Exkursionen

Übersicht über die Exkursionen rund um die Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau 2019

Vorexkursionen

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 12:00 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 18:00 Uhr
Optional (nach Voranmeldung): Restaurant Weissenstein

Der Öko-Demonstrationsbetrieb Eiwels ist ein nordhessischer Familienbetrieb mit Ackerbau, Grünland, artgerechter Tierhaltung sowie eigenständiger Verarbeitung und Vermarktung. Zum Betrieb von Stefan Itter gehören eine Herde Fleischrinder mit ganzjähriger Weidehaltung. Außerdem ca. 200 Legehennen, ca. 60 Schweine verschiedener Rassen, sowie eine Gruppe Bunte Bentheimer Schweine in Freilandhaltung. Die Rinder und Schweine werden von Biometzger Martin Theisinger verarbeitet, der seine Philosophie im Rahmen der Exkursion vorstellen wird. Die Schweine werden nach alter nordhessischer Tradition zu „Ahler Wurscht“ verarbeitet, die auch verkostet werden wird. Das Brotgetreide wird regional vermahlen und verarbeitet, neben Roggen, Weizen und Dinkel auch Einkorn und Emmer.

Leindotter und Öllein werden in der Chattengauer Ölmühle, der zweiten Station der Exkursion, kaltgepresst und nicht filtriert. Dort können die Teilnehmer an einer Ölverkostung teilnehmen. Stefan Itter beliefert auch das Biorestaurant Weissenstein in Kassel, wo das Fleisch des Betriebes auf den Teller kommt.

Als letzte Station der Exkursion gibt es einen Abstecher zum Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe.
Optional gibt es als weiteres Schmankerl am Abend die Möglichkeit, im Weissenstein unter dem Motto „The farmer is present" die erzeugten Produkte zu genießen.

Ergänzende Hinweise

Eine kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt. Bei Interesse kann an einer optionalen Verkostung im Bio Restaurant Weissenstein teilgenommen werden. Dies ist jedoch nicht Teil der Anmeldegebühr.

START: Dottenfelder Hof, Bad Vilbel, 12:00 Uhr
ENDE: Dottenfelder Hof, Bad Vilbel, ca. 17:00 Uh

Auf dieser Exkursion lernen Sie den Dottenfelderhof kennen, einen seit 1946 biologisch-wirtschaftenden Betrieb im Norden Frankfurts, der weit über die Grenzen Hessen hinaus bekannt ist. Der thematische Schwerpunkt der Exkursion liegt auf der Arbeit, die hier in Sachen Züchtung für den Ökologischen Landbau seit über 40 Jahren geleistet wird. Unter dem Dach der Landbauschule Dottenfelderhof e.V. werden Sorten (Gemüse und Getreide) gezüchtet, die in ihren Eigenschaften auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise hin verbessert sind. Die Züchter arbeiten an diesem Ziel mit dem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen, der die Flächen für die Zuchtgärten zur Verfügung stellt, bei der Vermehrung der Sorten hilft und die gezüchteten Sorten im eigenen Anbau verwendet. Neben einer Vorstellung des vielfältigen Gesamtbetriebes erhalten Sie Einblick in die Forschung & Züchtung Dottenfelderhof sowie die aktuell laufenden EIP-Projekte Standortangepasste Getreide-Populationen sowie Qualitätssicherung im Ökoweizenanbau. Abgerundet wird die Exkursion durch einen Rundgang über den Betrieb und die Vorstellung der Infrastruktur für die Züchtungsaktivitäten.

