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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > März 2011
(30.03.2011) Österreich ist es im Jahr 2010 gelungen, seine Führungsposition als "Bioeuropameister" weiter auszubauen. So wird mittlerweile rund ein Fünftel (19,4 Prozent) der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes, insgesamt 544.672 Hektar, von 21.798 Ökolandwirten bewirtschaftet. Das entspricht 16,2 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe, wie das Lebensministerium berichtete. Im Jahr 2009 waren es noch 18,5 Prozent der Agrarnutzfläche und 20.870 Biobetriebe (15,2 Prozent). Außergewöhnlich hohe Zuwachsraten zeigt vor allem der österreichische Biolebensmittelmarkt selbst. Dort wurden mit 7,3 Prozent Anteil so viele Biowaren wie noch nie verkauft. Das Segment Biofrischwaren (exkl. Brot) verzeichnete dabei mit einem Mengenzuwachs von 21,5 Prozent im Jahr 2010 ein überdurchschnittlich hohes Plus. Um neue europäische Absatzmärkte für die Zukunft zu erschließen, hat Bio Austria im Vorjahr gemeinsam mit der AMA Marketing eine Exportoffensive gestartet. Neben Deutschland, dem wichtigsten Exportland für Österreich, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Slowenien, Polen, Tschechien, Slowakei und Frankreich, denen ein großes Potenzial als Bioabsatzmarkt eingeräumt wird.
(28.03.2011) In einer öffentlichen Petition fordert der Bund Ökologische
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene
für ein Zulassungsverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen einzusetzen.
Hauptkritikpunkt der Petition ist die mangelhafte und unzureichende Prüfung
gesundheitlicher, ökologischer und sozio-ökonomischer Risiken der
Gen-Pflanzen im Rahmen des EU-Zulassungsverfahrens. Die Industrie hat in Brüssel
für 28 Gentechnik-Pflanzen Anbauzulassungen beantragt. Drei Pflanzen
stehen unmittelbar vor der Zulassung. Bis zum 19. April müssen 50.000
Bürger die Petition zeichnen. Dann kann der BÖLW das Thema im Petitionsausschuss
des Deutschen Bundestages selbst vortragen und der Ausschuss muss es öffentlich
diskutieren.
(21.03.2011) Im Bundesrat ist der Antrag gescheitert, der zur Aufweichung der Nulltoleranz von Gentechnik im Saatgut hätte führen sollen. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittel-wirtschaft (BÖLW) begrüßt diese Entscheidung. Die Reinheit des Saatguts hat höchste Bedeutung für die Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft. Es ist erfreulich, dass der Bundesrat mit seiner Entscheidung hier ein deutliches Zeichen gesetzt hat, so Löwenstein. Auch Bioland begrüßt die Mehrheitsentscheidung des Bundesrates. Gentechnikfreies Saatgut ist die Basis unserer Produktionskette und genau hier muss konsequent jegliche gentechnische Verunreinigung vermieden werden, kommentiert Jan Plagge, Präsident von Bioland. In der EU ist Gentechnik in Saatgut verboten. Bei Importen kann es aber vorkommen, dass Spuren gefunden werden. Nach bekannt werden des nun abgelehnten Antrags vor etwa zwei Wochen hatte es in etlichen Bundesländern Proteste gegeben.
(18.03.2011) Unter dem Motto "Es geht ums Ganze: Forschen im Dialog von Wissenschaft und Praxis" fand vom 15. bis 18. März 2011 die 11. Wissenschaftstagung an der Justus-Liebig-Universität in Gießen mit etwa 300 Teilnehmern statt. Im Rahmen der Schwerpunkte Pflanze und Boden, Tier, Ökolandbau und Umwelt, Produkte sowie Sozioökonomie boten etwa 37 Fachsektionen die Gelegenheit, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorzustellen und zu diskutieren. Gemäß dem Tagungsmotto war die besondere Absicht der Veranstalter, einen intensiven Dialog von Wissenschaftlern und Praktikern zu führen. Auf diesem Wege soll es gelingen, dass neueste Erkenntnisse schneller ihren Weg in die Praxis finden und dass die wissenschaftliche Arbeit durch Anregungen aus der Praxis eine Befruchtung erfährt.
