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(30.07.2009) "Vielfalt ernährt die Welt ... natürlich ohne Gentechnik" - unter diesem Motto findet am 13. September 2009 eine Kundgebung auf dem Ulmer Münsterplatz statt. Wie die Veranstalter gestern bei der Vorstellung ihrer Forderungen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft mitteilten, soll damit ein Zeichen gesetzt werden für eine bäuerliche Landwirtschaft, die biologische Vielfalt erhält und dadurch weltweit für Ernährungssicherheit sorgt. Der Tag, für den auch eine gentechnikfreie Tafel, eine Schleppersternfahrt sowie Markt- und Infostände geplant sind wird von der Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., BUND Landesverband Baden-Württemberg e.V., Demeter Landesverband Baden-Württemberg e.V., Gentechnikfreies Europa e.V., dem Katholische Landvolk und dem NABU Landesverband Baden-Württemberg e.V. organisiert. Als Ort für den Protest wurde bewusst Ulm ausgewählt, das sich im Wahlkreis von Bundes-forschungsministerin Annette Schavanvon befindet, um zu verhindern, dass Frau Schavan der Agro-Gentechnik in Deutschland Tür und Tor öffnet.
(29.07.2009) In Dänemark sind die Umsätze mit Bioprodukten im Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2008 deutlich stärker gewachsen als in anderen europäischen Ländern. Wie die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) meldet, gaben die Dänen 2008 29 Prozent mehr Geld für Biolebensmittel aus. Das waren pro Jahr und Einwohner 114 Euro - insgesamt 621 Millionen Euro. Preissteigerungen standen auch in Dänemark 2008 an der Tagesordnung: Während die Umsätze um 29 Prozent stiegen, vergrößerte sich die abgesetzte Menge an Bioprodukten nur um 11 Prozent. Den größten Anteil am Bioumsatz erwirtschaftete der dänische Lebensmitteleinzelhandel mit Milch und Milchprodukten (einschließlich Eier), die zusammen 37 Prozent des Marktvolumens ausmachen, gefolgt von Getreideprodukten mit 15 Prozent Marktanteil und Gemüse mit 13 Prozent. Laut The World of Organic Farming wurden im Jahr 2007 in Dänemark 145.393 Hektar ökologisch bewirtschaftet, was einem Anteil von 5.5 Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche entspricht.
(27.07.2009) Das Land Sachsen wird künftig die Umstellung auf Ökolandbau stärker fördern. Wie es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft heißt, soll die Hilfe neben einer höheren finanziellen Förderung auch eine verstärkte Beratung und Betreuung der künftigen Ökobetriebe beinhalten. Bereits in diesem Jahr werden für die zweijährige Übergangsphase, in der schon ökologisch produziert wird, die Produkte aber noch nicht als Ökoprodukte verkauft werden dürfen, 324 Euro pro Hektar und Jahr für Acker- und Grünland ausgezahlt (bisher 262 Euro). Beim Gemüsebau verdoppelt sich der Satz von bisher 440 Euro auf nun 900 Euro. Beim Obst- und Weinbau beträgt der neue Fördersatz jetzt 1.404 Euro pro Hektar und Jahr (bisher 1.107 Euro). In Sachsen bewirtschaften derzeit 358 Ökobauernhöfe rund 28.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Der Anteil von Ökobetrieben liegt mit 4,3 Prozent etwa ein Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
(24.07.2009) Ohne Mengensteuerung droht der bäuerlichen Milchwirtschaft das Aus. Daher fordert Bioland eine schnelle Revision der Milchpolitik und kritisiert die Schlussfolgerungen aus dem von der EU-Kommission vorgelegten Milchmarktbericht. Statt die Forderung der Milcherzeuger nach einer effizienten Senkung des Milchangebotes über eine Quotensenkung aufzugreifen, werden die alten Instrumente der Marktintervention und der Exporterstattung aus der Mottenkiste geholt, kritisiert Bioland den Bericht. Bei einem Runden Tisch zur Lebensmittelkette, der auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Mittwoch zusammentrat, regte der Verband eine gemeinsame Branchenvereinbarung an. Analog zur kürzlich getroffenen Vereinbarung innerhalb der Naturkostbranche zum Thema Milch, sollte darin die hohe gesellschaftspolitische Verantwortung aller Beteiligten der Wertschöpfungskette Milch zum Ausdruck kommen.
