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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > August 2011
(31.08.2011) Verarbeitungs- und Handelsunternehmen können sich bis zum 25. September 2011 für die vierte Runde der bio-offensive bewerben. Hintergrund der Initiative ist die Förderung des regionalen Angebots an Biolebensmitteln und somit auch die Schaffung neuer Perspektiven für Landwirte in Deutschland. Der Wachstumsmarkt Bio lässt viele Erzeuger mit dem Gedanken spielen, die Produktion umzustellen. Die bio-offensive kann hier mehr Planungssicherheit schaffen. Einmal durch einen kostenlosen, fundierten Betriebs-Check. Außerdem können die Landwirte Kontakte zu im Projekt teilnehmenden Biounternehmen knüpfen und so bereits zukünftige Abnehmer kennen lernen. Im Jahr 2010 ließen etwa 250 Landwirte das Marktpotenzial für ihren Betrieb checken. Die bio-offensive ist eine Gemeinschaftsaktion der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK). Begleitet wird die Initiative vom Deutschen Bauernverband und dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
(29.08.2011) Um alle Bundestagsabgeordneten auf die öffentliche Beratung der Gentechnik-Petition des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am 26. September aufmerksam zu machen, startete der BÖLW letzte Woche eine große Wahlkreisaktion. Unter www.boelw.de/wahlkreisaktion.html können alle Bürger die Abgeordneten ihres Wahlkreises zur Ausschusssitzung einladen. In der öffentlichen Beratung des Petitionsausschusses wird Löwenstein für einen EU-Zulassungsstopp von Gentech-Pflanzen und die Umsetzung regionaler Anbauverbote eintreten. "Die Abgeordneten können sich jetzt mit der Unterstützung der Gentechnik-Petition als Volksvertreter im besten Sinne erweisen" sagt Petent und BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein. Im Frühjahr 2011 haben über 100.000 Unterstützer die Gentechnik-Petition des BÖLW gezeichnet. "Wer keine Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln will, kann jetzt bei der Wahlkreisaktion mitmachen und die Abgeordneten in die Pflicht nehmen, den Bürgerwillen zu vertreten!" so Löwenstein.
(26.08.2011) Die jungen Ökos machen mobil: Junge Bio- und Fairhandelsaktivisten aus der ganzen Welt haben den "Young Organics e. V." gegründet, ein weltweites globales Aktionsbündnis. Bereits auf der BioFach 2011 trafen sich rund 120 junge Berufstätige unter der Schirmherrschaft der IFOAM, um Visionen und Strategien für die Entwicklung der Bio-, Fairtrade- und Nachhaltigkeits-bewegung in den nächsten Jahrzehnten zu diskutieren. Mission der Young Organics ist es, den nachhaltigen Lebensstil nach fairen und ökologischen Grundsätzen zu fördern, jungen gleichgesinnten Menschen eine Plattform zum Austausch zu bieten und diese dann mit einer Stimme zu präsentieren. Dazu nehmen die Mitglieder am internationalen Dialog und politischen Entscheidungsfindung teil und organisieren Austauschgelegenheiten. Ein erster Workshop zum Thema "Urban Agriculture" fand vom 16. - 17. April in Bonn statt. Weitere Workshops, z. B. im Rahmen der 64. Nichtregierungs-konferenz der Vereinigten Nationen vom 03. - 05.September in Bonn und auf dem Organic World Congress der IFOAM vom 28.09. - 01.10.2011 in Korea sind geplant. Alle Interessierten haben die Möglichkeit, sich mit der Initiative auf Facebook auszutauschen und zu diskutieren.
(24.08.2011) Die Aktion "Genfrei Gehen" der Rapunzel Naturkost
AG wird dieses Jahr in Amerika stattfinden. Unter dem Motto: "We have
a Right 2 Know - Label GMO" startet am 1. Oktober 2011 ein Marsch von
New York entlang der Ostküste nach Washington D.C. Bereits 2007 und 2009
wanderte Josef Wilhelm, Gründer und Geschäftsführer von Rapunzel
Naturkost, mit seinem Team und über 4600 bzw. 2700 Gleichgesinnten in
Deutschland und Europa, um für eine gentechnikfreie Zukunft zu demonstrieren.
