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(24.11.2010) Das Bundesverfassungsgericht hat das Gentechnikgesetz bestätigt. Somit sind Standortregister und Haftungsregelungen mit dem Grundgesetz vereinbar und bleiben bestehen. Mit dem Grundsatzurteil wird bestätigt, dass in vollem Umfang für Schäden Haften muss, wer genmanipulierte Pflanzen in Umlauf bringt. Sollte die konventionelle Ernte eines Landwirtes mit mehr als 0,9 Prozent gentechnisch veränderter Organismen verunreinigt sein, kann er Schadensersatz verlangen. Damit wird eine Normenkontrollklage von Sachsen-Anhalt verworfen. Die Richter verwiesen zur Begründung auf den Schutz des Gemeinwohls vor den Gefahren der Gentechnik. Sie verändere das Erbgut von Pflanzen und greife damit "in die elementaren Strukturen des Lebens ein". Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem Urteil eine "Abmahnung für die Befürworter einer genmanipulierten Landwirtschaft". Laut Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) trifft die "Klatsche" die Gentechnik-Industrie und deren Interessenvertreter bis hinein in die Bundesregierung. Das Urteil sei starker Rückenwind für die gentechnikfreie Bewegung und die vielen gentechnikfreien Regionen.
(22.11.2010) Am 24.11.2010 findet ab 19:00 im Mehringhof-Versammlungsraum, Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin, ein Mobilisierungs- und Helfertreffen zur Demo "Wir haben es satt - Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten" statt. Ein breites Bündnis aus Bauern, Verbrauchern und Umwelt-schützern mobilisiert zur großen Agrardemo zur Grünen Woche 2011. Um die Demo zu einem Erfolg werden zu lassen, sind gerade die Berliner gefragt und deshalb zum Mobilisierungs- und Helfertreffen eingeladen. Zurzeit werden gesucht: engagierte Helfer, die hier in Berlin und im Umland plakatieren, Werbung machen und Mitstreiter gewinnen; Freiwillige, die die Demo vor Ort unterstützen; Ordner, Spendensammler und viele mehr; Musik, Bewegung und alles, was für Stimmung und gute Laune sorgt.
(18.11.2010) Die vom 16. - 19. Februar 2011 in Nürnberg stattfindende Weltleitmesse für Bioprodukte wird sich mit der Frage beschäftigen, wie mit ökologischen Anbau- und Produktionsweisen und einem entsprechenden Lebens- und Ernährungsstil die Menschen weltweit ernährt werden können. Die traditionelle Lebensmittelwirtschaft sieht die Antwort darauf hauptsächlich in einer Ausweitung der Produktion. Anders als der Mainstream der Lebensmittelwirtschaft ist die Biobranche sicher, dass Bio die Welt ernähren kann - entsprechende Konsumverhalten und Lebensstile vorausgesetzt, so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der erstmalig Gastgeber der BioFach sein wird. BioFach und Vivaness bieten 2011 mit dem Fokus Welternährung den erwarteten 2.500 Ausstellern und Fachbesuchern eine internationale Plattform, sich zu diesem Thema fachlich fundiert auszutauschen und sich gemeinsam Zukunftsprojekten zu widmen.
Presseinformation auf biofach.de
(17.11.2010) Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in den USA setzte sich das Wachstum beim Umsatz mit Biolebensmitteln auch 2009 fort. Das Plus von fünf Prozent fiel zwar im Vergleich zu den Vorjahren mit Wachstumsraten zwischen 15 und 20 Prozent niedriger aus, doch die amerikanische Organic Trade Association (OTA) war dennoch zufrieden. Schließlich legte der konventionelle Markt nur um knapp zwei Prozent zu. In den USA wurden 2009 Biolebensmittel im Wert von 24,8 Milliarden US-Dollar verkauft. Den größten Zuwachs erzielten Bioobst und -gemüse mit einem Plus von elf Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar. Das ökologische Non-Food-Segment - darunter Wasch- und Reinigungsmittel, Textilien und Naturkosmetik - erzielte nach Ergebnissen der OTA 1,8 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der Sektor für ökologische Körperpflegeprodukte nahm um vier Prozent auf 459 Millionen US-Dollar zu, während Ökotextilien einen Umsatz von 521 Millionen US-Dollar erzielten. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent.