(15.03.2011) Jan Plagge ist neuer Präsident des Bioland Verbandes. Die
Bundesdelegiertenversammlung des Bioland e. V. wählte den 40jährigen
Diplom-Gartenbauingenieur gestern in Fulda mit 65 Prozent der Stimmen ins
Amt des Präsidenten. Jan Plagge setzt sich seit mehr als 15 Jahren für
die Weiterentwicklung des Ökolandbaus in unterschiedlichen Bereichen
ein wie z. B. Beratung, Verbandsarbeit, Praxisforschung und agrarpolitische
Vertretung des Biolandbaus. Bis zu seiner jetzigen Wahl hat Jan Plagge über
zehn Jahre die bundesweite Bioland Beratung aufgebaut und geleitet. Plagge
ist Nachfolger von Thomas Dosch, der zwölf Jahre lang den Verband geführt
hatte. In einem fünfjährigen Turnus wählen die Delegierten
von Bioland auf der Bundesdelegiertenversammlung ihren Präsidenten. Er
vertritt Bioland, einen Verband von über 5.400 biologisch wirtschaftenden
Mitgliedsbetrieben und über 900 Partnern in Verarbeitung und Handel nach
innen und außen.
(14.03.2011) Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, hat im März den Bericht "Agro-ecology and the right to food" vorgelegt. Darin fordert er im Interesse der globalen Ernährungssicherheit und des Klimaschutzes eine landwirtschaftliche Kehrtwende zum Ökolandbau. Die Welt stecke in der größten Nahrungsmittelkrise seit 2008. Mit den Methoden des Biolandbaus lasse sich die Produktion der Kleinbauern in den am meisten vom Hunger betroffenen Regionen in zehn Jahren verdoppeln. Der Ökolandbau halte sich an die Spielregeln der Natur und sei weitgehend unabhängig von externen, energieintensiven Betriebsmitteln.
(09.03.2011) Der Naturarzneimittel-Hersteller schreibt zum zweiten Mal seinen Journalistenpreis aus. Mit dem Preis werden journalistische Beiträge ausgezeichnet, die sich kritisch mit der Agrogentechnik auseinandersetzen. Es können deutschsprachige journalistische Beiträge aus den Kategorien Print, Online, Hörfunk und TV eingereicht werden, die zwischen dem 1. April 2010 und dem 31. März 2011 in einem für jedermann erhältlichen bzw. Massenmedium im deutschsprachigen Raum veröffentlicht oder gesendet worden sind und sich kritisch mit den Folgen der Agrogentechnik auseinandersetzen. Das Preisgeld wurde auf 6500 Euro erhöht: 5.000 Euro für den Hauptpreis, 1.500 Euro für den Nachwuchspreis. Einsendeschluss ist der 31.07.2011.
(04.03.2011) Partner aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Lebensmittel-verarbeitung und Handel haben sich zu dem "Bündnis Vielfalterleben" zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für mehr Vielfalt und gegen Gentechnik zu engagieren. Zusammen mit Verbrauchern will sich die Initiative an die Verantwortlichen in der Politik wenden. Laut einer Studie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) vom Oktober 2010 lehnen 87 Prozent der Deutschen Agro-Gentechnik ab. Trotz dieser Mehrheitsmeinung verharrt insbesondere die EU-Kommission bei ihrer positiven Haltung zur Gentechnik. Dies sei, so die Initiative, eine klare Missachtung der Verbrauchermeinung zugunsten der Agrarindustrie. Mit einer öffentlichen Petition und Unterschriftenaktion möchte Vielfalterleben den politischen Diskurs anregen und einen Meinungswandel bei den verantwortlichen Politikern bewirken. Vielfalterleben engagiert sich zudem für die Pflege und Züchtung von biologischem Saatgut.
(02.03.11) Die Stiftung Ökologie & Landbau fordert gemeinsam mit den Ökoverbänden Bioland, Demeter, Gäa, Naturland, Ecovin und den Umweltverbänden BUND und NABU in Rheinland-Pfalz eine Neuausrichtung der Agrarpolitik. Die Agrarpolitik in Rheinland-Pfalz braucht dringend neue Impulse, um den Herausforderungen an den Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz gerecht zu werden, so die Verbände die in der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. zusammengeschlossen sind. Diese Ziele sind bisher in Rheinland-Pfalz nicht nennenswert voran gebracht worden. Statt einer klaren Ausrichtung der Förderung auf öffentliche Leistungen der Landwirtschaft wurden bisher vor allem die Interessen der konventionellen Landwirtschaft bedient. Die Forderungen zur Landtagswahl am 27. März 2011 und somit an die neue Landesregierung beinhalten u. a. die wirksame Förderung des ökologischen Landbaus, des Naturschutzes sowie ein Stopp der Grünen Gentechnik in Rheinland-Pfalz.