Aktuell

Für Deutschen Nachhaltigkeitspreis bewerben

(17.04.2014) Ab sofort können sich Unternehmen und Kommunen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 bewerben. Prämiert werden Unternehmen, die in vorbildlicher Weise soziale und ökologische Verantwortung mit erfolgreichen Geschäftsmodellen verbinden, und Kommunen, die im Rahmen ihrer Haushaltsmöglichkeiten eine besonders nachhaltige Stadtentwicklung betreiben. Die Bewerbungsfrist endet am 6. Juni, der Preis wird am 28. November 2014 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf vergeben. Prämiert werden auch die nachhaltigsten Marken.

Bundesrat gegen Chemie auf Öko-Vorrangflächen

(15.04.2014) Der Bundesrat hat vergangene Woche dafür gestimmt, auf den ökologischen Vorrangflächen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und keine Mineraldünger einzusetzen. Er bittet damit die Bundesregierung, sich bei der Europäischen Kommission dafür einzusetzen, dass "auf den ökologischen Vorrangflächen nur eine solche Flächennutzung möglich sein soll, die einen besonders wirkungsvollen Beitrag zu Umwelt-, Natur- und Klimaschutz leistet." Diese im Umweltinteresse genutzte Flächen sollen somit vorrangig der Biodiversität dienen. Die ökologischen Vorrangflächen müssen ab dem Jahr 2015 von landwirtschaftlichen Betrieben, die mehr als 15 Hektar Acker bewirtschaften, ausgewiesen werden, was etwa fünf Prozent der Betriebsackerflächen bedeutet. Die Einführung dieser ökologischen Vorrangflächen ist Bestandteil des „Greenings“ im Rahmen der neuen EU-Agrarpolitik, die im Januar 2015 EU-weit in Kraft tritt.

Angewandte Forschung und Beratung für den Ökolandbau

(10.04.2014) Gestern fand die 6. Ökolandbau-Tagung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) statt. Mit über 170 Tagungsteilnehmern stieg das Interesse aus Praxis, Beratung, Verarbeitung und Landwirtschaftsverwaltung gegenüber der letzten Tagung deutlich an. In 43 Vorträgen in sechs Fachsektionen wurden neue Projekte und aktuelle Forschungsergebnisse zum ökologischen Landbau in Österreich und Bayern vorgestellt. Die Themen reichten vom reduzierten Kraftfuttereinsatz in der Milchviehfütterung über den Leguminosenanbau bis zum Einkaufsverhalten bei Bioprodukten.

Kampagne "Nachhaltig Bio!" gestartet

(09.04.2014) Das Projekt Nachhaltig Bio! vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) soll die Nachhaltigkeitsleistungen der Biobranche erlebbar machen. Die Nachhaltigkeit wird hier als eine stufenübergreifende Leistung, als Nachhaltigkeit einer Wertschöpfungskette verstanden. Dazu wurde eine Website entwickelt, die in sechs verschiedenen Kategorien Praxisbeispiele präsentiert sowie die Nutzer zum Nachfragen motivieren soll. Das Projekt startet zunächst mit der Website, die Kampagne wird dann am Point of Sale einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ziel ist, dass die guten Beispiele für eine nachhaltige Produktions- oder Arbeitsweise stetig wachsen und so ein facettenreiches Bild der Naturkostbranche entsteht.

Die 170. Ausgabe der Ökologie & Landbau ist da!

(07.04.2014) Verschärft durch die Vorgabe der 100-Prozent-Biofütterung ist die Eiweißversorgung unserer Nutztiere auf der Prioritätenliste ganz nach oben gerückt. Die Zeit drängt, doch die Alternativen zu herkömmlichen Eiweißquellen werden noch diskutiert und erprobt. Die 170. Ausgabe der Ökologie & Landbau "Tierernährung: Die Eiweißlücke schließen" widmet sich einem schwierigen Thema, das die Branche an Grenzen stoßen lässt. Es birgt aber die Chance, heimischen Eiweißträgern wie etwa Leguminosen einen höheren Stellenwert und mehr Aufmerksamkeit zu geben.
Die neue Ausgabe präsentiert sich zudem mit neuen gestalterischen Elementen, durch die das unverwechselbar schlichte Design der Ökologie & Landbau noch vornehmer wirkt.

Agrarministerkonferenz gegen Totalrevision der EU-Öko-Verordnung

(07.04.2014) Besorgt haben sich die Länderagrarminister zu den Brüsseler Vorschlägen für eine Neufassung der EU- Ökoverordnung geäußert. Auf ihrer Frühjahrskonferenz vergangenen Freitag in Cottbus warnten die 16 Ressortchefs vor einer Überbürokratisierung der Regelungen und dem Verlust von Planungssicherheit für Ökolandwirte sowie Verarbeitungs- und Handelsunternehmen. Es drohe eine Abkehr vom Grundprinzip der Prozessorientierung im Ökolandbau und eine Aufgabe vom bewährten zweistufigen Kontrollverfahren, heißt es in dem einstimmigen Beschluss. Die Bundesregierung wird gebeten, in den anstehenden Verhandlungen an der bestehenden Ausrichtung und Struktur der EU-Ökoverordnung festzuhalten. In einer Arbeitsgruppe mit dem Bund wollen die Länder dabei ihre Vorschläge einbringen. Positiv werten sie unter anderem die geplante Streichung der Teilbetriebsumstellung und die Ermöglichung von Gruppenzertifizierungen.

