisiert diese und fordert Nachbesserungen. Der ökologische
Landbau werde massiv in seiner Entwicklung behindert. Für den Biolandbau
seien Zulassungskriterien nötig, die Öko-Neuzüchtungen ermöglichen,
damit künftig geeignete Sorten zur Verfügung stünden, sagt
Bioland-Präsident Jan Plagge. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen
Zulassungskriterien seien einseitig auf Hochleistungs-Hybridsorten ausgerichtet,
wovon vor allem die marktbeherrschenden Agrar-Konzerne profitierten. Ausnahmen
über das sogenannte vereinfachte Verfahren gelten nur für alte Sorten
nicht aber für Öko-Neuzüchtungen, die nach den jetzt vorgelegten
Vorschlägen nicht ausgesät werden dürften. Nur ein eigenes
Prüfverfahren für Biobauern und Öko-Züchter - unter Öko-Bedingungen
- könne unter Beweis stellen, dass Öko-Neuzüchtungen ertragreiche
Ernten einbringen und darüber hinaus ihren Teil zum Erhalt der Artenvielfalt
beitragen. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner kritisiert die Vorschläge
der EU-Kommission, fordert allerdings lediglich den Schutz der Artenvielfalt
und alter Sorten.
(08.05.2013)
In Deutschland steigt die Importquote für Biolebensmittel seit Jahren,
weil die Flächen für ökologischen Landbau langsamer wachsen
als die Nachfrage. Nur noch jeder zweite hierzulande verkaufte Bioapfel und
jede zweite Biokarotte stammen aus Deutschland. Insgesamt werden derzeit ca.
80 Prozent des Bioobstes und knapp die Hälfte des Frischgemüses
importiert. Auf Grundlage einer Studie der Universität Bonn legen die
Grünen nun einen Ökoaktionsplan vor und zeigen auf, wie die Bedingungen
für den Biolandbau verbessert werden können.
(07.05.2013)
Die EU-Mitgliedstaaten haben vergangene Woche das Verbot dreier Pflanzenschutzmittel
aus der Stoffgruppe der Neonikotinoide entschieden. Der Bund Ökologische
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßte, dass Landwirtschaftsministerin
Ilse Aigner dem Vorschlag der EU-Kommission gefolgt ist und mit ihrer Stimme
für ein Verbot von drei Pestiziden aus der Gruppe Neonikotinoide die
Notbremse gegen Bienensterben gezogen hat. Mit dem Positionswechsel erkenne
Deutschland die Risiken der drei Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe an, die von
der Chemie-Industrie hartnäckig abgestritten würden. Die Entscheidung
sei ein Erfolg für Umweltbewegung und Imker, die sich mit Nachdruck für
mehr Bienenschutz eingesetzt haben. Es liege nun in den Händen der EU-Kommission,
das Verbot umzusetzen. Im Ökologischen Landbau ist die Anwendung von
Neonikotinoiden verboten. Bio-Landwirte setzen auf bienenfreundlichen Pflanzenschutz
ohne chemisch-synthetische Pestizide.
(06.05.2013)
Ökologisch wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe können sich
bis zum 1. Juli 2013 um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2014
bewerben. Die Innovationen können den gesamten Betrieb umfassen oder
auch Teilbereiche abdecken, etwa die Produktverarbeitung und -vermarktung,
den Natur- und Ressourcenschutz oder das Energiemanagement. Teilnahmeberechtigt
sind alle landwirtschaftlichen Biobetriebe, die seit mindestens zwei Jahren
nach den Regeln des ökologischen Landbaus arbeiten und zertifiziert sind.
Als Preisgeld für die drei Gewinner winken pro Betrieb bis zu 7.500 Euro
und insgesamt bis zu 22.500 Euro. Das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeichnet mit dem Preis seit zwölf
Jahren Biobetriebe mit besonders kreativen und nachhaltigen Konzepten aus.
