Nachrichtenarchiv September 2009

Nachrichtenübersicht
Erfolgreiche Bio-Konferenz in Georgien
BUND: Schwarz-Gelb kein Votum pro Atomenergie und pro Gentechnik
8. Schülerwettbewerb "Bio find ich kuh-l" gestartet
Gentechnik-Gegner Grolm freigelassen
Europäische Milchbauern im Ausstand
Verbände fragen nach: Positionen der Parteien zu Ökolandbau und Agro-Gentechnik
Vielfalt ernährt die Welt - natürlich ohne Gentechnik
Gentechnisch veränderter Leinsamen im Handel
Ökomonitoring 2008: Bio ist drin, wo Bio drauf steht
BÖLW-Herbsttagung: Herausforderung Wasser - Brauchen wir eine blaue Revolution?
Kein Einbruch auf dem Biomarkt erkennbar
Bioland gewinnt Klage wegen verunreinigtem Saatgut
Neuer Bio-Siegel Report erschienen
Neue Broschüre: "Arbeitspferde im Naturschutz"

Erfolgreiche Bio-Konferenz in Georgien

(30.9.2009) Inhaltlicher Austausch und die Vernetzung der Teilnehmer standen im Mittelpunkt der 2. Internationalen Konferenz zur Entwicklung des Biolandbaus in Mittel-/Osteuropa und Zentralasien. Dazu trafen sich am 10. und 11. September 2009 rund 200 Teilnehmer aus 22 Ländern, überwiegend aus Osteuropa in Tbilisi (Tiflis), Georgien. In den Referaten und Arbeitsgruppen wurden unter anderem Fragen des Anbaus, der Zertifizierung, der Wildsammlung sowie des Aufbaus von heimischen und Exportmärkten behandelt. Im Anschluss an die gut organisierte Veranstaltung bestand die Möglichkeit, im Rahmen von organisierten Rundtouren Land und Leute kennen zu lernen.

BUND: Schwarz-Gelb kein Votum pro Atomenergie und pro Gentechnik

(29.09.2009) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem Wahlergebnis der Bundestagswahl vom 27. September 2009 kein Votum pro Atomkraft und pro Gentechnik. Sämtliche Umfragen im Umfeld der Wahlen hätten gezeigt, dass es stabile Mehrheiten gegen längere Laufzeiten für Atommeiler und gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft gebe. Der BUND fordert den Abbau ökologisch kontraproduktiver Subventionen, eine Beschleunigung des Atomausstiegs sowie den Umbau des Energiesektors. Mit einem solchen Programm könne es gelingen, die erneuerbaren Energien zu hundert Prozent durchzusetzen und hunderttausende neue innovative Arbeitsplätze zu schaffen.

8. Schülerwettbewerb "Bio find ich kuh-l" gestartet

(24.09.2009) Der bundesweite Schülerwettbewerb "Bio find ich kuh-l" geht in die achte Runde. Unter dem Motto "Bio und Ernährung - food und fit, mach doch mit!" können Schüler der 3. bis 10. Klasse spielerisch und kreativ erkunden, was biologischen Landbau und unsere Ernährung miteinander verbindet. Egal ob im Klassenverband, in der Kleingruppe oder als Solist. Nahezu freigestellt ist auch die Art des Beitrages: Plakat, Website, Spiel oder selbst geschriebenes Lied - die Ergebnisse können in vielerlei Form erstellt werden. Einsendeschluss ist der 20. April 2010. Eine Jury wird im Mai 2010 entscheiden, wer sich über die Trophäe "Kuh-le Kuh" in Gold, Silber und Bronze, eine dreitägige Berlin-Reise oder Tagesausflüge freuen darf.

Gentechnik-Gegner Grolm freigelassen

(23.09.2009) Der Bioland-Imker und Anti-Gentechnik-Aktivist Michael Grolm kommt heute nach 27 Tagen im Gefängnis wieder frei. Der Begründer der Initiative Gendreck weg! hatte zusammen mit anderen Aktivisten ein Feld mit Monsanto-Genmais MON 810 im Oderbruch besetzt und die genveränderten Pflanzen aus dem Boden gerissen. Dafür sollte er 1.000 Euro Strafe zahlen oder für zwei Tage ins Gefängnis. Weil er keinen Offenbarungseid leisten wollte, kommt er erst nach 27 Tagen wieder frei. In der Gerichtsverhandlung hatte sich der Imker mit dem "rechtfertigenden Notstand" nach Paragraf 34 des Strafgesetz-buches verteidigt. Dieser besagt, dass das Begehen einer Straftat dann nicht gesetzeswidrig ist, wenn es dazu dient, eine Gefahr abzuwenden. So habe er verhindern müssen, dass konventionell oder biologisch produzierte Nahrung durch gentechnisch veränderte Pollen verunreinigt würden. Die Richter sahen jedoch die "Feldbefreiung" nicht als angemessenes Mittel des Widerstands an.