Ergänzende Hinweise

Anreise und Rückreise nach Kassel mit der Bahn über Bad Vilbel Bahnhof mit Bus Linie 62, Haltestelle Bad Vilbel Dottenfelderhof. Die Reisekosten sind nicht inklusive.
Eine kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 13:00 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 18:00 Uhr

Der nordhessische Betrieb Sandrock wird seit 1975 nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes bewirtschaftet. Nackthafer und Roggen werden an eine Mühle und im Hofladen verkauft, Weizen, Sommergerste sowie die ebenfalls eigens angebauten Sojabohnen an die Legehennen verfüttert. Das Futter der Legehennen besteht zu 100% aus Bio-Komponenten. Die Junghennen kommen von einem Betrieb in der Region. Die Brüder der Hennen werden auf Partnerbetrieben gemästet und bei Bio-Frischgeflügel Roth geschlachtet. Das Unternehmen ist einer von zwei nordhessischen Bio-Geflügelschlachtbetrieben der Bruderhahninitiative Deutschland. Im Rahmen der Exkursion lernen sie das EIP-Projekt BRUDERHAHN kennen. Das Projekt entwickelt Innovationen zur Mast von Hähnen aus Hybridlegelinien auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben.

Die Firma Stallbau Weiland stellt eine weitere Station der Exkursion dar und gehört zu den Pionieren der mobilen Legehennenhaltung. Firmengründerin Iris Weiland präsentiert die Produktion des sogenannten Hühnermobils sowie Entwicklung und Philosophie ihres Unternehmens und stellt die zukünftigen Chancen und Herausforderungen der mobilen Legehennenhaltung zur Diskussion.

Ergänzende Hinweise

Eine kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 10:45 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 18:00 Uhr


Auf dieser Exkursion erfahren Sie aus den verschiedensten Perspektiven, wie Landwirte*innen sich selbst und einen landwirtschaftlichen Betrieb für die Zukunft rüsten: durch Integration eines unkonventionellen Betriebszweiges, die Übernahme einer über 30 Jahre bestehenden Betriebsgemeinschaft oder gar das Wagnis einer Neugründung. Der Inselhof ist ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb, der seit der Gründung 1994 ökologisch bewirtschaftet wird. Der Betrieb hält Mutterkühe der Rasse Salers („die Schöne im mahagonibraunen Kleid“) und Mutterschafe der Rasse Coburger Fuchsschaf, deren Wolle („das goldene Vlies“) in einer Genossenschaft zu Textilien verarbeitet wird. Außerdem werden Tomaten und Obst angebaut sowie Ackerbau im kleinen Maßstab betrieben. Seit 2013 verarbeitet der Betrieb das eigene Obst sowie einige Gemüsesorten in der Mühlenbrennerei zu edlen Bränden, Geisten und Likören. Eine Verkostung steht auf dem Programm.

Der seit 1985 ökologisch wirtschaftende Aberdeen-Angus-Zuchtbetrieb Gut Fahrenbach erzeugt auf dem Acker außer Kleegras und Futtergetreide auch Speisegetreide, das zu Vollkornbackwaren verarbeitet wird. Der Betrieb verfügt über eigene Verarbeitungs- und Kühlräume für die Fleischvermarktung. Einer der Gründer des Betriebes stellt sein EIP-Projekt Stärkung der handwerklichen Fleischverarbeitung durch Innovationen in den Schlachtverfahren für Rinder und kleine Wiederkäuer (Operationelle Gruppe „EXTRAWURST“) vor. Einer der beiden Hofnachfolger, studierter Landwirt und Metzger in Personalunion, spricht über den Prozess der Hofübernahme und die Pläne für die Zukunft.

Den Abschluss der Exkursion bildet Gut Mönchhof, ein von zwei befreundeten Familien auf einem geschichtsträchtigen Anwesen neu gegründeter Betrieb, der sich neben der Rinderhaltung vor allem der Öko-Saatgutvermehrung und der Öko-Dinkelzüchtung verschrieben hat.

