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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > März 2009
(26.03.2009) Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wurden jetzt erstmals praxisorientierte Leitfäden zur Saatgutgesundheit für Landwirte erstellt. In einem Forschungsvorhaben wurden vorliegende Angaben zu Verfahren und Präparaten zur Saatgutgesunderhaltung zusammengetragen, diese auf ihre Tauglichkeit geprüft und für die Praxisanwendung weiterentwickelt. Zur Erzeugung gesunden Saatguts steht im Öko-Landbau neben präventiven Maßnahmen eine Reihe verschiedener Saatgutbehandlungsverfahren zur Verfügung, von denen viele jedoch bislang nicht hinreichend untersucht waren. Das Forschungsprojekt hat hier Abhilfe geschaffen und Mittel und Verfahren, die sich unter Modellbedingungen für die Praxistestung als geeignet erwiesen, in Feldversuchen überprüft. Die daraus entstandenen Leitfäden zur Saatgutgesundheit im Öko-Landbau für den Bereich Ackerbau und Gemüsebau sind jetzt über Organic Eprints abrufbar.
(25.03.2009) Die hessische Landesregierung hat eine Bundesratsinitiative zum Verbot von Patenten auf Tiere und Pflanzen gestartet. Anlass dafür sind beim Europäischen Patentamt anhängige Verfahren zur Patentierung von Broccoli und Schweinen. Umweltministerin Silke Lautenschläger sagte, Hessen wolle sich im Bundesrat für eine Verschärfung der europäischen Biopatentrichtlinie einsetzen, um eine Patentierung neu gezüchteter Tiere und Pflanzen zu verhindern. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sieht darin einen äußerst wichtigen Schritt, "um der schleichenden Enteignung von Bauern und Saatzüchtern entgegen zu treten." Er verwies darauf, dass in den letzten Monaten verstärkte Aktivitäten großer Konzerne zu beobachten seien, sich mit Patenten die Kontrolle über Rassen und Sorten zu verschaffen. Es sei daher höchste Zeit, dass die Politik handelt.
(20.03.2009) Der heute in Berlin vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vorgestellte Gentechnik-Schadensbericht zeigt, dass die Nutzung der Agro-Gentechnik keinen gesamtwirtschaftlichen Nutzen bringt. Laut dem Bericht verursacht der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen extrem hohe Kosten in der gesamten Lebensmittelkette. Sie entstehen durch stark steigende Saatgutpreise sowie erforderliche Maßnahmen zur Vermeidung drohender Resistenzen, der Trennung der Warenströme und Analysen. Außerdem entstehen Schäden in Höhe von einigen Milliarden US Dollar, die bei Mais und Reis durch Kontaminationen mit nicht zugelassenen Gen-Konstrukten verursacht wurden. Klare Gewinner des Einsatzes von genmanipulierten Saaten seien einige Saatgutkonzerne, die mit Patenten und Lizenzverträgen für Saatgut hohe Gewinne erzielen, so der Bericht.
(18.03.2009) Markus Arbenz wird ab August 2009 die geschäftsführende Direktion der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM) in Bonn übernehmen. Der 47-jährige Ingenieur-Agronom leitet seit 2006 den Schweizer Bio-Dachverband Bio Suisse. Vor seiner Zeit bei Bio Suisse war Arbenz viele Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit in diversen Ländern Europas, Afrikas und Asiens tätig. So arbeitete er mehrere Jahre für die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und die Entwicklungsorganisation Helvetas in Kirgistan, unter anderem als Leiter des Kirgisisch-Schweizerischen Landwirtschaftsprogramms. Zwischen 1995 und 1999 war Markus Arbenz Geschäftsführer der Stiftung PRO SPECIE RARA. Daneben führte er einen kleinen Grünlandbergbetrieb mit diversen bedrohten Tierrassen.
(17.03.2009) Nach dem Erfolg von "Genfrei Gehen" 2007 hat Joseph Wilhelm, Bio-Pionier und Gründer von Rapunzel Naturkost beschlossen, sich erneut für eine gentechnikfreie Welt auf den Weg zu machen. "Genfrei Gehen" soll in diesem Jahr an wichtigen politischen Orten Station machen. In Berling beginnt der Marsch am 18. Juni 2009 und wird nach ca. 35 Tagen voraussichtlich am 25. Juli Brüssel erreichen. Bei der ersten Auflage von "Genfrei Gehen" waren im Verlauf der 1.185 km langen Strecke insgesamt mehr als 4.000 Menschen aktiv mitgewandert. Mit der Aktion soll die Öffentlichkeit angesprochen und Bewusstsein für eine gentechnikfreie Welt geschaffen werden.
