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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Mai 2010
(28.05.2010) Bioprodukte sind seltener mit Pestiziden belastet als konventionelle.
Außerdem setzen sich Bioanbieter wesentlich stärker für Umwelt
und Soziales ein als Hersteller konventioneller Ware. Das ist das Ergebnis
einer Bilanz der Stiftung
Warentest aus insgesamt 85 Lebensmitteltests der letzten acht Jahre. Der
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
(BÖLW) und der Bundesverband
Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V.
begrüßen, dass die Kritik an früheren Berichten aufgegriffen
wurde und nun wesentlich differenzierter ausgewertet werde. Wie in den Vorjahren
räumen die Warentester zwar ein, dass Bio bei Schadstofffreiheit, sozialen,
ethischen und ökologischen Faktoren punktet, im Gesamtergebnis kommt
das jedoch nicht ausreichend zum Tragen. So kommt die Testbilanz zu dem Ergebnis,
dass Bioprodukte nicht grundsätzlich gesünder oder schmackhafter
als konventionelle Lebensmittel sind. Das steht aber laut BÖLW im Widerspruch
zu europaweit angelegten Vergleichsstudien, bei denen Bioprodukte z. B. bei
sekundären Inhaltsstoffen deutlich besser abschneiden als konventionelle.
(27.05.2010) Der Bioanbau in Spanien ist im Jahr 2009 stark gewachsen. Die Biofläche stieg gegenüber dem Vorjahr um 21,6 Prozent auf 1,60 Millionen Hektar. Nach offiziellen Angaben des spanischen Ministeriums für Umwelt, Ländlichen Raum und Fischerei stieg auch die Anzahl der Betriebe und zwar um 17,7 Prozent auf 27.627. Die biologisch bearbeitete Ackerfläche stieg in 2009 auf 571.981 Hektar (+21,87 Prozent). Davon entfallen 183.458 Hektar auf Getreide (+10 Prozent), 127.000 Hekatr auf Olivenkulturen (+7,93 Prozent), 87.335 Hektar auf Trockenfrüchte (+24,65 Prozent) und 53.958 Hektar auf Weinanbau (+74,87 Prozent). Die spanische Bioproduktion zeichnet sich in erster Linie durch ihre Diversifizierung aus. Grund dafür sind die verschiedenen Agrarbereiche, Produktionssysteme, und Mikro-Klimata. Es gibt in jeder Autonomie (Land) eine Bioproduktion, die sich an die besonderen Bedingungen ihres Anbaugebietes anpasst. Die inländische Nachfrage nach Bioprodukten bleibt jedoch weiterhin zögerlich, bislang sind annähernd 80 Prozent aller spanischen Ökoerzeugnisse für den Export bestimmt.
(26.05.2010) Überschrittene Dioxin-Grenzwerte bei Bioeiern verunsichern die Verbraucher. In den Medien wurde der Fall oft aufgegriffen, doch viele Hintergrundinformationen zur Ursache der Kontamination liegen noch nicht vollständig vor. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat nun den aktuellen Kenntnisstand zusammengefasst und möchte damit für mehr Transparenz sorgen.
(25.05.2010) Österreich bleibt weiterhin an der Spitze im Biobereich in Europa. Derzeit werden 19,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet. Das entspricht 545.000 Hektar Gesamtfläche, die von 21.900 Betrieben bewirtschaftet werden. Der im Bioaktionsplan angestrebte Bioflächen-Anteil von 20 Prozent bis 2010 wird somit annähernd erreicht. Nach Angaben aus dem Landwirtschaftsministerium gab es im Vergleich zu 2009 einen Zuwachs von 26.500 Hektar und 900 Biobetrieben. Von den mehr als 8.500 Almen in Österreich sind rund ein Drittel anerkannte Bioflächen. Laut Bio Austria hat sich auch der Markt für Biolebensmittel 2009 positiv entwickelt. Der Umsatz stieg um 5 Prozent auf ein Rekordhoch von 984,2 Millionen Euro. Während 2009 im gesamten Lebensmittelhandel im Frischwarenbereich ein Umsatzrückgang von 0,7 Prozent verzeichnet wurde, erweise sich Bio auch in Krisenzeiten als stabiler Trend.
(21.05.2010) Die biologische Vielfalt und damit der Reichtum unserer Erde geht noch immer in dramatischem Ausmaß zurück. Das bestätigt der UN-Bericht "Die Lage der biologischen Vielfalt". Das von den Staats- und Regierungschefs der Welt auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2002 in Johannesburg vereinbarte Ziel, bis zum Jahr 2010 den weltweiten Verlust an biologischer Vielfalt entscheidend zu verlangsamen, ist nicht erreicht worden. Als wesentlicher Grund für den anhaltenden Biodiversitätsverlust wird angegeben, dass Fragen der biologischen Vielfalt immer noch nicht ausreichend in übergreifende politische Maßnahmen, Strategien und Programme eingebunden werden. Auch werden die Zerstörung und Übernutzung von Lebensräumen und Arten, Umweltverschmutzung sowie invasive Arten und Klimawandel, nicht ernsthaft bekämpft, konstatiert der Bericht. Die UN-Experten warnen, dass mit dem Verlust der biologischen Vielfalt auch deren Leistungen für die Menschheit verloren gehen. Die Existenzgrundlage und Nahrungsmittelsicherheit von mehreren Millionen Menschen wird damit gefährdet. Der Bericht zeigt aber auch, dass solche Folgen abgewendet werden können, wenn die Staatengemeinschaft rasch wirksame Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt ergreift.
