Nachrichtenarchiv September 2011

Nachrichtenübersicht
Herbsttagung des BÖLW
Einkommenszuwachs der östereichischen Biolandwirte
BÖLW-Gentechpetition vor dem Bundestag
Neue online Handelsplattform für Biorohware
Tschechien: Biobranche im Aufwind
Bioland Ost e.V. gegründet
Kompendium Naturkosthandel 2011
Bio-Ernährungsbonus verhindert
EuGH-Urteil: Gentechhonig nicht verkehrsfähig
Biobranche: Zusatzqualifikation mit IHK-Abschluss
Neuanfang: Bio-Küche biond wirtschaftlich gesichert

Herbsttagung des BÖLW

(30.09.2011) Die Herbsttagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zum Thema "Welt im Wandel - Die Bedeutung des Ökolandbaus für einen neuen Gesellschaftsvertrag" findet am 26. Oktober 2011 von 15.00 bis 20.00 Uhr im Hotel Aquino in Berlin statt. In Vorträgen und in einer Expertenrunde werden Gastredner aus Wissenschaft, Politik und der Unternehmenspraxis die Möglichkeiten und Potenziale von klimafreundlichen Landnutzungssystemen für den Prozess einer globalen Transformation aufzeigen und diskutieren. Dem BÖLW geht es dabei besonders um die herausragende Rolle des Ökolandbaus. Der Begrüßungskaffee ab 15 Uhr und das Buffet nach der Veranstaltung bieten die Möglichkeit für Gespräche und Austausch.

Kontakt: Joyce Moewius, BÖLW, Marienstr. 19 - 20, 10117 Berlin, Tel.: 030/28482-307, moewius@boelw.de

Einkommenszuwachs der östereichischen Biolandwirte

(28.09.2011) Österreichs Biolandwirte haben das Einkommen im Jahr 2010 durchschnittlich um 8 Prozent auf etwas mehr als 74.000 Euro erhöhen können. Das geht aus dem aktuellen Grünen Bericht, dem Bericht über die Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft, hervor. Davon entfielen 32 Prozent auf die Tierhaltung, 9 Prozent auf die Bodennutzung und 10 Prozent auf die Forstwirtschaft. Bei der Einkommensanalyse für das Jahr 2010 wurden 2.237 Betriebe ausgewertet. Rund 550 davon sind der Biolandwirtschaft zuzuordnen. Diese bewirtschafteten im Durchschnitt etwa 33 Hektar. Dreißig Prozent am Ertrag im Jahr 2010 machten die öffentlichen Gelder wie Marktordnungs- und Umweltprämien, Ausgleichszulage, Forstförderungen und Zinszuschüsse aus. Diese waren daher für die Einkommen weit bedeutsamer als bei den konventionell wirtschaftenden Höfen. Im Durchschnitt aller Betriebe machten staatliche Transferzahlungen 21 Prozent der Einkommen aus. Bei den Bergbauern waren es 27 Prozent. In den letzten fünf Jahren hat die von den Biobetrieben bewirtschaftete Fläche in Österreich um fast 70.000 Hektar auf insgesamt 538.210 Hektar zugenommen.

BÖLW-Gentechpetition vor dem Bundestag

(27.09.2011) Gestern fand im Petitionsausschuss des Bundetages die öffentliche Beratung der BÖLW-Gentechpetition statt. Dazu trug Petent und BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein das Anliegen im Ausschuss vor und diskutierte es mit Vertretern der Bundesregierung. Gentechnisch veränderte Pflanzen sind besonders gefährlich, weil sie nicht aus der Natur zurückzuholen sind. "Zu spät erkannte Risiken sind nicht mehr zu beherrschen", argumentierte Felix zu Löwenstein im Petitionsausschuss. Damit begründete er eine von ihm eingereichte Eingabe, die mehr als 102.000 Menschen unterzeichnet haben. Eine Beschlussempfehlung an das Plenum des Deutschen Bundestages wird der Petitionsausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen erstellen.

