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(29.04.2011) In Rheinland-Pfalz hat sich die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe 2010 auf 926 und die ökologisch bewirtschaftete Fläche auf 37.733 Hektar erhöht. Gegenüber 2009 entspricht dies einer Steigerung von 8,8 Prozent bei den Betrieben und 17,3 Prozent bei der Fläche. So werden inzwischen etwa 4,5 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe und etwa 5,3 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Rheinland-Pfalz nach den strengen Vorschriften des ökologischen Landbaus bearbeitet. Zahlreiche Förderprogramme zur Erleichterung der Umstellung auf den ökologischen Landbau, ein Ausgleich der damit verbundenen Kosten und Einbußen, eine kompetente Beratung und die Unterstützung bei Investitionen und Vermarktungskonzepten hätten in der Vergangenheit den steigenden Trend hin zur Bioerzeugung begünstigt, so Landwirtschaftsminister Hendrik Hering. In Rheinland-Pfalz werde weiter daran gearbeitet, erfolgreiche Vermarktungsmöglichkeiten für die Betriebe zu schaffen.
(28.04.2011) In Italien wollen sich die Dachorganisation der Biobranche (FederBio) und die Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) gemeinsam für den Fortbestand der Artenvielfalt engagieren. Zu diesem Zweck entwickeln sie multifunktionale Modelle für eine nachhaltige Bewirtschaftung durch Biobetriebe, wie sie die nationale Strategie für Biodiversität zur Umsetzung des Erhalts der Ökoregionen in den Alpen und im zentralen Mittelmeerraum vorsieht. Der WWF Italia anerkennt nach eigenen Worten die Rolle der Biolandwirtschaft und eine multifunktionale Bewirtschaftung von Agrarbetrieben als effizientes und starkes Instrument für eine nachhaltige Bewirtschaftung der ländlichen Räume.
(20.04.2011) Mehr als 60.000 Bürger haben in den ersten drei Wochen die öffentliche Petition für einen Anbausstopp von gentechnisch veränderten Pflanzen unterzeichnet. "Die große Zahl an Unterstützern zeigt, dass die Risikotechnologie nicht gewollt ist. Mit dem tausendfachen Nein zur Gentechnik auf dem Acker haben wir erreicht, dass der Petitionsausschuss des Bundestages das Thema in einer öffentlichen Sitzung behandeln wird", kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Petent Felix Prinz zu Löwenstein diesen Erfolg der gentechnikkritischen Bewegung. Zum großen Erfolg der Petition haben mehr als 130 engagierte Unterstützer der Initiative Vielfalterleben sowie zahlreiche Verbände und unzählige Einzelpersonen beigetragen. Stellvertretend für alle Aktiven wird Felix Prinz zu Löwenstein das Anliegen in einer öffentlichen Sitzung im Petitionsausschuss vortragen und diskutieren. Das wurde mit Überschreiten der Marke von 50.000 Unterschriften innerhalb der ersten drei Wochen der insgesamt sechswöchigen Zeichnungsphase erreicht. Der Termin für die Anhörung steht noch nicht fest. Bis zum Ende der Zeichnungsfrist am 10. Mai 2011 kann die Petition weiter online, per Post oder Fax unterstützt werden.
(14.04.2011) Der US-Forscher Prof. Don Huber von der Purdue Universität in Idaho warnt vor einem "Kollaps der landwirtschaftlichen Infrastruktur". Schuld sei ein krankmachender, völlig neuer Organismus, der unter anderem große Ernteausfälle bei Gensoja und Genmais in den USA verursache. Dieser Organismus stehe in Zusammenhang mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen und der verstärkten Nutzung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat in Roundup. Bei der Verfütterung dieser Pflanzen sei es unter anderem zu Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten von Tieren gekommen. Im Januar 2011 wandte sich der Wissenschaftler mit einem Brief an US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack, im März informierte Don Huber auch EU-Kommissar Barroso über die Befunde und warnte vor der Zulassung neuer Gentechnik-Pflanzen. Nachdem der Brief an die Öffentlichkeit kam, löste er massiven Widerspruch bei Monsanto und zahlreichen Forschern aus.