Komplexes Biowissen häppchenweise

(04.04.2014) Seit einigen Jahren werden in dem transdisziplinären Projekt „Bio-Wissen“ komplexe Informationen und Zusammenhänge rund um die (Bio-)Landwirtschaft visualisiert und als Plakate sowie im Internet verbreitet. Nun ist die Website www.bio-wissen.org neu aufgelegt worden: Die bekannte 16-teilige Plakatserie, die über die Besonderheit biologischer Lebensmittel informiert und ihrem Einfluss auf Ökologie, Ökonomie, Soziales und Gesundheit nachgeht, ist auf der Website als „Online-Ausstellung“ ebenso zu sehen wie eine wachsende Anzahl von Skizzenbüchern. Diese bilden unterschiedliche Themen der Landwirtschaft ab und können mit einem Zeichentool kommentiert und bearbeitet bzw. über das soziale Netz geteilt werden. Vorerst geht das Team „Modellen“ in der Forschung nach, die die komplexen Prozesse des Bodens und des Klimas beschreiben. Später werden einige historische Forschungen zu einer Wissensgeschichte der Landwirtschaft präsentiert.

TTIP-Veranstaltungs-Rundreise: Freihandel statt fairer Handel?

(03.04.2014) Die Diskussion um das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) schlägt immer höhere Wellen. Wie ist die Debatte um Hormonfleisch, Gentechnik, Klonfleisch und Arbeitsbedingungen einzuschätzen? Wie steht es um Sonderklagerechte für Konzerne, Transparenz und demokratische Mitbestimmungsrechte? Um diesen Fragen nachzugehen und zu diskutieren hat die AbL die amerikanische Landwirtschafts- und Freihandelsexpertin Shefali Sharma auf eine Rundreise nach Deutschland eingeladen.

Ökologische Pflanzenzüchtung stärken!

(01.04.2014) Ermutigende Ergebnisse lieferte das "EkoSeedForum - Europäische Tagung zu Öko-Saatgut, Öko-Pflanzenzüchtung und Agro-Biodiversität", das Ende März in Posen (Polen) stattfand. Mit etwa 150 Teilnehmern aus 19 Ländern übertraf das Interesse an dieser Konferenz die Erwartungen der Organisatoren. Neben Überlegungen, wie ein Aufbau der ökologischen Pflanzenzüchtung in Mittel- und Osteuropa geleistet werden könne wurde insbesondere darüber debattiert, wie die Zulassungsbedingungen und die Prüfungen von Ökosorten erfolgen müssen, wie eine Erhöhung des Einsatzes von unter Biobedingungen vermehrtem Saatgut erreicht und wie die Kulturpflanzenvielfalt erhalten werden kann.

Hessen im Europäischen Netzwerk Gentechnikfreie Regionen

(31.03.2013) Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hat den Antrag zum Beitritt Hessens ins Europäische Netzwerk Gentechnikfreie Regionen versandt. Hessens Land- und Forstwirtschaft soll gentechnikfrei bleiben. Die Mehrheit der Menschen wolle keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf ihren Tellern, so Martina Feldmayer, agrarpolitische Sprecherin der Grünen. Weder hätte damit der Einsatz von Pestiziden reduziert, noch der Hunger in der Welt beseitigt werden können. Mit dem Beitritt zu diesem Netzwerk werde aus Hessen ein wichtiges Signal auch an andere Regionen ausgesandt, dass Gentechnik auf den Äckern nichts zu suchen habe. Es brauche die heimische und bäuerlich geprägte Landwirtschaft zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und der ländlichen Räume.

Alnatura wird BNN-Mitglied

(26.03.2014) Zum 1. April tritt Alnatura dem Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) als Einzelhandelsmitglied bei. Die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit könne so intensiviert und auf eine neue Stufe gehoben werden, teile der BNN mit. Alnatura-Geschäftsführer Götz Rehn verbindet den Eintritt mit einer deutlichen Branchenpositionierung. "Wir wollen ein klares Profil des Biofachhandels und eine Bündelung der Kräfte, um mit einer gemeinsamen und starken Stimme die Biobewegung und den Ökolandbau in Deutschland voranzubringen. Diese und viele weitere Ziele werden durch den BNN kompetent in der Öffentlichkeit und Politik verfolgt", erklärte Rehn. Ausschlaggebend für eine Mitgliedschaft seien vor allem die inhaltlichen Gemeinsamkeiten. Dazu zählten das Engagement im Bereich Saatgut, der Einsatz gegen Gentechnik, die Weiterentwicklung und Etablierung der Sortimentsrichtlinien sowie die Themen Aus- und Fortbildung.

Demeter-Wissenschaftstagung in Bonn

(26.03.2014) Im Rahmen seines 90. Jubiläumsjahres führt Demeter am 6. und 7. Juni 2014 gemeinsam mit dem Forschungsring, dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel und dem Institut für Organischen Landbau (IOL) der Universität Bonn eine Wissenschaftstagung durch. Dort soll dargelegt werden, wo die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise heute aus wissenschaftlicher Perspektive steht. Am ersten Tag wird es mehrere Vorträge geben zu den Gebieten "Biologisch-dynamische Impulse im Spiegel der Wissenschaft", "die biologisch-dynamischen Präparate im wissenschaftlichen Versuch" und "die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung". Am Folgetag stehen die Tierforschung aus verschiedenen Perspektiven sowie die biologisch-dynamische Forschung und ihre Methoden im Fokus.