Hintergrund, die Aktion diesmal auf der anderen Seite des Atlantiks zu starten,
ist der aktuelle Kampf um die Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter
Lebensmittel dort. Auf der Strecke finden verschiedene Events und Veranstaltungen
statt. Voraussichtlicher Ankunftstermin direkt vor dem Weißen Haus ist
der Welternährungstag am 16. Oktober.
(23.08.2011) Am vergangenen Sonntag war "World Overshoot Day", der "Tag der ökologischen Überschuldung". Der Overshoot Day ist jener Tag, an dem die Menschheit alles verbraucht hat, was eine sich selbst erhaltende Natur binnen zwölf Monaten liefern kann: Wasser, Brennmaterial, Bauholz, Getreide, Fische und Platz, um Müll zu entsorgen - auch solchen, der aus Schornsteinen und Auspuffen in die Atmosphäre geblasen wird. 1987 lebte die Menschheit erstmals auf zu großem Fuß: Overshoot Day war der 19. Dezember. 1995 hatten die Menschen bereits am 21. November jene Ressourcen verbraucht. 2006 war es der 9. Oktober. Dieses Jahr trifft der Tag noch zwölf Tage früher als 2007 ein. Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den ökologischen Fußabdruck der Menschheit, das heißt den Bedarf an Acker- und Weideland, Wäldern und Fisch sowie den Platzbedarf für Infrastruktur. Dieser Bedarf wird der weltweiten biologischen Kapazität gegenübergestellt, also dem Vermögen der Ökosysteme, Ressourcen aufzubauen und Müll aufzunehmen.
(22.08.2011) Naturland hat die Verwendung von Nanomaterialien für naturland-zertifizierte Lebensmittel und Kosmetika sowie deren Verpackungen verboten. Für das Verbot gilt eine Übergangsfrist bis Anfang 2012. Die Verwendung von Nanoteilchen in Kosmetika hatten die Naturland-Richtlinien bereits seit 2009 ausgeschlossen. Grundlage für die Entscheidung war, dass die Risiken der Nanotechnologie für Mensch und Umwelt nicht ausreichend erforscht seien. Das EU-Parlament verabschiedete am 06. Juli eine Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, die auch Nanomaterialien umfasst. Ab Herbst 2014 müssen demnach alle eingesetzten Nanoteilchen mit der Bezeichnung "Nano" auf Verpackungen angegeben werden. Nanomaterialien werden bereits in Form von Hilfs- und Zusatzstoffen in herkömmlichen Lebensmitteln eingesetzt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Entscheidung von Naturland und forderte von der gesamten Biolebensmittelbranche, auf Nano-Materialien zu verzichten, solange die Risiken nicht ausreichend erforscht seien. Die Verwendung von Nano-Materialien müsse auch in den Vergabekriterien für das staatliche Bio-Siegel ausgeschlossen werden. Der Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hatte Ende Juni seine Stellungnahme zur Verwendung von Nanotechnologie in der Lebensmittelverarbeitung vorgestellt.
(18.08.2011) Im ersten Halbjahr 2011 ist der Umsatz von Bioprodukten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland nach Zahlen des Medienunternehmens Nielsen inklusive der Drogeriemärkte um knapp zehn Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Dabei hielt das Mengenwachstum mit einem Plus von 8,8 Prozent nahezu Schritt. Ein Teil des Wachstums hängt mit dem erneuten Ausbau des Biosortimentes im Discountbereich zusammen, denn gut ein Drittel der abgesetzten Mengen läuft derzeit über die Discountschienen. "Der Biomarkt ist angebotsgetrieben - wo Bioprodukte vorhanden sind, werden sie auch gekauft", so Brigitte Arndt-Rausch, Nielsen. Doch auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel und in den Drogeriemärkten erreichten Bioprodukte teilweise zweistellige Wachstumsraten. Ausnahme bildete das umsatzstärkste Segment, die Babynahrung, sowie Biotiefkühlkost und Gesundheits- & Fitnessprodukten. Alle anderen Biowarengruppen konnten ihre Umsatzanteile dagegen deutlich ausbauen.