Ergänzende Hinweise

Eine kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 10:30 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 17:30 Uhr

Der Anteil der viehlosen, teilweise auch größeren landwirtschaftlichen Betriebe, die sich entscheiden umzustellen, nimmt in den vergangenen Jahren deutlich zu. Die Herausforderungen, die damit einhergehen, sind hinlänglich bekannt, jedoch die Frage nach der langfristigen Tragfähigkeit solcher Anbausysteme noch immer nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Zudem existieren wenige Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie ein solches System ökologisch und gleichzeitig wirtschaftlich funktionieren kann. Der Kastanienhof der Familie Hüppe ist ein noch recht junger Biobetrieb, der auf 120 ha Öko-Ackerbau ohne nennenswerte Mengen eigenen Wirtschaftsdüngers praktiziert. Die Druschfrüchte, die nicht in der Legehennen- und Masthähnchenfütterung verwertet werden, gehen zum Teil an andere Biobetriebe in der Region, die im Gegenzug Stallmist liefern. Um den selbst erzeugten Anteil im Futter noch weiter zu steigern, werden neuerdings Sojabohnen angebaut. Der Betrieb nimmt zudem an einem Forschungsprojekt der Universität Kassel teil, das die Nutzung von Klee- und Luzerneflächen als Eiweißfutter für Legehennen unter Praxisbedingungen untersucht. Eine Vielzahl von eigens geschaffenen Vermarktungswegen soll das wirtschaftliche Auskommen sichern.

Der bereits in zwei Dokumentarfilmen („Land am Rand“, „Schlaue Bauern“) porträtierte Leiter des Biohofes Rudert wirtschaftet seit über 20 Jahren ökologisch, aber annähernd viehlos, setzt voll auf Marktfrüchte, den Einsatz von Grüngutkompost und verzichtet gänzlich auf Klee- oder Luzernegras. Den Abschluss der Exkursion stellt ein Besuch auf der regionalen Biokompostierungsanlage Fuldatal dar.

Ergänzende Hinweise

Eine kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 11:00 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 17:45 Uhr

Biolandhof Engemann ist ein von zwei Brüdern aufgebautes Unternehmen, das mit diversen GbRs auf verschiedenen Spielfeldern von der Urproduktion über den Handel und die Direktvermarktung bis hin zu regionalen Wertschöpfungskonzepten aktiv ist. Auf dem Betrieb werden seit 1988 Obst, Gemüse und Getreide angebaut. Von Himbeeren bis zur Spezialkultur Chicorée erzeugen sie ein reichhaltiges Sortiment. In einer weiteren GbR werden Champignons, in einer kooperierenden Gärtnerei Schnittlauch, Kräuter, Tomaten, Gurken und Feldsalat erzeugt und Jungpflanzen angezogen. Im jüngsten Unternehmenszweig erzeugt ein Demeter-zertifizierter Obstbaubetrieb Sauerkirschen, Zwetschgen und schwarze Johannisbeeren, die als Industrieobst maschinell geerntet und verkauft werden. Neben diesen Unternehmungen gibt es noch weitere GbRs in Thüringen und der Slowakei, die Öko-Ackerbau mit Getreide, Leguminosen und Ölfrüchten betreiben. Des Weiteren kooperieren die Engemanns mit Getreide- und Ölmühlen, Bäckereien, einem Speisesoja-Verarbeiter und einem Mischfutterhersteller.

Der Betrieb von Josef und Heike Jacobi am Rande der Warburger Börde wurde bereits 1980 umgestellt. Auf 85 ha Ackerfläche werden über 30 verschiedene Sorten Getreide und Leguminosen zur Saatguterzeugung angebaut. Der Betrieb hat eine hofeigene Anlage zur Saatgutaufbereitung und -verpackung. Die im Tretmist- und Offenstall gehaltenen 50 Milchühe liefern über einen Melkroboter die Milch für die Verarbeitung in der 2015 runderneuerten Käserei. Der Rest der Milch geht an die Upländer Bauernmolkerei, die Josef Jacobi mit aufgebaut hat. Im Sommer wird die Hofkäserei zusätzlich mit Schafmilch von einem Biobetrieb aus der Region beliefert. Neben dem Milchvieh halten die Jacobis auch Schweine und Laufenten. Im Rahmen der Exkursion können Produkte der Käserei verkostet werden.

