Aktuell

SPD-Bundestagsfraktion will die Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft stärken

(20.11.2014) Mit einem "Zukunftsplan Öko" will die SPD-Bundestagsfraktion dem ökologischen Landbau in Deutschland neue Impulse geben, heißt es in einem Positionspapier, das vergangene Woche verabschiedet wurde. Da es bislang keine einheitliche und auf Dauer angelegte Strategie zur Förderung der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaf in Deutschland gebe, will man sich auf SPD-Seite für eine bessere Koordinierung unterschiedlicher Fördermaßnahmen einsetzen. Ziel einer solchen Strategie müsse "mehr Bio auf heimischen Äckern und in der Ladentheke" sein. Um dies zu erreichen solle der Forschungsbedarf in der Pflanzen- und Tierzucht stärker an den Besonderheiten des Ökolandbaus ausgerichtet werden. Weiter sprechen sich die Sozialdemokraten dafür aus, den ökologischen Landbau in den Lehrplänen der "grünen" Berufe zu verankern und das öffentliche Beschaffungswesen der Bundesverwaltung zu nutzen, um den "qualitativ hochwertigen, regional produzierten" ökologischen Lebensmitteln den Weg in die öffentlichen Kantinen zu erleichtern. Der ökologische Landbau sei das nachhaltigste Produktionssystem, dessen Ausweitung auf 20 Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche das erklärte Ziel sei.

Wettbewerb Ökolandbau-Regionen in Hessen ausgeschrieben

(18.11.2014) Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hat vergangene Woche den Wettbewerb "Ökolandbau-Modellregionen-Hessen" ausgeschrieben. Mit dieser Initiative soll das ökologische Bewusstsein in der Landbewirtschaftung und beim Konsum weiterentwickelt werden. Erreicht werden sollen insbesondere die Akteure in den Bereichen Regionalentwicklung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie LEADER-Regionen, Gemeindeverbände und Landkreise in Hessen. Verbessert werden sollen vorrangig regionale Wirtschaftskreisläufe. Das Ministerium hat hierfür einen Kriterienkatalog erarbeitet. Dabei wird unterschieden in die Bereiche Landwirtschaft/Verarbeitung, Tourismus/Gastronomie sowie Verbraucherverhalten/Umweltbildung. Die Preisträger erhalten für die Umsetzung ihrer Konzepte eine Personalkostenunterstützung. Bewerbungsschluss ist der 28.02.2015, der Zuschlag erfolgt frühestens Ende März.

Bio&faire Wertschöpfungsketten in Regionen

(11.11.2014) Viele Forschungsstudien kommen zu dem Ergebnis: Regionalität und Ökologie steht bei den Verbrauchern ganz oben auf der Agenda. Konsumenten honorieren einen sinnvollen regionalen und ökologischen Nutzen – ideell und mit der Bereitschaft, einen Mehrpreis für die Lebensmittel zu zahlen. Doch ist Bio&Fair&Regional überhaupt machbar? Ja - und genau das möchte der BioFairVerein mit seinem neuen Projekt "Bio&faire Wertschöpfungsketten in Regionen" aufzeigen. Den Anfang macht der Bio&Regio-Blog. Hier wird über regionale Projekte aber auch kleine Erlebnisse am Rande der Recherchearbeiten berichtet. Mitte 2015 wird dann eine Microsite freigeschaltet, auf der Verbrauchern Bio&Fair&Regionale Ansätze anschaulich dargestellt werden. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Bundesprogramm ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landnutzung.

BfN will Agrobiodiversität stärker fördern

(04.11.2014) Zur Wertsicherung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine Umschichtung von Agrarfördermitteln gefordert. Der Finanzbedarf für eine biodiversitätsfreundliche Landbewirtschaftung dürfte in Deutschland zwischen 1,1 Mrd Euro und 3,2 Mrd Euro pro Jahr liegen. Das entspräche 12-40 Prozent der gegenwärtigen Ausgaben der Agrarpolitik von jährlich etwa acht Milliarden Euro. Aufgrund von Zahlungsbereitschaftsanalysen und der Wertschätzung der Bevölkerung für eine vielfältige Landschaft geht das BfN davon aus, dass eine solche Umschichtung von Agrarfördermitteln auf eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung treffen würde. Immer mehr Menschen werde beispielsweise der volkswirtschaftliche Nutzen von Bienen bewusst oder dass Agrobiodiversität nicht nur die künftigen Lebensgrundlagen des Menschen sichere, sondern einen breiten Genpool zur Verfügung stelle, der mehr Potenzial biete als heutzutage erkennbar sei. Klar sei jedoch, dass die Agrobiodiversität nur mit Unterstützung aller Beteiligten aus Landwirtschaft und Naturschutz, Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Praxis sowie den Verbrauchern erhalten werden kann.

