Karl-Werner-Kieffer-Preis

Zum Gedächtnis an ihren Gründer, Karl Werner Kieffer (1912 - 1995), verleiht die Stiftung Ökologie & Landbau seit 1996 den Karl-Werner-Kieffer-Preis. Mit diesem Preis werden Leistungen ausgezeichnet, die dem Schutz unserer Umwelt und der Förderung des Ökolandbaus dienen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die bisherigen Preisträger

Albert Fink

Albert Fink ist der Preisträger des Karl-Werner-Kieffer-Preises 2014 der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). In einem Festakt im Hambacher Schloss (Neustadt an der Weinstraße) würdigte die SÖL die Verdienste von Bankgründer Albert Fink um die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus.

Seine Begrüßungsansprache vor knapp 200 Gästen begann Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland?Pfalz, mit einem Zitat von Antoine de Saint?Exupery: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Damit beschrieb er treffend die Leistungen Albert Finks: gemeinsam mit zwei Weggefährten erkannte der Vordenker bereits in den 1960er Jahren, in welchem Maße Geld, Land, Ökologie und soziale Gerechtigkeit zusammenhängen. Als notwenige Schlussfolgerung aus ihren Erkenntnissen gründeten die drei Freunde die GLS Bank in Bochum, die sich heute als „erste sozial?ökologische Universalbank der Welt“ bezeichnet und seit Jahrzehnten zahlreiche Biobetriebe unterstützt. Nikolai Fuchs, Vorstand der GLS Treuhand und langjähriger Weggefährte Finks, fragte in seiner Laudatio: „Wie kommt ein Industrieller zur Landwirtschaft?“. Die kurze und einleuchtende Antwort lautet: „Durch Einsicht!“. Denn Albert Fink habe etwas eingesehen, das sein Lebensmotto wurde: Industrie zehrt, Landwirtschaft mehrt. Und so half er beim Aufbau gemeinnütziger Trägerschaften, um Biobetreibe langfristig in ihrer Existenz zu sichern. Fink war derjenige, der die Zukunftsentwürfe der Visionäre auf den Boden holte und dafür sorgte, dass sie auch Wirklichkeit wurden.

Dankbar und gerührt nahm der heute 80jährige Fink den Preis auch im Namen seiner damaligen Mitstreiter entgegen und zeigte sich beeindruckt, wie viele Weggefährten auf das Hambacher Schloss gekommen waren. In seiner Dankesrede verwies er auf den Weltagrarbericht und mahnte, dass ein „Weiter wie bisher“ keine Option sei. Wenn er die heutigen Entwicklungen wie Urban Gardening oder Solidarische Landwirtschaft anschaue, dann freue er sich, dass aus passiven Konsumenten aktive Produzenten werden und sich ein gesamtgesellschaftlicher Aufbruch abzeichne.

Zum Weiterlesen: Portrait über Albert Fink "Land ist Gemeinschaftskapital der Menschheit", erschienen in Ökologie & Landbau 1/2015


Bildergalerie zur Preisverleihung 2014

Karl Werner Kieffer-Preis 2014, (c)SÖL
Dr. Uli Hampl und Dr. Uli Zerger beim Karl Werner Kieffer Preis 2014, (c)SÖL
Peter Kieffer und Albert Fink beim Karl Werner Kieffer Preis 2014, (c)SÖL

Preisträger 2011

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) hat am 02.12.2011 im Rahmen ihrer Feier zum 50jährigen Jubiläum den Karl-Werner-Kieffer-Preis an Dr. Felix Prinz zu Löwenstein verliehen. Damit würdigt die SÖL seinen besonderen Einsatz für die gesellschaftliche Anerkennung des ökologischen Landbaus sowie für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik.

Nach Auffassung der SÖL ist es Felix Löwenstein in hervorragender Weise gelungen, über viele Jahre hinweg die Anliegen des ökologischen Landbaus glaubhaft und zugleich überzeugend in die Gesellschaft zu tragen. Des Weiteren wird sein Auftreten, sein Engagement sowie seine Fachkenntnis in Ministerien und Behörden gleichermaßen anerkannt und geschätzt. Auch ist es ihm gelungen, die verschiedenen Verbände und Gruppen - trotz unterschiedlicher Partikularinteressen - innerhalb des ökologischen Landbaus zusammenzuführen, indem er stets das gemeinsame Anliegen in den Vordergrund stellte. Nicht zuletzt ist es ihm dank seines Humors und seiner Natürlichkeit gelungen, Menschen davon zu überzeugen, dass es nur mit dem ökologischen Landbau gelingen wird, der Menschheit ein Überleben auf diesem Planeten zu ermöglichen.

Zur Person

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Biolandwirt, wurde 1954 in eine traditionsreiche, weit verzweigte Familie geboren. Nach der Schulzeit am Jesuitenkolleg St. Blasien/Schwarzwald studierte Löwenstein an der agrarwissenschaftlichen Fakultät der TU München in Weihenstephan und schloss das Studium 1982 mit der Promotion über "Informationsverhalten und Informationsübermittlung in der landwirtschaftlichen Offizialberatung" ab. Nach einer dreijährigen Entwicklungshelfer-Tätigkeit auf Haiti übernahm er 1986 den elterlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb (130 Hektar Landwirtschaft, 100 Hektar Wald) und stellte das Gut in Südhessen, das seit 500 Jahren im Besitz der Familie ist, auf Biolandbau um. Löwenstein ist Mitglied im Naturland-Präsidium und seit 2002 als Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) politischer Vertreter der deutschen Biobranche. Er ist im Vorstand des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL Deutschland) und engagiert sich in alter Familientradition im Malteserorden. Löwenstein ist verheiratet und hat sechs Töchter. Er ist Autor des Buches "FOOD CRASH - Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr", das im September 2011 bei Droemer Knaur erschienen ist.

Laudatio: Dr. Robert Hermanowski, FiBL

Rede des Preisträgers


Festrede von Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Teil 1


Festrede von Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Teil 2


Bildergalerie zur Preisverleihung 2011

Preisträger Felix Prinz zu Löwenstein beim Karl-Werner-Kieffer-Preis 2011, (c)SÖL
Preisträger Felix Prinz zu Löwenstein spricht beim Karl-Werner-Kieffer-Preis 2011, (c)SÖL
Daggi Kieffer und Felix Prinz zu Löwenstein beim Karl-Werner-Kieffer-Preis 2011, (c)SÖL
Peter Kieffer, Felix Prinz zu Löwenstein und Robert Hermanowski beim Karl-Werner-Kieffer-Preis 2011

Die früheren Preisträger folgen in Kürze!

Ansprechpartner

Dr. Uli Zerger
Geschäftsführender Vorstand

+49 (0) 6322 - 98970 - 223
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