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Vom 15.02. bis 18.02.2012 findet in Nürnberg die Weltleitmesse BioFach statt. Besuchen Sie uns in Halle 1, Stand Nr. 150!
SÖL-/oekom Podiumsdiskussion: "Wohin entwickelt sich die Biobranche? Die Zukunft des Ökolandbaus zwischen Werten, Innovationen und Märkten". Freitag, 17.02.2012, 10.00 Uhr, Messe Nürnberg, Raum St. Petersburg
(07.02.2012)
Frankreich führt ab 1. Juli 2012 eine Kennzeichnung für Produkte
ein, die ohne Gentechnik hergestellt wurden. Nach einem Dekret des französischen
Wirtschaftsministeriums dürfen pflanzliche Lebensmittel als "sans
OGM" (sans organismes génétiquement modifiés = ohne
gentechnisch veränderte Organismen) etikettiert werden, wenn weniger
als 0,1 Prozent der Bestandteile gentechnisch verändert sind. Dabei muss
die Beimischung zufällig und technisch unvermeidbar sein. Tierische Produkte
werden entsprechend einer Verunreinigung der Futtermittel von 0,1 Prozent
bzw. 0,9 Prozent ausgewiesen. Auch für die Honig-Produktion werden Regeln
eingeführt. Honig darf nur als gentechnikfrei gekennzeichnet werden,
wenn im Umkreis von drei Kilometern vom Bienenstock keine gentechnisch veränderten
Pflanzen wachsen. Die Verbraucherorganisation UFC Que Choisir
begrüßt die neue Kennzeichnungsregelung, da sie es Verbrauchern
ermöglicht, ihren Interessen beim Einkauf bewusster Nachdruck zu verleihen.
(07.02.2012)
Fast 600 Weine stellten sich dem Urteil der Expertenjury beim 3. internationalen
Bioweinpreis MUNDUS VINI BioFach. Die Juroren vergaben an die
besten Weine acht Mal Großes Gold, 110 Mal Gold
und 101 Mal Silber. Die Weine werden offiziell am 15. Februar
2012 auf der BioFach in Nürnberg ausgezeichnet. Aus Deutschland kommen
47 der auszuzeichnenden Bioweine. Unter den deutschen Bioweinen haben mit
jeweils neun Medaillen Rheinhessen (5 Mal Gold, 4 Mal Silber) und Franken
(4 Mal Gold, 5 Mal Silber) die Nase vorn, gefolgt von der Pfalz mit 8 Medaillen
(4 Mal Gold, 4 Mal Silber) und der Mosel, die 7 Mal Edelmetall errang (5 Mal
Gold, 2 Mal Silber). Die erfolgreichsten deutschen Betriebe sind das Schlossgut
Hohenbeilstein aus Württemberg (4 Medaillen), Hubertushof von der Mosel
(4 Medaillen), Consilium Thüngersheim aus Franken (3 Medaillen) und Weingut
Hamm aus dem Rheingau (3 Medaillen). Sieben weitere deutsche Betriebe waren
mit je zwei Weinen erfolgreich.
(03.02.2012)
Die neue Studie "Organic Agriculture and climate change mitigation"
fasst die wichtigsten Ergebnisse bezüglich ökologsicher Landwirtschaft
und Klimawandel klar verständlich zusammen und liefert Forschenden Basiswerte
für zukünftige Klimaprojekte. Herausgeberin der Studie ist die Welternährungsorganisation
FAO. Die Federführung für den Inhalt lag beim Internationalen
Zentrum für Biolandbauforschung (ICROFS) und beim Forschungsinstitut
für biologischen Landbau (FiBL). Das FiBL hat in der Studie das Potenzial
des Biolandbaus hinsichtlich Kohlenstoffspeicherung im Boden aufgearbeitet
und Forschungslücken identifiziert. Weiter zeigen die FiBL-Autoren, welche
Herausforderungen sich ergeben, wenn mit biologischer Bewirtschaftung CO2-Zertifikate
generiert werden sollen. Unter der Leitung von dänischen Forschenden
wird ein Überblick über Ökobilanzen gegeben, in denen biologisch
und konventionell angebaute Produkte miteinander verglichen wurden. Dabei
zeigt sich, dass sich Produkte aus den beiden Anbausystemen bezüglich
Klimawirkung in bisherigen Studien kaum unterscheiden. Dies wird darauf zurückgeführt,
dass in den bisherigen Ökobilanzen beispielsweise die hohe Kohlenstoffspeicherung
im Boden bei einer ökologischen Bewirtschaftung nicht berücksichtigt
wurde. Hier besteht Bedarf nach methodischer Weiterentwicklung, damit das
Potenzial nachhaltiger Landbewirtschaftungssysteme angemessen berücksichtigt
wird.
