Öko-Junglandwirte-Zukunftspreis

Im Jahr 2016 wurde erstmals der Zukunftspreis des Öko-Junglandwirte-Netzwerks vergeben. Es ist ein Preis von Junglandwirten für Junglandwirte, für den sich alle jungen Menschen aus dem Bereich des Ökolandbaus bewerben konnten.


Preisträger 2018

Die Gewinner 2018, Anna und Jörg Ostermeier aus Oberbayern, konnten den Preis krankheitsbedingt leider nur via Skype-Schaltung entgegennehmen. Umso eindrücklicher kam die leidenschaftliche Schilderung der Preisträgerin beim Publikum an. Das junge Paar wollte 2016 zwar den elterlichen Hof  übernehmen, sah aber in der damaligen Situation (Milch-Kühe in Anbindehaltung mitten im Dorf) keine Zukunft für den Betrieb. Sie entschlossen sich, eine biologische Hühner-Haltung mit zweimal 3.000 Legehennen aufzubauen. Das Besondere an dem Vorhaben war die weitgehend ökologische Bauweise des Stalls, der fast ausschließlich aus Holz besteht. Zudem wurden die hohen Biolandrichtlinien übertroffen, denn die Hühner verfügen über noch mehr Platz pro Tier und haben einen weitläufigen Waldgarten als Auslauf bekommen. Auch das Bruderhahn-Projekt war dem jungen Paar ein wichtiges Anliegen.

Überzeugen konnten die beiden jungen Hofgründer nicht nur mit der Umsetzung einer zukunftsträchtigen Hühnerhaltung, sondern auch mit dem festen Willen, mit gutem Beispiel voran zu gehen: „Auch in Zeiten der Unsicherheit muss man seinen Weg vor Augen haben. Anfangs ist er völlig unklar und verschwommen, aber mit der Zeit - und das kann dauern - wird es immer klarer. Nicht aufgeben, nicht unterkriegen lassen, weitermachen, zusammenhalten! Und jeden noch so kleinen Schritt nach vorne feiern!“

Weitere Informationen: www.bio-hasenberghof.de


Preisträger 2017

Der Gewinner des Zukunftspreises 2017, Anton Wimmer aus dem Landkreis Mühldorf in Oberbayern, überzeugte die Jury mit seinem Projekt „Aufzucht der Bullenkälber aus der Milchviehhaltung“. Nach dem Abschluss der Fachschule für ökologischen Landbau Weilheim übernahm der 29-jährige 2016 den elterlichen Hof in Reichertsheim. Seitdem bewirtschaftet Anton Wimmer den 13 Hektar großen Betrieb nach Demeter-Richtlinien, der mit 18 Milchkühen zu den kleineren Milcherzeugern zählt.

Der junge Betriebsleiter suchte nach einer Alternative zum Bullen-Abverkauf: „Der übliche Weg, die ‚überschüssigen‘ männlichen Kälber einfach auf dem konventionellen Markt wegzurationalisieren, gefiel mir nicht.“ Entstanden ist eine Kooperation mit einem benachbarten Demeter-Ackerbau-Betrieb, der die Ochsenkälber im Alter von 6-7 Monaten kauft, zu Ochsen mästet und an die Herrmannsdorfer Landwerkstätten vermarktet. Wimmer ist überzeugt von seinem Weg: „Mir liegt das Thema um die Bullenkälberproblematik in der Biomilchproduktion sehr am Herzen. Darauf möchte ich auch andere aufmerksam machen und einen Lösungsweg aufzeigen. Ich will als Pionier vorausgehen, mich bemühen und mich für Lösungen einsetzen, auch wenn manche Berufskollegen (noch) den Kopf schütteln und meine Ideen für nicht umsetzbar halten.“

Im Zukunftspreis sieht er „eine Chance, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für das Thema zu schaffen. Ich freue mich über jeden, der durch mich angeregt wird, sich zu dem Thema Gedanken zu machen.“


Preisträger 2016

Im Rahmen der 11. Öko-Junglandwirte-Tagung wurde am 12. November 2016 erstmalig der Zukunftspreis der Öko-Junglandwirte verliehen. Als freudiger Gewinner ging der Demeter-Betrieb „Stolze Kuh“ von Janusz Hradetzky mit Familie aus Lunow-Stolzenhagen hervor. Auf dem Betrieb werden rund 30 Kühe gefährdeter Nutztierrassen auf 65 Hektar Naturschutzflächen gehalten, darunter 35 Hektar Ackerland.

Ein großes Anliegen ist den Betriebsleitern, sich „gegen Landgrabbing und für eine wesensgemäße Tierhaltung sowie das Engagement im Dorf einzusetzen“. Vor dem Hintergrund der bundesweiten Debatten um das Thema Tierwohl und zunehmendem Bewusstsein von kritischen Verbrauchern sticht die Tierhaltung des Hofes positiv heraus: Eine mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht, die Besamung im Natursprung, Aufzucht der männlichen Kälber sowie ausschließliche Fütterung mit Weidegras, Heu und wenig Getreideschrot vom eigenen Acker sind auch innerhalb des Ökolandbaus herausragend. Die Kühe werden in einem Weidemelkstand gemolken, Milch und Fleisch ohne lange Umwege ab Hof bzw. auf dem Dorfmarkt verkauft.

Der Bau einer eigenen Käserei ist geplant – diese wird maßgeblich mittels Crowdfunding finanziert. Erfahrung mit solidarischen Finanzierungsmethoden haben die Betriebsleiter, denn bereits die Kuhherde wurde mit „Kuh-Anteilen“ finanziert. Nur so war der Aufbau des Hofes aus dem Nichts möglich. Darüber hinaus engagiert sich Hradetzkys Ehefrau Anja insbesondere in der Flüchtlingsarbeit, auf politischen Veranstaltungen, im Bündnis Junge Landwirtschaft e.V. und im Oder-Jungbauer-Netzwerk. Nächstes Projekt wird die Bauernhofpädagogik sein. Ausschlaggebend für die Verleihung des Zukunftspreises war letztendlich auch die unerschütterliche Ausdauer und Kreativität bei der Umsetzung ihrer Ziele. „Wir wollen anderen Junglandwirten Mut machen, auch in ein solch kapitalintensives Geschäft einsteigen zu können – unser Low-Input-Prinzip ist eine Start-Möglichkeit und ermöglicht eine gewisse Unabhängigkeit vom System“, so Anja und Janusz.

Weitere Informationen unter www.stolzekuh.de

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