(02.05.2013)
Mit dem neuen Baugesetzbuch soll eine Begrenzung gewerblicher Massentieranlagen
ermöglicht werden. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
begrüßt diese Entscheidung, denn nun können Kommunen künftig
mitbestimmen, welche Art von Tierhaltungs-Betrieben auf ihren Flächen
wirtschaften darf. Dass der Bau von Großställen im Außenbereich
darüber hinaus an Auflagen geknüpft werden soll, sei ein wichtiger
Schritt in Richtung bäuerliche Tierhaltung und ein Erfolg der Arbeit
von Umweltverbänden, Bauern- und Bürgerinitiativen. Auch die Regelung,
dass Betriebe, die flächengebunden arbeiten und einen Großteil
des Viehfutters auf dem eigenen Acker anbauen, von den Auflagen ausgenommen
werden, sei ein Schritt hin zu Bauernhöfen statt Agrarindustrie, so der
BÖLW. Nach der fraktionsübergreifenden Zustimmung im Bundestag muss
die Novelle des Baugesetzbuches nun eine Mehrheit im Bundesrat finden.
(02.05.2013)
In Baden-Württemberg wird das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau
(KÖL) im November 2013 erstmals eine Landesfachschulklasse eröffnen,
die zum Abschluss als "Staatlich geprüfte/-r Wirtschafter/-in für
Landwirtschaft, Fachgebiet ökologischer Landbau" führt. Das
KÖL besteht aus dem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Emmendingen-Hochburg,
einer Versuchsstation für ökologischen Landbau und einem ökologisch
bewirtschafteten Modellbetrieb. Die Wirtschafterausbildung beginnt im November
mit einem fachpraktischen Jahr, dem sich ein Vollzeitschuljahr anschließt,
in dem anhand der im praktischen Jahr auf den Betrieben erfassten Daten -
Unternehmensleistungen, -kosten, Arbeitszeiten - eine sorgfältige Unternehmensanalyse
und darauf aufbauende Pläne zur Unternehmensentwicklung erarbeitet werden.
(25.04.2013)
In den ersten drei Monaten dieses Jahres stiegen die durchschnittlichen Tagesumsätze
der am Umsatzbarometer Biohandel teilnehmenden Unternehmen im Vergleich zur
Vorjahresperiode um 7,3 Prozent. Gegenüber dem 1. Quartal 2012 steigerten
die kleinen Naturkostläden ihre Umsätze um 8,4 Prozent - das stärkste
Plus. Die Bio-Supermärkte legten um 7,6 Prozent zu. Die Naturkostfachgeschäfte
steigerten sich um 6,6 Prozent. Auch die Hofläden erhöhten ihren
Umsatz um 3,0 Prozent.
(24.04.2013)
Der Bundesverband
Naturkost Naturwaren (BNN) lud vergangene Woche seine Mitglieder aus Herstellung,
Einzel- und Großhandel zur ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung
nach Berlin. Dort informierte er über die aktuelle Arbeit der verbandseigenen
Qualitätssicherung und des Monitorings. Im Mittelpunkt standen die Sortimentsrichtlinien
und die Krisenprävention unter anderem mit der aktuellen Diskussion um
den Einsatz und die Bewertung von CMS-Hybriden. Dabei bekräftigte der
BNN seine Forderung nach einer Deklarierungspflicht der CMS-Technik. Grünenpolitikerin
Renate Künast, CDU-Staatssekretärin für Verbraucherschutz Sabine
Toepfer-Kataw, BÖLW-Vorstandsvorsitzender Dr. Felix Prinz zu Löwenstein,
Welt-Redakteurin Claudia Ehrenstein und Frank Stieldorf von Voelkel Natursäfte
waren sich auf dem Podium darüber einig, dass Transparenz und eine vertrauensvollere
Informationspolitik zu einem besseren Miteinander führt. Desweiteren
wählten die Mitglieder Rechnungsprüfer und Vorstand neu sowie ein
neues Kuratorium. Es besteht aus neun Mitgliedern, die mit jeweils drei Vertretern
aus den Bereichen Herstellung, Groß- und Einzelhandel gewählt wurden.