(13.03.2009) In Kuba sind Feldversuche mit Gen-Mais angelaufen. Der gentechnisch veränderte Mais FR-Bt1 soll ertragreicher als herkömmliche Sorten sein und ist gegen den größten Pflanzenschädling des karibischen Inselstaates, die Mottenart 'Spodoptera frugiperda', immun. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur IPS soll der Gen-Mais zunächst auf einer Fläche von 50 Hektar angebaut werden. Geleitet wird das Experiment von Forschern des kubanischen Zentrums für Gen- und Biotechnik (CIGB) in Havanna. Zwar sind auch auf Kuba die Gefahren der Gentechnik bekannt, da das Vorhaben jedoch nicht kommerziell betrieben wird und dem Ziel dienen soll, Kuba langfristig von Nahrungsmittelimporten unabhängig zu machen, hält sich die Kritik in Grenzen. Das Land importiert derzeit 60 Prozent seiner Lebensmittel. Erste Resultate der Versuche werden für April 2009 erwartet.
(11.03.2009) Nach dem Auftreten mehrerer Fälle von Wildschweinepest in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat das NRW-Landwirtschaftsministerium die Absicht verkündet, kleine Schweinehaltungen mit weniger als 20 Mastschweinen aufzulösen. Laut einer Pressemitteilung des Oberbergischen Kreises sei es Ziel des Ministeriums, "für die Zeit, in der wir als ,gefährdeter Bezirk' gelten, die kleinen Schweinehaltungen aufzulösen", wie Dr. Christian Dickschen, zuständiger Dezernent bei der Kreisverwaltung erklärte. Um die Übertragung der Seuche zu verhindern, wurden unter Anderem eine Aufstallungspflicht und Vermarktungsbeschränkungen für Hausschweine angeordnet. Die Viehzuchtorganisation VIEH hat sich in einem offenen Brief an NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg gegen die beabsichtigte Auflösung kleiner Schweinehaltungen ausgesprochen und eine Kampagne für den Erhalt kleinbäuerlicher und artgerechter Schweinehaltungen ausgerufen, für die bislang 1.800 Unterschriften gesammelt werden konnten.
(09.03.2009) Strategien für LOHAS und neues Wirtschaften unter diesem Motto schreibt das Online-Nachrichtenportal KarmaKonsum erstmals einen Gründerpreis für ökologisch-nachhaltige Existenzgründer aus. Der Gründerpreis 2009 wird anlässlich der dritten KarmaKonsum Marketing-Konferenz, die sich als Businesstagung zum Wachstumsmarkt Nachhaltigkeit versteht, vergeben. Sie findet vom 19. bis 20. Juni 2009 in Frankfurt statt. Der Gewinner des Preises erhält ein umfangreiches Dienstleistungspaket im Wert von 30.000 Euro. Das Paket enthält u.a. Coaching-Leistungen, Werbeleistungen und redaktionelle Berichterstattung bei den Medienpartnern von KarmaKonsum. Bewerbungsfrist für den Gründerpreis, der in Zusammenarbeit mit der GLS-Bank und GreenVenture.net erfolgt, ist der 19. April 2009.
(04.03.2009) Im November 2009 startet das bewährte und von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) koordinierte Traineeprogramm Öko-Landbau in die siebte Runde. Es bietet sowohl Unternehmen als auch Fach-/ Hochschulabsolventen erneut eine Chance zur Teilnahme an der bundesweiten Ausbildungsrunde von Fach- und Führungskräften für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft. Um im November mit einem neuen Mitarbeiter am Traineeprogramm dabei zu sein, sind Organisationen und Unternehmen der Öko-Branche nun aufgefordert, sich bis zum 31. Mai 2009 für die Teilnahme an dem Programm zu bewerben. Nach der Auswahl der Partnerorganisationen werden die Traineestellen ab dem 1. Juli 2009 hier ausgeschrieben. Die Hochschulabsolventen können sich dann bis zum 31. August 2009 über ein Online-Bewerbungsformular bewerben.