Europäische Milchbauern im Ausstand

(22.09.2009) Rund 80.000 Milchbauern aus ganz Europa befinden sich seit nunmehr elf Tagen im Milch-Streik. Sie verlangen von der EU-Kommission eine Stabilisierung der Milchpreise. Auch Bioverbände erklären sich solidarisch mit den Forderungen der Milchbauern. Bioland fordert eine Kurskorrektur und ein Umdenken in der europäischen Milchpolitik. Die aktuellen Milchpreise seien bereits deutlich vor dem geplanten Ende der Quotenregelung 2015 an einem historischen Tiefpunkt angelangt, zu denen in Europa kein Betrieb Milch erzeugen könne. Die Marktpartner des Naturkostfachhandels hatten sich im Januar 2009 durch eine Branchenvereinbarung auf faire Milchpreise verständigt. Daher stehen Biomilcherzeuger trotz des konventionellen Preisverfalls heute vergleichsweise gut da. Dies zeige, dass auch in der Wirtschaftskrise ein partnerschaftlicher Umgang aller Marktbeteiligten keine Utopie ist.

Verbände fragen nach: Positionen der Parteien zu Ökolandbau und Agro-Gentechnik

(15.09.2009) In der heißen Phase des Wahlkampfes hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die fünf großen Parteien gefragt, wie sie zu den zentralen Themen des Ökolandbaus und der ökologischen Lebensmittelwirtschaft stehen und welche Politik sie im neuen Bundestag und in einer neuen Regierung dazu umsetzen wollen. Welche Bedeutung die Parteien dem Potenzial des Ökolandbaus für die Lösung der Fragen der Zukunft beimessen und welche Politik zum ökologischen Landbau und zur Agro-Gentechnik sie vertreten, ist in den "Wahlprüfsteinen" nachzulesen. Auch der Naturland-Verband hat die Positionen der Parteien zu Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz abgefragt und seine "Wahlprüfsteine" veröffentlicht. Die jeweiligen Ergebnisse sind im Internet abrufbar.

Vielfalt ernährt die Welt - natürlich ohne Gentechnik

(14.09.2009) Einige tausend Menschen kamen am vergangenen Sonntag auf den Ulmer Münsterplatz, um bei VIELFALT ERNÄHRT DIE WELT für gentechnikfreie und zukunftsfähige Landwirtschaft und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu demonstrieren. Als Symbol für diese Vielfalt wurde bei der größten gentechnikfreien "Protest"-Tafel, die es in Deutschland jemals gegeben hat, das regionale Gericht Linsen mit Spätzle und Saiten gereicht. An der Schleppersternfahrt zum höchsten Kirchturm der Welt, dem Ulmer Münster, beteiligten sich über 100 Traktoren. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden die Ergebnisse der aktuellen Emnid-Umfrage: „Beeinflusst Gentechnik die Bundestagswahl?“ vorgestellt. Demnach lehnen 65 Prozent der Wähler Gentechnik in Lebensmitteln weiterhin strikt ab.

Gentechnisch veränderter Leinsamen im Handel

(11.09.2009) Behörden in Baden-Württemberg haben bei Untersuchungen gentechnisch veränderten Leinsamen entdeckt. Die Kontrollen ergaben, dass offenbar ein großer Prozentsatz von konventionellem Leinsamen am Markt gentechnisch verändert ist, wie das Agrarministerium mitteilte. Der vermutlich aus Kanada stammende Leinsamen ist in der Europäischen Union nicht zugelassen. Für den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zeigt sich dadurch erneut, "dass Agro-Gentechnik eine nicht beherrschbare Technologie ist", wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Der Fall mache deutlich, dass gentechnisch veränderte Pflanzen, die lebend und vermehrungsfähig in der freien Natur angebaut werden, weder eingrenzbar noch rückholbar sind. Der BÖLW fordert daher von der Bundesregierung ein definitives Aussetzen jeglichen Gentechnik-Anbaus in Deutschland. Auch müsse im Saatgut die Nulltoleranz gegenüber nicht zugelassenen genveränderten Konstrukten verteidigt werden, um solch ungewolltes Verbreiten einzudämmen.

Ökomonitoring 2008: Bio ist drin, wo Bio drauf steht

(09.09.2009) Der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Peter Hauk hat am Dienstag den Ökomonitoring-Bericht 2008 vorgestellt. Wie aus einer Pressemitteilung des Ministeriums hervorgeht, wurden im Jahr 2008 mehr als 800 Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung auf Spuren von gentechnischen Verunreinigungen sowie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Bio drin ist, wo Bio drauf steht, denn alle Produkte aus ökologischer Erzeugung erhielten gute Noten. So waren wie in den Vorjahren in keinem Soja- oder Maisprodukt Anteile an gentechnischen Veränderungen von mehr als 0,1 Prozent nachweisbar. Das Land Baden-Württemberg führt das bundesweit einmalige Ökomonitoring seit dem Jahr 2002 durch, um in dem stark expandierenden Marktsegment Verbrauchertäuschungen besser zu erkennen und das Verbrauchervertrauen in die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel zu stärken.