Zudem arbeiteten die Mitglieder an einer zukünftigen Ausrichtung der
Kommunikation des BNN.
(23.04.2013)
Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken
hat das Landesprojekt "Regional und Bio - Wir bitten zu Tisch" gestartet.
Mit dem Vorhaben will die Landesregierung Verantwortliche in Großküchen
motivieren, Bioprodukte aus dem Bundesland im Speiseplan dauerhaft zu integrieren.
Dem Mainzer Agrarressort zufolge wurde deshalb in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft
Ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz (AÖL) ein vielfältiges
Angebot aus Informations-Veranstaltungen, Seminaren, Exkursionen zu Lieferanten
und Vor-Ort-Beratungen zusammengestellt, mit dem Küchenteams und -leitungen
sowie Betriebsleitungen möglichst individuell beraten und informiert
werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium fördert das Projekt, das
vorerst über ein Jahr läuft, mit mehr als 50 000 Euro. Die Kampagne
solle dazu beitragen, dass bei den Verbrauchern wieder das Bewusstsein für
gute Lebensmittel und die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit
und Umwelt geschärft werde. Höfken sieht durch die Verwendung von
mehr Bio- und regionalen Produkten in Großküchen auch Perspektiven
für die heimische Landwirtschaft sowie das Ernährungshandwerk; darüber
hinaus stärke es die Wertschöpfung in ländlichen Regionen.
(17.04.2013)
Zum heutigen Tag der Landlosen haben Via Campesina und das Netzwerk
"Hands off the Land" eine neue Studie veröffentlicht, die die
wachsende Konzentration von Ackerland in den Händen weniger aufzeigt
- und das auch in Europa: Drei Prozent der 12 Millionen Bauernhöfe in
der EU befinden sich im Besitz von Großgrundbesitzern mit mehr als 100
Hektar Land die aber die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen
kontrollieren. Der Bericht, an dem 25 Autoren aus elf Ländern mitwirkten,
betrachtet auch verschiedene Formen des Land Grabbing in Europa, von chinesischen
Firmen in Bulgarien, die auf großen Flächen Mais für den Export
anbauen, bis hin zu mehreren Fällen von Landnahme in Rumänien, wo
sich Schätzungen zufolge bereits 6 Prozent des Ackerlandes in den Händen
transnationaler Konzerne befinden sollen.
(15.04.2013)
Vom 10. bis 12. April tagten die Agrarminister der Bundesländer in Berchtesgaden.
Die Konferenz ging ohne Ergebnis zur Reform der europäischen Agrarpolitik
zu Ende, "denn weniger hätte die Agrarministerkonferenz zur Umsetzung
der europäischen Agrarpolitik kaum sagen können", bewertet
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft,
die Beschlüsse.
Die Minister und Senatoren beklagen zwar, dass es zu empfindlichen Einschnitten
in der zweiten Säule kommen wird, haben aber keinen Mut, die richtigen
Schlüsse daraus zu ziehen. "Die Agrarministerkonferenz macht es
sich zu einfach, wenn sie den Bund auffordert, die fehlenden Mittel aufzubringen,
wohlwissend, dass eine nennenswerte Kompensation nur gelingt, wenn Mittel
aus der ersten in die zweite Säule verlagert werden", so Löwenstein.
Wissenschaftler, die die Bundesregierung beraten, sind sich einig: Die Gießkannenförderung
über die Direktzahlungen bringt den geringsten gesellschaftlichen Nutzen.
Regional angepasste, zusätzliche Umweltleistungen der Landwirte können
nur über die zweite Säule finanziert werden.
