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(29.11.2011) Der ökologische Anbauverband Bioland e.V. hat heute eine ausführliche Stellungnahme zu den Legislativvorschlägen der EU-Kommission zur Agrarreform ab 2014 vorgelegt, in welcher eine gezielte Stärkung des Biolandbaus über höhere EU-Kofinanzierungssätze gefordert wird. "Die Agrarreform muss den Biolandbau besonders unterstützten. Er bietet Lösungen für zahlreiche Herausforderungen im Umweltschutz, etwa im Klima-, Boden- und Gewässerschutz. Der Biolandbau trägt zudem zum Erhalt der Artenvielfalt bei", sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. Der Verband fordert Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CDU) und die Landwirtschaftsminister der Bundesländer auf, in den anstehenden Verhandlungen mit den EU-Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament eine zielgerichtete Unterstützung des ökologischen Landbaus zu verankern. Dies entspricht dem Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Bundesregierung, 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf Biolandbau so schnell wie möglich umzustellen. Bioland schlägt eine deutliche Erhöhung der EU-Kofinanzierungssätze für den Biolandbau vor. Bisher ist vorgesehen, dass der ökologische Landbau lediglich den allgemeinen Regelsatz von 50 Prozent aus dem EU-Topf erhält. Damit wäre dieses zukunftsweisende Anbaussystem abhängig von der Kassenlage in Bund und Ländern, da diese die restlichen 50 Prozent tragen müssten. Enttäuscht zeigt sich Bioland von der ungenügenden finanziellen Ausstattung und Beteiligung der EU an der "Zweiten Säule" und fordert eine Verdopplung der Finanzmittel für den Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. "Um den umweltpolitischen Herausforderungen gerecht zu werden, muss die EU hier mehr Finanzmittel für den ökologischen Landbau und weitere umweltverträgliche Landbewirtschaftungsmaßnahmen bereitstellen", so Plagge.
(28.11.2011) Am 1. November 2011 startete zum neunten Mal das Traineeprogramm Ökolandbau. Angetreten sind 25 motivierte Trainees unterschiedlicher Fachrichtungen: Vom Agrarwissenschaftler über Ökotrophologen bis zum Betriebswirt. Genauso vielfältig sind auch die vertretenen Unternehmen. So sind die Erzeuger ebenso dabei wie der Biohandel oder die Kontrollstellen. Aber alle 25 neuen Trainees haben eines gemeinsam: Sie möchten als zukünftige Fach- und Führungskräfte den Ökolandbau voran bringen! Vor ihnen liegt ein Jahr, in dem sie miteinander und voneinander lernen werden. Die Trainees werden elf Monate in ihrem Ausbildungsunternehmen arbeiten, Projekte durchführen und in vier einwöchigen Trainingsmodulen in ihrer fachlichen, methodischen und persönlichen Kompetenz geschult. Ziel ist die Gewinnung und Qualifizierung kompetenter Nachwuchskräfte für die Organisationen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Netzwerkbildung unter den Trainees, welche letztendlich der ganzen Ökobranche nutzt. Wie schon im vorangegangenen Traineeprogramm werden die jungen Menschen vor eine große Gemeinschaftsaufgabe gestellt: Dieser Jahrgang wird einen Dokumentarfilm über Pioniere der Ökobranche erstellen! Für die Finanzierung ihres Projekts suchen die Trainees übrigens noch nach Sponsoren.
