Aktuell

Nahrungsmittelabfälle kosten die Welt pro Jahr 2,6 Billionen Dollar

(01.10.2014) Die Welternährungsorganisation FAO hat eine Studie zu den gesellschaftlichen Kosten von Nahrungsmittelabfällen vorgelegt. Fazit: die Beseitigung kostet uns etwa 2,6 Billionen US-Dollar pro Jahr. Etwa ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion wird nicht konsumiert sondern weggeworfen oder geht entlang der Wertschöpfungskette verloren. Dabei geht es nicht nur um den Verlust immenser Mengen an Nahrungsmitteln, sondern auch um große negative Umweltwirkungen und die damit zusammenhängenden Kosten für die Gesellschaft. Die Studie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau zusammen mit der FAO und Forschern der London School of Economics erarbeitet hat, beziffert erstmals die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Nahrungsmittelabfälle und berechnet Kosten und Nutzen von beispielhaften Vermeidungsmaßnahmen. So zeigt sich, dass die direkten Kosten durch die verlorene Produktion etwa eine Billion US-Dollar ausmachen, die Umweltkosten etwa 700 Milliarden und die sozialen Kosten etwa 900 Milliarden. Zusammen sind das 2,6 Billionen US-Dollar oder etwa vier Prozent des globalen Bruttosozialprodukts. Bei den Umweltkosten sind vor allem die Treibhausgasemissionen und der Wasserverbrauch für Bewässerung in Regionen mit Wasserknappheit wichtig, bei den sozialen Kosten sind es Gesundheitskosten, Konflikte und Wohlfahrtsverluste aufgrund schwindender Lebensgrundlagen.

Abgeordnete lehnen Totalrevision der EU-Öko-Verordnung ab

(25.09.2014) Die Abgeordneten der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft haben sich darauf geeinigt, einen Beschlussantrag in den Bundestag einzubringen, in dem die von der EU-Kommission geplante Totalrevision der EU-Öko-Verordnung abgelehnt wird. Sowohl der Bundesrat, die Agrarministerkonferenz und die Bundesregierung hatten sich in den vergangenen Monaten ebenfalls kritisch zu der Totalrevision geäußert und den Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt. Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, kommentiert: "Die deutschen Biounternehmen begrüßen die Initiative der Abgeordneten. Der Beschlussvorschlag stellt zutreffend fest, dass die Kommissions-Vorschläge das Ökowachstum ausbremsen würden. Dies ist ein weiteres wichtiges Signal an EU-Parlament und -Mitgliedsstaaten, die untaugliche Vorlage der EU-Kommission zurück zu weisen. Wie die Abgeordneten setzen wir uns dafür ein, dass statt einer Totalrevision die bestehende Ökoverordnung weiterentwickelt wird. Nur so kann die große Nachfrage nach Bioprodukten mit heimischen Erzeugnissen gedeckt werden und das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 20 Prozent Ökolandbau erreicht werden."

Landbauschule Dottenfelderhof feiert 40-jähriges Jubiläum

(25.09.2014) „Höfe und Möglichkeiten gibt es genug, was es braucht sind fähige Leute“. So lautet das Motto der Landbauschule Dottenfelderhof e.V.die seit nunmehr 40 Jahren Landwirte und Gärtner zu Fachkräften für den biologisch-dynamischen Landbau weiterbildet. Im Mittelpunkt der Ansprachen im Rahmen der Feierlichkeiten standen die wachsende Bedeutung des biologisch-dynamischen und ökologischen Landbaus - mit dem Augenmerk auf Biodiversität, auf das Tierwohl und einen gesunden Umgang mit unseren Böden. Die Gäste konnten sich zudem Diskussionen und Arbeitsgruppen über neue Wege in der Gemüsezüchtung, den biologisch-dynamischen Obstbau, die Entwicklung langfristiger Bodenfruchtbarkeit oder wesensgemäße Hühnerhaltung anschließen und die Pioniere des Dottenfelderhofes, Ebba Bauer und Dr. Manfred Klett, berichteten über ihre Gründerimpulse in den späten 1960ern.