(10.04.2013)
Der Hunger nach Energie, Fleisch und Investitionsmöglichkeiten hat ein
gemeinsames Nährmedium: fruchtbarer Boden. Er wird zunehmend zu einem
raren Gut. Für diejenigen, die sich ihn greifen, vor allem aber für
jene, denen er genommen wird. Die Spielarten dieses Landraubs sind so vielfältig,
wie die Interessenslagen einzelner Investoren, Unternehmen oder Staaten. Die
neue Ausgabe der ÖKOLOGIE
& LANDBAU widmet sich in ihrem Schwerpunkt folgenden Aspekten: Boden
als Spekulationsobjekt ist Habitat von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie
der Ort und die Grundlage ihres Zusammenlebens. Die BioBodengesellschaft hat
einen Weg gefunden, landwirtschaftliche Flächen für einen öko-sozialen
Zweck zu erhalten. Was lehrt die Geschichte uns über die Bodenfrage?
Was ist dran an den Versprechen der Investoren, Infrastruktur, Arbeitsplätze
und Gesundheit zu fördern? Wie funktioniert die Landnahme in Mali, wie
in Deutschland?
(08.04.2013)
Der Bundesrat hat einen Entwurf zur Änderung des Öko-Landbaugesetzes
(17/12855) vorgelegt. Damit soll der EU-Verordnung Nr. 426/2011 Rechnung getragen
werden, die ab dem 1. Januar 2013 für in der Öko-Branche tätige
Unternehmen vorsieht, Zertifikate für die Ökovermarktung im Internet
öffentlich zugänglich zu machen. Ziel der Veröffentlichung
sei die Stärkung des Verbraucherschutzes und die Schaffung von Rechtssicherheit.
Der Entwurf des Bundesrates soll bundesweit einheitliche Durchführungsbestimmungen
festlegen.
(08.04.2013)
Welchen Einfluss haben Pflanzenschutzmittel auf die Bienengesundheit? Wie
sieht ein guter Bienenstandort aus und wie können varroatolerante Bienen
gezüchtet werden? Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt
und fördert verschiedene Forschungsvorhaben rund um die nützlichen
Insekten. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
koordiniert diese Arbeiten als Projektträger.
Das Deutsche Bienenmonitoring liefert Zahlen zu Völkerverlusten im Winter,
Krankheitsstadien von Bienenvölkern aber auch Analysen der Honig-, Bienen-
und Pollenproben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Seit
dem Jahr 2010 fördern Bund und Länder das Bienenmonitoring zu je
50 Prozent. Sieben Bieneninstitute arbeiten dazu mit über 100 Imkern
zusammen. Die Imker stellen repräsentativ und aktuell Daten zu Betriebsstrukturen
und zur Überwinterungsdynamik ihrer Völker sowie Bienen-, Honig-
und Pollenproben für die Analysen zur Verfügung. Wissenschaftler
der Bieneninstitute betreuen das Programm und werten die Daten aus.
(26.03.2013)
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat in einem Pressegespräch
erste Maßnahmen zur Förderung des Biolandbaus in Niedersachsen
vorgestellt. Die Prämien für die Umstellung auf ökologischen
Landbau sowie die Beibehaltungsprämie wurden bereits erhöht.
Zudem werden die Aktionstage Ökolandbau sowie rund 20 praxisorientierte
Öko-Forschungsvorhaben mit insgesamt 280.000 Euro finanziell unterstützt.
Minister Meyer will einen Niedersächsischen Fachbeirat für ökologischen
Landbau berufen, der sich aus Vertretern der Bioverbände, der Erzeugung,
der Verarbeitung, des Handels, der Forschung und der Beratung zusammensetzt.
Ferner sollen Qualität und Umfang der Unterrichtsinhalte zum ökologischen
Landbau an den Berufsschulen beleuchtet werden.
Außerdem sollen effektive Maßnahmen auf den Weg gebracht werden
die den Anbau von Eiweißpflanzen in Niedersachsen verbessern.
(26.03.2013)
Die EU-Kommission hat im vergangenen Oktober den gentechnisch veränderten
Mais MIR 162 von Syngenta für den Import als Futter- und Lebensmittel
genehmigt. Damit machte Brüssel den Weg für mehr Maisimporte aus
Brasilien, USA und Kanada frei. Dort ist MIR 162 für den Anbau und die
Vermarktung zugelassen. In der EU ist der Anbau nach wie vor nicht erlaubt.
