WiTra-Veranstaltung: Agroforstwirtschaft

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Was haben Bäume mit Landwirtschaft zu tun? Auf den ersten Blick könnte man meinen nichts. Sie stehen unnütz im Weg und werfen Schatten auf lichtbedürftige Kulturen. Das dies aber ganz und gar nicht der Fall ist konnten die 30 Teilnehmenden der WiTra-Veranstaltung „Agroforstwirtschaft – Synergieeffekte durch Bäume und Sträucher im ökologischen Landbau nutzen“ am Mitte März auf dem Biolandhof Braun in Freising erfahren.

Der Landwirt Sepp Braun legte vor mehr als neun Jahren mehrere Agroforstflächen auf seinem Hof an. Diese Gehölzelemente kombinierte er mit Ackerbau und Tierhalthaltung. Denn Agroforstwirtschaft bedeutet der bewusste Anbau und Nutzung von Gehölzen in Kombination mit Ackerbau und Weidewirtschaft. War früher diese Kombination ins unserer Kulturlandschaft noch selbstverständlich, ist sie in den letzten 60 Jahren fast komplett verschwunden. Jedoch zeigen erste wissenschaftliche Untersuchungen, dass sich daraus positive ökologische Effekte (Schutz vor Bodenerosion, Ertragssteigerung- und  -stabilisierung, Steigerung der Biodiversität, Humusanreicherung) und ökonomische Effekte (Nutzung von Nutz- und Energieholz, Obst, etc.) ergeben können.

Die Anlage auf dem Biolandhof Braun ist Teil eines praxisorientierten Forschungsprojektes der LFL Bayern. Die aktuellen Projektergebnisse wurden von Andrea Winterling vorgestellt. Der Agroforst-Experte Burkhard Kayser referierte über die theoretischen und planerischen Grundlagen. Zweierlei wurde bei der Veranstaltung deutlich: Es bedarf mehr Agroforstflächen in Deutschland um die Interaktionen und Synergieeffekte der beiden Landschaftssystemen besser beforschen zu können und eine rechtliche Anerkennung von Agroforst als Bestandteil einer landwirtschaftlichen Produktionsfläche.

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