Bioprodukte sind beliebteste Lebensmittel der Deutschen

(24.10.2014) Die beliebtesten Lebensmittel der Bundesbürger sind in diesem Jahr Bioprodukte. Das zeigt die Studie "Die Lieblingsmarke der Deutschen" der Brandmeyer Markenberatung. Die Lebensmittelmarke und Handelskette Alnatura ist 2014 zum ersten Mal in den Top 50 vertreten und landet auf Anhieb auf Rang 12. Coca-Cola, 2013 noch das höchstplatzierte Lebensmittel, rutscht auf Rang 25 ab und ist dort gleichauf mit Demeter. Für die repräsentative Studie befragte das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Brandmeyer Markenberatung über 3.000 Deutsche, knapp 2.000 von ihnen nannten eine Lieblingsmarke. "2014 ist das Jahr des endgültigen Durchbruchs der Bioprodukte", sagt Markenexperte Andreas Pogoda von der Brandmeyer Markenberatung. "Dass sie in diesem Jahr zum ersten Mal ganz vorne bei den Lieblingsmarken auftauchen, zeigt: Es ist weit mehr als ein Hype. Die Deutschen haben bestimmte Biomarken inzwischen über Jahre schätzen gelernt und wollen nicht mehr auf sie verzichten."

IFOAM-Weltkongress und Generalversammlung: Inspirationen und Ergebnisse

(23.10.2014) Vom 13.-15.10.2014 fand in Istanbul der 18. IFOAM-Weltkongress statt. Zum Abschluss hob Geschäftsführer Markus Arbenz die positiven Entwicklungen im Biosektor hervor, forderte jedoch auch Ernährungsicherheit für die Weltbevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln aus nachhaltiger, biologischer und fairer Erzeugung mit konkreten Vorschlägen: Lokale Produktionseinheiten, kurze Transportwege und innovative Methoden in der Landwirtschaft seien der Schlüssel zu einer guten regionalen Versorgung, die faire Preise ermögliche. An die Politik adressiert sagte er, es sei notwendig und an der Zeit, dass endlich alle Umweltkosten, die durch die konventionelle Industrie erzeugt werden, auf die Preise der Nahrungsmittel umgelegt werden. Dann erst würden Preise vergleichbar, und Bioprodukte würden nicht mehr als elitär wahrgenommen.

Bundestag einmütig gegen Brüsseler Pläne für EU-Ökoverordnung

(20.10.2014) Der Deutsche Bundestag stellt sich gegen die Pläne der Europäischen Kommission für eine Novelle der EU-Ökoverordnung. Einstimmig nahm das Parlament am vergangenen Donnerstag einen gemeinsamen Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD an. Darin wird einer Totalrevision der Verordnung eine Absage erteilt und stattdessen eine gezielte Weiterentwicklung angemahnt. Keinesfalls dürfe mit "deutlich überzogenen Anforderungen" das Wachstum im Ökobereich ausgebremst werden, heißt in dem Papier. Ziel müsse es daher sein, das bestehende Regelwerk beizubehalten und lediglich "punktuell und gezielt" fortzuentwickeln. Festhalten will man am prozessorientierten Ökokontrollsystem und dem zweistufigen Kontrollverfahren mit Ökokontrollstellen sowie überwachenden Landesbehörden. Abgelehnt wird die Einführung spezieller Grenzwerte für Rückstände im Ökolandbau; diese müssten für alle Lebensmittel gleichermaßen gelten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bezeichnete die Biobranche er als "Zukunftsbranche" und kündigte an, gemeinsam mit den Bioverbänden einen Strategieplan zur Stärkung der ökologischen Landwirtschaft zu entwickeln.