Ergänzende Hinweise

Ein kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 11:00; Marburg (Lahn) Bahnhof, ca: 12:30 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe , ca. 18:30 Uhr


„Die Fleckenbühler“ sind Mitglied im bundesweiten Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau und hessischer Pilotbetrieb für Biodiversität. Die Lebensgemeinschaft bewirtschaftet das ehemalige Stadtgut bei Marburg seit 1984 biologisch-dynamisch. Der überaus vielseitige Betrieb umfasst Milchvieh, Rinder- und Ziegenhaltung auf 80 ha Grünland, 170 ha Ackerbau, Obstbau, Käserei, Hofläden, Café und Bio-Catering. Hier leben und arbeiten Menschen, die in Selbsthilfe den Umgang mit Suchtproblemen lernen. Im Fokus der Exkursion stehen die landschaftspflegerischen Aktivitäten, auf die besonderen Wert gelegt wird. Ein Rundgang über die Betriebsflächen veranschaulicht Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt wildlebender Arten in der Agrarlandschaft. Unsere Diskussion greift Potentiale, Entwicklungsbedarf und notwendige Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Naturschutz im Ökolandbau auf.

Zweites Exkursionsziel ist ein Weideprojekt in der Lahnaue. Im Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen wurden historische Furkationsrinnen neu angelegt. Entwicklungsziel ist die Offenhaltung und Förderung der eigendynamischen Entwicklung der Gewässer. Herr Ruf vom Fjordgestüt Fjellhorn in Friedensdorf ermöglicht mit einer Mischbeweidung aus Fjordpferden und Tiroler Grauvieh die Entwicklung dieses wertvollen Auen-Lebensraumes. Kernthema der Flächenbesichtigung sind die besonderen Herausforderungen einer extensiven Grünlandbewirtschaftung, wie sie beispielsweise durch die Ausbreitung von Jakobskreuzkraut entstehen.

Ergänzende Hinweise

Wir werden mit einem Bus um 11:00 von Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe nach Marburg (Lahn) Bahnhof fahren und dort gegen 12:30 ankommen (je nach Verkehrslage). Sie können auch in Marburg zusteigen, an der Exkursion teilnehmen und danach mit dem Bus nach Kassel fahren.

Ein kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 13:00 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 18:00 Uhr


Soziale Landwirtschaft verbindet landwirtschaftliche Erzeugung mit sozialer und pädagogischer Arbeit und umfasst verschiedene Zielgruppen von Menschen mit Unterstützungsbedarf. Während in Deutschland bisher Betriebe großer Einrichtungen etwa von Behindertenwerkstätten (WfbM) und auf Soziales spezialisierte Höfe vorherrschen, lässt das im Dezember 2016 verabschiedete Bundesteilhabegesetz (BTHG) eine Öffnung für sog. "andere Anbieter" und damit auch normale Erzeugerbetriebe erwarten. Biobetriebe sind aufgrund der vielfältigeren Betriebsstruktur und geringeren Gefahrenquellen hier prädestiniert.

Auf der Exkursion wird exemplarisch ein Beispiel eines sozialen Landwirtschaftsbetriebes besucht und der erwartete Transformationsprozess thematisiert. Die Exkursion führt zum Hofgut Richerode, das heute als einer von mehreren Bioland-Betrieben in Trägerschaft der Hessischen Diakonie Hephata betrieben wird. Ursprünglich diente der Anbau der Selbstversorgung der Einrichtung; als diese unrentabel wurde, wurde die Landwirtschaft aufgegeben und die Hofgebäude wurden zur Industriemontage genutzt. Die Neugründung der Sozialen Landwirtschaft erfolgte mit dem Ziel, sinnvolle und abwechslungsreiche Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu schaffen – der Umgang mit Tieren, Pflanzen und dem Boden wirkt stabilisierend und therapeutisch. Der vielseitige Gemischtbetrieb mit Schweine-, Mutterkuh- und Hühnerhaltung erzeugt Getreide und Kartoffeln und betreibt eine Möhren- und Kartoffelschälanlage für die Belieferung von Großküchen (u.a. der Mensa der Universität Kassel). Der engagierte Betriebsleiter Frank Radu versucht, Menschen mit Behinderung nach ihren Fähigkeiten einzusetzen. Aufgrund der deutschen Auslegung der UN-Behindertenrechtskonvention wohnen heute viele der Beschäftigten nicht mehr auf dem Hof, sondern außerhalb. Weiter ist die Vermittlung von Beschäftigten auf Erzeugerbetriebe (als Außenarbeitsplatz mit dem Fernziel einer regulären Anstellung) erklärtes Ziel.