Wissenschaftler fordern Agrarökologie als zentrale Strategie im Agrar- und Ernährungsbereich

(23.09.2014) Anlässlich des Internationalen Symposiums der Welternährungsorganisation FAO zu Agrarökologie und Ernährungssicherheit Ende letzter Woche in Rom haben 70 weltweit renommierte Wissenschaftler in einem zwölfseitigen offenen Brief ein klares Bekenntnis der Vereinten Nationen zur Agrarökologie gefordert. Das Konzept sei geeignet, eine sichere Welternährung auch unter den Bedingungen der globalen Erwärmung zu ermöglichen - und zwar in einem Maße, wie es andere Ansätze nicht leisten könnten. Daher finde das Konzept der Agrarökologie auch immer mehr Befürworter – unter anderem im Weltagrarbericht, beim UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dem weltweiten bäuerlichen Netzwerk Via Campesina und zuletzt im Juli von weiteren 250 Wissenschaftlern. In ihrem Brief kritisieren die Verfasser auch Begriffe wie "klimasmarte Landwirtschaft" und "nachhaltige Intensivierung", die von internationalen Institutionen in der Debatte über Klimawandel und Ernährungssicherheit benutzt werden. Diese Konzepte seien zu vage und könnten leicht missbraucht werden. Die Agrarökologie könne hingegen auf wissenschaftlichen Grundlagen und eine Reihe bewährter landwirtschaftlicher Praktiken zurückgreifen, die zudem klimafreundlicher als der agrarindustrielle Weg seien, wie z. B. das System of Rice Intensification. Weil die Methoden arbeitsintensiv sind, aber nicht energie- und kapitalintensiv, werden sie bislang nur wenig erforscht. Die Wissenschaftler fordern deshalb von der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO und der internationalen Gemeinschaft, eine UN-weite Initiative zu lancieren, die Agrarökologie als zentrale Strategie benennt, um den Herausforderungen im Agrar- und Ernährungsbereich zu begegnen. Das Symposium wurde von der FAO ausgerichtet.

32. Deutscher Naturschutztag verabschiedet Positionspapier

(18.09.2014) Die führenden Naturschutz-Experten Deutschlands sind sich einig: Landwirtschaft darf nicht auf Kosten der biologischen Vielfalt stattfinden. Das ist das Credo des Forderungskataloges an Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, der auf dem 32. Deutschen Naturschutztag in Mainz verabschiedet wurde. Über 800 Fachleute zeigten sich auf diesem zentralen Fachkongress des staatlichen und privaten Naturschutzes besorgt über den Verlust an biologischer Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen, die Belastungen der Oberflächengewässer und des Grundwassers mit Düngemitteln und Pestiziden sowie über die erheblichen Verluste an fruchtbaren Böden. Sie forderten deshalb, öffentliche Gelder für die Landwirtschaft nur für nachgewiesene öffentliche Leistungen zu gewähren. Außerdem sollten ihrer Meinung nach ökologisch und sozial schädliche Subventionen abgebaut, artenreiches Grünland besser geschützt, eine integrierte Stickstoffstrategie entwickelt und eine "nicht-industrielle" Tierhaltung ohne Antibiotikaeinsatz umgesetzt werden.

Bio ist kaum teurer: Kosten und Klimabilanz von Ernährungsstilen

(11.09.2014) Wer Bio- und fair gehandelte Lebensmittel einkauft und sich gesund nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ernährt, dem entstehen so gut wie keine Mehrkosten. Die Umstellung von einem durchschnittlichen deutschen Ernährungsstil auf gesunde Nahrung mit weniger Fleisch, mehr Gemüse und Obst, fängt die Mehrkosten, die durch den Einkauf von Bio-Lebensmitteln entstehen nahezu auf. Die gesunde und gleichzeitig biologisch-nachhaltige Ernährung kostet jährlich nur rund 80 Euro mehr. Dies sind Ergebnisse, die das Öko-Institut in seinem Spendenprojekt „Ist gutes Essen wirklich teuer?“ ermittelt hat. Das Institut stellt sie in einem Working Paper und im Kochbuch „Nachhaltig kochen!“ vor.

Phil Hogan wird neuer EU-Agrarkommissar

(11.09.2014) EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat gestern bekanntgegeben, welcher EU-Kommissar welchen Aufgabenbereich übernehmen soll. So soll der Ire Phil Hogan Kommissar für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung werden. Der ehemalige irische Umweltminister wird dann auch dem Vizepräsidenten für Jobs, Wachstum, Investition und Wettbewerb unterstehen. Bei der ländlichen Entwicklung soll er deshalb insbesondere darauf achten, dass die Ausgaben in Strategien für Jobs und Wachstum erfolgen. Auch die gerade erfolgte Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) soll einen Beitrag dazu leisten. Dementsprechend wird eine Aufgabe sein, die Instrumente der GAP zu vereinfachen und flexibel zu gestalten, insbesondere in Bezug auf das Greening und die ländliche Entwicklung. Auch soll der Landwirtschaftssektor einen Beitrag zur Energieeffizienz und zur Emissionsreduktion leisten. Zudem soll Hogan bei der Revision des Mehrjährigen Finanzrahmens darauf achten, dass die Agrarpolitik einen Beitrag zu Jobs, Wachstum, Investition und Wettbewerbsfähigkeit leistet.