BÖLW-Herbsttagung: Herausforderung Wasser - Brauchen wir eine blaue Revolution?

(08.09.2009) Am 15.10.2009 findet die diesjährige Herbsttagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft in Berlin statt. Thema der Veranstaltung ist "Herausforderung Wasser - Brauchen wir eine blaue Revolution?". Mit Experten aus Wissenschaft und Politik sowie von Bio- und Umweltverbänden sollen Perspektiven für einen nachhaltigen und gerechten Umgang mit der Ressource Wasser diskutiert werden. Durch den weltweit rasant zunehmenden Wasserverbrauch wird seine Verfügbarkeit immer knapper und vielerorts seine Qualität schlechter. Damit ist auch das Thema eine der globalen Herausforderungen. Anmeldungen für die Herbsttagung sind jetzt möglich.

Kein Einbruch auf dem Biomarkt erkennbar

(07.09.2009) Eine aktuelle Analyse zur Ökoumsatzentwicklung von AgroMilagro research belegt, dass auf dem Biomarkt kein Umsatzeinbruch zu erkennen ist. Durch den Vergleich der Zahlen des Marktforschungsinstituts AC Nielsen, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller und dem Naturkostfachhandel wird deutlich, dass die Absatzmengen bei Bioobst, Biogemüse und Biokartoffeln im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum größtenteils zugenommen haben. Lediglich Importware verzeichnete niedrigere Absatzvolumina. Dies macht einen deutlichen Trend hin zu heimischer regional erzeugter Ware deutlich. Dass das Kaufverhalten relativ stabil ist, zeuge von der Stärke des Trends hin zu ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Die Gesellschaft für Konsumforschung hatte aus Ergebnissen von Haushaltsbefragungen den Schluss gezogen, der Biomarkt sei nach Jahren des starken Wachstums rückläufig. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft hatte die Datenlage als widersprüchlich bezeichnet.

Bioland gewinnt Klage wegen verunreinigtem Saatgut

(04.09.2009) Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein muss jetzt alle Flächen öffentlich machen, auf denen im Jahr 2007 versehentlich gentechnisch verunreinigtes Raps-Saatgut ausgesät worden ist. Das hat das Verwaltungsgericht Schleswig gestern entschieden, wie aus einer Pressemitteilung von Bioland hervorgeht. Der Verband hatte Klage eingereicht, weil sich das Ministerium weigerte, die Standorte zu benennen. In Schleswig-Holstein waren 300 Hektar Ackerland betroffen. Im Herbst 2007 wurden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1500 Hektar Raps-Saatgut der Sorte Taurus
ausgesät, das mit illegalem Gen-Raps verunreinigt war. Bioland hat in den drei Bundesländern mit Unterstützung von Greenpeace Klage eingereicht. In Niedersachsen haben die Gerichte Bioland am vergangenen Dienstag Recht gegeben. Der Verhandlungstermin in Schwerin steht noch aus.

Neuer Bio-Siegel Report erschienen

(03.09.2009) Der neue Bio-Siegel Report ist jetzt erschienen. Das Heft wird von der Geschäftsstelle des Bundesprogramms Ökologischer Landbau bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung regelmäßig herausgegeben. Der Report enthält Fakten und Unternehmens-Reportagen zum Thema "Bio". Er richtet sich an Entscheider aus Erzeugung, Handel, Herstellung und Verbänden. Die aktuelle Ausgabe berichtet unter anderem über erfolgreiche Marketingstrategien für Naturkostfachgeschäfte und das dynamische Wachstum der Biomärkte in Mittel- und Osteuropa. Die aktuelle Ausgabe und sämtliche bisher erschienenen Ausgaben können unter www.bio-siegel.de heruntergeladen werden.

Neue Broschüre: "Arbeitspferde im Naturschutz"

(02.09.2009) Die Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ) hat eine Studie zum Thema "Arbeitspferde im Naturschutz" durchgeführt. Die Ergebnisse wurden jetzt bei der "PferdeStark 2009" vorgestellt. Eine Broschüre, die im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz erstellt wurde, fasst die Möglichkeiten und Vorteile des modernen Einsatzes von Arbeitspferden im Naturschutz zusammen. Es werden konkrete Hilfestellungen beschrieben, wie der moderne Einsatz von Arbeitspferden im praktischen Naturschutz und darüber hinaus (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Kommunaldienst) gefördert werden kann. Nach Untersuchungen laufender Naturschutzprojekte mit Arbeitspferde-einsatz wird deutlich, dass der Einsatz der Tiere ein erhebliches Potenzial für den praktischen Natur- und Umweltschutz birgt. Die IGZ tritt daher für eine breitere Anwendung dieser natur- und ressourcenschonenden Wirtschaftsweise ein, die zudem dazu beiträgt, alte Haustierrassen zu erhalten.