Grünen-Bundestagsmitglied Harald Ebner kritisierte, dass die Zulassung
eines Gen-Maises eine Woche nach dem Rücktritt des zuständigen EU-Gesundheitskommissars
John Dalli "in einem Hauruckverfahren" durchgepeitscht worden ist,
obwohl die Risiken des im MIR 162 enthaltenen Insektengiftes für Mensch
und Umwelt kaum erforscht seien. Die Genehmigung für den Gen-Mais gilt
zunächst bis 2022. MIR 162 ist gegen den Maiszünsler resistent.
(25.03.2013)
Wie in den vorangegangenen Verhandlungen zur EU-Agrarreform bereits erkennbar
war, hat die Position des Parlaments das Greening stark abgeschwächt.
Die von der Kommission vorgeschlagenen sieben Prozent ökologische Vorrangflächen
sind zunächst auf drei geschrumpft. 2016 sollen diese auf fünf Prozent
ausgeweitet werden.
Die Parlamentarier votierten für eine Obergrenze der Direktzahlungen
bei 300.000 Euro je Betrieb und Jahr - bereits ab 150.000 Euro würden
zusätzliche Beträge stufenweise gekürzt. Genossenschaften sind
von der Regelung ausgeschlossen.
Zudem sprach sich das Parlament dafür aus, die Zuckerrübenquote
letztmalig bis 2020 zu verlängern. Dagegen wird die Milchquote 2015 definitiv
auslaufen.
Außerdem sollen Betriebe mit Einschränkungen veröffentlicht
werden, die Agrarsubventionen empfangen. Jene Betriebe, die gegen die Cross
Compliance verstoßen, sollen zunächst nur verwarnt werden. Auflagen,
die sich aus der Wasserrahmenrichtlinie ergeben hätten, wurden wieder
gestrichen.
(20.03.2013)
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ist besorgt über die Zukunft
des ökologischen Landbaus. Er plädiert an die Politik, positive
Perspektiven zu eröffnen und die weitere Entwicklung des Biolandbaus
im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik zu beschleunigen.
Daraufhin diskutierte der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung,
ob die Nachhaltigkeitsziele des RNE einzuhalten sind. Namhafte Redner vertraten
die Vorzüge des Ökolandbaus. Die öffentliche Anhörung
kann nun im Internet angeschaut werden.
(20.03.2013)
Missstände im Ökogeflügelbereich in den letzten Monaten haben
zu heftigen Diskussion bei Verbrauchern, Bauern, Politik und Wissenschaft
geführt, welche Art von Landwirtschaft gewünscht und machbar ist.
Im Fokus der Diskussionen standen auch Geflügelbetriebe, die Naturland
zertifiziert sind beziehungsweise waren. Kündigungen, zusätzliche
Kontrollen, gesonderte interne Inspektionen und die Aktualisierung der Tierwohl-Checkliste
waren sofort umgesetzte Maßnahmen des Verbands, die weiter geführt
werden. Darüber hinaus erfolgt nun eine Überarbeitung der Verbandsrichtlinien.
Dabei geht es insbesondere um folgende Punkte: Obergrenze von Tieren und Ställen,
Auslauftiefe, Auslaufgestaltung, Kontrolle und Qualifikationsanforderungen
für die Betriebsleiter. Ziel ist ein Umbau hin zu bäuerlichen Betrieben,
der in spätestens fünf Jahren vollzogen sein müsse, so Naturland.
(13.03.2013)
Seit zehn Jahren qualifiziert und vermittelt das Traineeprogramm Ökolandbau
junge Talente in der Biobranche. Mehr als 240 Absolventen haben bisher die
Ausbildung in rund 100 Unternehmen erfolgreich abgeschlossen. Circa 85 Prozent
der Trainees werden nach dem zwölfmonatigen Programm vom Unternehmen
übernommen. Nahezu 100 Prozent sind weiterhin in der Biobranche tätig.