Presseinformation auf biofach.de
(12.11.2010) Die Koalition hat auf den gestern stattgefundenen Bereinigungsverhandlungen des Haushaltsausschusses eine Zweckentfremdung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) zugunsten "anderer nachhaltiger Formen der Landwirtschaft" beschlossen. Anstatt die ohnehin nur dürftig ausgestatteten Fördermöglichkeiten für den ökologischen Landbau weiter zu beschneiden, ist nach Ansicht des SÖL-Vorstands Dr. Uli Zerger eine Stärkung dieser Förderansätze dringend erforderlich: "Nur mit einer Stärkung des Biolandbaus kann die Bundesregierung das von ihr formulierte Ziel erreichen, den Flächenanteil des Ökolandbaus auf 20 Prozent zu steigern". Nun sei die Bundesregierung jedoch auf dem besten Weg, die nachhaltigste und zukunftsfähigste Anbaumethode zu schwächen und untergräbt damit ihre eigenen Ziele. Bioland-Präsident Thomas Dosch sieht in der Abänderung der Zweckbestimmung sogar eine faktische Abschaffung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau durch die Hintertür. Auch Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), konstatiert, die Regierungskoalition habe zu keinem Zeitpunkt deutlicher gezeigt, in welche Richtung sie Landwirtschaft und Ernährung steuern will. Die Mittel im Bundesprogramm Ökologischer Landbau betragen jährlich 16 Millionen Euro, davon ca. acht Millionen für Forschungsprojekte. Im Vergleich dazu will die Bundesregierung für die Forschung im Bereich der sogenannten Bioökonomie 2,5 Milliarden Euro in den nächsten sechs Jahren einsetzen.
(12.11.2010) Die diesjährige Herbsttagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) widmete sich dem Thema Recht auf Nahrung und den Belastungsgrenzen des Erdökosystems. Verschiedene Referenten äußerten sich zu den globalen Umweltproblemen und den sich daraus ableitenden Handlungskonsequenzen. Wie sehr das Erdökosystem in Gefahr ist und dass vor allem auch das Überleben der Menschheit in Frage steht, machte Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, in eindringlicher Weise deutlich. Die Vertreter der Politik hinterließen, nach Angaben des Veranstalters, den Eindruck als bestände kaum Möglichkeit aus den längst offensichtlichen Erkenntnissen konkretes Handeln abzuleiten. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW forderte, dem Ökolandbau als nachgewiesenermaßen nachhaltigem System der Landbewirtschaftung den Vorrang einzuräumen. Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer, plädierte vor allem an die Forschung, sich nicht auf Empfehlungen eines fast ausschließlich mit agrarindustriellen Vertretern besetzten Bioökonomierats zu stützen.
(10.11.2010) Die Gründung einer "Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt (KLU) soll den Umweltschutz in und mit der Landwirtschaft stärken. Leiter der KLU wird Lutz Ribbe, Direktor der Stiftung EURONATUR. Die Kommission Landwirtschaft soll das Umweltbundesamt mit konkreten Vorschlägen zu einer umweltgerechteren Landwirtschaft beraten. Zudem soll sie dazu beitragen, dem Umweltschutz in der bis 2013 anstehenden Reformrunde der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union mehr Gewicht zu verschaffen. Als Mitglieder der Kommission hat Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth neun Fachleute aus Landwirtschaft und Umweltschutz gewinnen können. Die Geschäftsstelle der KLU ist im Fachgebiet "Bodennutzung und -bewirtschaftung, Landwirtschaft" angesiedelt.
(09.11.2011) Die Systemküche Bio-Catering
Marbachshöhe GmbH ist nach Erfolgen im Sanierungsprozess auf Investorensuche.
Die Kasseler Großküche von Dr. Harald Hoppe produzierte seit dem
Jahr 2000 zu hundert Prozent ökologische Speisen für die Schulverpflegung
und ist dafür vielfach ausgezeichnet worden, u. a. 2004 mit dem Karl-Werner-Kieffer-Preis
der SÖL. Mit der 2007 begonnenen Expansion hatte sich die Bioküche
jedoch übernommen und musste im April 2010 Antrag auf Eröffnung
eines Insolvenzverfahrens stellen. Im Zuge dessen wurde das Produktangebot
verkleinert und die Zahl der Mitarbeiter bei gleichbleibendem Umsatz von 67
auf 23 reduziert. Mit Verlagerung des Schwerpunktes auf Herstellung von Biospeisen
für Gemeinschaftsgastronomie und Großhandel ist das Unternehmen
nun wieder auf Wachstumskurs. Zur langfristigen Sicherung wird jedoch ein
solventer Investor gesucht.
(09.11.2010) Der bioverlag erhielt im Rahmen der zweiten new ethics Nachhaltigkeitskonferenz am Vorabend der Fachhandelsmesse BioNord in Hannover den "new ethics award 2010". Der Preis wird für herausragende Verdienste in der Ökologie- und Naturkostbewegung verliehen. In der Laudatio wurde der bio verlag besonders für seinen kritischen und kreativen Journalismus in der Naturkostbranche gewürdigt. Mit dem Verlag wurden auch die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Sabine Kauffmann und Ronald Steinmeyer ausgezeichnet. Produkte des seit 1985 bestehenden Verlages sind die Verbraucherzeitschrift Schrot & Korn, das Fachmagazin BioHandel, die Internetplatform naturkost.de und das Kundenmagazin für Naturkosmetik Cosmia.
