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(28.02.2011) Das Onlineportal KarmaKonsum schreibt zum dritten Mal eine Auszeichnung für ökologisch-nachhaltige Existenzgründer aus. Unter dem Motto "Empowering a new Spirit in Business" sucht KarmaKonsum Projekte mit ökologisch-nachhaltigen und/oder sozialen Geschäftsideen. Die Produkte oder Dienstleistungen sollten idealerweise den Endverbraucher ansprechen. Teilnahmeberechtigt sind alle ökologisch-nachhaltigen und/oder sozialen Projekte, die in Deutschland seit Anfang 2009 gegründet wurden. Überreicht wird der Gründer-Preis im Rahmen einer Abendveranstaltung der KarmaKonsum-Konferenz am 09. Juni 2011 in Frankfurt. Die grüne Geschäftsidee muss anhand einer zehnseitigen Gründungsskizze bis zum 31. März 2011 bei KarmaKonsum eingereicht werden. Als Preis erhält der Gewinner ein umfangreiches Dienstleistungspaket im Wert 30.000 Euro.
(24.02.2011) Die Europäische Union will künftig geringfügige Rückstände nicht zugelassener genetisch veränderter Pflanzen in Futtermittelimporten zulassen. Ein Expertengremium der 27 Mitgliedstaaten stimmte am Dienstag in Brüssel dafür, die bisher geltende Pflicht zu hundertprozentiger Reinheit etwa von Soja-Lieferungen zu kippen. Stattdessen gelte unter bestimmten Bedingungen künftig ein Grenzwert von 0,1 Prozent, erklärte die EU-Kommission. Dies gilt auch für nicht in der EU zugelassene Gentechnik-Pflanzen. Die Entscheidung wird von Bio- und Anti-Gentechnikverbänden scharf kritisiert. Mit der Aufweichung der Nulltoleranz würden die EU-Kommission und die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner vor der Gentechnikindustrie kapitulieren und den Willen der Bevölkerung missachten, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland. Auch Hans Hohenester, Ökobauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender kommentiert die Entscheidung als einen herben Rückschlag für die nachhaltige, ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft. Zudem warnt er, dass die EU damit die Chance aufs Spiel setzt, sich mit gentechnikfreien Produkten einen Zukunftsmarkt zu sichern. Die Regulierung tritt inkraft, wenn das Europäische Parlament ihr in den kommenden drei Monaten nicht widerspricht. Im vergangenen Jahr führte die EU mehr als 51 Millionen Tonnen Futtermittel ein, vor allem Soja und Mais aus den USA, Brasilien und Argentinien. Etwa die Hälfte davon sind zulässige genetisch veränderte Pflanzen.
(23.02.2011) Vor der EU-Ratssitzung der Agrarminister am 28.02.2011 in Brüssel hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) einen Vorschlag zur anstehenden Reform der EU-Agrarpolitik vorgelegt. Sowohl im EU-Agrarministerrat als auch im Europäischen Parlament werde derzeit versucht, den wesentlichen Kern der Reform, nämlich die Direktzahlungen an wirksame ökologische und soziale Kriterien zu binden, zu zerreden. Die AbL schlägt vor, dass sich die landwirtschaftlichen Betriebe die vollen Direktzahlungen nur sichern können, wenn sie eine Fruchtfolge einhalten. Wer sich dagegen entscheidet, soll 30 Prozent Abzug der Gesamtprämie erhalten. Als soziale Komponente stellt die AbL eine Obergrenze für die Zahlungen je Betrieb vor. Diese soll bei 150.000 Euro pro Betrieb und Jahr liegen, wobei die von dieser Grenze betroffenen Betriebe die Kürzung um die Hälfte ihrer Lohnkosten mildern können.