(04.03.2009) Laut Statistischem Bundesamt wurden zum 1. Dezember 2008 in Deutschland in Betrieben mit mindestens 3.000 Hennenhaltungsplätzen 31,7 Millionen Legehennen gehalten. Wie gestern mitgeteilt wurde, entfielen 24,8 Millionen Hennenhaltungsplätze (62,1 Prozent) auf die Käfighaltung, 8,6 Millionen (21,7 Prozent) auf die Bodenhaltung, 4,5 Millionen (11,1 Prozent) auf die Freilandhaltung und 2,0 Millionen (5,1 Prozent) auf die ökologische Erzeugung. Die Zahl der Hennen in ökologischer Haltung stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 260.000 oder um 14,6 Prozent. Seit dem 1. Januar 2009 gilt ein Verbot der Hennenhaltung in konventionellen Käfigen. Nur Betrieben, die über ein verbindliches Umbaukonzept ihrer Ställe verfügen, wurde eine Übergangsfrist bis Ende 2009 gewährt. So sank die Kapazität in der Käfighaltung zwischen Dezember 2007 und Dezember 2008 um 8,4 Prozent (2,3 Millionen Plätze).
(03.03.2009) Die Zahl der überfischten oder bis an die biologischen Grenzen ausgebeuteten Fischbestände ist auf 80 Prozent gestiegen. Das geht aus dem am Montag in Rom veröffentlichten neuen Fischereireport der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor. Die Organisation ruft die Fischindustrien und die Staaten deshalb dringend auf, die freiwilligen Richtlinien von 1995 für eine verantwortliche Fischerei einzuhalten und auszubauen. Die Umweltstiftung WWF fordert ein «nachhaltiges Management» der Fischerei, mehr Schutzgebiete, umweltfreundlichere Fangtechniken und wesentlich kleinere Fangflotten. Notwendig seien jetzt verbindliche Richtwerte und eine Reform der EU-Fischereipolitik. Den Verbrauchern in Deutschland empfiehlt der WWF, beim Einkauf auf Fische aus gefährdeten Beständen - wie zum Beispiel Thunfisch, Scholle, Seezunge oder Rotbarsch - zu verzichten und auf das Nachhaltigkeits-Siegel des Marine Stewardship Council zu achten, das umweltschonende Fischerei garantiert.
(02.03.2009) Der EU-Umweltministerrat hat sich heute mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit für das Selbstbestimmungsrecht Ungarns und Österreichs beim Verbot des Anbaus von MON 810 ausgesprochen. "Damit ist die Kommission zum dritten Mal mit ihrem unsäglichen Versuch gescheitert, ein nationales Anbauverbot zu kippen, das durch wissenschaftliche Erkenntnisse gut begründet ist", sagte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Dies sei eine richtige Entscheidung im Interesse der Umwelt, der Landwirte und der Verbraucher. Nun müsse Landwirtschaftministerin Ilse Aigner mit ihrer Ankündigung Ernst machen und die nötigen Schritte zum Verbot des Anbaus von MON 810 auch in Deutschland unternehmen. Die Zulassung von MON 810 ist bereits seit zwei Jahren ausgelaufen. Der BÖLW appelliert an die Bundesregierung, vor diesem Hintergrund auch die jetzt anstehenden Zulassungen zweier neuer Gentechnik-Maissorten abzulehnen.
(02.03.2009) Erstmalig hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) einen Genussführer für Bio-Spezialitäten herausgegeben, der auf 152 Seiten zu einer Entdeckungsreise durch die Welt der Bio-Protagonisten einlädt und ausgezeichnete Lebensmittel präsentiert. Der DLG-Bio-Guide präsentiert neben Produkten auch Öko-Vorzeigebetriebe. Dazu gehören laut DLG Pioniere der Anfangsphase, innovative Neueinsteiger, Querköpfe mit weltanschaulichen Grundsätzen, Idealisten und traditionsreiche Klosterbetriebe. Die Entdeckungsreise beginnt auf dem Acker und führt über die Produktionsebene der Weiterverarbeiter in den Bio-Handel. Darüber hinaus erfahren die Leser Wissenswertes über die Hintergründe für den Imagewandel bei Bio, erhalten Tipps, Adressen und Links und können sich umfassend über die Ergebnisse des aktuellen DLG-Tests für Bio-Lebensmittel informieren, für den die DLG-Experten rund 900 Bio-Produkte unter die Qualitätslupe genommen hatten.