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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Dezember 2011
(19.12.2011) Die Deutsche UNESCO-Kommission hat den "BiofairVerein" und seine Kampagne www.biofair-vereint.de als Projekt im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) ausgezeichnet als einen gelungenen Beitrag zu einer nachhaltigen Konsum- und Ernährungskultur. Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Das Jahresthema der UN-Dekade 2012 ist Ernährung. Der BioFairVerein und seine Kampagne setzen sich für einen nachhaltigen Konsum ein und bringen Verbrauchern die Bedeutung von heimischen Bio&Fairen-Lebensmitteln näher. Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland, begründete die Entscheidung: "Der BioFairVerein und seine Kampagne www.biofair-vereint.de engagieren sich für faire Wirtschafts- und Handelsbeziehungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Wenn wir die Wertschöpfungskette in ihrer Komplexität nicht begreifen, werden wir nicht zu einer nachhaltigen Konsum- und Ernährungskultur kommen!"
(15.12.2011) Gestern haben über 100 Menschen anlässlich der Aktionärs-Hauptversammlung der KWS SAAT AG in Einbeck lautstark gegen Agro-Gentechnik demonstriert. Unter dem Motto "Gentechnik sucht Hintertürchen - Nein zu Schwellenwerten im Saatgut" blockierten Gentechnik-Kritiker aus Witzenhausen den Haupteingang. Die Aktionäre mussten buchstäblich das "Hintertürchen" benutzen um ins Innere zu gelangen. Die Kritik bezieht sich unter anderem darauf, dass sich die KWS seit Jahren bei der Politik dafür einsetzt, dass eine schleichende Verunreinigung von konventionellem und ökologischem Saatgut mit Gentechnik-Saat legalisiert wird. Seit vielen Jahren gibt es immer wieder vielfältige Protestformen gegen den Agro-Gentechnik-Bereich des Konzerns, welcher schon etwa 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Die KWS ist parallel dazu auch im Bereich Öko-Saatgut aktiv, dessen Anteil am Gesamtumsatz nur bei 0,5 Prozent liegt. In diesem Jahr hat auch die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) die Hauptversammlung besucht, um sich vor Aktionären, Vorstand und Aufsichtsrat mit Kritik zu Wort zu melden: In seiner Rede machte Benjamin Volz deutlich, dass die SÖL Agro-Gentechnik entschieden ablehnt, unter anderem da diese Technologie eine existenzielle Gefährdung für den Ökolandbau darstellt.
(14.12.2012) Soziale Ungleichheit und Ernährung heißt das Schwerpunktthema des Förderpreises Ernährungskultur, den die Universität Kassel am 8. Dezember verliehen hat. Mit dem ersten Preis über 4.000 Euro wurde die Stiftung Domäne Dahlem ausgezeichnet, die als Landgut und Museum das Bildungsziel "Ernährung - viel mehr als Essen" umsetzt. Die beiden zweiten Preisträger erhalten je 2.000 Euro für ihren Ansatz, für junge Menschen Bildungsangebote in einem umgebauten Bauwagen bzw. Eisenbahnwaggons zu machen. Die Tafel Berlin e. V. mit "KIMBAexpress" und Junior Slow e. V. mit "Das Slow Mobil®" in München haben die dort stattfindenden Aktionen preislich so gestaltet, dass auch sozial benachteiligte Kinder hieran teilnehmen können, um mit frischen Lebensmitteln eigene Kocherfahrungen zu gewinnen. Der inzwischen zum achten Mal verliehene Förderpreis Ernährungskultur will deutschsprachige wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeiten sowie Projekte fördern, die einen herausragenden Beitrag zur Erforschung und Verbreitung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Lebensmittelerzeugung und Ernährung leisten. Der Preis wird von der Unternehmensgruppe Johannes Fehr GmbH & Co. KG gestiftet und vom Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur der Universität Kassel betreut.