EU-Kommission veröffentlicht Entwurf der EU-Ökoverordnung

(24.03.2014) Nach monatelanger Arbeit hat die EU-Kommission heute ihren Vorschlag zur Revision der EU-Ökoverordnung vorgestellt. Der Vorschlag diene der Verbesserung der Rechtsvorschriften für die Bio-Produktion und ziele darauf ab, Hindernisse zu beseitigen, die der nachhaltigen Entwicklung der Bio-Produktion in der Union im Wege stünden, so die Begründung der Kommission. Weiter argumentiert sie, dass durch die Revision ein fairer Wettbewerb für Landwirte und Unternehmer gewährleistet und ein effizienteres Funktionieren des Binnenmarktes ermöglicht würde, sowie das Vertrauen der Verbraucher in Bio-Erzeugnisse erhalten oder gestärkt werde. Ökoverbände kritisieren vor allem, dass die Totalrevision dem Systemansatz des Ökolandbaus zu wenig Rechnung trage. Viele Fragen seien noch ungeklärt. Bis zum Inkrafttreten der neuen Ökoverordnung werden noch Jahre vergehen, in denen der Vorschlag überarbeitet wird.

Traineeprogramm Ökolandbau: jetzt Ausbildungsunternehmen werden!

(24.03.2014) Seit elf Jahren qualifiziert und vermittelt das Traineeprogramm Ökolandbau talentierte Nachwuchskräfte. Bis zum 30. April können sich Unternehmen bewerben, die als Ausbildungsunternehmen in der 12. Runde des Traineeprogramm Ökolandbau teilnehmen möchten. Beginn ist am 01. November 2014.

EIP: Chance für Innovationen im Biolandbau

(24.03.2014) Das Dossier "Europäische Innovationspartnerschaft - Chancen für Innovation in der Biolandwirtschaft und Agrarökologie" wurde am Tag der Wissenschaft auf der diesjährigen Biofach vorgestellt. Diese gemeinsame Veröffentlichung von IFOAM EU, TP Organics und ARC2020 hat zum Ziel, über die Umsetzung dieses neuen politischen Instruments "Innovationspartnerschaften" (EIP) aufzuklären. Das Dossier erklärt die EIP - AGRI Aktivitäten auf EU-Ebene und die Bedeutung dessen, was von den Programmen zur ländlichen Entwicklung auf nationaler oder regionaler Ebene geleistet werden muss. Interessante Initiativen in den Mitgliedstaaten werden in dem Dossier vorgestellt und es enthält einen Überblick über die Vielzahl von Innovationen, mit denen der Biosektor im EIP einen Beitrag leisten kann.

Ökolebensmittel-Hersteller gründen Regionalgruppe

(24.03.2014) Die führenden bayerischen Ökolebensmittel-Hersteller haben sich zur "Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller Bayern"(AöL Bayern) zusammen geschlossen. Unter ihnen sind Unternehmen wie die Andechser Molkerei, Bionade, Hipp, Hofpfisterei, Neumarkter Lammsbräu, Pema-Brot und Rapunzel. Grund dafür sei, dass es momentan in Bayern nicht genügend ökologische Rohstoffe gibt, um den Bedarf der bayerischen Ökolebensmittel-Hersteller zu decken. Die AöL Bayern versteht sich als regionale Gruppe innerhalb der Bundesorganisation der AöL. Als Sprecher wurden Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu und Nicole Stocker, Inhaberin der Hofpfisterei, gewählt.

Bundesländer gegen Agro-Gentechnik

(24.03.2014) Das Ringen um gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU und speziell um den gentechnisch veränderten Mais 1507 der Firma Pioneer ist noch nicht zu Ende. Nachdem in Brüssel keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung von 1507 in Brüssel zustande gekommen war und die Kommission aller Voraussicht nach den Anbau genehmigen wird, machen nun einzelne Bundesländer ihre Forderungen geltend. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sowie Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben beim Bundesrat Anträge gestellt, die das Selbstbestimmungsrecht der EU-Mitgliedstaaten in Sachen Gentechnikverbot gewährleisten sollen. Im Gegensatz zum Fall MON810 ist für 1507 nach geltendem EU-Recht ein nationales Anbauverbot wesentlich schwieriger durchzusetzen. Lediglich die derzeit in der EU-Kommission verhandelte "opt-out"-Regelung böte direkten Handlungsspielraum. Nach diesem Modell sollen Staaten und Konzerne während eines Zulassungsprozesses direkt miteinander verhandeln. Doch dies würde die Macht der Konzerne stärken, Demokratie und Souveränität der Staaten untergraben.

