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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Januar 2010
(28.01.2010) Nach Ansicht des Bundesamtes
für Naturschutz (BfN) hat die Agrarpolitik trotz einer Reihe von
Anpassungsprozessen weiterhin negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.
Das BfN fordert deshalb eine ökologische Umorientierung der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP). Ziel müsse es sein, eine effizientere Erhaltung der
Biodiversität in der Agrarlandschaft und einen größeren Beitrag
der Landwirtschaft zum Klimaschutz zu erreichen. Dies erklärte die Präsidentin
des BfN, Beate Jessel anlässlich des Zukunftsforums "Ländliche
Räume" auf der Grünen Woche. Notwendig sei eine deutliche Veränderung
der Agrarförderung in Richtung einer Honorierung ökologischer Leistungen,
um die Ziele des integrativen Naturschutzes im Rahmen einer multifunktionalen
Landwirtschaft zu erreichen. Daneben solle es weiterhin einen Ausgleich für
höhere Natur- und Umweltschutzstandards in der EU geben. Schließlich
müsse ökologisch wertvolles Dauergrünland erhalten werden,
weil es wichtig für die Sicherung der biologischen Vielfalt ist.
(25.1.2010) Die Agrarpolitik muss sozialer und ökologischer ausgerichtet
werden. So lautete eine der Kernbotschaften bei der Jubiläumsveranstaltung
zu 10 Jahren Förderpreis
Ökologischer Landbau und Tag des Ökologischen Landbaus in Berlin
des Bundesministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Franz Fischler,
ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft, betonte dass die Landwirtschaft
nicht nur die Aufgabe hat "gesunde Lebensmittel zu produzieren, sondern
auch die Landschaft und Umweltgüter zu erhalten und soziale Sicherheit
für die Menschen zu gewährleisten." Der Ökologische Landbau
sei ein System, mit dem diese Ziele gleichzeitig erreicht werden könnten.
Der BÖLW unterstrich dabei das besondere Innovationspotenzial der Biobetriebe.
Um die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit ernst zu nehmen und in der Landwirtschaft
umzusetzen, müssen jedoch die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet
werden, dass die gesamte Landwirtschaft nachhaltig ist und eine energieeffiziente,
flächengebundene und umweltfreundliche Landwirtschaft überall umgesetzt
wird.
(22.01.2010) Der diesjährige Bundessieger beim Förderpreis Ökologischer Landbau ist der Bioobsthof Augustin aus Jork in Niedersachsen. Der Förderpreis wird jährlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgeschrieben. Ministerin Ilse Aigner übergab die Auszeichnung im Rahmen des Tag des Ökolandbaus auf der Grünen Woche in Berlin. Dem Ökoobsthof wurde der Preis für dessen besondere Leistungen im Naturschutz, der Landschaftsgestaltung sowie im Ressourcenschutz verliehen, hieß es in der Begründung der Jury. Jeweils einen zweiten Preis erhielten der Verein Bunde Wischen e.V. aus Schleswig in Schleswig-Holstein und die Baumschule Pflanzlust aus Wolfhagen-Nothfelden in Hessen. Seit 2001 werden mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau jährlich drei ökologisch wirtschaftende Betriebe ausgezeichnet, denen es in besonderem Maße gelungen ist, erfolgreiche Unternehmen aufzubauen und damit positiv in der Region und in der Gesellschaft zu wirken.
(21.01.2010) Der "Kritische Agrarbericht 2010" ist als Buch erschienen. In 47 Beiträgen von Autoren aus Wissenschaft und Praxis sowie aus Verbänden und Politik werden die agrarpolitischen Geschehnisse im Jahr 2009 analysiert und die Weichenstellung für die Zukunft diskutiert. Angesichts der prekären Entwicklung wurde den Böden der Schwerpunkt dieses Kritischen Agrarberichts gewidmet. Die Schwerpunktbeiträge beschäftigen sich mit zentralen Fragen der Bodennutzung und des Bodenschutzes sowie der Entwicklung von Böden. Weitere wichtige Themen sind der derzeitige Industrialisierungsschub in der Tierhaltung, die positiven Klimaeffekte einer bäuerlichen, solargestützten Erzeugung von Lebensmitteln sowie die Fehlentwicklungen in der intensiven Fischwirtschaft und die ökologischen Alternativen im Bereich der Aquakultur. Seit 1993 veröffentlicht das AgrarBündnis jährlich mit dem "Kritischen Agrarbericht" eine Zusammenfassung der agrarpolitischen Debatten.