(13.12.2011) Der Verband der Bio-Supermärkte hat seine vereinbarten Projekte erfolgreich beendet und deshalb beschlossen, die Verbandsarbeit nach sechs Jahren zum Jahresende 2011 zu beenden. Er hatte sich im Februar 2005 gegründet mit dem Ziel, den filialisierten Biosupermärkten und Biodiscountern eine Plattform für den Austausch der Unternehmen zu branchenrelevanten Themen zu bieten und die Interessen des filialisierten Bioeinzelhandels in den Dachverband BÖLW einzubringen. Auch verschiedene Fachthemen - zum Beispiel die Weiterentwicklung der Ausbildung für den Naturkostfachhandel - standen auf der gemeinsamen Agenda. Ein großer Erfolg der Arbeit war zudem eine Aktion gegen Agro-Gentechnik im Frühjahr 2006: Hierbei wurden in den beteiligten 200 Biosupermärkten innerhalb von nur zwei Monaten 110.000 Unterschriften gegen Genfood gesammelt und an den damaligen Landwirtschaftsminister Seehofer übergeben.
(12.12.2011) Bioland Baden-Württemberg und das Landesprojekt Lernort Bauernhof zeichneten kürzlich die ersten 19 Bauernhofpädagogen/-innen im Südwesten mit Zertifikaten aus. Im Frühjahr hat Bioland Baden-Württemberg begonnen, den landesweit ersten Kurs "Bauernhofpädagogik" durchzuführen. Der Kurs wird vom Land aus Mitteln der Nachhaltigkeitsstrategie gefördert und in Kooperation mit dem Landesprojekt "Lernort Bauernhof" durchgeführt. Mitgemacht haben vor allem Bäuerinnen aus dem Land, aber auch Erzieherinnen. Während das Zertifikat im Südwesten noch neu ist, sind in Schleswig-Holstein beispielsweise schon über 100 Bauernhofpädagoginnen aktiv. Die erste bundesweite Tagung zur Bildungsbewegung Ökologischer Landbau veranstaltete der Bioland e. V., die Stiftung Ökologie & Landbau und die Landjugendakademie Altenkirchen (Westerwald) vom 09. bis 11. Dezember. Auf der Tagung "Chancen für den Lernort Ökohof" können Landwirte und Interessierte herausfinden, wie sie den pädagogischen Betriebszweig zum Blühen bringen können. Bis 2014 läuft die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Deshalb gibt es derzeit besonders viele Anknüpfungspunkte und Förderungen.
(09.12.2011) Der Preis "Biomarke des Jahres" wurde erneut von "Lebensmittel Praxis" und "bioexperten Consulting Group" an sechs Unternehmen der Biobranche verliehen. Dabei wurden in den zwei Kategorien Bio-Fachhandel und Lebensmittel-Einzelhandel je eine Gold-, Silber- und Bronze-Auszeichnung vergeben. Für das kommende Jahr 2012 sind es folgende Preisträger: In der Kategorie "Vertriebsschwerpunkt LEH" gab es Gold für die Marke Alb-Gold der Alb-Gold Teigwaren GmbH. Silber errang die Marke Rotbäckchen von Haus Rabenhorst, und mit Bronze ausgezeichnet wurde die Marke Whole Earth von Cosa Naturprodukte. In der zweiten Kategorie, dem "Vertriebsschwerpunkt Bio-Fachhandel", wurden die Herbaria Bio-Feinschmecker Süßen Gewürze der Herbaria Kräuterparadies GmbH mit Gold geehrt, Silber erhielt Bio Planète der Ölmühle F. J. Moog, und Bronze ging an die Herzberger Bäckerei. Die Auszeichnung sollen unter anderem Bio-Markenartikler dabei unterstützen, sich mit überzeugenden Konzepten insbesondere im Wettbewerb mit Handelsmarken zu profilieren. Neben der Produktqualität stehen daher Innovationsleistung, Design, Kommunikationsstrategie und Markterfolg jeder Marke sowie das Bio- und Nachhaltigkeitsengagement der Unternehmen auf dem Prüfstand.