(03.02.2012)
Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag für höhere Anforderungen
an die Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen präsentiert,
die in Lebens- und Futttermitteln verwendet werden. Das EU-Zulassungsverfahren
für gentechnisch veränderte Pflanzen muss dringend überarbeitet
werden, da verbindliche EU-Standards bisher nicht gegeben sind. Vorgeschrieben
ist lediglich die Prüfung durch die Europäische Lebensmittelbehörde
(EFSA), die die Pflanzen jedoch stets als sicher bewertet. Im Anschluss sind
die EU-Mitgliedsstaaten sich meist uneinig über die Zulassung, woraufhin
die EU-Kommission im Alleingang entscheiden darf. In der Regel folgt sie der
Meinung der EFSA und lässt die Pflanzen für den EU-Markt zu. Eine
erste detaillierte Analyse von Testbiotech zeigt jedoch, dass die vorgeschlagenen
Änderungen nicht ausreichend sind, um eine Gefährdung von Mensch
und Umwelt auszuschließen. So fehlen nach Ansicht von Testbiotech beispielsweise
verpflichtende Langzeitstudien. Sogenannte Stacked Events, also Gentech-Pflanzen,
in denen mehrere Genkonstrukte kombiniert sind, müssten gesondert getestet
werden. Außerdem fordert Testbiotech, auch ethische und soziale Auswirkungen
von Gentechnik-Pflanzen bei der Zulassung zu berücksichtigen. Zusätzlich
müssten auch die Herbizide, gegen die viele Gentechnik-Konstrukte resistent
gemacht wurden, in die Risikoanalyse mit einbezogen werden.
(03.02.2012)
Der Bio-Verlag, welcher unter anderem das bekannte Naturkost-Magazin Schrot&Korn
herausgibt, wird nach einer freundlichen Übernahme in Zukunft
von den Mitarbeitern selbst geführt. Anlass war das Ausscheiden von Ronald
Steinmeyer, Mitgründer, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer
des Bio-Verlages seit 1979. Er trat zum Ende des Jahres 2011 aus der Firma
aus, um noch mal etwas ganz Neues anzufangen. Möglich wurde es auch,
weil Ronald Steinmeyer und Sabine Kauffmann, ebenfalls Gründungsgesellschafterin,
gemeinsam auf einen erheblichen Teil des erwirtschafteten Mehrwertes ihres
Verlages verzichteten. Dies geschah zugunsten einer Stiftungslösung in
den Händen der Mitarbeiter. Ziel dabei war es, den Verlag zukunftssicher
aufzustellen und unabhängig zu machen. berichtet Kauffmann. Aber
schon seit seiner Gründung gestaltete der Verlag mit Sitz in Aschaffenburg
die Arbeitsbedingungen mit den Mitarbeitern gemeinsam. Erwähnenswert
ist auch der hohe Frauenanteil, bis in die Führungspositionen. Dafür
bekam der Verlag im Jahr 2011 sogar Preis von der Bayrischen Staatsregierung
für die Region Unterfranken. Der Bio-Verlag hat heute 50 Mitarbeiter
und machte 2011 einen Umsatz von über 7 Millionen Euro.