180.000 Bio-Brotboxen für Erstklässler in Deutschland

(09.09.2014) Zum Schulstart gibt es für viele Erstklässer in ganz Deutschland wieder eine Bio-Brotbox mit einem gesunden Frühstück und vielen Infos. 2014 verteilen 75 lokale Bio-Brotbox Initiativen gut 180.000 Brotdosen mit gesundem Frühstück. Sie erreichen damit 26 Prozent aller in Deutschland eingeschulten Erstklässler. Bei den Bio-Brotbox-Aktionen wird Erstklässlern zur Einschulung eine wieder verwendbare Frühstücks-Dose mit Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft überreicht. Die Bio-Brotbox-Aktionen werden in der Regel von breiten gesellschaftlichen Bündnissen ehrenamtlich organisiert und privatwirtschaftlich finanziert. Die erste Bio-Brotbox-Aktion fand 2002 in Berlin statt. 21 Initiativen entstanden dieses Jahr neu in Orten von "A" wie Aerzen bis "Z" wie Zorneding. Es gibt zwei Initiativen im Ausland, nämlich in Luxemburg und Österreich.

Ideenaufruf für den Kongress der BIOFACH/VIVANESS 2015

(09.09.2014) Was sind aktuell die wichtigen und kontrovers diskutierten Themen der Biobranche, sowohl national als auch international? Die Organisatoren des Biofach-Kogresses sind auf der Suche nach Ideen, Vorschlägen und Anregungen für die Programmgestaltung 2015. Wurde in den letzten Jahren aufgefordert, komplett ausgearbeitete Veranstaltungen einzureichen, so gibt es dieses Jahr erstmals die Möglichkeit, lediglich Anregungen und Vorschläge für Themen und Sprecher zu übermitteln, um dann gemeinsam mit den Organisatoren eine konkrete Veranstaltung ausarbeiten zu können. Einsendeschluss ist Montag, der 22. September 2014.

EU-Öko-Verordnung: Agrarminister sagen Nein zu Brüssels Plänen

(08.09.2014) Die Agrarminister der Bundesländer sind sich einig: Auf ihrer Konferenz in Potsdam vergangene Woche haben sie den Plänen der EU-Kommission für eine Total-Revision der EU-Öko-Verordnung ein klares Nein erteilt. Über die Parteigrenzen hinweg herrschte Konsens darüber, dass der vorliegende Entwurf weniger statt mehr Öko zur Folge hätte. Die von Brüssel geplante Einführung eigener Ökogrenzwerte wäre eine Abkehr vom Grundprinzip der Kontrolle des gesamten Prozesses der Lebensmittelerzeugung vom Acker bis zum Teller. Denn damit würden Produkte statt Produktionsprozesse zum Maßstab und es gäbe keinen einheitlichen Verbraucherschutz mehr. Als Folge müsste das gesamte Kontrollsystem umgebaut werden, eine ganze Branche stünde vor dem Neuanfang. Darüber hinaus würde eine Total-Revision auf Jahre hinaus für Rechtsunsicherheit sorgen.

SÖL vergibt Karl-Werner-Kieffer-Preis an Albert Fink

(03.09.2014) Albert Fink ist der Preisträger des diesjährigen Karl-Werner-Kieffer-Preises der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). Der ökologisch denkende Betriebswirt hat sich schon früh für eine Förderung der biologischen Landwirtschaft eingesetzt: Dank seines Engagements erhielten Pionierbetriebe des Ökolandbaus bereits in den 60er Jahren Gelder zur Startfinanzierung, darunter Höfe, die heute zu den Leuchtturmbetrieben in Deutschland zählen. Albert Fink ist Mitbegründer der GLS Bank und war dort langjährig als geschäftsführendes Vorstandsmitglied tätig. Außerdem ist er Gründungsmitglied des Saatgutfonds und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Die Preisverleihung wird stattfinden am 29. November 2014 ab 14.00 Uhr im historischen Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße. Zum Gedächtnis an ihren Gründer, Karl Werner Kieffer (1912 - 1995), verleiht die Stiftung Ökologie & Landbau seit 1996 den Karl-Werner-Kieffer-Preis. Mit diesem Preis werden Leistungen ausgezeichnet, die dem Schutz unserer Umwelt und der Förderung des Ökolandbaus dienen. Der Preis ist mit 10.000€ dotiert und somit einer der wichtigsten Umweltpreise in Rheinland-Pfalz.