(08.12.2012) In Italien gab es einen Betrugsfall mit Bioprodukten in großem Stil: über mehrere Jahre soll eine Bande konventionelle Ware im Wert von mehr als 200 Millionen Euro umdeklariert und als Bioware in mehrere europäische Länder verkauft haben. Die italienischen Behörden verhafteten sieben Personen aus vier Unternehmen und beschlagnahmten 2500 Tonnen gefälschte Produkte wie Mehl, Soja und Trockenfrüchte. Seit Bekanntgabe der Betrugsfälle überprüfen die deutschen Bioverbände umfassend, ob Mitgliedsunternehmen mit der fraglichen Ware beliefert wurden. Dabei arbeiten sie eng mit den italienischen Verbandskollegen und den Biokontrollstellen zusammen. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) verurteilte jeden Betrugsversuch auf das Schärfste und fordert, dass Bio-Betrüger mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden müssen. In dem Forschungsprojekt CERTCOST wurde das europäische Ökokontrollsystem drei Jahre lang unter ökonomischen Blickwinkel analysiert und Verbesserungsvorschläge erarbeitet - Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen.
(08.12.2012) Für den One World Award (OWA) 2012 nimmt das Komitee noch bis 31. Dezember 2011 Nominierungen entgegen. Mit dem Preis werden jährlich von IFOAM und Rapunzel Naturkost Menschen geehrt und ausgezeichnet, die die positiven Aspekte der Globalisierung fördern und eine lebenswerte Zukunft mitgestalten. Kürzlich wurde der "One World Personality Award" post mortem an die Friedensnobelpreisträgerin Prof. Wangari Maathai aus Kenia verliehen. Die unermüdliche Aktivistin setzte sich über viele Jahre für Umweltschutz, Demokratie, Menschen- und insbesondere Frauenrechte, Frieden und Gerechtigkeit in Afrika ein. Das OWA-Komitee freut sich nun auf neue Projekte aus der ganzen Welt für den Preis 2012.
(07.12.2011) Der Chemiekonzern BASF hat bei der EU eine Anbau-Zulassung für eine neue gentechnisch veränderte Kartoffelsorte beantragt. Die Kartoffel mit Namen "Fortuna" soll unter anderem zur Produktion von Pommes Frites und Chips zum Einsatz kommen und nach Willen des Konzerns ab 2014 kommerziell angepflanzt werden. Der GV-Kartoffel wurden gentechnisch Resistenzgene gegen die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) eingebaut, welche von einer südamerikanischen Wildsorte stammen. Dies ist der zweite Versuch der BASF eine gentechnisch veränderte Kartoffel in den europäischen Markt einzuführen. Der erste Versuch der BASF mit der Sorte "Amflora" kann als gescheitert angesehen werden: Obwohl diese GV-Kartoffel seit 2010 in der EU kommerziell angebaut werden darf, wurde sie - auch Dank vielfältiger Proteste - bis heute nur auf wenigen Hektar angebaut. Die Sorte Amflora sollte der industriellen Stärkeproduktion dienen. Das Neue ist nun, dass die Sorte Fortuna die erste in der EU angebaute Gentechnik-Pflanze wäre, welche direkt als Lebensmittel genutzt werden soll. Greenpeace bezweifelt jedoch, dass die Kartoffel ein großer Erfolg wird. Bei einer Umfrage der Umweltschutzorganisation im vergangenen Jahr hätten die meisten Pommes- und Chipshersteller - darunter Chio, Funny Frisch, aber auch Burger King - angegeben, sie planten keinen Einsatz gentechnisch veränderter Kartoffeln. Wenig erfolgreich sind hierzulande auch die Gentechnik-Pläne von Monsanto: So hat die Firma kürzlich ihren Sprecher und Lobbyist für Deutschland, Andreas Thierfelder, gekündigt und die Stelle ersatzlos gestrichen. Grund ist wohl die anhaltende Erfolglosigkeit bei dem Versuch, den Deutschen die Gentechnik schmackhaft zu machen.