(08.11.2010) Die verganene Woche in Umlauf gebrachte Pressemeldung "Kein Biowasser mehr" sorgte im Handel für Irritationen, da noch kein Urteil bezüglich der Kennzeichnung des ersten Biomineralwassers BioKristall der Neumarkter Lammsbräu ergangen ist. Wie bioPress berichtet, kritisierte das Landgericht Nürnberg-Fürth bislang lediglich die zu große Ähnlichkeit des verwendeten Biomineralwasser-Zeichens mit dem noch gültigen staatlichen Biosiegel. Weiterhin fehle dem Gericht ein genauer Hinweis auf den Etiketten, dass es sich bei Biomineralwasser um eine privatrechtliche Zertifizierung durch die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. handelt und die Verkehrsbezeichnung Natürliches Mineralwasser müsse in die Etikettierung aufgenommen werden.
(05.11.2010) Das Biohandelsunternehmen Alnatura konnte das Geschäftsjahr 2009/2010 erneut mit einem zweistelligen Umsatzplus abschließen. Der Umsatz betrug 399 Millionen Euro, was eine Steigerung um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dies gab der Gründer und geschäftsführende Alleingesellschafter Prof. Dr. Götz Rehn am 3.11.2010 auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt bekannt. Mit 59 Filialen zum Jahresende 2010 bleibt Alnatura Marktführer unter den Filialisten der Biosupermärkte. Aufgrund der starken Expansion konnte Alnatura auch im letzten Geschäftsjahr etwa 100 neue Mitarbeiter einstellen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 1.350 Menschen, darunter 113 Lehrlinge, und ist damit eines der mitarbeiterstärksten Unternehmen der Biobranche. Das Sortiment umfasst rund 1.000 Produkte, die in circa 3.000 Filialen verschiedener Handelspartner vertrieben werden.
(05.11.2010) Bundesweit bieten aktuell rund 2.350 Naturkostfachgeschäfte
ein breites Sortiment an Biolebensmitteln an. Zu diesem Ergebnis kommt das
Projekt "Marktdaten
Naturkostfachhandel".
Es zeigt sich, dass eine Verschiebung zu mehr großflächigen Naturkostfachgeschäften
besteht. Kleinere Läden werden eher weniger, während großflächige
Märkte zunehmen. In den nächsten Monaten sollen persönliche
Befragungen bei 320 repräsentativ ausgewählten Naturkostfachgeschäften
vertiefende Informationen liefern. Ziel ist es, eine solide Basis zur Hochrechnung
des Marktvolumen des deutschen Naturkostfachhandels zu erhalten. An dem Gemeinschaftsprojekt
sind neben dem Bundesverband
Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) die Partner AgroMilagro
research, bio verlag,
Klaus Braun Kommunikationsberatung,
Land und Markt sowie
die Universität
Kassel beteiligt.
(04.11.2010) Die geplante Abschaffung der Professur für biologisch-dynamische Landwirtschaft am Fachbereich "Ökologische Agrarwissenschaften" der Universität Kassel stößt auf Widerstand. Studenten und Absolventen des Fachbereichs setzen sich für den Erhalt der 2005 eingerichteten Stiftungsprofessur ein, die mit Prof. Ton Baars besetzt ist. Der zunächst für sechs Jahre eingerichtete Lehrstuhl wurde von Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen aus dem Ökobereich finanziert, im Anschluss war eine Eingliederung in den regulären Lehr- und Forschungsbetrieb geplant. Nach Ansicht von Universitätspräsident Prof. Rolf-Dieter Postlep hätten Beurteilungen externer Gutachter deutlich gemacht, dass die wissenschaftliche Fundierung biologisch-dynamischer Landwirtschaft und deren Vernetzung mit anderen Fachgebieten in einem universitären Umfeld mit entsprechenden wissenschaftlichen Standards nur in sehr engen Grenzen möglich sei. Professor Baars erklärte dagegen, dass seine Forschung von Anbauverbänden und Unternehmen in der Biobranche als innovativ und wegweisend bezeichnet wird. Auch der Fachbereichsrat wünscht die Weiterführung der Professur. Die Stifter haben dem Präsidenten eine Weiterführung der Finanzierung angeboten, was von der Hochschulleitung jedoch abgelehnt wurde.
(03.11.2010) Das 8. Traineeprogramm Ökolandbau ist am 1. November 2010 gestartet. Für die 25 Traineestellen wurden über 1.000 Bewerbungen abgegeben - ein Rekord! Die hohen Bewerberzahlen zeigen, dass die Biobranche ein Zukunftssektor ist. Die neuen Trainees sind Absolventen aus den Studiengängen Agrarwissenschaft, Gartenbau, Ernährungswissenschaft, Lebensmitteltechnologie oder Betriebswirtschaft. Das Traineeprogramm Ökolandbau ermöglicht ihnen den Berufseinstieg in Unternehmen der Biobranche. Die Ausbildung dauert zwölf Monate - davon elf Monate "training on-the-job" und 20 Tage Schulungen und Trainings "off-the-job" in Präsenz- und E-Learning-Seminaren. In Lehrgängen, Projekten und Vertiefungstreffen erwerben sie fachliche, methodische und unternehmerische Kompetenzen. Durch organisationsübergreifende Erfahrungen und Hospitationen wird schließlich ein Traineenetzwerk ausgebaut, das allen zugute kommt.