CeresAward geht an Biolandwirtin

(16.10.14) Stephanie Strotdrees ist Biolandwirtin des Jahres. Sie wurde gestern Abend in Berlin mit dem CERES AWARD in der Kategorie Biolandbau ausgezeichnet. Bei der Gala "Nacht der Landwirtschaf" begründete Jury-Mitglied und SÖL-Vorstand Dr. Uli Zerger die Auszeichnung: "Stephanie Strotdrees bringt vieles unter einen Hut: Fünf Kinder, ehrenamtliches Engagement als Vizepräsidentin beim Bioland-Verband und ganz nebenbei hat sie ihren Hof in Nordrhein-Westfahlen erfolgreich weiterentwickelt." Der CERES AWARD, initiiert und getragen vom Fachblatt dlz agrarmagazin, wurde in diesem Jahr erstmalig verliehen und zeichnet Persönlichkeiten aus, die als Landwirt erfolgreich sind und für die es im unternehmerischen Alltag selbstverständlich ist, Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt wahrzunehmen.

Bayerns Grüne fordern Ökoanbau in Justizvollzugsanstalten

(15.10.2014) Die Bündnisgrünen im bayerischen Landtag haben die Staatsregierung aufgefordert, die land- und gärtnerische Produktion in den Justizvollzugsanstalten des Freistaates innerhalb von drei Jahren auf zertifizierten ökologischen Anbau umzustellen. Wie AgraEurope berichtet, könnten so knapp 700 Hektar Land, also mehr als 20 durchschnittliche Biobetriebe, auf ökologischen Anbau umgestellt werden. Da die Zahl der Biobetriebe im Wirtschaftsjahr 2013/14 landesweit um 29 Höfe geschrumpft sei könne der Grünen-Vorschlag in diesem Zusammenhang ein kleiner, aber wichtiger Beitrag sein, um die Nachfrage nach bayerischen Ökoprodukten zu bedienen. Das Justizministerium gibt an, dass bereits 267 Hektar der landwirtschaftlichen, zwei Hektar der forstwirtschaftlichen und sechs Hektar der gärtnerisch genutzten Flächen der Justizvollzugsanstalten ökologisch bewirtschaftet werden.

Pilotprojekt der SÖL offiziell eröffnet

(14.10.2014) Als einmaliges Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz wurde in Queichhambach der erste Bauernhof-Waldkindergarten auf Gut Hohenberg eingeweiht. Die Kita steht in der Trägerschaft der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und bietet mit Gruppen-, Ruhe- und Schlafraum sowie ein Sanitärraum mit Wickelbereich die erforderlichen räumlichen Voraussetzungen, um 25 Kinder zu betreuen. Die Verpflegung erfolgt über die hofeigene Küche von Gut Hohenberg. Sogar die Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Irene Alt, hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich zu diesem einmaligen Ereignis zu gratulieren. Sie hob in ihrer Begrüßungsrede den hohen Stellenwert von Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz hervor, die gerade für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig seien. Heute sei man stolz, eine Ausbauquote von 42 % bei der Betreuung von unter Dreijährigen erreicht zu haben. Damit nehme man im Ländervergleich einen Spitzenplatz ein.

Kongressschwerpunkt BIOFACH 2015: Organic 3.0

(10.10.2014) Zur nächsten BIOFACH vom 11. bis 14. Februar 2015 richtet die Branche ihren Blick auf die Rahmenbedingungen. Diese sind mitentscheidend für die Weiterentwicklung von Bio und ausschlaggebend für die nachhaltige Zukunft der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Der Startschuss für die Bio-Zukunftsdebatte unter der Überschrift Organic 3.0 fiel auf der BIOFACH 2014 anlässlich des 25. Jubiläums der Fachmesse. Nun führt die Branche diese im BIOFACH Kongress 2015 fort. Dieser umfasst rund 100 Vorträge und Diskussionsrunden und erreicht mehr als 6.500 Teilnehmer. Auf dem weltweit größten Branchenkongress setzen IFOAM, internationaler Schirmherr der Biofach, und BÖLW, nationaler ideeller Träger, vier Akzente:

1. Die Überarbeitung des Europäischen Biorechts
2. Internationale Handelspolitik: Importe, TTIP und Co.
3. Die Milleniums Entwicklungsziele
4. Europäische Innovationspartnerschaften

Erfolgreicher Kongress für eine Agrarwende

(09.10.2014) Anfang Oktober diskutierten auf dem ersten „Wir haben es satt!“-Kongress über 400 Menschen über eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Eingebettet in das Stadt Land Food-Festival stellten konventionelle und ökologisch arbeitende Landwirte, Tier- und Umweltschützer und internationale Gäste aus China, Südafrika, Rumänien und Guatemala Gegenentwürfe zur industriellen Lebensmittelproduktion vor. In über 20 Arbeitsgruppen wurden Themen vertieft sowie die Forderungen der „Wir haben es satt!“-Bewegung an die Agrarpolitik diskutiert und anschließend an die Politik weitergegeben. Bei zahlreichen öffentlichen Podiumsdiskussionen wurden außerdem die Besucher des Stadt Land Food-Festivals mit einbezogen. Um eine Agrarwende weiter voranzubringen, wird es am 17. Januar 2015 erneut eine „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin geben.