(06.12.2011) Ein Großteil der hierzulande verkauften Bioprodukte wird importiert. Das ist lange bekannt, nun wurde aber eine genaue Untersuchung zu den Importanteilen veröffentlicht. Dabei ermittelten die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), AgroMilagro Research und fleXinfo die Importanteile der wichtigsten Biofrischeprodukte und Biorohstoffe in Deutschland. So beträgt der Importanteil von Getreide überraschenderweise nur 15 Prozent, während der Importanteil von Leguminosen, vor allem Futtererbsen, mit 24 Prozent unerwartet hoch ausfiel. Beim Biogemüse sind Möhren das mit Abstand absatzstärkste Produkt; sie werden auf 14 Prozent der deutschen Möhrenfläche angebaut. Da die einzelnen Betriebe ihre Anbauflächen nicht mehr vergrößern können, importiert Deutschland 48 Prozent der Möhren. Deutschland importiert darüber hinaus 32 Prozent der Biotrinkmilch und 26 Prozent der Biobutter vor allem aus Dänemark und Österreich. Wenn man die Daten von den ersten drei Quartalen 2011 und Verbrauchertrends 2011 zugrunde legt, scheint der Biomarkt auch in den kommenden Jahren in deutlichen Raten zu wachsen. Um dieser Nachfrage auch nur annähernd nachzukommen, braucht es dringend zahlreiche heimische Landwirte, die auf ökologische Bewirtschaftung umstellen.
(06.12.2011) Bio Suisse, die Vereinigung der Schweizer Biolandbau-Organisationen, will das Profil ihres Knospe-Label beim Thema Nachhaltigkeit weiter schärfen. Mehr Umweltleistungen, weniger Bürokratie, neue Wege für die sozialen Standards - auf all diesen Ebenen soll die bekannteste Biomarke der Schweiz weiterentwickelt werden. Mit der Bestätigung der in Umsetzung befindlichen Richtlinienrevision machten die Delegierten des Verbandes auf ihrer Sitzung in Olten einen weiteren Schritt hin zu einem übersichtlicheren Regelwerk und einer effizienteren Einbindung von Fachgremien und der Basis. "Damit können wir Bürokratie abbauen und gleichzeitig unsere hohen Knospe-Standards bezüglich Umwelt, Tierwohl, Qualität und Soziales wahren", erklärte Bio Suisse-Präsident Urs Brändli. Endgültig verabschiedet werden soll die Richtlinienrevision im Frühjahr 2012.
(05.12.2012 ) Anlässlich des Internationalen Weltbodentages am 5. Dezember weist der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf die positive Wirkung des Ökolandbaus für den Boden hin. Gesunde Böden wiederum schützen das Klima und sichern die Ernährung der Menschen auf diesem Planeten. "Der Ökologische Landbau schützt unsere Ackerböden und fördert ihre Fruchtbarkeit wie kein zweites Anbausystem", so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, und erklärt weiter: "Nur intakte Böden können dauerhaft stabile Erträge liefern und CO2 speichern. Wer die Herausforderungen Welternährung und Klimaschutz ernst nimmt, muss sich für die Ausweitung des Ökolandbaus einsetzen und Böden nachhaltig schützen." Die ökologische Bewirtschaftung der Flächen führt zu einer höheren biologischen Bodenaktivität und einem stabileren Bodengefüge. "Die aktive Verbesserung der Bodenqualität, der Schutz vor Erosion und die verbesserte Wasserspeicherung sind der Schlüssel für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Landnutzung - bei uns aber auch in den ärmeren Ländern des Südens," sagt Löwenstein und warnt: "Mit mineralischem Stickstoffdünger und dem Anbau von Monokulturen wird in weiten Teilen der landwirtschaftlichen Praxis immer noch auf das falsche Pferd gesetzt." Die Bundesregierung müsse endlich, mit einer vorrangigen Förderung des Ökolandbaus die Umstellung auf diese bodenschonende Wirtschaftsweise forcieren und sowohl in Deutschland als auch international als landwirtschaftliches Leitbild etablieren.