(14.01.2010) Die Ausgabe 1/2010 der Fachzeitschrift Ökologie & Landbau
ist erschienen. Der Ökonom und Philosoph Ernst Friedrich Schumacher mahnte
bereits vor über 30 Jahren in seinem Weltbestseller "Small is beautiful"
zur Suche nach dem rechten Maß. ÖKOLOGIE & LANDBAU greift seine
Ideen auf und beschreibt, welche Konzepte sich schon bewährt haben, mit
anderen Mitteln eine langfristig nachhaltige Wirtschaft zu ermöglichen
und warum kleinere, menschengemäße Landwirtschaftsstrukturen neue
Perspektiven eröffnen, oder wie der Strukturwandel in der Biolandwirtschaft
echte Nachhaltigkeit gefährden kann. Aber es wird auch gezeigt, dass
große Strukturen in der Ökobranche Bio überhaupt erst salonfähig
gemacht haben.
Weitere Themen dieser Ausgabe: Ist die Zukunft hornlos? - Meinungen zu Enthornung
und Zucht genetischer Hornlosigkeit in der Ökotierhaltung. Länderberiecht
Mexiko - die ökologische Milchwirtschaft im Bundesstaat Chiapas fasst
Fuß. Ökologische Produkte sind Klimaschoner - eine Studie hat die
Klimavorteile von Bioprodukten erneut nachgewiesen.
(13.01.2010) Zum Auftakt der Internationalen Woche in Berlin präsentiert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW ) die Bilanz des Biosektors für das Jahr 2009: die Zahl der Ökobetriebe nahm um 6,0 Prozent auf 11.030 Betriebe und die Anbaufläche um 5,2 Prozent auf insgesamt 653.339 Hektar zu. Nach einer vorläufigen Schätzung stagnierte der Umsatz des gesamten Biomarktes 2009 auf dem Niveau des Vorjahres oder war leicht rückläufig. Einbußen beim Bioumsatz haben vor allem der Lebensmitteleinzelhandel und besonders die Discounter zu verzeichnen. Der Umsatz im Fachhandel wuchs dagegen um ca. vier Prozent und vergrößerte seinen Anteil am gesamten Biomarkt. Im Vergleich zum gesamten Lebensmittelmarkt kann sich der Bio-Markt insgesamt gut behaupten: Während der Umsatz insgesamt im Jahr 2009 um 2,4 Prozent abnahm, ist der Rückgang im Biomarkt deutlich geringer. Aufgrund insgesamt rückläufiger Preise ist der Mengenabsatz von Bioprodukten auch im Jahr 2009 weiter gestiegen.
(11.01.2010) - "Lernort Bauernhof - Goldgrube oder Idealismus pur?" - das Thema der diesjährigen Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB) trifft auf großes Interesse. "Wie aktuell und wichtig der Schwerpunkt ist, zeigt die überwältigende Anzahl der bisherigen Anmeldungen", sagt Hans-Heiner Heuser, Studienleiter der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen, die gemeinsam mit der BAGLoB die Veranstaltung ausrichtet. Auf der Konferenz wird u. a. Lernen auf dem Bauernhof als zusätzliche Einkommensquelle für Betriebe diskutiert. Dabei soll besonders das Spannungsfeld zwischen einer Professionalisierung der Angebote und den Werten und Idealen der nachhaltigen Lebensmittelproduktion und Ernährung ein Thema sein. "Es zeigt sich, dass dies genau die Bedürfnisse von interessierten Anbietern und "alten Hasen" der Lernort Bauernhof-Bewegung trifft", so Heuser. Anmeldungen sind noch bis zum 24.01.2010 möglich.
(04.01.2010) Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) hat den Zuschlag zur weiteren Durchführung des Traineeprogramms Ökolandbau von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) erhalten. Die seit 2002 bewährte Ausbildung für junge Hochschulabsolventen mit einem Berufsziel im Ökolandbau kann damit bis Ende 2012 fortgeführt werden. Anschließend besteht die Option zur Verlängerung um ein Jahr. Nunmehr in der siebten Runde werden im Traineeprogramm Ökolandbau jährlich 25 neue Fach- und Führungskräfte ausgebildet. Die SÖL koordiniert die Ausbildung gemeinsam mit ihren Partnern: Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller (AOEL), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Bundesverband Naturkost und Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) und Konferenz der Kontrollstellen (KdK). Das Traineeprogramm Ökolandbau ist Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, initiiert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.