(01.02.2012)
Wie heute offiziell bekannt wurde, zieht sich die Bionade-Gründerfamilie
endgültig aus dem Unternehmen zurück und hat alle verbliebenen Anteile
an die Radeberger-Gruppe (welche Teil des Oetker-Konzerns ist) verkauft. Die
Brüder Peter und Stephan Kowalsky haben sich damit von ihrem verbliebenen
30 Prozent-Anteil an dem bisherigen Joint Venture mit der Radeberger-Gruppe
getrennt. Um die nötigen Mittel für Investitionen zusammen zu bekommen,
holte die Famile vor einigen Jahren die Egon Schindel Holding dazu, die Muttergesellschaft
von Rhön-Sprudel. Sie übernahm damals 51 Prozent der Bionade-Anteile
und verkaufte diese 2009 weiter an die Radeberger-Gruppe. Diese damalige Teilübernahme,
sprunghafte Preiserhöhungen und der zeitweise Verkauf von Bionade bei
Discountern führten zu einem stetigen Imageverlust bei der Käuferschaft.
Die Folge waren massive Absatzeinbrüche. Die ökologische Limonade
aus einer einstigen kleinen Familienbrauerei in der Rhön war wie kein
anderes Produkt Symbol dafür geworden, dass Ökolebensmittel die
Bioläden verlassen und in die Mitte der Gesellschaft vorgestoßen
sind. Auch wenn Bionade weiterhin in den Regalen stehen wird, hat dieses Stück
Bio-Geschichte nun mit dem Verkauf der letzten Anteile der Familie ein Ende
gefunden.
(31.01.2012)
Zum Abschluss der Grünen Woche lud der BÖLW zu seinem traditionellen
Tag des Ökologischen Landbaus: Hier diskutierten Akteure
der Biobranche mit der Politik darüber, ob die Gemeinsame Europäische
Agrarpolitik (GAP) ihren eigenen Ansprüchen genügt und forderten
eine dringende Kurskorrektur. Die geplante Reform der Agrarpolitik für
die Zeit nach 2013 ist für den Ökolandbau und die Entwicklung einer
tatsächlich nachhaltigen Landwirtschaft von größter Bedeutung.
Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel,
analysierte, inwiefern die Reform Antworten auf die von der europäischen
Kommission definierten neuen Herausforderungen gebe. Dazu zählen Klima-,
Gewässer- und Bodenschutz sowie der Erhalt der biologischen Vielfalt.
Sie forderte, dass die Reform der GAP dringend stärker ökologisch
ausgerichtet werde. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA
im europäischen Parlament, machte auf die hohen Folgekosten der intensiven
Landwirtschaft aufmerksam. Er forderte, den ökologischen Landbau zum
Leitbild der europäischen Politik zu machen, da dieser Antworten auf
die gestellten Fragen gebe. Auch Jan Plagge (Präsident von Bioland) und
Elke Röder (Geschäftsführerin des Bundesverbandes Naturkost
Naturwaren Herstellung und Handel, BNN), Felix Löwenstein (BÖLW)
und der CDU-Staatssekretär Robert Kloos (Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz) diskutierten entschlossen über
das Thema. Einig waren sich alle Redner, bis auf CDU-Staatssekretär Kloos,
dass die bisherigen Ansätze bei weitem nicht ausreichen und eine grundlegende
Umsteuerung dringend erforderlich ist.
(30.01.2012)
Bioland engagiert sich aktiv als neuer Gesellschafter der Initiative Bio
mit Gesicht, um den Ökolandbau mit gemeinsamen Kräften
voranzubringen. Wir beteiligen uns gerne: Bio mit Gesicht
ist ein wichtiger Baustein zu mehr Transparenz und Sicherheit für die
Verbraucher und zeigt die Vorteile qualitätsorientierter Erzeugerbetriebe,
so Bioland-Präsident Jan Plagge bei der Gesellschafterversammlung. Durch
die Initiative wird es für die Kunden über die Bio mit Gesicht-Nummer
ganz einfach möglich, die Produkte vom Teller bis zum Acker zurück
zu verfolgen. Über 350 Bioland-Landwirte sind bereits mit ihren Porträts
auf der Internetplattform vertreten. Das schafft Vertrauen für die Kunden
und Sicherheit für die Anbieter, denn sie wissen genau, wo die Ware herkommt.
