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(25.05.2009) Nach Abschluss des Runden Tisches Pflanzengenetik, der auf Einladung der Ministerinnen Schavan und Aigner am vergangenen Mittwoch stattfand, ziehen Bio-Verbände und Umweltschutzorganisationen eine gemischte Bilanz. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beklagt, dass in dem Gespäch kritische Positionen zur Agro-Gentechnik nicht zu Wort kamen. Statt eine Auseinandersetzung über die heutige Realität von Gentechnik in der Landwirtschaft zu führen, hätten deren Verfechter breiten Raum erhalten, um sich über ihre künftigen Segnungen auszulassen. Im Vorfeld der Veranstaltung hatten die Verbände mehr Transparenz bei der Forschungsförderung im Bereich der Agro-Gentechnik gefordert. Statt weiterhin knappe staatliche Mittel in eine von der Gesellschaft nicht akzeptierte Technologie zu stecken, müsse es in der Forschungspolitik ein Umdenken geben und damit eine gleichberechtigte Förderung der Forschung der klassischen und ökologischen Pflanzenzüchtung, so die Verbände.
(19.05.2009) Im Falle von Betrugsfällen in der Bio-Branche fordert die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) ein bedachtes Handeln. In einer Pressemeldung plädiert sie für effiziente Lösungswege und eine Weiterentwicklung des Bio-Kontrollwesens. Dabei müsse die Qualifikation der Kontrolleure erhöht und ihre Position im Kontrollsystem gestärkt werden. Auch die Unternehmen seien gefragt, ihre Qualitätssicherungssysteme effizienter zu gestalten und weiterzuentwickeln. Um in Zukunft richtig mit Betrugsfällen umzugehen, hat die AoeL bereits verschiedene Initiativen angeschoben, so beteiligt sie sich an der "Anti Fraud Initiative," einer EU-Plattform für den Umgang mit Betrugsware. Demnächst soll ausserdem ein Kriterienkatalog für privat zu vereinbarende Zusatzanforderungen mit den Kontrollstellen vorgelegt werden.
(14.05.2009) Ein bundesweites Monitoring von gentechnisch verändertem Maissaatgut hat ergeben, dass in Sachsen in einer Charge von konventionellem Saatgut Spuren der gentechnisch veränderten Maislinie NK 603 enthalten waren. In Rheinland-Pfalz wurde auf 100 Hektar Land, in Baden-Württemberg auf 170 Hektar das gentechnisch veränderte Maissaatgut ausgesät. Bioland fordert eine schnelle und umfassende Aufklärung sowie die vollständige Vernichtung der Maispflanzen. Eine schleichende und unkontrollierte Einführung von Gentechnik durch gentechnisch verunreinigtes Saatgut könne nicht hingenommen werden. Die Behörden haben den betroffenen Landwirten angeboten, den vollständigen Aufwuchs des verunreinigten Genmaises zuzulassen, wenn dieser in Biogasanlagen verwendet werde. Dies lehnt jedoch auch der BUND ausdrücklich ab. NK 603 darf in der EU nicht angebaut werden, die Verbände fordern daher die vollständige Vernichtung, es könne keinen Ermessensspielraum geben.
(13.05.2009) In Frankreich hat Landwirtschaftsminister Michel Barnier aufgrund der starken Nachfrage seitens der Landwirte die staatlichen Hilfen für die Umstellung auf den Öko-Landbau für 2009 um weitere drei Millionen Euro aufgestockt. Dies geht aus einer Meldung des französischen Landwirtschaftsministeriums hervor. Der Ressortchef hatte bereits im Oktober 2008 eine Erhöhung von jeweils 12 Millionen Euro für die Jahre 2009 bis 2011 in Ergänzung zu den bisherigen Umstellungshilfen in Höhe von 22 Millionen Euro zugesagt. Die französische Regierung plant, die ökologisch bewirtschaftete Fläche des Landes bis 2012 zu verdreifachen, was sechs Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche entspräche. Außerdem soll das Angebot von Bio-Produkten in der Gemeinschaftsverpflegung bis 2012 auf 20 Prozent gesteigert werden.