(15.08.2011) Die Bio-Brotbox, die zum Start des neuen Schuljahres bundesweit zehntausende ABC-Schützen mit einem gesunden Frühstück versorgt, feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Nach Angaben des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) erreicht das Netzwerk in diesem Jahr mit knapp 160.000 Bio-Brotboxen fast jeden vierten Erstklässler in Deutschland (22 Prozent). Bettina Wulff, Frau des Bundespräsidenten, hat die Schirmherrschaft über alle Aktionen in Deutschland übernommen, an dem 52 Initiativen beteiligt sind. Ideengeber, Dr. Burkhardt Sonnenstuhl, von der Projektagentur Berlin hob die Aktion als ein beeindruckendes Beispiel für bürgerliches Engagement und für Corporate Social Responsibility in Deutschland hervor. Dabei koordinieren engagierte Bürger die Aktionen vor Ort und Unternehmen spenden Geld, Dienstleistungen oder die Biozutaten. Mit der Aktion wollen die ehrenamtlich arbeitenden Organisatoren auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die Lernfähigkeit und Entwicklung von Kindern aufmerksam machen.
(12.08.2011) Die größten Einbußen bei der Nachfrage nach Gemüse erlebten die Discounter, die in der ersten Juni-Woche rund ein Drittel weniger Gemüse absetzten als im Vorjahr. Biogeschäfte profitierten dagegen vom großen Verbrauchervertrauen und der offensiven Informationspolitik und spürten die Kaufzurückhaltung erst, als Bioware in Verdacht geriet. Das sind die Ergebnisse einer Analyse der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zu den Effekten des EHEC-Debakels auf den Lebensmitteleinzelhandel. Der unter Verdacht geratene Sprossenhof in Niedersachsen hat inzwischen Agrarminister Gert Lindemann beschuldigt, den Betrieb als Quelle der EHEC-Epidemie vorverurteilt zu haben. Bis heute gebe es keinen Beweis, dass der Hof eine Quelle der EHEC-Epidemie war. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das die Ermittlungen koordinierte, hat den Antrag des Hofes auf Akteneinsicht abgelehnt, was eine Überprüfung der Vorwürfe unmöglich mache. Die Hofgemeinschaft hat wegen des EHEC-Verdachts massive Umsatzeinbußen zu verkraften.
(10.08.2011) Leiter von Biobetrieben können sich ab sofort für
das Netzwerk Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau bewerben. Gesucht
werden Biolandwirte, die Verbrauchern, Fachkollegen und Vertretern des Handels
die Besonderheiten des ökologischen Landbaus auf ihrem Betrieb demonstrieren
möchten. Den Rahmen dafür bilden vier Veranstaltungen pro Jahr,
wie z. B. Betriebsbesichtigungen oder Feldtage, die jeder Netzwerkbetrieb
auf seinem Hof anbietet. Koordinator des Projektes ist das Bundesprogramm
Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).