Für die herausragende Arbeit wurde das Projekt im Jubiläumsjahr
von der NürnbergMesse ausgezeichnet. Sie überreichte dem Programm
einen Scheck über 2.500 Euro. Nachdem die Stiftung Ökologie &
Landbau das Traineeprogramm zehn Jahre koordiniert hat, übernimmt in
der neuen Bewerbungsrunde die FiBL Projekte GmbH diese Aufgabe. Diese besteht
zu jeweils der Hälfte aus SÖL und FiBL Deutschland.
Für das Ausbildungsprogramm können sich junge Hochschul- und Fachhochschulabsolventen aus Studiengängen wie Agarwissenschaft, Lebensmitteltechnologie und Betriebswirtschaft ab 1. Juni bewerben. Die Bewerbungsfrist für Ausbildungsunternehmen aus der Erzeugung, dem Handel, der Kontrolle und Beratung, läuft noch bis 30 April.
(13.03.2013)
Die Landwirtschaftsminister aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben
eine Erhöhung der Bioprämien für ihre Bundesländer angekündigt.
In Niedersachsen sollen die Beihilfen auf künftig 320 Euro pro Hektar
(vorher 262 Euro) Acker- und Grünland für die ersten zwei Jahre
der Umstellung und auf 200 Euro pro Hektar (vorher 137 Euro) ab dem dritten
Jahr angehoben werden. Für Mecklenburg-Vorpommern liegt noch kein konkreter
Vorschlag vor, derzeit beträgt die Bioprämie 150 Euro je Hektar.
Mit der Anhebung der Förderung werden die Wettbewerbsfähigkeit der
Biolandwirte gestärkt und gesellschaftliche Leistungen für die Umwelt
sowie den Tier- und Naturschutz honoriert.
(12.03.2013)
Am Mittwoch, den 13. März haben die Parlamentarier des Europäischen
Parlamentes zum ersten Mal in der Geschichte Europas die Möglichkeit,
über die Gemeinsame Agrarpolitik der EU von 2014 bis 2020 abzustimmen.
Das Parlament hat es in der Hand, wie die rund 373 Milliarden Euro in den
kommenden Jahren eingesetzt werden. Bioverbände haben erneut betont,
in welche Richtung die Agrarwirtschaft künftig steuern muss. Vor allem
müsse die Entscheidung zugunsten einer ökologischen Ausrichtung
fallen und den Bedürfnissen der Bürger entsprechen, statt der Agarlobby
und damit der industriellen Landwirtschaft.
(11.03.2013)
Demeter e.V. hat Dr. Alexander
Gerber als neuen Vorstand des Anbauverbandes ernannt. Der 46-jährige
Agrarwissenschaftler folgt im Sommer Stephan Illi, der Demeter verlässt.
Gemeinsam mit Vorstandskollege Klemens Fischer, seit fünf Jahren in dieser
Funktion, will Gerber den Verband für eine Landwirtschaft der Zukunft
navigieren. Mit seiner Erfahrung aus jeweils zehn Jahren Forschung und politischer
Lobbyarbeit möchte er mit seiner profunden Marktkenntnis den Verband
gestalten. Wichtig dabei sei es ihm, eine eindeutige Qualitätsausrichtung
gegen die Konventionalisierung der Bio-Branche auszubauen. Die größte
Herausforderung sei es, neue Demeter-Landwirte zu gewinnen, um die Nachfrage
nach biologisch-dynamischen Produkten zu decken. Alexander Gerber ist Geschäftsführer
des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).
(11.03.2013)
Am 1. April endet die diesjährige Bewerbungsfrist für den Forschungspreis
der Internationalen
Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN). Prämiert werden herausragende
wissenschaftliche Leistungen, die der Weiterentwicklung der artgemäßen
und verhaltensgerechten Tierhaltung dienen. Die eingereichten Arbeiten sollen
anwendungsorientiert sein und helfen, den Umgang mit Tieren und deren Zucht,
Haltung und Fütterung tiergerecht zu gestalten. Ferner können Studien
eingereicht werden, in denen die Mensch-Tier-Beziehung unter rechtlichen,
ethischen oder allgemein kulturwissenschaftlichen Aspekten beleuchtet wird.