Neue online Handelsplattform für Biorohware

(26.09.2011) Als eine der drei innovativsten Geschäftsideen des Wettbewerbs "Best of CampusGründungen Niedersachsen" ist die neue online Plattform o-tx ausgezeichnet worden. o-tx.com ist eine Preis- und Handelsplattform für ökologisch zertifizierte Waren. Die Plattform bietet die Möglichkeit, auf moderne und professionelle Art und Weise mit Rohwaren aus ökologischem Anbau zu handeln. Landwirte, Verarbeiter und Händler aus dem Biobereich können deutschlandweit ihre Partien wie verschiedene Getreidearten, Kartoffeln, Leguminosen, Ölfrüchte, Futtermittel, Heu oder Stroh zum Verkauf einstellen oder Gesuche aufgeben. Auf der Internetplattform kann auch direkt über Preis, Lieferbedingungen und Zusatzleistungen verhandelt werden. Ziel der Initiative ist die Förderung der Vielfalt, der Transparenz des Marktes und die Vernetzung innerhalb des Ökomarkts.

Tschechien: Biobranche im Aufwind

(22.09.2011) Das Prager Landwirtschaftministerium teilte anlässlich des aktuellen "Monats der Biolandwirtschaft" mit, dass Ende August landesweit insgesamt 4.022 Betriebe ökologisch produzierten; das waren 505 mehr als im Januar. Mit fast 483.200 Hektar bewirtschaften die Biobauern nun eine um 7,8 Prozent größere Fläche als zum Jahresanfang. Im gleichen Zeitraum kamen 24 neue Verarbeiter von Biolebensmitteln hinzu, deren Gesamtzahl sich auf 650 erhöhte. Im vergangenen Jahr wurden die tschechischen Biolandwirte dem Agrarressort zufolge mit insgesamt 46,8 Millionen Euro unterstützt, wobei 80 Prozent der Fördermittel aus dem EU-Haushalt stammten. Der bereits siebte "Monat der Biolandwirtschaft" verläuft in diesem Jahr unter dem Motto "Wir kennzeichnen Qualität". Die Organisatoren vermittelten Informationen über Kontrollverfahren sowie Kennzeichnung der Biolebensmittel auf nationaler und europäischer Ebene, erklärte der tschechische Anbauverband ökologischer Landwirte Pro-Bio. Der Verband, der 588 Landwirte und 68 Händler vereinigt, präsentierte zudem sein neues Siegel "Bioprodukt vom Hof: garantiert durch Pro-Bio".

Bioland Ost e.V. gegründet

(16.09.2011) Der Ökoanbauverband Bioland hat einen neuen Landesverband: Mitgliedsbetriebe aus den fünf östlichen Bundesländern gründeten Mitte September auf Schloss Calberwisch in Sachsen-Anhalt Bioland Ost e.V.. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Klaus Feick aus Sachsen-Anhalt gewählt, Heike Kruspe übernimmt die Geschäftsführung. Die Neustrukturierung ist als Impuls der letzten anderthalb Jahre von innen aufgegriffen worden und soll dazu beitragen, dass Bioland in den östlichen Bundesländern gestärkt wird.

Kompendium Naturkosthandel 2011

(09.09.2011) Bundesweit kann sich der Biofachhandel weiterhin von der Stagnation im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) positiv absetzen. Dies ist die Kernbotschaft des Betriebsvergleichs für die Biobranche, dessen Ergebnisse für das Jahr 2010 die Kommunikationsberatung Klaus Braun als Kompendium Naturkosthandel 2011 vorlegt. Die Bioläden konnten einen Umsatzzuwachs von 4,2 Prozent erreichen, wobei sich die Zuwächse annährend gleichmäßig auf die Sortimente verteilten, auffällig ist jedoch ein überproportionaler Zuwachs bei den Convenience-Produkten. Der Kunde lässt bei seinem Einkauf im Biofachhandel im Durchschnitt knapp 17 Euro an der Kasse, bei den großflächigen Biosupermärkten liegt dieser Wert um 2,50 Euro höher.