Besucht wird auf der Exkursion ein konventionell wirtschaftender Hof im Nachbarort, der einen Arbeitsplatz bereitgestellt hat.

Die Exkursion wird organisiert im Kontext des laufenden hessischen EIP-Projekts „Mehrwerte Sozialer Landwirtschaft“, in dem untersucht wird, ob und welche Mehrwerte sich für die landwirtschaftliche Erzeugung in der Sozialen Landwirtschaft ergeben. Während der Exkursion wird weiterhin thematisiert, welche weiteren Mehrwerte sich für die Menschen, den ländlichen Raum und die Natur ergeben. Welche Entwicklungspotenziale hat Soziale Landwirtschaft in Deutschland, welche Bedarfe etwa in der Beratung von Betrieben bestehen?

Ergänzender Hinweis

Eine Kaffee- und Kuchenpause auf dem Betrieb ist vorgesehen.

START: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, 13:00 Uhr
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 17:00 Uhr

Die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen (320 ha), gelegen vor den Toren der Stadt Kassel, ist der Lehr- & Versuchsbetrieb der Universität Kassel. Lehre- & Forschung sind quasi als Betrieb im Betrieb im Wirtschaftsbetrieb eingebettet, der seit 20 Jahren ökologisch bewirtschaftet wird. Prof. Dr. Jürgen Heß und weitere stellen die Domäne Frankenhausen als Wirtschaftsbetrieb inklusive des Organisationskonzepts mit all seinen Facetten vor. Überblicksmäßig werden auch Einblicke gegeben in zahlreiche laufende und zwischenzeitlich abgeschlossene Forschungsvorhaben sowie in die Einbindung von Frankenhausen in die Lehre des Fachbereiches Ökologische Agrarwissenschaften.

Ergänzende Hinweise

Ein kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.

START: Eichenberg, Bahnhof, 13:00
ENDE: Eichenberg, Bahnhof, ca. 16:00

Um die richtige Entscheidung in Bezug auf Pflanzenernährung und Bodenverbessernde Maßnahmen zu treffen bedarf es einer fundierten Bewertung der Situation. Aussagen zum Bodenzustand fallen ohne Erfahrung oder geeignete Hilfsmittel schwer weshalb dieser oft als Black Box wahrgenommen wird. Die Ansprache des Zustandes des Bodens mittels Spaten und Sonde sowie einer optisch-haptischen und olfaktorischen Begutachtung können helfen, den Zustand abzuschätzen und zu bestimmen. Komplementär kann durch die Bewertung von ober- und unterirdischen Pflanzenteile die Analyse präzisiert werden.

Während einer Feldbegehung auf den Versuchsflächen der Universität Kassel / Witzenhausen in Neu-Eichenberg werden verschiedene Bearbeitungsvarianten und Kulturen praktisch bewertet. Es werden Spatenproben und weitere Beurteilungsmethoden durchgeführt und eingeübt. Durch die Exkursion sollen den Teilnehmern einfache Werkzeuge für eine Beurteilung des Zustandes an die Hand gegeben werden und Handlungsempfehlungen aus Perspektive der bodenaufbauenden Beratung erarbeitet werden. Ergänzend wird eine wissenschaftliche Erfassung des Bodens durch die Spatendiagnose (BESTE 2003) vorgestellt.