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und dient der Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses.
(07.03.2013)
Der parallel zu BioFach und Vivaness stattfindende Kongress fungiert als Wissensplattform
für die internationale Biobranche. In mehr als 180 Einzelveranstaltungen
informierten und diskutierten über 7.500 interessierte Teilnehmer unter
dem Motto Gemeinsame Werte. Handeln für die Zukunft. Einige
Höhepunkte, darunter auch der Beitrag Gemeinwohl-Ökonomie:
Kooperation statt Konkurrenz mit Christian Felber stehen jetzt als Video
zum Download bereit.
(07.03.2013)
Der Umsatz mit Biolebensmitteln in Deutschland ist 2012 erstmals auf mehr
als sieben Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von sechs
Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sind die Bioflächen
nur noch um knapp drei Prozent auf 1,044 Millionen Hektar gewachsen. Das sind
die neuesten Fakten aus der Studie "Markt Bilanz Öko-Landbau 2013",
die die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) vorgelegt hat. Die
Biolandwirte erhielten zwar für viele Produkte mehr Geld als 2012, hohe
Futter- und Pachtkosten bremsen aber die Umstellung auf Ökolandbau in
größerem Maße. Getreide und Fleisch verzeichneten 2012 erhebliche
Preissteigerungen. Für Milch erhielten die Landwirte etwas weniger Geld.
2012 stand ganz im Zeichen der großen Nachfrage nach tierischen Produkten
und der damit verbundenen Knappheit von Getreide und Futtermitteln. Und das,
obwohl die Biogetreideernte sieben Prozent größer ausfiel als ein
Jahr zuvor.
(05.03.2013)
Vom 5. bis 8. März 2013 findet an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
in Bonn die 12. fachwissenschaftliche Tagung zum Ökologischen Landbau
unter dem Titel "Ideal und Wirklichkeit - Perspektiven ökologischer
Landbewirtschaftung" statt. Dabei gilt es, den Blick nach innen zu richten
und die Leistungen, Grenzen und Optionen des Ökologischen Landbaus im
Kontext agrarwissenschaftlicher Forschung zu beleuchten und Optimierungsstrategien
im Dialog mit Praxis und Beratung zu entwickeln.
Zur morgigen Eröffnungsveranstaltung der Tagung konnten Prof. Dr. Teja
Tscharntke und Dr. Felix Prinz zu Löwenstein gewonnen werden. Im Rahmen
der Abschlussveranstaltung am 8. März 2013 werden Akteure aus Praxis,
Beratung, Forschung, Handel und Politik im Rahmen einer Podiumsdiskussion
die aktuelle Situation der Ökologischen Landwirtschaft und die Perspektiven
der Weiterentwicklung vor dem Hintergrund des Tagungsmottos kritisch beleuchten.
(01.03.2013)
In der Studie "Behind the Brands" hat Oxfam
Coca-Cola, Danone, Unilever, Kellogg's, Mars, Mondelez, Nestlé, PepsiCo,
General Mills und Associated British Food überprüft und kommt zu
dem Ergebnis, dass die Unternehmen trotz "sozialer Unternehmensverantwortung"
weit von sozialen und ökologischen Standards entfernt sind.
Die Unternehmen nehmen täglich zusammen etwa 1,1 Milliarden Dollar ein.
Dennoch bezahlen sie den Bauern und Bäuerinnen für die Ware, die
sie für die Unternehmen produzieren, keinen fairen Preis. Es fehlen außerdem
Standards gegen Landgrabbing und gegen die Diskriminierung von Frauen. Keines
der Unternehmen schneidet in den Bereichen Land, Frauen, Bauern, Arbeiter,
Klima, Transparenz oder Wasser gut ab.