SÖL eröffnet erste Bauernhof-Wald-Kita in Rheinland Pfalz

(02.09.2014) Seit gestern erfahren 17 Kinder im Alter von zwei bis sechs jahren hautnah Natur und landwirtschaftliches Leben in der ersten Bauernhof-Wald-Kia des Landes Rheinland-Pfalz. Das Modellprojekt auf Gut Hohenberg, dem Seminarbauernhof der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), geht neue Wege in der Betreuung von maximal 25 Kindergartenkindern: Sie erleben im Jahreszyklus, was die Natur zu bieten hat und wo unsere Lebensmittel herkommen. Den Kindern wird eine
anregende Umgebung geboten, in der sie ihre Eigenschaften wie Neugier, Einfallsreichtum und Lernbereitschaft unbewertet erleben dürfen. Naturnahe Spiel-, Erfahrungs- und Erlebnisräume sowie das Einbinden der Kinder in alltägliche landwirtschaftliche Abläufe geben den Kindern Möglichkeiten zu phasengerechtem Lernen. Dadurch entstehen vielfältige Möglichkeiten, um motorische, handwerkliche, soziale und kognitive Fähigkeiten zu entwickeln.

bio-offensive 2014: Marktchancen für Erzeuger und Rohstoffsicherung für Verarbeiter

(27.08.2014) Die bio-offensive bleibt auf Erfolgskurs: Bisher ließen über 1.500 Landwirte das Potenzial einer Umstellung für ihren Betrieb anhand des Betriebschecks prüfen. Mit dem Start der neuen Projektrunde der bio-offensive besteht jetzt wieder die Möglichkeit, sich als Partner oder Nutzer der Angebote der bio-offensive zu bewerben. Die bio-offensive schafft dazu fundierte Entscheidungsgrundlagen: Durch einen Betriebscheck werden die individuellen Voraussetzungen des Betriebs für die Bioproduktion analysiert. Dieser wird von erfahrenen Fachberatern durchgeführt. Der Betriebscheck und die Kooperation mit Abnehmern geben dem Landwirt die notwendige Sicherheit für eine fundierte Entscheidung. Ins zweite Jahr gehen jetzt nun die Leuchtturmprojekte beispielhafter Verarbeiter-Erzeuger-Kooperationen. Hier werden Best-Practice-Erkenntnisse für ein kooperatives, auf Langfristigkeit ausgerichtetes Sourcing von heimischen Ökorohstoffen gewonnen. Als Analyse- und Planungsinstrument kommt der Bio-Sourcing-Check zum Einsatz. Zusätzlich werden in der neuen Projektlaufzeit 16 Umstellertage angeboten, die gezielt umstellungsinteressierte Betriebe ansprechen sollen.

Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau 2015: Call for papers!

(26.08.2014) Vom 17. bis 20. März 2015 findet an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde die 13. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau statt. Unter dem Motto "Am Mut hängt der Erfolg!" laden die Veranstalter dazu ein, aus unterschiedlichen Perspektiven der Branche Erfolgsfaktoren zu reflektieren und mutige Ansätze der Ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft wissenschaftlich zu beleuchten, um damit zum Innovationsprozess im Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Beratung beizutragen. Innovative und fachlich hochwertige Beiträge können als Poster oder Vortrag bis zum 12.09.2014 eingereicht werden.

PLANAK beschließt höhere Prämien für Ökolandbau und Agrarumweltmaßnahmen

(25.08.2014) Höhere Prämien für den Ökolandbau und für Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) hat der zuständige Planungsausschuss (PLANAK) vergangene Woche in Berlin beschlossen. Nach den neuen Fördergrundsätzen im GAK-Rahmenplan 2015 bis 2018 wird die Flächenförderung im Ökolandbau im kommenden Jahr um 24 Prozent angehoben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium begründet die Erhöhung der Ökoprämien sowie der Zahlungen für Agrarumwelt- und Tierschutzmaßnahmen mit dem Anstieg der Agrarpreise in den letzten Jahren und der daraus resultierenden geringeren Attraktivität besonders nachhaltiger und umweltschonender Produktionsverfahren. Mit der angepassten Förderung stehe nunmehr eine zukunftsfähige Maßnahmenpalette zur Verfügung, mit der den Bedingungen der jüngsten EU-Agrarreform Rechnung getragen werden solle.