IFOAM-Konferenz in Bhutan wegweisend für Biolandbau weltweiter Berggebiete

(19.03.2014) Starke Impulse zur weltweiten Agrarwende setzte die IFOAM-Konferenz zum ökologischen Landbau in Berg-Ökosystemen vom 5. bis 8. März in Thimphu, Bhutan. Das Ministerium für Landwirtschaft und Forst empfing über 100 Teilnehmer aus 30 Ländern, die die Thimphu-Deklaration erarbeiteten - einen Aktionsplan für dauerfähige, ökologische Agrar- und Ernährungssysteme, insbesondere in Berggebieten der Welt. Treibende Kraft dabei war das vor einigen Jahren vom Staat Bhutan erklärte Ziel, seine Landwirtschaft zu 100 Prozent ökologisch ausrichten zu wollen. Als Leitmotiv hierzu dient das Bruttonationalglück, dessen Indikatoren die Werte und Charakteristika des ökologischen Landbaus aufweisen. Die Teilnehmer der Thimphu-Konferenz verpflichteten sich dazu, gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um den Wandel hin zu ökologischen Ernährungssystemen in Berg- und den von ihnen abhängigen Gebieten umzusetzen. Dies fordert die Deklaration auch von Regierungen, Entwicklungsorganisationen, Wissens- und Wertegemeinschaften und dem privaten Sektor.

Evaluierung des Biolandbaus in Bayern

(14.03.2014) Eine Studie, die Stärken, Schwächen und Entwicklungsvoraussetzungen des Ökolandbaus in Bayern aufzeigt sowie Empfehlungen zur zukünftigen Förderung enthält, ist jetzt im Internet veröffentlicht. Das Land Bayern hatte diese Evaluierung des Biolandbaus bereits im Jahr 2012 in Auftrag gegeben. Erarbeitet wurde sie von der Forschergruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf und dem Beratungsunternehmen Ecozept (Freising).

Videos zum Biofach-Forschungstag

(10.03.2014) Auf der diesjährigen BioFach gab es zum zweiten Mal einen Tag zur Forschung im ökologischen Landbau. Es war ein gemeinsames Event von TIPI, TP Organics, ISOFAR, IFOAM, IFOAM-EU und wurde vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) organisiert. Das FiBL hat nun zwei Videos zu der Veranstaltung veröffentlicht, die auf Youtube angeschaut werden können.

Neues DAFA-Fachforum "Zukunft des Systems Ökolandbau"

(19.02.2014) Die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) lud auf der Biofach zu der Auftaktveranstaltung ihres neuen Fachforums Ökolandbau. Wie AgraEurope berichtet, trafen sich dort Akteure aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Politik und Wissenschaft diskutierten darüber, wohin sich der Ökolandbau entwickelt und was daraus für die Forschung folgt. Derzeit gäbe es zunehmende Kritik am real existierenden Ökolandbau, der sich immer weiter von seinen Idealen und den gesellschaftlichen Erwartungen entfernt habe, sowie an der Forschung und Forschungsförderung. Aufgabe des DAFA-Fachforums solle es daher sein, einen Anstoß für die Weiterentwicklung des Systems Ökolandbau zu geben, den gesellschaftlichen Diskurs zu moderieren, Problemlösungen zu entwickeln sowie zu erproben und weiterzuentwickeln. Ziel sei es, ein Forschungskonzept "Ökolandbau 2050" aus deutscher, europäischer und internationaler Perspektive zu entwickeln, das zur Weiterentwicklung des Biolandbaus in seiner gesamten Prozesskette vom Boden bis zum Teller anhand von messbaren und vergleichbaren Nachhaltigkeitsindikatoren und Ressourceneffizienzen ebenso beitrage wie zur Integration der gesellschaftlichen Erwartungen und der Akzeptanz von Landbewirtschaftungsformen. Diese Strategie soll bis zum Herbst erarbeitet werden.

Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft: Vier junge Wissenschaftler ausgezeichnet

(17.02.2014) Vergangene Woche ist auf der Biofach erstmals der Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft verliehen worden. Die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an vier Preisträger, deren Arbeiten ein weites Spektrum aktueller Forschung auf dem Öko-Sektor abdecken: In der Kategorie Bachelor wurde Rosemarie Braun für ihre Untersuchungen zu den Backeigenschaften von selten verwendeten Getreidesorten wie etwa dem Einkorn geehrt. In derselben Kategorie erhielt Leonie Fink einen Preis für die Konzipierung einer Website, die sich der Idee der Community Supported Agriculture (CSA) widmet. In der Kategorie Masterarbeit wurde Beatrix Klüh ausgezeichnet, die sich mit Beschaffungsstrategien für Bioraps befasste. Den Preis für die beste Dissertation ging an Dr. Alexander Zorn, der mit seinen Konzepten zur Biokontrolle Möglichkeiten aufzeigt, Betrug in der Ökobranche besser abzuwehren.