(30.01.2012)
Die vom Deutschen Bauernverband (DBV) gestartete Kampagne
Stoppt Landfraß wird von mehreren Umweltorganisationen
als irreführend kritisiert. Diese Petition sei eine reine Mogelpackung:
Zwar werbe der Bauernverband unter diesem Motto für eine Reduzierung
des Verlusts von wertvollen Böden. Allerdings stehe dahinter weniger
das Anliegen, flächenfressende Baumaßnahmen zu reduzieren, sondern
vielmehr Ausgleichsmaßnahmen für die Natur zu stoppen. Ausgleichsflächen
sind aber im Gegensatz zu asphaltierten oder bebauten Flächen Lebensräume
für viele Arten und erhöhen die Grundwasserqualität. Mythen
über die angebliche Einschränkung der Landwirtschaft durch zu viel
Naturschutz sind fehl am Platz. Die wahren Probleme im Siedlungs- und Verkehrswegebau
müssen gemeinsam benannt und energisch angegangen werden", fordert
NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Bauernverband unterstützt seit
Jahren den massiven Anbau von Energiepflanzen, obwohl dies eine besonders
umweltschädliche und ineffiziente Form der Flächennutzung ist. Das
Umweltinstitut München fordert daher den sofortigen Stopp der Produktion
von Pflanzen für Agrarenergie, da diese ein gigantischer Flächenfresser
sei, dem Klima schade und das Artensterben fördere.
(27.01.2012)
Ökologisch, nachhaltig und innovativ: Bundeslandwirtschaftsministerin
Ilse Aigner hat heute auf der Grünen Woche Betriebe mit dem "Förderpreis
Ökologischer Landbau" ausgezeichnet. Die Siegerbetriebe sind:
Die Demeter-Gärtnerei Obergrashof (Bayern) erhält den Förderpreis
Ökologischer Landbau 2012 für ihre innovative gesamtbetriebliche
Konzeption. Der Betrieb baut auf 55 Hektar Gemüse an, wobei die Betriebsleiter
dabei größten Wert auf Vielfalt, Nachhaltigkeit und geschlossene
Kreisläufe legen. Das spiegelt sich nicht zuletzt darin wider, dass sie
über 100 Sorten Feld- und Feingemüse anbauen.
Der Biokreis-Betrieb Gut Herrmannsdorf KG (Bayern) wird für die
erfolgreiche Vermarktung eines ungewöhnlichen Projekts in der ökologischen
Hühnerhaltung ausgezeichnet: Der Hof setzt auf Zwei-Nutzungshühner
und ein "Landhuhn-Darlehen": Verbraucher gewähren dem Betrieb
ein Darlehen in Höhe von 300 Euro und erhalten dafür zehn Jahre
lang Warengutscheine im Gesamtwert von 400 Euro.
Der Bioland-Betrieb "De Fischer ut Grambek" (Schleswig Holstein)
erhält die Auszeichnung für seine besonders artgerechte Haltung,
Zucht und Fütterung von Fischen. In 44 naturnah gestalteten Teichen wachsen
vorwiegend Karpfen, aber auch Schleien, Hechte und Welse heran. Dabei werden
nur so viele Tiere in den Teichen gehalten, dass rund 80 Prozent des Nahrungsbedarfs
aus dem natürlichen Angebot der Teiche gedeckt werden kann.
Der Preis wird seit 2001 an Betriebe vergeben, die erfolgreich ökologisch
wirtschaften und mit innovativen Konzepten überzeugen. Er ist mit insgesamt
22.500 Euro dotiert. Die Siegerbetriebe erhalten ein Preisgeld in gleicher
Höhe von jeweils 7.500 Euro.
(26.01.2012)
Trotz des Rückzugs des Chemiekonzerns BASF aus der Agro-Gentechnik in
Deutschland will die KWS Saat AG aus dem niedersächsischen Einbeck dem
Standort treu bleiben und das Geschäft sogar ausbauen. Nachdem vor kurzem
bereits Monsanto die Stelle seines Sprechers in Deutschland ersatzlos gestrichen
hatte, wird die BASF nun alle ihre Gentechnik-Aktivitäten in Deutschland
einstellen und sich auf den amerikanischen Kontinent konzentrieren. Grund
für den Rückzug der BASF ist die mangelnde Akzeptanz hierzulande
in der Bevölkerung sowie in der Politik. Eine entgegengesetzte Strategie
verfolgt jedoch der Saatgutkonzern KWS: Die Aktivitäten im Bereich Gentechnik
in Deutschland sollen in den kommenden Jahren ausgeweitet werden. Aktuell
wurde bekannt, dass die KWS eine neue siebenjährige Freisetzungsreihe
mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben beantragt hat. Die KWS
ist mittlerweile zum viertgrößten Saatgutkonzern der Welt herangewachsen
und macht 28 Prozent des Umsatzes mit Agro-Gentechnik, Tendenz steigend. Problematisch
ist zusätzlich, dass die KWS parallel dazu auch Lieferant für Ökosaatgut
ist.