(20.05.2010) Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik hat der Bundesregierung Mitte Mai ein Gutachten zur EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2013 übergeben. Darin plädieren die Wissenschaftler langfristig für eine neue Politik für Ernährung, Landwirtschaft und ländliche Räume, die in ihrer Ausgestaltung noch zu konzipieren ist. Die vorgeschlagene weitreichende Umgestaltung sieht die vollständige Entkopplung der Beihilfen von der Produktion in allen Mitgliedstaaten vor: Die Direktzahlungen sollen zugunsten gezielter Fördermaßnahmen zur Bewältigung künftiger Herausforderungen schrittweise abgebaut werden. Unter Verbänden und Parteien werden die Vorschläge kontrovers diskutiert.
(10.05.2010) Die fünfte Internationale Tagung zur Verarbeitung und Vermarktung von ökologischen Produkten und Rohwaren (OMF) in Warschau, Polen, ging am 7. Mai 2010 erfolgreich zu Ende. Wie biomarkt.info berichtet, bot die Konferenz mit begleitender Ausstellung und Exkursion rund 380 Teilnehmern aus 29 Ländern eine exzellente Gelegenheit zur Geschäftsentwicklung, aber auch viele Möglichkeiten des Wissenstransfers an. Es wurden insgesamt 26 Einzelbeiträge und drei Workshops innerhalb von drei parallel laufenden Sessions angeboten. Dolmetscher haben einen großen Teil der Referate ins Polnische, Russische, Deutsche und Englische übersetzt. 2006 fand das erste OMF statt mit dem Ziel, "das Zusammenwachsen in der erweiterten EU und den Aufbau heimischer Biomärkte in Mittel- und Osteuropa durch ein professionelles Unternehmertreffen zu unterstützen".
(05.05.2010) Der Wettbewerb um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2011 ist eröffnet. Ökologisch wirtschaftende Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet können sich mit ihren innovativen Konzepten bis zum 30. Juni 2010 für den elften Förderpreis Ökologischer Landbau bewerben. Gesucht werden erfolgreiche Unternehmer der ökologischen Landwirtschaft, die mit ihrem Know-how entwickelte Konzepte in ihren Betrieben umgesetzt haben und dadurch interessante Impulse für eine innovative Entwicklung der gesamten Branche setzen. Herausragende Leistungen können dabei den Gesamtbetrieb umfassen oder sich auf einzelne Betriebsbereiche wie zum Beispiel Verarbeitung, Vermarktung, Natur- und Ressourcenschutz beziehen. Der Preis ist mit insgesamt 22.500 Euro dotiert und wird auf drei Siegerbetriebe verteilt. Der gesamte Betrieb muss seit mindestens zwei Jahren nach den Regeln des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden.
(03.05.2010) Der US-Agrarkonzern Monsanto will das Fleisch von Schweinen, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen von Monsanto gefüttert wurden, als patentierte Erfindung für sich beanspruchen. Greenpeace und 300 Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen fordern daher in einem internationalen Appell ein Verbot der Patentierung von Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln. Hintergrund ist der erneute Versuch des US-Konzerns Monsanto mit Patenten in der Schweinemast Landwirte und Verbraucher zur Kasse zu bitten. Die Patentanmeldung auf Schinken und Schnitzel wurde 2009 bei der Weltpatentbehörde in Genf eingereicht. Darin gibt Monsanto an, dass die Verfütterung der hauseigenen Gen-Soja zu einer erhöhten Konzentration von ungesättigten Fettsäuren im Schwein führt. Daher seien die entsprechenden Fleisch- und Wurstprodukte eine exklusive Erfindung des Konzerns. Im März 2010 wurde eine ähnliche Patentanmeldung auf Fische aus Aquakulturen nachgereicht, die mit Gen-Futterpflanzen von Monsanto erzeugt wurden. Greenpeace kritisiert, dass die Konzerne ihre Patentansprüche über die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung vorantreiben und so das Patentrecht missbrauchen. Schnitzel und Schinken seien keine Erfindung. Laut Greenpeace muss die Bundesregierung in Brüssel nun die Neuverhandlung der EU-Patentgesetze einfordern. Landwirtschaftsministerin Aigner hatte sich erst kürzlich erneut dafür ausgesprochen, dass Patente auf Nutztiere und -pflanzen verboten werden.