Bioumsatz wächst dynamisch, Flächenwachstum zögerlich

(13.02.2014) Im Jahr 2013 wies der Biomarkt ein dynamisches Wachstum auf: Der Umsatz mit Biolebensmitteln und -Getränken stieg um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und erreichte damit ein Marktvolumen von insgesamt 7,55 Milliarden Euro. Dies ist das Ergebnis einer Berechnung des von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) koordinierten Arbeitskreises Biomarkt. „Die Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Lebensmitteln wächst stetig. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, kommentierte Stefan Zwoll, Geschäftsführer des BÖLW, auf der derzeit laufenden Messe Biofach. Dem starken Marktwachstum stehe jedoch eine schwächere Entwicklung der Biobetriebe und -flächen gegenüber. Nach aktuellen Schätzungen wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2013 um rund 10.598 Hektar auf 1.044.953 Hektar, was einem Plus von einem Prozent gegenüber 2012 entspricht. Die Zahl der Biobetriebe wuchs im selben Zeitraum auf 23.484 Betriebe, was eine Zunahme von 452 Betrieben oder zwei Prozent bedeutet. „Die übertriebene Biogasförderung, eine unzureichende Ökolandbau-Förderpolitik und eine unverhältnismäßig schwache Unterstützung von Ökozüchtung und -forschungsprogrammen bremsen das Wachstum des Ökolandbaus aus“, kommentiert Löwenstein und fordert, dass die Bundesregierung bei der Umsetzung der Agrarreform alle Register ziehen müsse, damit mit den Instrumenten der Agrarpolitik gezielt Leistungen für die Vielfalt auf den Äckern, für mehr Tierwohl, gesunde Böden und sauberes Trinkwasser erbracht werden.

Erneut weltweites Wachstum des Biolandbaus

(11.02.2014) 1,9 Millionen Biobauern in 164 Ländern, die 37,5 Millionen Hektar bewirtschaften und ein weltweiter Umsatz von 63,8 Milliarden US-Dollar: das hat die Biobewegung bis 2012 erreicht. Im Vergleich zu 2011 nahm die Biofläche um fast 200.000 Hektar zu. Das sind die Ergebnisse der aktuellen FiBL-IFOAM-Erhebung, die heute auf der BioFach in Nürnberg präsentiert wurden. Fast ein Drittel der globalen Biolandwirtschaftsfläche liegt demzufolge in Ozeanien, gefolgt von Europa und Lateinamerika. Nach wie vor ist Australien das Land mit der größten Biofläche, gefolgt von Argentinien und den Vereinigten Staaten von Amerika. Was den Umsatz mit Bioprodukten betrifft, so waren die USA mit 22,6 Milliarden Euro und einem Marktwachstum von 10 Prozent der größte Markt, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Die Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch waren die Schweiz und Dänemark. Gemäß der FiBL-IFOAM-Erhebung leben ungefähr 80 Prozent der weltweiten Bioproduzenten in Entwicklungsländern: Wie auch in den vergangenen Jahren sind die Länder mit den meisten Produzenten Indien, Uganda, Mexiko und Tansania.

Naturkostfachmarkt erreicht zweistelliges Wachstum

(11.02.2014) Der deutsche Naturkostfachhandel wächst auf bestehender Fläche und durch Flächenausweitung. So konnten im vergangenen Jahr 10,5% erzielt werden. Die Erlöse des Naturkosteinzelhandels lagen bei ca. 2,5 Milliarden Euro. Diese Zahlen wurden anlässlich der Eröffnung der BIOFACH 2014 präsentiert und beruhen auf Berechnungen des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. und der Kommunikationsberatung Klaus Braun. Die positive Entwicklung werde vor allem dadurch unterstützt, dass junge Menschen immer häufiger zu Lebensmitteln aus ökologischem Anbau greifen würden. Hier verzeichneten im vergangenen Jahr vor allem vegetarische Produkte, wie fleischlose Convenience, deutliche Zuwächse. Gestiegen sind auch die Zuwachszahlen der Bio-Fachmärkte und der Bio-Supermärkte: 105 neue Märkte öffneten letztes Jahr ihre Pforten.

Mehr Umweltfreundlichkeit im Lebensmittelbereich nötig

(06.02.2014) Die Ökobilanz von Lebensmitteln hat es in sich: Ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Deutschland gehen auf den Ernährungssektor zurück. Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft belasten das Grundwasser. Zugleich landen pro Jahr elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln im Müll und werden verschwendet. Auf Umweltprobleme durch Lebensmittel und die Folgen für Verbraucher haben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Umweltbundesamt (UBA) aufmerksam gemacht. Für die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln müsse die Umwelt schon heute zahlen, so Holger Krawinkel, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv. Langfristig könnten auch die Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar werden. vzbv und UBA sprechen sich dafür aus, die Stickstoffbelastung zu verringern, den Ökolandbau voranzutreiben, eine umweltfreundlichere Tierhaltung und bewussten Fleischkonsum zu fördern sowie unnötige Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

EU: Konzentration der Marktmacht beim Saatgut

(06.02.2014) Eine neue Studie der Grünen/EFA belegt, dass sich der Saatgutmarkt immer weiter konzentriert und sich die Marktmacht zugunsten einzelner Konzerne verschiebt – obwohl von offizieller Seite immer wieder betont wird, wie viele kleine und mittlere Züchter es gebe. So zeigen die Zahlen der Studie, dass 95 Prozent des Saatgutmarktes für Gemüse von nur fünf Unternehmen kontrolliert werden. 24 Prozent des EU-Marktes hat sich dabei allein der US-Konzern Monsanto einverleibt. Aber auch die Märkte für Mais-, Weizen- und Zuckerrübensaatgut dominieren wenige Unternehmen. Nicht nur die genetische Vielfalt ist dadurch bedroht, auch die Preise für Saatgut steigen rasant: in den Jahren 2000 bis 2008 sind sie um durchschnittlich 30 Prozent geklettert.