(26.01.2012)
Angesichts der Skandale um mit Antibiotika belastetes konventionelles Fleisch
bezeichnet der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die
Maßnahmen der Regierung als ein Herumdoktern an Symptomen.
Die Ursache für den massiven Antibiotikaeinsatz liegt laut Felix Prinz
zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW, in einer industriellen
Tierhaltung mit inakzeptablen Haltungsbedingungen in immer größeren
Beständen, durch welche der Krankheitsdruck stark zunehme. Der BÖLW
fordert, dass Subventionen für die industrielle Tierhaltung gestrichen
werden und die Agrarstrukturpolitik so gestaltet wird, dass eine weitere Ausdehnung
dieser Art der Tierhaltung gestoppt wird. Gefördert werden müsse
hingegen eine Landwirtschaft mit flächengebundener Tierhaltung und eigener
Futterversorgung ein Prinzip, wie es der ökologische Landbau bereits
verwirkliche. Nur so könne eine tatsächliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes
erreicht werden.
(24.01.2012)
Was sagt ein Preis einer Ware oder Dienstleistung über den Wert aller
entlang der gesamten Produktionskette entstandenen umweltrelevanten und sozialen
Kosten aus? Wie werden die Kosten für entstandene Umweltschäden
in einer Bilanz bewertet? Eine solche Vollkostenrechnung ist noch Zukunftsmusik.
Bislang fehlt es an allgemein anerkannten Methoden, Verfahren oder gar Standards.
Jetzt will der Rat für Nachhaltige Entwicklung die Debatte darüber
anschieben und hat einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Gesucht werden Praxisbeispiele
für die vollständige Berücksichtigung aller Kosten in der Unternehmensbilanz
und Denkanstöße für eine nachhaltige Unternehmensführung.
Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 15. Februar eingereicht werden.
Angesprochen sind Wissenschaftler, Studierende, Selbstständige, Unternehmer
und deren Mitarbeiter.
(23.01.2012)
Rund 23.000 Menschen haben am Samstag in Berlin gegen Lebensmittelskandale,
Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen und für
eine bäuerliche ökologische Zukunftslandwirtschaft demonstriert.
Verbraucher, Umwelt- und Tierschützer, Imker und Bauern sowie entwicklungspolitische
Gruppen zogen unter dem Motto Wir haben es satt! Bauernhöfe
statt Agrarindustrie zum Kanzleramt und verlangten von Bundeskanzlerin
Merkel eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik. Die Veranstalter werfen
der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik bislang Steigbügelhalter
für die Agrarindustrie zu sein, statt die Forderungen der Zivilgesellschaft
durchzusetzen. Die Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale
und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt
werden. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen.
(20.01.2012)
Zum Auftakt der internationalen Grünen Woche fordern die Anbauverbände
Bioland und Naturland eine ökologische Agrarreform in globaler Verantwortung.
Das alte Zwei-Säulenmodell der EU-Agrarpolitik müsse abgeschafft
werden, denn es werde den gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr gerecht.
Die Agrargelder müssen von der Gießkannenförderung der 1.
Säule (flächenbezogene Direktzahlungen) zugunsten der 2. Säule
(Entwicklung des ländlichen Raumes) umgeschichtet werden. Es müsse
das Prinzip öffentliche Gelder für öffentliche Güter
und Leistungen' gelten. Die Verbände fordern Landwirtschaftministerin
Aigner auf, ihre Blockadepolitik gegen eine wirksame EU-Agrarreform aufzugeben.
Ansonsten werde die Bereitschaft in der Bevölkerung der EU sinken, weiterhin
jährlich knapp 60 Milliarden Euro Steuermittel in den Agrarbereich zu
pumpen.
