Aktuell

Naturkostbranche gegen Preissenkung für Biomilch

(19.05.2016) In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Mitglieder des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) gegen eine Senkung der Biomilchpreise ausgesprochen. Damit wollen die Groß- und Einzelhändler gemeinsam mit den Herstellern der Naturkostbranche ein klares Zeichen gegen die Preispolitik der Discounter wie Aldi setzen. Aldi hat Anfang Mai neben der Preissenkung für konventionell erzeugte Vollmilch auf 46 Cent/l zeitgleich auch den Rotstift bei Ökoware angesetzt . Der Verkaufspreis für Biomilch wurde um jeweils 8 Cent auf 95 Cent/l für die fettarme und auf 1,05 Euro/l für die Vollmilch herabgesetzt. Zudem wurden auch Butter, Quark und Saure Sahne billiger. Die unterzeichnenden Unternehmen des BNN, darunter Alnatura, bio verde und die Upländer Bauernmolkerei, sprechen sich energisch gegen diese Preissenkungen aus, die für das Biosegment auch nicht zu rechtfertigen seien. Im Unterschied zum konventionellen Bereich bestehe am Biomilchmarkt momentan alles andere als eine Überschusssituation.

SRU fordert integrative Umweltpolitik

(17.05.2016) Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) fordert im Umweltgutachten 2016 eine "ökologische Transformation" der Landwirtschaft. Das Papier enthält eine deutliche Kritik an der deutschen Bremserrolle in der EU-Agrarpolitik. Empfohlen wird darüber hinaus die Einführung einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel. Die Einnahmen müssten verwendet werden, um Monitoring, Beratung und weiterführend Maßnahmen auszubauen. Zudem verspricht sich der Rat eine Lenkungswirkung von einer Abgabe. Die boden- und naturschutzbezogenen Mindeststandards der landwirtschaftlichen Produktionsweisen sollten laut Gutachten durch das Umweltressort konkretisiert werden. Einen hohen Stellenwert räumt der Sachverständigenrat der Schaffung von Wildnisgebieten ein. Das Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie, auf mindestens 2 % der deutschen Landesfläche Wildnis zu entwickeln, wird unterstrichen. Handlungsbedarf sieht der Rat beim Flächenschutz. Ziel müsse es sein, den Flächenverbrauch bis 2030 auf Null zu senken.

EU-Komission erlaubt neue Produkte

(11.05.2016) Ab sofort haben ökologisch wirtschaftende Produzenten beim Einsatz von 39 Stoffen Rechtssicherheit. Mit einer am 03. Mai verkündeten Durchführungsverordnung der Kommission sind die darin aufgelisteten Stoffe für bestimmte Einsätze jetzt offiziell genehmigt. Dazu gehören Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Ferner Pheromone für den Einsatz in Fallen und Spendern und Pflanzenöle außer als Herbizid. Darüber hinaus sind Mikroorganismen oder von Mikroorganismen erzeugte Substanzen erlaubt sowie andere Substanzen wie z.B. Aluminiumsilikat, Kalziumhydroxid, Kohlendioxid, bestimmte Kupferverbindungen, und zwar bis zu 6 kg je Hektar und Jahr. Hinzu kommt eine Reihe von Futtermittelzusatzstoffen.

Niedersachsen plant Anhebung der Ökoprämien

(09.05.2016) Niedersachsen plant eine weitere Erhöhung der Umstellungsprämie für Landwirte, die von der konventionellen auf eine biologische Anbauweise wechseln wollen. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, sollen die Umstellungsprämie für Acker- und Grünland von jetzt 364 Euro auf dann 403 Euro je Hektar und die Beibehaltungsprämie von 234 Euro auf 273 Euro je Hektar angehoben werden. Dies sei vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Kommission noch für 2016 geplant.

Greenpeace enthüllt geheime TTIP-Papiere

(02.05.2016) Der Druck der US-Regierung auf die EU in Sachen TTIP ist stärker und weiter reichend als bislang bekannt. Das geht aus Abschriften geheimer Verhandlungsdokumente hervor, die der Süddeutschen Zeitung, WDR und NDR vorliegen. Das Material von insgesamt 240 Seiten wurde heute von Greenpeace veröffentlicht. Die Papiere zeigen: Washington droht damit, Exporterleichterungen für Europas Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Gleichzeitig attackieren die Amerikaner das grundlegende Vorsorgeprinzip beim europäischen Verbraucherschutz.

Projekt BienenBlütenReich sucht noch Partner

(25.04.2016) Im Frühjahr 2016 startete das Netzwerk Blühende Landschaft das Projekt BienenBlütenReich. Ziel ist, bundesweit sowohl auf landwirtschaftlichen Betrieben als auch im öffentlichen Bereich blühende Flächen für Blütenbesucher zu schaffen und Interessierten Inspiration und Fachwissen für eigene Blütenprojekte weiter zu geben. Als Projektpartner bewerben können sich landwirtschaftliche Betriebe und regionale Initiativen, die Fläche und Arbeitskraft für die Anlage von bis zu vier verschiedenen Blühflächen in der Landwirtschaft (ca. jeweils 1000 m² insgesamt max. 4000 m²) oder im Siedlungsbereich (ca. jeweils 125 m² insgesamt max. 500 m²) zur Verfügung stellen können. Die Laufzeit des Projekts beträgt zwei Jahre. Das Netzwerk Blühende Landschaft setzt sich für die Verbesserung der Nahrungs- und Lebensgrundlage von blütenbesuchenden Insekten ein. Ein breites Netzwerk ist so entstanden. Bewerbungen per Mail an Anne-Kathrin Spatz.