Tierwohl: Bioland, Demeter und Naturland führen gemeinsames Kontrollverfahren ein

(05.02.2014) Ab sofort gibt es bei den drei Ökoverbänden ein gemeinsames Kontrollverfahren für das Tierwohl. Eine eigens gebildete Arbeitsgemeinschaft hat dafür Kriterien für die verschiedenen Tierarten entwickelt. Sie sollen dazu dienen, die Tierhaltung auf den fast 10.000 Mitgliedsbetrieben zu stärken sowie mögliche Schwachstellen abzustellen. Bei der jährlichen Ökokontrolle wird die Tierwohl-Checkliste künftig mit abgeprüft. Die Kontrolleure bewerten künftig wesentliche Indikatoren des Tierwohls. Diese umfassen den Ernährungs-, Pflege- und Gesundheitszustand der Tiere sowie den Zustand von Stall und Futter. Wenn dabei Abweichungen festgestellt werden, wird der Landwirt zu einer raschen Verbesserung angehalten und die Umsetzung durch eine entsprechende Nachkontrolle sichergestellt. Dieses Vorgehen geht über die EU-Öko-Verordnung hinausgeht und soll die hohe Glaubwürdigkeit des ökologischen Landbaus mit seiner artgerechten Tierhaltung sicherstellen.

Schleswig-Holstein will Ökolandbau stärken

(04.02.2014) Schleswig-Holstein verfolgt das Ziel, die ökologisch bewirtschaftete Fläche von derzeit 3,5 auf sieben Prozent zu verdoppeln. Die Landesregierung bietet künftig gleich mehrere neue Bausteine für die Förderung von Bildung, Beratung und Wissenstransfer im Ökolandbau an. Ein wesentliches neues Element ist die EU-Förderung für Projekte im Rahmen der so genannten „Europäischen Innovationspartnerschaft“ (EIP). Damit werde Netzwerkarbeit mit dem Ziel von Innovation und Wissenstransfer unterstützt. Auch die Beratung zum ökologischen Landbau soll von 2015 an mit EU-Mitteln aus dem ELER-Programm gefördert werden. Die Landesregierung unterstützt zudem den Aufbau eines "Kompetenznetzwerks Ökolandbau", in dem möglichst viele Akteure aus den Bereichen Bildung, Forschung, landwirtschaftliche Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung vertreten sein sollen. Die Netzwerkarbeit soll sich mit einem breiten Spektrum von Themen befassen, von der Vernetzung von Forschung und Praxis über den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten bis hin zur besseren Kommunikation in Richtung Verbraucher.

DLG prämiert Bioprodukte

(30.01.2014) Im Vorfeld der Biofach, der Weltleitmesse für Bioerzeugnisse, hat das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) die Ergebnisse seiner Internationalen Qualitätsprüfung für Bioprodukte veröffentlicht. Insgesamt erhielten Produkte von 180 Herstellern aus dem In- und Ausland eine DLG-Prämierung in Gold, Silber oder Bronze. In ihrer aktuellen Qualitätsprüfung für Biolebensmittel testete die DLG 1060 Bioerzeugnisse aus nahezu allen Lebensmittelbereichen. Dazu zählten Fleisch- und Wurstwaren, Molkereiprodukte, Back- und Süßwaren, Tiefkühlkost, Fertiggerichte, Feinkost sowie Fruchtgetränke, Speiseöle und Tee. Die Vielfalt an getesteten Produkten zeige, wie breit gefächert das Segment der Biolebensmittel in dem dynamischen Markt bereits heute ist, so die Pressemitteilung der DLG.

Globaler Landnutzungsbericht empfiehlt gesündere Ernährung und Ausstieg aus Biokraftstoffen

(29.01.2014) Der Internationale Ressourcenrat befürchtet weltweite Übernutzung natürlicher Flächen und macht Vorschläge für ein nachhaltiges Management. Der Bericht stellt einen steigenden Druck auf die natürlichen Ressourcen durch die Nachfrage an Nahrung, Biokraftstoffen und nachwachsenden Rohstoffen fest. Zugleich gehen fruchtbare Böden durch Erosion und Überbauung verloren. Diese dramatische Entwicklung dürfte nicht nur zu weiter steigenden Preisen für Lebensmittel und wachsender Bodenspekulation führen. Wenn nicht gegengesteuert wird, erwartet der Bericht eine Ausweitung der Ackerfläche um 320 bis 850 Mio. Hektar bis zum Jahr 2050 (ausgehend von 1.530 Mio. Hektar 2005). Diese Ausdehnung geht zu Lasten von Grasländern, Savannen und Wäldern vorwiegend in den Tropen. Die Folgen sind zusätzliche Treibhausgasemissionen und erhebliche Verluste an Biodiversität. Damit werden die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen von Ökosystemen und letztlich auch eine nachhaltige Sicherung der weltweiten Versorgung mit Nahrungsmitteln gefährdet, warnen die Autoren des Berichts.