(20.01.2012)
Mit Naturkost und Naturkosmetik wurden im vergangen Jahr im Biofachhandel
2,1 Milliarden Euro umgesetzt. Das teilt der BNN Herstellung und Handel e.V.
mit. Damit ist erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro geknackt. Im Vorjahr
waren 1,93 Milliarden und 2009 1,8 Milliarden Euro Umsatz erzielt worden.
Auf Bio-Lebensmittel entfielen 2011 circa 91 Prozent des Umsatzes, auf Naturkosmetik
und andere Artikel aus dem Non-Food-Sortiment neun Prozent.
(20.01.2012)
Die Ärzte-Vereinigung Association Santé Environnement France,
in der 2500 Mediziner organisiert sind, hat einen Führer zum Thema Bio-Ernährung
herausgegeben. Immer mehr Patienten fragen uns nach dem Gesundheitswert
von Fertiggerichten, nach den Vorzügen von regionalen Lebensmitteln und
nach der Qualität von Bio-Lebensmitteln. Das, was hierüber im Internet
zu finden ist, widerspricht sich nicht selten. Daher möchten wir ihnen
einen Ratgeber von Seiten der Ärzte zur Verfügung stellen,
erläutert Dr. Pierre Souvet, Vorsitzender der Ärztevereinigung.
(19.01.2012)
Zum Start der internationalen Agrarmesse "Grüne Woche" haben
Bauern, Umweltschützer und Tierschützer den "Kritischen Agrarbericht"
vorgestellt. Darin warnen Experten vor dem Raubbau an Wäldern auf Kosten
der Umwelt und sagen einen Preiskampf bei der Hähnchenmast in Deutschland
voraus. Die deutschen Bauern sind nach dem Bericht auf dem Weg zu einer gewaltigen
Überproduktion von Geflügelfleisch. Bundesweit seien Ställe
für bis zu 36 Millionen Hähnchen geplant. Allein im Landkreis Emsland
lägen Anträge für 11 Millionen Mastplätze vor. Um die
bundesweite Nachfrage zu stillen, seien jedoch "nur" 3,2 Millionen
(!) neue Plätze ausreichend. Die Autoren äußerten sich außerdem
kritisch zur übermäßigen Gabe von Antibiotika an Masttiere,
die auch Auswirkungen auf das menschliche Gesundheitssystem habe. Der Sammelband
kritisiert auch die anhaltende Spekulation mit Agrarrohstoffen. Experten warnen
darin außerdem vor einem Raubbau an den Wäldern, um im Zuge der
Energiewende wieder mehr Holz als Brennstoff zu gewinnen.
(18.01.2012)
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat erstmals
die Rahmenbedingungen für den Ökolandbau in den einzelnen Bundesländern
einer umfassenden Bewertung unterzogen. Denn es ist Aufgabe der Bundesländer,
die sogenannte zweite Säule der europäischen Agrarpolitik umzusetzen,
innerhalb derer die Ökoförderung verankert ist. Spitzenreiter des
Rankings ist Bayern gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen. Die hohe
Punktzahl dieser Bundesländer ergab sich aus guten Werten in fast allen
Kriterien, die der BÖLW für eine sinnvolle Förderung des Ökolandbaus
identifiziert hat. Dazu zählen u. a. die verlässliche Bereitstellung
ausreichender Flächenprämien für die Umstellung und Beibehaltung
von Ökolandbau, sein Stellenwert im Fördergefüge oder die Angebote
zu Ausbildung, Beratung, Information und Vermarktung. Die Schlusslichter Brandenburg
und Schleswig-Holstein fallen mit dem Aussetzen der Umstellungs- (Brandenburg)
bzw. Umstellungs- und Beibehaltungsförderung (Schleswig-Holstein) in
der Punktewertung weit zurück. In nahezu allen Bundesländern sind
die Ausgaben je Hektar Ökolandbau-Fläche seit 2003 gesunken, nur
in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind sie gestiegen.