Dipl.-Ing. agr. Dietmar Näser ist seit fast 20 Jahren in der Beratung im Pflanzenbau mit dem Schwerpunkt Regenerative Landwirtschaft tätig. In Coachings, Seminaren, Vorträge und Feldtagen trägt er zum Verständnis des Zusammenhangs Pflanze-Boden bei. MSc. agr. Stephan Junge ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz tätig und untersucht die Effekte von Ökosystemdienstleistungen auf die Pflanzengesundheit.

Ergänzende Hinweise

Bahnhof Eichenberg (zwischen Kassel und Göttingen, nahe Witzenhausen). Vom Bahnhof wird ein Bus-Shuttle zum Betrieb organisiert. Die Bahnfahrt ist nicht im Teilnahmebeitrag enthalten.

Ein kleines, leckeres Öko-Lunchpaket wird gestellt.


Nachexkursionen

START: Campus Holländischer Platz, Universität Kassel, 14:00 (direkt nach Mittagessen)
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 17:30

Der Mustergeflügelhof Leonhard Häde hat den Titel in seinen Firmennamen bereits 1931 durch die Landwirtschaftskammer in Kassel verliehen bekommen. Seit 1975 werden dort Bioeier produziert. In Planung sind der Aufbau einer eigenen Getreideannahme, -trocknung und -lagereinrichtung sowie die Einrichtung einer Bio-Biogasanlage. Neben der Junghennenaufzucht, Legehennenhaltung und Nudelherstellung widmet sich der Betrieb seit 2018 dem Projekt Zweinutzungshuhn („‘ne runde Sache“) sowie dem Ausbau der Vermarktung von Biogeflügelfleisch der Marke „Bickus“. Die Marke Bickus mitentwickelt und die Hessische Biohuhn eG aufgebaut hat Vorstand und Geschäftsführer Tim Treis, der selbst auch Biolandwirt ist. Die Genossenschaft ist ein Zusammenschluss sechs nordhessischer Biobetriebe sowie von zwei Bioland Metzgern und zweier Vermarkter. Ihr im Rahmen des EIP-Projektes BIOHUHN verwirklichtes Ziel war es, Biolegehennen besser zu verwerten, wenn diese am Ende der Legeperiode ausgestallt werden. Unter dem Markennamen Bickus werden aus dem Fleisch der Tiere Bioprodukte hergestellt und in einer innvovativen Produktlinie verkauft. So entstand ein regional aufgestelltes Start-Up.

Auf dem Biobetrieb Treis ist ein weiteres EIP-Projekt (BIOGEMÜSE) entwickelt worden. Judith Treis entwickelt zusammen mit dem Hephata Hessischen Diakoniezentrum, drei landwirtschaftlichen Unternehmen und einem Verarbeiter innovative Ansätze zur Integration des Feingemüseanbaus in die landwirtschaftliche Fruchtfolge. Hierzu gehören Fragen der Arbeitserledigung in Arbeitsspitzen durch überbetriebliche Organisation von Arbeitskräften, der Anbau von standortangepassten Sorten und Arten, spezielle Beratungsmodule und die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen.

START: Campus Holländischer Platz, Universität Kassel, 14:00 (direkt nach Mittagessen)
ENDE: Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe, ca. 17:30

Das Projekt Ökolandbau Modellregion NORDHESSEN lädt zum Besuch auf die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen ein. Auf dem Lehr- & Versuchsbetrieb der Universität Kassel werden Konzept und aktueller Stand in den Ökomodellregionen Hessen vorgestellt. Die Projekte sind in den Ökoaktionsplan der hessischen Landesregierung eingebettet.

Vor Ort werden zwei Projekte besichtigt (Bio-Regio-Hofladen, BioRegiomat) und weitere vorgestellt. Die Koordinatorinnen berichten über Entwicklungen und Erfahrungen in den Projekten, die schon länger laufen, sowie über aktuelle Vorhaben.

Ansprechpartner

Daniel Mühlrath
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften Universität Kassel
Steinstraße 19
37213 Witzenhausen

05542-98 13 10
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