BÖLW-Kongress "Stadt-Land-Bio": Chance für Paradigmenwechsel

(27.01.2014) Bei dem Kongress "Stadt-Land-Bio" anlässlich des Tages des Ökologischen Landbaus auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin appellierte der BÖLW-Vorsitzende, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, an Bürgermeister, Verwaltungen und Kommunalpolitiker, in ihren eigenen Kommunen aktiv zu werden und sich für ökologische Landwirtschaft und Ernährung zu engagieren. Löwenstein verwies auf eine Vielzahl von Beispielen"die Mut machen": so betrage der Anteil der Biomahlzeiten in öffentlichen Kantinen in Kopenhagen inzwischen zwei Drittel. Der Präsident des italienischen Städte- und Gemeindetages, der Oberbürgermeister von Turin, Pierro Fassino, kündigte an, das Thema "Ernährung" zum zentralen Anliegen der EXPO 2015 in Mailand und Turin zu machen. Auch Fassino engagiert sich eigenen Angaben zufolge für den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft durch die Nachfragemacht einer Großstadt und ihrer Bürger. Für den Präsidenten des Deutschen Städtetages, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, reichen die Möglichkeiten von der Verpflegung in Kantinen öffentlicher Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern oder Behörden über die Gestaltung städtischen Grüns und die Bewirtschaftung der Trinkwasser-Einzugsgebiete bis zu Angeboten für die Ernährungsbildung. "Das Land liefert Wertschöpfung in die Stadt und erfährt zugleich Wertschätzung", so der SPD-Politiker.

Nordrhein-Westfalen: Neue Dachorganisation LVÖ

(27.01.2014) Die vier in Nordrhein-Westfalen ansässigen Ökoverbände Bioland, Demeter, Biokreis und Naturland haben die Dachorganisation "Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW" (LVÖ NRW) gegründet, um die Interessen der Biobetriebe in Politik und Gesellschaft zukünftig noch stärker gemeinsam zu vertreten. Unter dem Dach der neuen Organisation soll es neben gemeinsamen fachlichen Projekten auch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit geben. Darüber hinaus wollen die Verbände zusammen Einfluss nehmen auf die agrarpolitischen Entscheidungen in Düsseldorf und Berlin. Ein zentrales Anliegen sei dabei eine höhere Förderung des Biolandbaus. Aktuell würden hohe Produktionsauflagen, explodierende Pachtpreise und drastisch steigende Betriebskosten die Branche hemmen, obwohl der Biomarkt in Nordrhein-Westfalen stetig wachse.

Förderpreis Ökologischer Landbau vergeben

(23.01.2014) Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin sind drei besonders innovative, biologisch wirtschaftende Betriebe von Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau 2014 ausgezeichnet worden. "Die Preisträger des Förderpreises Ökologischer Landbau tragen mit ihrem Engagement entscheidend zur Weiterentwicklung der gesamten Landwirtschaft bei", sagte Kloos bei der Preisverleihung. Er fand es beeindruckend, dass es dem ökologischen Landbau immer wieder erfolgreich gelinge, neuartige Konzepte in der Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung und Pflanzenzüchtung zu entwickeln.In der Biobranche herrsche ein besonderer Innovationsgeist, der immer wieder Konzepte und Ideen hervorbringe, die von zahlreichen Betrieben übernommen würden – und zwar nicht nur im Ökosektor.

Die Preisträgerbetriebe:

GroKo: Entscheid über Gen-Mais 1507 erwartet

(23.01.2014) Die Große Koalition wird auf ihrer Klausur in Meseberg über ihre Haltung zur Zulassung des gentechnisch veränderten Maises 1507 entscheiden. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), fordert Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf, sich zur Wahrung der Marktchancen der mittelständischen Ernährungswirtschaft gegen den Anbau von 1507 zu stellen. Die Entscheidung zur Zulassung fällt in den nächsten Tagen in Brüssel. Für die deutschen Agrar- und Lebensmittelproduzenten sei die Gentechnikfreiheit ein wichtiges Verkaufsargument, so zu Löwenstein. Europäische Verbraucher wollen keine Gentechnik in ihren Lebensmitteln. Auch der internationale Markt für gentechnikfreie Lebensmittel aus Europa wachse weiter. Gabriel solle zugunsten hunderttausender Arbeitsplätze in der Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland gegen 1507 stimmen. Nur ein klares Nein aus Deutschland könne den Anbau des Gentech-Maises 1507 auf europäischer Ebene verhindern.

Riesenerfolg: Großdemo zu Kurswechsel in Agrarpolitik

(20.01.2014) Die Demonstration „Wir haben Agrarindustrie satt!“ zog am Samstag mehrere Zehntausend Menschen nach Berlin. Angeführt von hunderten Bauern sowie 70 Traktoren zogen die Demonstranten vom Potsdamer Platz bis vor das Kanzleramt. Dort forderten sie auf der großen Wiese, auf der eine Bühne aufgebaut war, von Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Statt weiterhin „Klientelpolitik für die Agrarindustrie“ zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende einsetzen. Es war die vierte bundesweite Demonstration dieser Art.