(18.01.2012)
Im Rahmen der Kampagne Meine Landwirtschaft rufen über 90
Organisationen dazu auf, am 21. Januar in Berlin für einen Systemwechsel
in der Agrarpolitik auf die Straße zu gehen. Ihr Motto: Wir haben
es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie. Die Umwelt-, Bauern-,
Verbraucher- und Tierschutzorganisationen vermelden aktuell 80 Busse, die
zum Beginn der Grünen Woche mit Demonstranten aus ganz Deutschland nach
Berlin rollen. Der letzte Antibiotika-Skandal, zunehmende Hungerkatastrophen
wegen nicht eingedämmter Spekulationen mit Lebensmitteln und alarmierendes
Artensterben aufgrund der zunehmenden Monokulturen auf den Feldern zeigen
deutlich die Risiken der industriellen Lebensmittelproduktion für Mensch,
Tier und Umwelt auf. Ein Richtungswechsel der Agrarpolitik ist mehr als überfällig,
denn nur ein Systemwechsel kann Verbraucherschutz gewährleisten und die
Herausforderungen des Klimaschutzes, der Hungerbekämpfung und des Artenrückgangs
lösen. Im vergangenen Jahr lockte die Demo knapp 22.000 Demonstranten
auf die Straße; die Veranstalter hoffen wieder auf eine ähnlich
zahlreiche Unterstützung aus der Bevölkerung!
(17.01.2012)
Die Landwirtschaftliche Rentenbank verleiht einen Förderpreis für
wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Sicherung der Welternährung
auseinandersetzen. Interessenten sollten bis zum 23. Januar 2012 einen Antrag
eingereicht haben. Die Stiftung interessiert sich für Studien, die den
Beitrag der Land- und Ernährungswirtschaft zur Ernährungslage bewerten
oder einen effizienten Umgang mit knapper werdenden Ressourcen aufzeigen.
Eingereicht werden können auch Arbeiten, die politische oder wirtschaftliche
Aspekte beleuchten. Förderwürdige Studien werden mit maximal 20.000
€ unterstützt. Die Fördermittel werden über jährliche
Ausschreibungen zu wechselnden aktuellen Themen vergeben.
(16.01.2012)
Beim ersten internationalen BioFach-Camp am 16. Februar 2012 sollen die Fach-
und Führungskräfte von morgen Ideen und Vorstellungen von Nachhaltigkeit
in der Lebensmittelbranche einbringen. Jeder ist aufgerufen, sich aktiv mit
seinen Ideen am BioFach-Camp zu beteiligen. Fragen könnten z. B. sein:
Wie sehen glaubwürdige Nachhaltigkeitsleistungen eines Lebensmittelherstellers
aus? Wie kann man Nachhaltigkeit in Wertschöpfungsketten weiter denken?
Interessierte können sich noch bis Mittwoch, 18. Januar, mit einem Workshop-Thema
(Fokus Nachhaltigkeit in der Bio-Branche oder Lebensmittelwirtschaft) online
bewerben. Ab dem 19. Januar schließt sich ein Online-Voting an, bei
dem über die fünf Themen des Camps abgestimmt wird. Das eigentliche
BioFach-Camp wird dann am Donnerstag, den 16. Februar auf der BioFach im NürnbergConvention
Center (NCC) Ost im Saal St. Petersburg von 15 bis 18 Uhr stattfinden.
(13.01.2012)
Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) setzt sich seit fünf
Jahrzehnten für ein "Leben aus gesunder Erde" ein. Anlässlich
dieses Jubiläums beleuchtet die ÖKOLOGIE & LANDBAU in ihrer
aktuellen Ausgabe die Entwicklung der SÖL: Als die SÖL sich bereits
Mitte der 1970er-Jahre dem Thema ökologischer Landbau zuwandte, betrat
sie damit geistiges Neuland. Die Idee, eine andere Form der Landwirtschaft
zu verwirklichen, wurde seinerzeit von vielen belächelt, bekämpft
oder einfach nur ignoriert. Inzwischen hat sich aus dem damaligen Impuls eine
akzeptierte und anerkannte Alternative entwickelt. ÖKOLOGIE & LANDBAU
zeigt auf, wie die Stifter das Wissen zum Ökolandbau förderten.
Sie haben früher als andere die Grenzen des Wachstums erkannt und die
kreativsten Köpfe an einen Tisch geholt, um Lösungen der drängenden
Probleme der Landwirtschaft zu erarbeiten.