(25.11.2011) Für Samstag, den 21. Januar 2012, ab 11:30 Uhr wird wieder zu einer Großdemonstration gegen die Industrialiserung der Landwirtschaft aufgerufen! Das Motto lautet: Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie! Veranstalter der Aktion ist die Kampagne Meine Landwirtschaft gemeinsam mit vielen anderen Organisationen. Gefordert wird eine Reform der europäischen Agrarpolitik, welche nicht weiterhin die Agrarindustrie mit hohen Subventionen fördert. In dem Aufruf zur Demonstration heißt es: Die Agrarindustrie verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen. Sie verschärft Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Das haben wir satt! Das breite Bündnis fordert von Bundeskanzlerin Merkel unter anderem: Subventionen an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien binden; Faire Regeln durchsetzen statt Agrarmärkte liberalisieren; Heimisches Futter statt Gentechnik-Soja fördern; Spekulationen mit Lebensmitteln beenden; Exportsubventionen stoppen; Der Fleischindustrie den Geldhahn abdrehen. Stattdessen setzt sich die Kampagne für bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft, für ein Menschenrecht auf Nahrung und für Respekt vor den Tieren in der Landwirtschaft ein. Die Demo im Januar 2011 zu diesem Thema lockte knapp 22.000 (!) Demonstranten nach Berlin. Die Veranstalter hoffen bei der kommenden Demonstration auf eine ähnlich zahlreiche Unterstützung aus der Bevölkerung!
(22.11.2011) Konventionelle Pflanzenschutzmittel sind für unsere Umwelt ein noch größeres Problem als lange angenommen. Das geht aus einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hervor, bei welcher die Einzugsgebieten von vier großen europäischen Flüssen untersucht wurden. Dabei zeigte sich, dass insgesamt 190 Chemikalien in Konzentrationen vorkommen, bei denen Wirkungen auf Organismen nicht auszuschließen sind. Die meisten der Substanzen, die in der in der Studie als Risiko für die Umwelt eingestuft wurden, waren Pestizide, deren Mehrzahl sich nicht auf der europäischen Liste prioritärer Stoffe findet, welche regelmäßig überwacht werden müssen. Deshalb sei eine Überarbeitung der Chemikalienliste, die die EU-Wasserrahmenrichtlinie den nationalen Behörden zur Beobachtung vorschreibt, dringend notwendig. Der weltweite Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erschwert nach Einschätzung des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) auch eine komplett rückstandsfreie Bioproduktion. Weltweit müssen Biobauern damit leben, völlig unverschuldet Opfer der Schadstoffbelastung aus der konventionellen Landwirtschaft zu werden. Den Herausforderungen einer belasteten Umwelt stellt sich der Naturkosthandel mit dem BNN-Monitoring, einem unternehmensübergreifenden Qualitätssicherungssystem. Seit 2003 werden Bioobst und -gemüse aus dem Naturkosthandel systematisch auf Verunreinigungen mit Pflanzenschutzmitteln untersucht.
(21.11.11) Die internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) hat zum neunten Mal ihren mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Forschungspreis für artgerechte Nutztierhaltung vergeben. Zwei der Arbeiten widmen sich dem Gesundheitszustand von Legehennen in alternativen Haltungssystemen. Die dritte Studie enthält Verhaltensbeobachtungen bei Rindern. Der Preis richtet sich an junge Wissenschaftler, die herausragende und anwendungsorientierte Arbeiten zur Förderung der artgerechten Nutztierhaltung veröffentlicht haben. Der Agrarwissenschaftler Dr. Falko Kaufmann erhielt einen Preis für seine an der Universität Göttingen angefertigte Dissertation, welche parasitären Wurminfektionen (Helminthen-Infektionen) in deutschen ökologischen Legehennenhaltungen untersuchte. Dabei konnte aufgezeigt werden, dass bei entsprechender Berücksichtigung in Zuchtprogrammen mittel- bis langfristig nachhaltige Erfolge erzielt werden könnten. Einen weiteren Forschungspreis erhielt die Tierärztin Dr. Susanna Käppeli für ihre an der Universität Bern erstellte Dissertation über Brustbeinveränderungen bei Legehennen in Haltungssystemne mit Sitzstangen. Die Arbeit konnte die Genetik (Knochenstärke) und das Sitzstangenmaterial als entscheidende Faktoren für die häufig vorkommenden starken Brustbeinveränderungen nachweisen. Die Zoologin Katharina Graunke erhielt ein Preis für ihre an der Swedish University of Agricultural Sciences in Skara und der Technischen Universität München angefertigte Diplomarbeit zum Verhalten von Rindern (Bos taurus) in der Winterfreilandhaltung und die Auswirkungen verschiedener Wetterverhältnisse.