EU-Ökoverordnung: Entwurf sieht Totalrevision vor

(14.01.2014) Der SPIEGEL berichtet in dieser Woche von Plänen der EU-Kommission zur vollständigen Überarbeitung der gesetzlichen Grundlage für den ökologischen Landbau und Biolebensmittel. Agrarkommissar Dacian Ciolos will die europäischen Regeln für die Produktion und den Verkauf von Biolebensmitteln verschärfen. Es gehe ihm vor allem darum, die zahlreichen Ausnahmen abzuschaffen, die dazu führen, dass ein Bioprodukt nicht zu 100 Prozent aus biologischen Zutaten besteht. Der vorliegende Entwurf wird von Vertretern der Biobranche jedoch kritisiert, da die falschen Prioritäten gesetzt werden. Nach Angaben von Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) liegen seit Jahren wichtige Änderungen in den Regelungen für die Ökogeflügelhaltung in Brüssel auf Eis, ebenso zum Anbau in Gewächshäusern und der Verarbeitung von Ökoprodukten. Die Kommission schaffe mit den Vorschlägen kurz vor der Europawahl noch mehr Rechtsunsicherheit für 300.000 Öko-Landwirte, -Hersteller und -Händler sowie für viele Verbraucher in ganz Europa.

Bio 3.0 - Die Zukunft gestalten!

(08.01.2014) Neoökologie, Urban Farming und Individualisierung - das sind die Megatrends der Zukunft. Doch wo geht es in diesem Spannungsfeld mit der ökologischen Lebensmittelwirtschaft hin? Mit ihrem starken Wachstum der letzten Jahre stehen neue Fragen an: Nachhaltig weiter expandieren, geht das? Welche Werte müssen wie gesichert werden und wo sind neue Ideen gefragt? Die Diskussion um die Weiterentwicklung der Biobranche ist in vollem Gange. Die neue Ausgabe der ÖKOLOGIE & LANDBAU beleuchtet die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft der Biobranche; zeigt auf, welche gesellschaftlichen Trends sich abzeichnen und welche Bedeutung sie für die ökologische Lebensmittelwirtschaft haben könnten; stellt zur Diskussion, dass aus der Ökobranche Impulse für ein neues Wirtschaftssystem kommen sollten und berichtet, welche Ansprüche die nächste Generation hat.

Hessische Landwirtschaft ergrünt

(07.01.2014) Im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen in Hessen steht das Kapitel "Zukunftsfähige Landwirtschaft: Verträglich für Mensch und Natur" geschrieben. Das hessische Agrarressort will familiengeprägte, bäuerliche Landwirtschaft in Hessen mit einem Nebeneinander von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft erhalten. Der Ökolandbau soll dabei verlässlich und dauerhaft gefördert werden, um dessen Anteil deutlich zu erhöhen. Dazu wird ein Öko-Aktionsplan erarbeitet werden. Bioprodukte sollen vermehrt aus dem Bundesland im Markt einfließen, dies soll auch mit einer Marketingoffensive gefördert werden. Die Lehrpläne von Berufs- und Technikerschulen werden das Fachgebiet Ökolandbau wieder aufnehmen, die Öko-Agrarforschung soll gesteigert werden. Zudem soll Hessens Landwirtschaft Gentechnikfrei bleiben und eine landeseigene Eiweißstrategie erarbeitet werden, um Landwirte und Züchter zu unterstützen, die gentechnikfreies Futter beziehen oder vermehren wollen. Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist die Grünenpolitikerin Priska Hinz. Damit befinden sich nun sechs Landwirtschaftsministerien der Bundesländer unter grüner Obhut.

EU-Bio-Landwirtschaftsbericht veröffentlicht

(06.01.2014) Nach Angaben des aktuellen EU-Bio-Landwirtschaftsberichts wuchs die Biofläche in Europa sowie das Land in Umstellung zwischen 2002 und 2011 von 5,7 auf 9,6 Millionen ha. Im Durchschnitt kämen jedes Jahr 6 Prozent Bioflächen hinzu. In den neuen Mitgliedstaaten liegt diese Zahl etwa zweimal so hoch (plus 13 Prozent jährlich). Der Bericht wurde von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit dem Flämischen Informationszentrum für Land- und Gartenbau Vilt.be ausgearbeitet. Laut Bericht sind Biobetriebe in Europa im Durchschnitt größer als konventionelle Farmen und Biobauern (mehr als 186.000 Bioerzeuger bearbeiten die 9,6 Millionen ha) jünger als ihre Kollegen im konventionellen Sektor. Insgesamt waren 2011 5,4 Prozent der europäischen Agrarflächen biologisch bewirtschaftet. Permanentes Weideland macht etwa 45 Prozent der Biofläche aus, gefolgt von Getreide (15 Prozent) und dauerhaften Erträgen wie Obst und Olivenbäume (13 Prozent). Geflügel stellt zahlenmäßig die größte Gruppe, gefolgt von Schafen und Rindern.

Quelle: bio-markt.info

Koalition ärgert Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände

(06.01.2014) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtwirtschaft (AbL) haben Union und SPD vorgeworfen, die bisherige und aus Sicht der Verbände falsche Agrarpolitik fortsetzen zu wollen. Die künftigen Koalitionäre verweigerten sich den notwendigen Reformen in der deutschen und europäischen Agrarpolitik und ignorierten die Aufgaben des Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutzes in der Landwirtschaft, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Auch die Anbauverbände des ökologischen Landbaus fordern die Regierung und Agrarminister Friedrich auf, die Landwirtschaft deutlich zu ökologisieren.

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