Bewerben können sich alle landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe,
die seit mindestens zwei Jahren als ökologisch wirtschaftender Betrieb
zertifiziert sind. Zurzeit gehören etwa 200 Betriebe zum Netzwerk. Interessierte
Landwirte sollten ihre schriftliche Bewerbung bis zum 23. September 2011 an
folgende Adresse senden:
Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen
nachhaltiger Landwirtschaft in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE), Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn
(05.08.2011) Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat sich in seiner Empfehlung an die Bundesregierung für eine Ausweitung des Ökolandbaus auf 20 Prozent der deutschen Landwirtschaftsfläche entsprechend der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ausgesprochen. Zudem fordert er in einer gestern vorgestellten Studie eine drastische Steigerung der Forschung für den Ökolandbau von der Bundesregierung in Höhe von 20 Prozent der Gelder für Agrarforschung. Das wären rund 80 Millionen Euro, ein Vielfaches des heutigen Volumens für die Öko-Forschung. Für Ratsmitglied Heinrich Graf von Bassewitz sollte der Ökolandbau das Leitbild jeglicher Agrarwirtschaft sein und nur mit einer deutlich besser ausgestatteten Öko-Forschung könne der Biolandbau effizienter und die Landwirtschaft insgesamt nachhaltiger werden. Insbesondere in die Erforschung neuer Technologien sowie in die Zucht spezieller, für den Biolandbau geeigneter Pflanzen müsse viel mehr Geld als bisher gesteckt werden. Der Branchendachverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßte das klare Bekenntnis des Nachhaltigkeitsrates zum Ökolandbau und fordert die Bundesregierung auf, der Empfehlung des Rates zu folgen.
(04.08.2011) Die Biobäckerei "Märkisches Landbrot GmbH" ist seit letzter Woche offiziell ein "Klimaschutz-Unternehmen". Vertreter des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und der IHK Berlin überreichten dem Geschäftsführer der Bäckerei, Christoph Deinert, die Urkunde zur Aufnahme des Betriebes in die "Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der deutschen Wirtschaft" und würdigten damit die besonderen Leistungen des Unternehmens. Die Demeter-Bäckerei stellt seit 30 Jahren biologisch-dynamische Lebensmittel her und setzt dabei auf umweltschonende Techniken. Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen der Exzellenzinitiative "Partnerschaft für Klimaschutz, Energieeffizienz und Innovation". In dieser Initiative sind derzeit 14 Unternehmen aus Deutschland vertreten, die sich zu besonders ambitionierten Klimaschutzzielen bekennen und diese in ihrer Unternehmenspolitik berücksichtigen.
(02.08.2011) Der Bioland-Verband feierte am Sonntag auf dem Einhaldenhof im oberschwäbischen Horgenzell sein 40jähriges Bestehen. Wolfgang Reimer, Ministerialdirektor im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg bedankte sich in seinem Grußwort bei "den Bioländern" für ihren engagierten Beitrag zur Entwicklung des Ökolandbaus in Deutschland. Jan Plagge, Präsident des Verbandes, würdigte in diesem Zusammenhang die Rolle der Pioniere der 70er und 80er Jahre. "Sie bewiesen in ihrer Zeit nicht nur Weitsicht, sondern auch eine respektable Portion Mut und Beharrlichkeit, um sich gegen alle Widerstände durchzusetzen." Ihr Grundprinzip: Als Bauer frei bleiben und mit dem wirtschaften, was die Natur zu bieten hat, ist heute so aktuell wie damals. Jan Plagge ist überzeugt, dass sich der ökologische Landbau immer mehr durchsetzen wird. "Der Ökolandbau hat gezeigt, dass er erfolgreich in der Praxis funktioniert und auf viele drängende Fragen unserer Zeit die besseren Antworten hat". Bioland ist mit etwa 5.500 Mitgliedern der größte Ökoanbauverband in Deutschland. Rund 2.000 Besucher feierten das Jubiläum.
(01.08.2011) Die Universität Kassel hat ihren diesjährigen "Förderpreis Ernährungskultur" ausgeschrieben, mit dem sie deutschsprachige Projekte aus Wissenschaft und Praxis fördern will, die zur Erforschung und Verbreitung einer nachhaltigen Lebensmittelerzeugung und Ernährung beitragen. Arbeiten, die sich mit dem Thema "Soziale Ungleichheit und Ernährung" beschäftigen, stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Wettbewerbs. Der Förderpreis Ernährungskultur wird zum achten Mal ausgeschrieben. Er ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert und wird von der Johannes Fehr GmbH & Co. KG gestiftet. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August.