(21.02.2011) Ökolandwirtschaft kann die Ernährung der rund sieben Milliarden Menschen weltweit sicherstellen. Dieses Fazit zieht Markus Arbenz, Geschäftsführer des Welt-Bioverbandes IFOAM und Schirmherrin der BioFach, die dieses Jahr den Schwerpunkt "Welternährung" hatte. Vom 16. bis 19. Februar 2011 kamen 2.544 Aussteller und über 44.000 Facheinkäufer aus insgesamt 131 Ländern zu der Weltleitmesse für Bioprodukte, Naturkosmetik und Wellness nach Nürnberg. Neben Deutschland mit rund 25.000 Facheinkäufern waren besonders Österreich, Italien, Frankreich, Niederlande und die Schweiz stark vertreten. Die Internationalität stieg damit auf 42 Prozent. 1.500 Unternehmer nutzten die Premiere des Fachhandels Treffs zu Weiterbildung und Erfahrungsaustausch mit Kollegen. Erstmalig wurde der Best New Product Award verliehen, bei dem neue Produkte aus sieben Kategorien von den Fachbesuchern gewählt wurden. Stärker als die letzten Jahre war dieses Jahr die Politik vertreten: etwa 100 Vertreter aus der internationalen Politik sowie das erste regionale Agrarpolitikertreffen auf der BioFach lassen auf eine weiter wachsende politische Bedeutung des Kongresses hoffen. Insgesamt informierten sich auf den beiden Fachmessen rund 8.500 Kongressteilnehmer in 158 Veranstaltungen. Die nächste BioFach wird vom 15. bis 18. Februar 2012 in Nürnberg stattfinden. Als Land des Jahres wird dann Indien im Mittelpunkt der Weltleitmesse stehen.
(16.02.2011) Weltweit werden über 37 Millionen Hektar der landwirtschaftlichen
Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. Die Länder mit der größten
Biofläche sind Australien, Argentinien und die USA. Die biologische Anbaufläche
nahm 2009 weltweit um zwei Millionen Hektar zu, das entspricht sechs Prozent.
Hierbei fand das größte Flächenwachstum in Europa statt: Die
Biofläche legte um eine Million Hektar (zwölf Prozent) zu. Der globale
Markt für Bioprodukte wird vom Marktforschungsunternehmen Organic Monitor
für das Jahr 2009 auf 40 Milliarden Euro beziffert und hat damit im Vergleich
zum Vorjahr um rund fünf Prozent zugelegt. Die meisten Bioprodukte werden
in Europa und Nordamerika umgesetzt. Diese Angaben stammen aus der neuesten
Ausgabe von "The World of Organic Agriculture", dem Standardwerk
mit Statistiken und weiteren Informationen zum Biolandbau aus 160 Ländern,
die jährlich vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
und der Internationalen Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen (IFOAM)
erhoben und Ende dieser Woche auf der BioFach Messe in Nürnberg der Öffentlichkeit
vorgestellt werden.
(15.02.2011) Die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat 2010 in Deutschland erstmals die Millionengrenze überstiegen. Dies berichtete der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf seiner Pressekonferenz im Vorfeld der BioFach. Nach wie vor sei die Nachfrage nach Bioprodukten aber größer als das heimische Angebot. Der Biomarkt verzeichnete 2010 ein Umsatzplus von zwei Prozent und erreichte ein Marktvolumen von 5,9 Milliarden Euro. Während sich das Wachstum des konventionellen Handels bei Bioprodukten konsolidiert, legte der Naturkostfachhandel erneut kräftig zu: Mit acht Prozent Wachstum im Jahr 2010 sind Bioläden und Biosupermärkte Impulsgeber der Marktentwicklung. Den Zusammenhang zwischen den ökologischen und sozialen Leistungen des Ökolandbaus und der großen Nachfrage nach Bioprodukten müsse die Politik endlich nutzen, um ihre Ziele zu erreichen: eine nachhaltige Landwirtschaft, sichergestellt durch existenzfähige landwirtschaftliche Betriebe. Da dies auch das Ziel der Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik sei, müsse dem Ökolandbau dabei die Leitbildfunktion zugesprochen werden.