(10.01.2012)
Der SWR hat das 50-jährige Jubiläum der SÖL als Anlass genommen,
einen Fernsehbeitrag über die Aktivitäten der Stiftung zu senden.
In der Sendung "Im Grünen" wurde Ende Dezember ein Portrait
der SÖL ausgestrahlt, in dem gezeigt wird, welchen Beitrag die SÖL
in den letzten fünf Jahrzehnten zur Weiterentwicklung des Ökolandbaus
leisten konnte.
(09.01.2012)
Kürzlich wurde die 100. Lizenz zur Nutzung des Siegels "Ohne Gentechnik"
an die bayerische Molkerei "Zott" vergeben. Das Siegel, welches
vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. vergeben wird, findet immer
größere Verbreitung. Ziel des Verbandes ist es, die Erzeugung von
Lebensmitteln ohne Gentechnik mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen,
zu fördern und die Verbraucher über Lebensmittel ohne Gentechnik
aufzuklären. Der Verband hat 88 Mitglieder. Mit der Kennzeichnungsangabe
"Ohne Gentechnik" dürfen seit Mai 2008 tierische Erzeugnisse
gekennzeichnet werden, wenn auf Futtermittel verzichtet wurde, die als "genetisch
verändert" zu kennzeichnen sind. Bislang sind es vor allem konventionelle
Produzenten von Eiern und Milchprodukten, die das "Ohne Gentechnik"-Logo
verwenden. Nach EU-Regelung müssen konventionelle tierische Produkte
nicht gekennzeichnet werden, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten
Pflanzen gefüttert werden. Mit dem Siegel soll diese Kennzeichnungslücke
geschlossen werden. Dies ist im Interesse der Verbraucher, welche zum Großteil
Gentechnik in Lebensmitteln ablehnen.
(04.01.2012)
Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Imkern und der Wasserwirtschaft
hat mit sofortiger Wirkung seine Mitarbeit im Forum des Pestizid-Aktionsplans
des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
(BMELV) aufgekündigt. Anlass ist die Verabschiedung des Pflanzenschutzgesetzes
und des darin verankerten "Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln" (Nationaler Pestizid-Aktionsplan NAP) im Bundesrat.
Das Landwirtschaftsministerium orientiere sich beim Aktionsplan an den Interessen
der Agrarindustrie und zeige sich immun gegen Vorschläge, die Pestizidbelastungen
ernsthaft zu senken. Eine Unterstützung von Seiten der Verbände
werde es dafür nicht erhalten. Zu dem Bündnis gehören das Pestizid
Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany), der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Greenpeace, der Naturschutzbund (NABU), der Berufs- und
Erwerbsimker-Bund (DBIB) sowie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
(BDEW).
(03.01.2012)
Ende September 2011 wurde die Regionalwert AG Isar/Inn von Unternehmern aus
München und Umgebung gegründet. Die RWAG Isar/Inn wird unter der
selben Marke und mit dem gleichen Unternehmenskonzept wie es die Regionalwert
AG Freiburg bereits umsetzt, mit Kapital von Bürgern aus der Region,
die Wertschöpfungskette ökologische Ernährungswirtschaft vom
Acker bis auf den Teller aufbauen und vernetzen. Mit der Gründung der
zweiten Regionalwert AG ist der Startschuss für die Multiplikation des
erfolgreichen und ehrgeizigen Regionalentwicklungskonzeptes gegeben. Zahlreiche
weitere Regionen arbeiten bereits an der Gründung. Für eine gelingende
Verbreitung von Regionalwert AG haben die Verantwortlichen aus Freiburg bereits
eine Dachgesellschaft, die Regionalwert Treuhand gegründet, an der alle
zukünftigen Regionalwert AG´s Gesellschafter werden müssen,
um die Marke nutzen zu dürfen. Mit dem Eintritt in die Gesellschaft erhalten
die Akteure in den jeweiligen Regionen das bisher aufgebaute Know-how zur
Gründung und Führung einer Regionalwert AG zur Verfügung gestellt
und können an der zukünftigen Entwicklung des Unternehmenskonzeptes
gleichberechtigt mitwirken.