Bio-Ernährungsbonus verhindert

(08.09.2011) Die Krankenkasse BKK advita wollte dieses Jahr einen Bio-Ernährungsbonus einführen, doch das Bundesversicherungsamt hat noch kein grünes Licht gegeben. Versicherte der BKK advita sollen einen Bonus erhalten bei entsprechendem Nachweis über Biolebensmitteleinkäufe. Damit möchte die Krankenkasse das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum saisonaler Bioprodukte prägen und ihren Teil zur Stärkung einer regionalen Biolandwirtschaft beitragen. Jedoch kann dieses Bonusprogramm noch nicht realisiert werden, da das Bundesversicherungsamt die dazu nötige Satzungsänderung seit Anfang des Jahres blockiert. Die BKK advita prüft jetzt rechtliche Schritte.

EuGH-Urteil: Gentechhonig nicht verkehrsfähig

(07.09.2011) Honig mit Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen darf nicht mehr in der EU verkauft werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg urteilte am Dienstag, dass derartiger Pollen eine Gentech-Zutat sei, die aus Sicherheitsgründen eine Zulassung benötigt. Das gelte "unabhängig vom Anteil des genetisch veränderten Materials". Es sei egal, ob der Pollen dem Honig unabsichtlich beigefügt werde. Das Urteil wird von Umwelt-, Bio- und Verbraucherschutzverbänden begrüßt, da es die Rechte der Imker und Verbraucher gestärkt habe. Der EuGH hat der Position eines Imkers stattgegeben, der Pollen von Mon 810 in seinem Honig fand und ihn daraufhin als Sondermüll entsorgte. Die aufwändige, seit 2005 laufende Klage des Imkers wird von Verbänden und engagierten Bürgern unterstützt.

Biobranche: Zusatzqualifikation mit IHK-Abschluss

(07.09.2011) Die Bundesverbände Naturkost Naturwaren, der Verband der Biosupermärkte und der Bundesfachverband Deutscher Reformhäuser haben eine gemeinsame Zusatzqualifikation mit IHK-Abschluss auf den Weg gebracht. Ab Herbst 2012 soll für Auszubildende und Quereinsteiger in der Bio- und Reformhausbranche das Angebot einer bundesweit einheitlichen Zusatzqualifikation mit abschließender IHK-Prüfung bestehen. Ein gemeinsamer Rahmenlehrplan, der die Themenfelder Biolandwirtschaft, Ernährung und Gesundheit, Warenkunde für Frisch- und Trockensortiment, Getränke, Kosmetika und Spezialitäten sowie betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse und kundenorientiertes Beraten und Verkaufen umfasst, ist bereits verabschiedet. Die neue Zusatzqualifikation kann parallel zur Erstausbildung oder von Quereinsteigern berufsbegleitend erworben werden. Die Fachmessen BioSüd und BioNord mit dem integrierten Schwerpunkt Reformwelt und der BNN-Fachtag am 15. Oktober 2011 in Hannover bieten nun Gelegenheit, sich ausführlich bei den beteiligten Verbänden über das neue Qualifikationsangebot zu informieren.

Neuanfang: Bio-Küche biond wirtschaftlich gesichert

(06.09.2011) Mit neuen Gesellschaftern und strategischen Partnern startet die Bio-Systemküche "biond" zu einem Neubeginn. Die Bio-Catering Marbachshöhe GmbH schließt damit das Unternehmenskapitel „Insolvenz“ ab und setzt den Geschäftsbetrieb mit einer neuen Gesellschaft an einem neuen Standort in Wolfhagen/Landkreis Kassel fort. Mit zu hohen Fixkosten war die Bioküche im Frühjahr 2010 in die Insolvenz geraten, zum 1. September 2011 hat die neu gegründete „biond GmbH“ den Geschäftsbetrieb übernommen. Mit dabei: vier Gesellschafter, die einschlägige Erfahrung in wirtschaftlicher Nachhaltigkeit vorweisen und neben Kapital auch Expertise in das neue Unternehmen einbringen. biond-Gründer Dr. Harald Hoppe wird das neue Unternehmen inhaltlich und strategisch beraten. biond ist die einzige Systemküche, die zu 100 Prozent Ökokost für die Gemeinschaftsgastronomie produziert und bundesweit anbietet.