(15.11.2011) Die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin wird vom 20. bis 29. Januar 2012 wieder Gäste aus aller Welt begrüßen. Die Biobranche präsentiert sich dort mit rund 60 Ausstellern zum 15. Mal in Halle 6.2a, im so genannten BioMarkt. Besucher können an den Gemeinschaftsständen der Anbauverbände Bioland, Demeter, Naturland und Biokreis leckere Bioköstlichkeiten probieren. Erstmalig präsentiert das Forum Berufsbildung Jobprofile aus der Naturkostbranche. Und auf der BioMarkt-Bühne erleben die Besucher Ökolandbau "live". Mehrmals täglich zaubert BIOSpitzenkoch Bernd Trum genussvolle BIOMomente und wird dabei von prominenten Gästen unterstützt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist unter dem Motto "Bio - Vielfalt erleben und genießen" mit dem Stand des Bundesprogramms "Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" vertreten. Die Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau bieten dort genussvolle Verkostungen an und gewähren Einblicke in ihre Hofkonzepte. Am 27.01.2012 findet der "Tag des Ökologischen Landbaus" und die Preisverleihung Förderpreis Ökologischer Landbau statt.
(14.11.2011) Das peruanische Parlament hat am 3. November ein zehnjähriges Moratorium verabschiedet, das Einfuhr und Produktion von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Peru verbietet. Ausgenommen von der neuen Regelung sind GVO, die für die Forschung sowie die Herstellung von pharmazeutischen wie veterinärmedizinischen Produkten verwendet werden und bei denen Peru den bestehenden Regelungen internationaler Handelsverträge unterliegt. Ebenfalls nicht betroffen von dem Moratorium ist der Import von gentechnisch veränderten Beiprodukten, die direkt für die menschliche und tierische Ernährung vorgesehen sind oder für die Herstellung von Lebens- bzw. Futtermitteln. Laut der neuen Regelung müssen auch die vom Moratorium ausgenommenen GVO einer Risikobewertung unterzogen werden, ehe sie verwendet werden dürfen. Das neue Gesetz soll einen Beitrag dazu leisten, die Artenvielfalt in Peru zu schützen werde. Zudem wird erwartet, die Lebensmittelexporte dadurch in den kommenden Jahren um eine Milliarde US-Dollar steigern können.
(10.11.2011) Am 5. Dezember 2011 wird in Witzenhausen ein Hochschultag mit Fachvorträgen zum Thema Tier- und Umweltschutz stattfinden. Es soll die Leitfrage Vor welchen Herausforderungen steht die ökologische Tierhaltung? erörtert werden. Dieser, vom Fachbereich Ökologische Agarwissenschaften der Universität Kassel und dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) organisierte Hochschultag, will ein Forum zum Austausch von Wissenschaft und Praxis bieten. Zielgruppe für die Veranstaltung sind sowohl Öko-Landwirte, -Vermarkter und -Berater als auch Agrarwissenschaftler und Studierende sowie sonstige Interessierte. Vormittags sollen Fragen zum Tierschutz aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Unter anderem soll es um Tierschutzlabel, Strategien zur besseren Tiergesundheit und die damit verbundene Rolle der Züchtung gehen. Nachmittags soll dann der Aspekt des Umweltschutzes bei der Tierhaltung thematisiert werden. Dabei wird es um Themen wie den klimarelevanten ökologischen Fußabdruck (carbon footprint) und Emissionen der Tierhaltung, aber auch um diesbezügliche Verbesserungen im Nährstoffmanagement gehen. In einer Podiumsdiskussion soll abschließend der Frage Welche Relevanz hat die vielfältige Gestaltung von Tier- und Umweltschutzkennzeichen für die ökologische Tierhaltung aus Sicht der Landwirtschaft, des Handels und der Verbraucher? nachgegangen werden.