Call for Papers für den 19. Organic World Congress

(21.04.2016) Ab sofort können für den 19. Organic World Congress in Indien Beiträge eingereicht werden. Die Veranstaltung findet vom 9. bis 11. November 2017 statt. Folgende thematische Schwerpunkte werden diesmal vorgegeben:

  • Hauptdiskussion: „Globale Übernahme der Bioprinzipien für eine wahrhaft nachhaltige Landwirtschaft“
  • Wissenschaft: „Innovative Forschung für Bio 3.0“
  • Bauern: Saatgut und Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Bodenleben und Pflanzengesundheit, ökologische landwirtschaftliche Methoden und Systeme
  • Marketing und Qualitätssicherung: „Auf dem Weg zu Bio 3.0“

Interessenten können ihre Beiträge bis Ende September 2016 einreichen.

Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2017

(21.04.2016) Ab sofort können engagierte Biolandwirtinnen und -landwirte mit innovativen und zukunftsweisenden Betriebskonzepten ihre Ideen einreichen. Gesucht werden ungewöhnliche Konzepte, die sich in der Praxis bewährt haben. Die ausgewählten Sieger erhalten ein Preisgeld von bis zu 7.500 EUR. Insgesamt steht ein Preisgeld von 22.500 Euro bereit, das eine unabhängige Jury an maximal drei Sieger vergibt. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016.

IFOAM EU Kongress zum Thema Bio 3.0

(18.04.2016) Das primäre Ziel des 10. Europäischen Kongresses zum Biolandbau im niederländischen Driebergen war es, Modelle zur Realisierung der Bio 3.0-Vision zu diskutieren. Mehr als 200 Teilnehmer aus 27 Ländern kamen Anfang April auf Einladung von IFOAM EU dort zusammen. Die Vertreter aus Politik, von Verbänden und Organisationen äußerten sich durchweg positiv über die Fortentwicklung des Biosektors.

Gentechnikflächen schrumpfen erstmalig

(15.04.2016) Nachdem die Flächen, auf denen gentechnisch veränderte Flächen angebaut werden, in den letzten Jahren schon immer langsamer gewachsen waren, sind sie 2015 erstmals seit Einführung der Technologie geschrumpft. Um ein Prozent verringerte sich die Gentech-Fläche auf 179,7 Millionen Hektar – das sind circa 13 Prozent der weltweiten Ackerfläche. Hauptanbauländer bleiben die USA, Brasilien und Argentinien.

Erstmals Bundespreis gegen Lebensmittelverschwendung verliehen

(14.04.2016) Bundesernährungsminister Christian Schmidt lud gestern Abend zur Verleihung des ersten Bundespreises für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. Aus mehr als 200 Bewerbungen wurden 16 Projekte nominiert, in vier Kategorien wurde jeweis ein Projekt ausgezeichnet, zusätzlich wurde ein Förderpreis überreicht.

Bundesregierung will Glyphosat weiter erlauben

(14.04.2016) Die Bundesregierung will sich bei der EU für die weitere Zulassung von Glyphosat aussprechen. Nach Ressortabstimmung zwischen Agrar- und Umweltministerium will sie der Wiederzulassung des umstrittenen Herbizids zustimmen. Deutschland schließt sich damit der fachlichen Bewertung der europäischen Risikobewertungsbehörde Efsa an, die Glyphosat als für Menschen "wohl nicht krebserregend" eingestuft hatte. Eine Behörde der Weltgesundheitsorganisation dagegen hatte Monate zuvor gewarnt, Glyphosat sei "wahrscheinlich krebserregend". Für ein Glyphosat-Verbot hätte es auch andere unstrittige Gründe gegeben: Das Mittel gefährdet die biologische Vielfalt indem es Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage entzieht. Mit einer Einigung in Sachen Glyphosat-Wiederzulassung wird Mitte Mai gerechnet.

Dossier zur CRISPR/Cas-Diskussion

(13.04.2016) Anfang April entbrannte eine Diskussion zu einer neuartigen Technik im Bereich Pflanzenzucht. Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), äußerte sich dieser - der Gentechnik zugeordneten - Technologie gegenüber positiv und stieß damit auf Unverständnis in der Biobranche. Seitdem haben sich verschiedene Medien, Verbände und Organisationen zu Wort gemeldet. Nun hat auch der Stiftungsrat des FiBL Frick Stellung genommen. Die kontroversen Positionen haben wir für Sie zusammen gestellt.

Zwölf Prozent mehr Ökobetriebe

(12.04.2016) In den Vereinigten Staaten ist die Zahl der zertifizierten ökologisch wirtschaftenden Betriebe im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf etwa 21.800 gestiegen, wie Agra-Europe berichtet. Seit Beginn der Zählung im Jahr 2002 hat sich die Zahl der Ökobetriebe in den USA um fast 300 Prozent erhöht. Die Nachfrage nach ökologisch und regional erzeugten Produkten wächst. Das USDA hat diesen Markt seit 2009 mit Investitionen von insgesamt mehr als einer Milliarde US-Dollar (878 Mio. Euro) in gut 40.000 lokalen und regionalen Lebensmittelunternehmen sowie Infrastrukturprojekten unterstützt. Laut Schätzungen der Branche seien 2014 auf lokaler Ebene ökologisch erzeugte Lebensmittel für rund zwölf Milliarden Dollar(10,5 Mrd Euro) verkauft worden, verglichen mit erst fünf Milliarde Dollar (4,4 Mrd Euro) im Jahr 2008.