(12.04.2011) Nie gab es eine erfolgreichere Petition zur Agro-Gentechnik: Rund 28.000 Personen haben sich bislang an der Petition beteiligt. Aber es gilt, bis zum 19. April 50.000 Stimmen zu sammeln. Dann kann der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sein Anliegen im Petitionsausschuss persönlich vortragen und diskutieren. Gentechnik macht unsere Lebensmittel teuer und riskant. Mit der Petition fordert der BÖLW die Bundesregierung dazu auf, sich auf EU-Ebene für ein Anbauverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen einzusetzen.
Machen Sie mit. Jede Stimme zählt!
(11.04.11) Die Bundesregierung wird im Zusammenhang mit der beschlossenen Öffnung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) keine eigene Definition des Begriffs der Nachhaltigkeit vornehmen. Das hat der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Gerd Müller, auf eine Frage der grünen Abgeordneten Cornelia Behm im Bundestag angekündigt. Anstelle eines neuen Nachhaltigkeitsstandards könnten vorhandene Standards und Kriterien genutzt werden, die bereits von unabhängigen Stellen überprüft würden. Der Staatssekretär nannte das schon eingeführte Zertifizierungssystem der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für nachhaltige Landwirtschaft, das von der Thüringischen Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) entwickelte Kriteriensystem nachhaltige Landwirtschaft (KSNL) sowie das Eco-Management und Audit Scheme (EMAS) der EU für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Die Grünen-Politikerin bekräftigte diesbezüglich ihre Kritik, wonach die Öffnung des BÖLN durch Union und FDP im letzten Herbst das Ziel gehabt habe, dem Ökolandbau Fördermittel zu entziehen.
(06.04.2011) Die junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL) lädt zur Frühjahrstagung vom 14. bis 17. April 2011 auf das Stadtgut Blankenfelde (Berlin - Pankow) ein. Die Tagung steht im Zeichen der Aktionsplanung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2013. Weitere Themen werden Gentechnik, Milch- und Bodenpolitik in Ostdeutschland sein. Im Rahmen der inhaltlichen Arbeit werden Vorträge, Workshops und eine Podiumsdiskussion angeboten. Die jAbL ist eine Gruppe junger Landwirte, Gärtner und weiteren Interessierten aus dem landwirtschaftlichen Umfeld, die inhaltlich und mit Aktionen für eine vielfältige, nachhaltige und bäuerliche Landwirtschaft eintritt.
(05.04.2011) Die Ausgabe 2/2011 der Zeitschrift Ökologie & Landbau mit dem Schwerpunkt "Ökolandbau und Klimawandel" ist erschienen. Die Landwirtschaft trägt erheblich zum Klimawandel bei, bekommt aber auch seine Folgen besonders zu spüren. Die neue Ökologie & Landbau forscht nach, welchen Beitrag der Ökolandbau für den Klimaschutz leisten kann. Aus unterschiedlichsten Themenkomplexen wie Tierhaltung, Pflanzenbau, Energieerzeugung aber auch Wirtschaftlichkeit werden Fakten geliefert, Zusammenhänge klargestellt und die Potenziale des Biolandbaus in der derzeitigen Klimadebatte diskutiert.
(01.04.2011) In Jena findet derzeit die Agrarministerkonferenz der deutschen Landwirtschaftsminister statt. Wichtiges Thema dort ist die anstehende EU-Agrarreform. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat den Ministern einen Vorschlag vorgelegt, wie die Direktzahlungen der EU an die landwirtschaftlichen Betriebe gerechter und ökologischer ausgestaltet werden können: Um zu den erforderlichen Verbesserungen im Umwelt- und Klimabereich zu kommen, schlägt die AbL vor, dass den Betrieben ein erheblicher Teil der Direktzahlungen nur dann ausgezahlt wird, wenn sie Vorgaben für eine vernünftige Fruchtfolge einhalten. Wer das nicht einhalten will, der soll 30 Prozent seiner gesamten Betriebsprämie verlieren. Außerdem soll eine Obergrenze der EU-Zahlungen pro Betrieb und Jahr von 150.000 Euro eingeführt werden. Die Vorschläge könnten ohne großen Verwaltungsaufwand umgesetzt werden.