(08.11.2011) Es ist entschieden: Alnatura ist das nachhaltigste Unternehmen Deutschlands 2011. Dies verkündete die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, der seit 2008 jährlich vergeben wird. Die 1984 gegründete Alnatura Produktions- und Handels GmbH mit Sitz im hessischen Bickenbach, vertreibt mehr als 1.000 verschiedene Biolebensmittel über verschiedene Handelspartner und in mehr als 60 Alnatura Super Natur Märkten. Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura, empfing die Auszeichnung von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner: Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die für uns Ansporn ist, unser gesamtes Tun noch nachhaltiger zu gestalten. Die Jury begründet die Prämierung von Alnatura unter anderem mit dem Engagement des Unternehmens hinsichtlich der Lösung von aktuellen Nachhaltigkeitsherausforderungen, wie z. B. die seit 2003 jährlich wiederholte Biosaatgutaktion, bei der von jedem verkauften Saatguttütchen 50 Cent an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gespendet werden. Hervorgehoben wurde auch die Initiative Vielfalterleben, bei der sich neben Alnatura rund 140 Partner aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Ökolandbau und Biohandel zusammengeschlossen haben, um sich für mehr Vielfalt und gegen Agrogentechnik einzusetzen. In diesem Jahr hatten sich 670 Firmen um die Auszeichnung des Nachhaltigkeitspreises beworben, die unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel steht.
(04.11.2011) Die US-Vize-Landwirtschaftsministerin Kathleen Merrigan kündigte eine Erhöhung der Zuschüsse der Regierung für die Forschung im Biosektor an. Insgesamt handelt es sich dabei um 19 Millionen US-Dollar, welche unter anderem in Forschungsprojekte an Universitäten und Instituten zu Pflanzenzüchtung und zur Entwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel fließen sollen. Laut Ministerin sei bislang viel zu wenig in die Forschung im Biobereich investiert worden, deshalb freue sie sich über diese Mittel aus zwei Programmen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA). Über 15 Millionen US-Dollar steuert die Organic Agriculture Research and Extension Initiative (OREI) bei und weitere fast vier Millionen US-Dollar bringt das Umstellungsprogramm auf Ökolandbau ein. Merigan betonte, es gebe noch Potenzial für ein weiteres Wachstum auf dem Biomarkt. Wenn mehr Bauern auf Bioanbau umstellen, bräuchten diese eine entsprechende wissenschaftliche Begleitung, um beste Qualitäten zu erzeugen.
(03.11.2011) Die deutschen Mitglieder der International Federation of Organic
Agriculture Movements (IFOAM) wählten auf ihrer Mitgliederversammlung
am 27. Oktober Alexander Gerber als deutschen Vertreter in die IFOAM-EU-Gruppe,
welche die Belange der ökologischen Erzeuger, Verarbeiter und Händler
auf europäischer Ebene vertritt. Alexander Gerber ist seit 2003 Geschäftsführer
des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
(BÖLW). Er freut sich auf die neue Aufgabe, die Interessen des deutschen
Ökosektors zukünftig direkt innerhalb der IFOAM-EU-Gruppe einzubringen.
Neben Alexander Gerber werden Alexander Beck, geschäftsführender
Vorstand der Assoziation
Ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL), für den Bereich
ökologische Verarbeitung und Handel sowie Jan Plagge, Präsident
von Bioland, für den Bereich Ökolandbau ihre Arbeit für die
deutsche Biobranche innerhalb der IFOAM-EU-Gruppe fortsetzen. Ausgeschieden
ist nach zwölfjähriger Amtszeit Thomas Dosch. Alexander Beck und
Jan Plagge würdigten Thomas Doschs langjähriges Engagement und dankten
ihm für seine wertvolle Arbeit.