Jubiläumsfeier: 50 Jahre Stiftung Ökologie & Landbau

Schecken Kaninchen, © SÖL

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Jubiläumsfeier am 02.12.2011

Am 02.12.2011 hat die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) ihr 50jähriges Bestehen gefeiert. In einem Festakt in der Bad Dürkheimer Brunnenhalle würdigte die 86jährige Stiftungsratsvorsitzende und Mitgründerin Dagi Kieffer den langjährigen Einsatz der SÖL zur Förderung der Bildung und Gesundheit in den Bereichen Ökologie und Landbau. Bei ihrer Begrüßungsansprache vor mehr als 250 Gästen betonte sie, dass sich die Stiftung auch künftig verstärkt für den Erhalt einer Landwirtschaft einsetzen will, die von bäuerlichen Werten geprägt ist, die verantwortlich mit den Lebensgrundlagen wie Boden und Wasser umgeht, eine artgemäße Tierhaltung praktiziert und den Menschen ein gesundes Lebensumfeld sichert. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass sie sich freue, eine "Perle" wie die SÖL in ihrem Bundesland haben zu dürfen. "Öko ist kein Luxus, Verbraucher begreifen immer mehr die hohe ethische und kulturelle Bedeutung des Essens", führte sie aus.

SÖL: Seit 50 Jahren Einsatz für den Biolandbau

Die SÖL hat seit ihrer Gründung 1961 durch Karl Werner Kieffer viel Pionierarbeit geleistet, zunächst in den Bereichen Bildung und Gesundheit und später dann auf den Gebieten Ökologie und Landbau. Bereits in den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts etablierte die SÖL die erste Buchreihe zu Themenkomplexen rund um den Umweltschutz und den Biolandbau. Beispielhaft publizierte sie 1979 das erste Buch zum ökologischen Weinbau und widmete sich 1982 als erste Institution dem Thema Waldsterben. Seit 1977 gibt sie die Fachzeitschrift Ökologie & Landbau heraus (früher ifoam-Bulletin).

Eine der Stärken der SÖL ist es, die wissenschaftliche Arbeit in der Forschung in einen stark praxisbezogenen Kontext zu stellen und sich für den Nachwuchs einzusetzen. So gab sie beispielsweise wichtige Impulse zur Gründung der Universität Kaiserslautern. Auch unterstützte sie mehrere Stiftungsprofessuren, beispielsweise in Witzenhausen und Dresden.

Bildung, Forschung und anschauliche Praxis

Um Forschern einen Praxisdialog zu geben, richtet die SÖL seit gut 20 Jahren zweijährlich die "Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau" aus. Zahlreiche Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum stellen auf dem Kongress ihre Forschungsaktivitäten und Ergebnisse vor. In einem lebendigen Dialogforum tauschen sie sich hier nachhaltig mit Praktikern aus.

Ebenso hat sich die SÖL im Bereich der praktischen Aus- und Weiterbildung einen Namen gemacht. Zahlreichen Studienabsolventen hat sie mit dem Traineeprogramm Ökolandbau eine berufliche Chance in der Biobranche geebnet. Das Traineeprogramm wird durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft gefördert. Auf dem eigenen Seminarbauernhof Gut Hohenberg bietet die SÖL zudem mehrtägige Schüleraufenthalte sowie Seminare für die Erwachsenenbildung an. Hier kann man von der Pike auf erfahren, wie ökologischer Landbau in der Praxis funktioniert.

Unabhängige Stiftung

Als gemeinnützige Stiftung verfolgt die SÖL keine wirtschaftlichen Interessen. Dies bietet ihr eine unabhängige, neutrale Rolle. So kann sie einerseits mit unterschiedlichen Akteuren wie Anbauverbänden, Ministerien, Erzeugern und Abnehmern zusammenarbeiten. Andererseits kann sie aber auch inhaltliche Positionen äußern, die durchaus auch kritisch sein dürfen. Da die SÖL institiutionsübergreifend arbeitet, kann sie mit ihrem ganz eigenständigen Beitrag die Weiterentwicklung der Biobranche fördern.