46 Regenwurmarten bearbeiten Deutschlands Böden

(07.10.2014) Regenwürmer leisten einen wertvollen Beitrag zur Fruchtbarkeit des Bodens: unter einem Quadratmeter Wiese leben je nach Bodenart zwischen 100 und 400 Würmer. In Deutschland sind es insgesamt 46 Regenwurmarten, wie eine Bestandsaufnahme des Senckenberg Forschungsinstituts in Görlitz ergab. 16.000 Datensätze wurden ausgewertet, um alle hierzulande vorkommenden Arten in der „Regenwurm-Checkliste“ zu erfassen. Eine Art gibt es nur in Deutschland: Lumbricus badensis, der 60 cm lange Badische Riesenregenwurm hat sich im Südschwarzwald eine ökologische Nische geschaffen, während andere Würmer die sauren Böden der Region nicht so gerne mögen. Generell ist der Artenreichtum im Süden des Landes höher. Dies ist der letzten Kaltzeit geschuldet, denn als sich die Gletscherzurückzogen, konnten sich die Würmer vom Süden ausgehend wieder ausbreiten.“ In Deutschland gibt es 14 Arten, die nur in den südlichen Bundesländern vorkommen.

Stärkung der Risikoorientierung bei der Biokontrolle

(06.10.2014) 40 Teilnehmer aus zehn EU-Ländern, darunter auch Vertreter der EU-Kommission, trafen sich Ende September auf der IRM-ORGANIC-Konferenz in Warschau, um die Perspektiven risikoorientierter Kontrollinstrumente bei der Biokontrolle zu erörtern. Wie bio-markt.info berichtet, stellten die deutschen, italienischen, österreichischen und polnischen Projektpartner im EU-Vorhaben IRM-ORGANIC das neu entwickelte und bereits in Pilottrainings erprobte Trainingskonzept für Ausbilder von Biokontrolleuren in europäischen Kontrollstellen und Aufsichtsbehörden vor. Auch die Vertreter von IFOAM-EU und des europäischen Dachverbands der Kontrollstellen EOCC verwiesen in ihren Vorträgen auf die große Bedeutung einer gezielten Weiterentwicklung des Ökokontrollsystems hin zu mehr Risikoorientierung.

Nahrungsmittelabfälle kosten die Welt pro Jahr 2,6 Billionen Dollar

(01.10.2014) Die Welternährungsorganisation FAO hat eine Studie zu den gesellschaftlichen Kosten von Nahrungsmittelabfällen vorgelegt. Fazit: die Beseitigung kostet uns etwa 2,6 Billionen US-Dollar pro Jahr. Etwa ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion wird nicht konsumiert sondern weggeworfen oder geht entlang der Wertschöpfungskette verloren. Dabei geht es nicht nur um den Verlust immenser Mengen an Nahrungsmitteln, sondern auch um große negative Umweltwirkungen und die damit zusammenhängenden Kosten für die Gesellschaft. Die Studie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau zusammen mit der FAO und Forschern der London School of Economics erarbeitet hat, beziffert erstmals die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Nahrungsmittelabfälle und berechnet Kosten und Nutzen von beispielhaften Vermeidungsmaßnahmen. So zeigt sich, dass die direkten Kosten durch die verlorene Produktion etwa eine Billion US-Dollar ausmachen, die Umweltkosten etwa 700 Milliarden und die sozialen Kosten etwa 900 Milliarden. Zusammen sind das 2,6 Billionen US-Dollar oder etwa vier Prozent des globalen Bruttosozialprodukts. Bei den Umweltkosten sind vor allem die Treibhausgasemissionen und der Wasserverbrauch für Bewässerung in Regionen mit Wasserknappheit wichtig, bei den sozialen Kosten sind es Gesundheitskosten, Konflikte und Wohlfahrtsverluste aufgrund schwindender Lebensgrundlagen.