(12.05.2009) Die Lebensmittel-Discounter haben erneut ihre Preise für konventionelle Milch gesenkt. Angesichts des dramatischen Verfalls der konventionellen Milchpreise fordert Bioland einen europäischen Milchgipfel und eine Revision der Milchpolitik. Die Verbraucher werden aufgefordert Bio-Milchprodukte zu kaufen. Damit können sie selbst zum Erhalt einer bäuerlichen, ökologischen und tiergerechten Milchproduktion beitragen. In einer Pressemitteilung des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V heißt es dazu, die neue Preissenkungswelle für konventionelle Milch sei nur auf den ersten Blick ein Gewinn für den Verbraucher, denn langfristig stehe durch den Preisverfall die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe auf dem Spiel. Um auf die Situation aufmerksam zu machen, hat der BNN eine Anzeigenkampagne für faire Milchpreise gestartet.
(07.05.2009) Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat zu Beginn dieser Woche das Verbot des Anbaus der Maissorte MON810 der Firma Monsanto in Deutschland bestätigt, dennoch werden weiterhin Freisetzungsgenehmigungen für gentechnisch veränderte Pflanzen erteilt. Am Montag hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen Freisetzungsversuch der Uni Giessen mit Gentechnik-Gerste erlaubt. Der Naturschutzbund (NABU) kritisiert den Anbauversuch, der in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden soll, und fordert eine Umkehr in der Gentechnikdebatte. Unterdessen begann am Dienstag in Mecklenburg Vorpommern der Anbau von Gen-Kartoffeln der Sorte Amflora, die zur Stärkegewinnung eingesetzt werden sollen. Erst Ende April war dem Chemiekonzerns BASF der versuchsweise Anbau der Kartoffel auf 20 Hektar genehmigt worden. Gentechnikgegner brachten daraufhin zehn Kilogramm Bio-Knollen der Sorte Linda auf das Versuchsfeld aus, wie Teilnehmer berichteten. Durch die Aktion soll es erschwert werden, das Experiment mit der gentechnisch veränderten Pflanze auszuwerten.
(05.05.2009) Zum zehnten Mal wird das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2010 den Förderpreis Ökologischer Landbau verleihen. Mit dem Preis werden besonders innovative Konzepte ökologisch wirtschaftender Betriebe geehrt. Die Bewerbungsphase hat jetzt begonnen. Bis zum 30. Juni 2009 können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sowie Zusammenschlüsse ökologisch wirtschaftender Betriebe bewerben, die sich den Zielen des ökologischen Landbaus verpflichtet haben. Das Preisgeld je Siegerbetrieb beträgt bis zu 7.500 Euro. Seit dem Jahr 2001 wurden insgesamt 27 Betriebe für ihre innovativen Betriebskonzepte ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung sollen wichtige Anregungen für die Entwicklung der Branche und gleichzeitig für die Regionen gegeben und die Akzeptanz der ökologischen Wirtschaftsweise in der Öffentlichkeit weiter gestärkt werden.
(04.05.2009) Vertreter von Öko-Anbauverbänden haben sich in einem Strategiepapier auf ein gemeinsames Vorgehen zur Reduzierung des Kupferaufwandes sowie zur Entwicklung von Alternativen festgelegt. Kupfer wird als Pflanzenschutzmittel vor allem bei der Bekämpfung verschiedener Pilzkrankheiten eingesetzt. Die zulässigen Kupfermengen sind durch die EG-Rechtsvorschriften im Öko-Landbau streng begrenzt. Dennoch steht der Einsatz von Kupfer zu Pflanzenschutzzwecken zunehmend in der Kritik. Wie oekolandbau.de berichtet, haben sich daher Vertreter der Öko-Anbauverbände Bioland, Demeter, ECOVIN, Gäa und Naturland in dem Strategiepapier darauf festgelegt, die zulässige Aufwandmenge innerhalb der nächsten fünf Jahre zu reduzieren und innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre Alternativen zu Kupferpräparaten zu entwickeln.
(04.05.2009) Die Europäische Kommission hat einen Kreativ-Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Gemeinschaftslogos für EU-Bio-Produkte ins Leben gerufen. Der Wettbewerb richtet sich an Design- und Kunststudenten aus allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Das künftige Bio-Logo soll ansprechend und originell gestaltet sein und die unterschiedlichen Aspekte der biologischen Landwirtschaft und Produktion widerspiegeln. Teilnehmen können Studenten aus der EU, die an einer Hochschule für Kunst und Design eingeschrieben sind sowie Absolventen, die ein Studium in diesem Bereich 2008 oder 2009 beendet haben. Interessierte können ihre Einreichungen bis zum 25. Juni 2009 auf der Website des Wettbewerbs hochladen. Das offizielle Logo soll ab 1. Juli 2010 alle verpackten Bio-Erzeugnisse der EU kennzeichnen.