(15.02.2011) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 9. Februar 2011 eine wegweisende Empfehlung für das EuGH-Urteil zur Verunreinigung von Honig durch den Mais MON810 gegeben. Dabei wurde im Wesentlichen die Rechtsauffassung der klagenden Imker bestätigt: Auch geringste Mengen des Blütenpollens vom gentechnisch veränderten Mais MON810 im Honig führen nach Auffassung des EuGH dazu, dass der Honig zu einem gentechnisch veränderten Lebensmittel wird und seine Verkehrsfähigkeit verliert. Der Verlust der Verkehrsfähigkeit sei unabhängig davon, ob die Verunreinigung zufällig oder absichtlich geschieht und ob für diesen Mais eine Anbaugenehmigung vorliegt. Dies entspricht dem Grundsatz der Nulltoleranz, die aktuell von der EU-Kommission und verschiedenen Lobbygruppen in Frage gestellt wird. Das abschließende Urteil des EuGH erfolgt in den nächsten Monaten.
(08.02.2011) Zum Thema "Ökolandbau und Bioenergie" führt die Bioenergieberatung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) am 09. Februar 2011 eine Informationsveranstaltung in Bad Kreuznach durch. In Vorträgen behandeln die Referenten die Praxis der Biogasproduktion im Ökolandbau in Einzelanlagen und Kooperationsmodellen, Wärmekonzepte für Ökobetriebe mit Biogasanlagen, den Biomiscanthusanbau sowie die Aktivitäten des Kompetenzzentrums Ökolandbau. Ziel der Veranstaltung ist es, ein Systemverständnis für den ökologischen Landbau unter besonderer Berücksichtigung der Bioenergieerzeugung zu schaffen und zu vertiefen. Ein solches Systemverständnis ist nach Ansicht der SÖL gerade im Hinblick auf die Beurteilung der pflanzenbaulich-technischen Potenziale und der wirtschaftlich-ethischen Aspekte des Themas "Ökolandbau und Bioenergie" erforderlich.
(08.02.2011) Im Vorfeld der diesjährigen Biofach hat das Testzentrum Lebensmittel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) die Ergebnisse seiner internationalen Qualitätsprüfung für Bioprodukte veröffentlicht. Nach Angaben der DLG wurden im Rahmen der Prüfungen insgesamt 887 Erzeugnisse aus verschiedenen Lebensmittelbereichen unter die Qualitätslupe genommen. Darunter waren neben den Bioklassikern aus den Bereichen Molkereiprodukte, Backwaren und Fleischerzeugnisse auch Getränke, Speiseöle und Zerealien. Insgesamt 449 Erzeugnisse erhielten eine Prämierung in Gold. Im Mittelpunkt der Qualitätsprüfung stand die sensorische Analyse und damit der Genusswert der Lebensmittel, erklärte die DLG. Dazu hat das Testzentrum eine beschreibend-bewertende Prüfung entwickelt. Hinsichtlich der Merkmalsgruppen Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack seien unter standardisierten Bedingungen die sorgfältige Rohstoffauswahl, die optimale stoffliche Zusammensetzung, die Verarbeitung sowie Produktgestaltung einschließlich Verpackung bei Einhaltung der gesetzlich fixierten stofflichen und hygienischen Parameter geprüft worden.
(03.02.2011) Der jährlich auf der Internationalen Grünen Woche stattfindende Tag des Ökologischen Landbaus stand in diesem Jahr unter dem Motto "Wem gehört die Biomasse?". Unter der Leitung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ging es vergangenen Freitag um die zunehmende Konkurrenz zwischen Nahrungs- und Energiepflanzen bei der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Diese sind immer mehr der Spekulation internationaler Konzerne und Investmentfirmen unterworfen, die sich riesige Flächen in Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa sichern. Referenten auf der Tagung in Berlin waren der Kanadier Pat Mooney, Träger des alternativen Nobelpreises, sowie Christine von Weizsäcker, Expertin für Technikfolgenabschätzung. Pat Mooney machte auf den dramatischen Rückgang der im Saatgutmarkt aktiven Unternehmen aufmerksam und wies darauf hin, dass mit dem Konzentrationsprozess im Saatgutbereich beängstigend viele Kulturpflanzen verloren gingen. Christine von Weizsäcker, die bei zahlreichen internationalen Verhandlungen zur Biodiversität die Interessen der Zivilgesellschaft einbrachte, wies auf das Versagen der Agrogentechnik hin. Sie leiste keinen Beitrag, um die dramatischen Entwicklungen wie den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen oder die Ernährung der Armen der Welt zu sichern.