Erster "Wir haben es satt!"–Kongress

(21.08.2014) Mehr als 30.000 Menschen kommen zur jährlich im Januar stattfindenden "Wir haben es satt!"-Demonstration nach Berlin. Vom 2. bis 5. Oktober 2014 findet nun der erste "Wir haben es satt!"-Kongress in der Hauptstadt statt. Damit soll der jungen und bunten Bewegung, die sich für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft sowie eine gesunde Ernährung stark macht, ein Ort der Begegnung geschaffen werden, an dem eine gemeinsame Visionen entwickelt werden kann. Dies geschieht durch spannende Vorträge, Workshops, kontroverse Diskussionsrunden oder interaktive Großgruppenformate. Zudem erwartet die Besucher beim gleichzeitig stattfindenen Festival Stadt Land Food ein buntes Kulturprogramm und kulinarische Köstlichkeiten.

BÖLW und DBV lehnen Kommissionsvorschlag zur EU-Öko-Verordnung ab

(20.08.2014) Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Deutsche Bauernverband (DBV) wenden sich gemeinsam gegen die von der EU Kommission angestrebte Total-Revision der EU-Öko-Verordnung. Dies machten die Vorstände des BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein und Jan Plagge sowie DBV-Präsident Joachim Rukwied und der Öko-Beauftragte des DBV, Heinrich Graf von Bassewitz, anlässlich eines gemeinsamen Gespräches deutlich. Besonders kritisch wird das geplante Ende aller Ausnahmen in der Ökoerzeugung und die Einführung gesonderter Rückstandsgrenzwerte für Ökoprodukte bewertet. DBV und BÖLW halten beide Vorschläge für unrealistisch und wandten sich gegen einen geteilten Verbraucherschutz in der EU. Rukwied betonte, dass es nur einen einheitlichen Grenzwert geben dürfe, der wissenschaftlich begründet sein müsse. Eine Zweiteilung des Verbraucherschutzes würde zur Verunsicherung führen. Ein weiterer Gesprächsschwerpunkt war die Frage, wie die Marktposition der deutschen Bioerzeugung gestärkt werden kann. Ergänzend müsse die öffentliche Agrarforschung zur Produktivitätssteigerung im Ökolandbau ausgebaut werden, um dessen Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das Spitzengespräch zwischen DBV und BÖLW soll jährlich wiederholt werden.

Gründung Bildungsnetzwerk Naturkost

(19.08.2014) Ab 2015 wird es spezielle Bildungsangebote geben, die genau auf den Bedarf der Naturkostbranche ausgerichtet sind. Mit der Gründung des Bildungsnetzwerk Naturkost GmbH im Juli dieses Jahres ist der Grundstein für dieses innovative Angebot gelegt worden. Die Gesellschaft mit Sitz in Überlingen wird vor allem die Naturkostbranche im Süden Deutschlands mit Fortbildungskursen, fachbezogenen Seminaren, Kongressen, Kochkursen, Exkursionen, Reisen u.v.m. versorgen. Ferner engagiert sich der Bildungsträger in Kooperation mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) und der IHK für Qualifizierungsmaßnahmen mit öffentlich-rechtlichem Weiterbildungsabschluss. Zu den sechs Gründungsmitgliedern gehören folgende Unternehmen: Bodan Großhandel für Naturkost in Überlingen, Chiemgauer Naturkosthandel in Unterreit-Grünthal, Rinklin Naturkost in Eichstetten, Tagwerk in Dorfen, Handelskontor Willmann für Naturprodukte in Vaihingen sowie Ökoring Handels GmbH in Mammendorf.

Der Fall TTIP in der ARD

(04.08.2014) Das Freihandelsabkommen soll zwei der größten Wirtschaftsräume der Erde enger miteinander verbinden und viele Bereiche umfassen: Arbeitsrecht, Finanzdienstleistungen, öffentliche Daseinsvorsorge, Datenschutz, Lebensmittelrecht. Obwohl am Ende circa 800 Millionen Bürger diesseits und jenseits des Atlantiks betroffen sein werden, wird im Geheimen verhandelt. Die Zwischenergebnisse kommen selbst für Parlamentarier nur bruchstückhaft und oft nur für Experten verständlich an die Öffentlichkeit. Wenn aber selbst EU-Experten von einem nur sehr geringen Wachstum durch TTIP ausgehen – wer profitiert dann eigentlich vom Abkommen? Und was bedeutet es für uns, wenn Handelshindernisse abgeschafft werden? Diesen Fragen gehen Monitor-Redakteur Stephan Stuchlik und Co-Autor Kim Otto seit Monaten nach. Sie haben mit den Verantwortlichen gesprochen, den Unterhändlern und Lobbyisten in den USA und der EU. Ihre wichtigste Informationsquelle sind geheime Papiere, die ihnen zugespielt werden und die all das zeigen, was keiner offen erklären will: Grundsätzliche Standards in Europa sind in Gefahr.