(23.07.2009) Beim Jahrestreffen der Vertreter der Technologie Plattform "Ökologischer Landbau und Lebensmittel" (TP Organics) wurde jetzt der aktuelle Entwurf der strategischen Agenda für die Ökolandbauforschung vorgelegt. Die TP Organics Strategic Research Agenda soll nach einem Prozess der Entwicklung und Konsultation veröffentlicht werden und das große Potenzial des Ökolandbaus für die Bewältigung der dringendsten Probleme unserer Zeit, wie den Klimawandel, Ernährungssouveränität und die Entwicklung ländlicher Räume darlegen. Zu den Aktueren von TP Organics zählen eine breite Allianz von Vertretern des Ökolandbaus, der Ökolebensmittelbranche, der Vertretung der Jungbauern Europas und von Verbraucherorganisationen sowie aus Forschungsverbänden. Die Plattform wurde im Dezember 2008 von der IFOAM-EU-Gruppe und ISOFAR ins Leben gerufen und soll die Forschungsbedürfnisse des Ökosektors in Europa identifizieren, eine Forschungsvision entwickeln, konkrete Forschungsvorschläge erarbeiten und schließlich einen Aktionsplan entwerfen.
(21.07.2009) Eine Wende in der biologischen Sicherheitsforschung fordert eine breite Allianz von Verbänden anlässlich des nächsten Runden Tisches zur Agro-Gentechnik von Bundesforschungsministerin Anette Schavan. NABU, Deutscher Naturschutzring, Greenpeace, BUND, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD und die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler haben einen 9-Punkte-Katalog mit Forderungen aufgestellt, der gestern in Berlin vorgestellt wurde und eine Grundsatzdebatte zu den Mängeln in der Sicherheitsforschung zu gentechnisch veränderten Organismen anregen soll. Die Verbände kritisieren, dass einseitig große Summen in die gentechnologische Forschung gesteckt würden, anstatt die drängenden Probleme von Armut, Hunger und fehlgeleiteter Agrarforschung und Agrarpolitik ergebnisoffen zu diskutieren. Sie fordern eine Forschung, die volkswirtschaftliche und soziale Dimensionen der Agro-Gentechnik und deren ökologische und gesundheitliche Risiken untersucht. Der erste Runde Tisch zur Agro-Gentechnik hatte im Mai stattgefunden und war ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen und von Umwelt- und Bioverbänden als extrem einseitige Veranstaltung kritisiert worden.
(20.07.2009) Die freiwillige Selbstverpflichtung zur Kennzeichnung von herkömmlicher Frischmilch und länger haltbarer ESL-Milch (für Extended Shelf Life - "länger haltbar im Regal") ist gescheitert. Laut einer bundesweiten Überprüfung der Verbraucherzentralen von über 650 Milchpackungen in 80 Lebensmittel-geschäften sind nur ein Drittel der Milch entsprechend der Selbstverpflichtung, die Anfang Februar vom Bundesverbraucherministerium, Milchindustrie-Verband e.V. und Hauptverband des Deutschen Einzelhandels ausgehandelt worden war, gekennzeichnet. Traditionelle Frischmilch wird in vielen Geschäften überhaupt nicht mehr angeboten. Der Untersuchung zufolge waren nur rund 240 Stichproben richtig gekennzeichnet, 202 mit dem Zusatz "länger haltbar" und 40 mit "traditionell hergestellt". Immer noch findet sich - auch bei Marken- und Bioprodukten - ESL-Milch ohne irgendeinen Hinweis auf die längere Haltbarkeit. Der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) kritisiert, dass die mangelhafte Umsetzung der Milchkennzeichnung zur Verunsicherung der Verbraucher beitrage. Sollte sich dies nicht ändern, müsse Bundesministerin Aigner die Milchindustrie mit einer klaren gesetzlichen Vorgabe zum Einlenken zwingen.
(16.07.2009) Gemeinsam mit Unternehmen und Beratern der Reformwarenbranche startet bioVista, ein Anbieter von Handelsdaten zum Biomarkt, eine unabhängige Marktdatenerhebung speziell für Reformhäuser. Die teilnehmenden Reformhäuser erhalten für ihre Geschäftsoptimierung kontinuierlich kostenlose Analysen, die Aussagen für Vertrieb, Produktmanagement, Marketing und Controlling bieten. Für die gesamte Reformwarenbranche soll dadurch ein umfassendes Panel geschaffen werden, das positive Effekte für alle Beteiligten bietet: Hersteller können den Erfolg ihrer Artikel messen und den Händlern eine verbesserte Auswahl zur Verfügung stellen, Händler ihr Reformhaus und insbesondere ihr Sortiment durch den regelmäßigen Vergleich mit anderen Reformhäusern optimieren und so die wirtschaftliche Basis der Reformwarenbranche nachhaltig sichern. Zurzeit senden bereits über 35 verschiedene Reformhäuser ihre Abverkaufsdaten. Für den weiteren Ausbau des Reformhaus-Panel sucht bioVista weiterhin Reformhaus-Inhaber, die sich an dem Projekt beteiligen wollen.
(14.07.2009) Die Landesverbände von Bioland, BUND, Demeter und NABU haben bei der Staatanwaltschaft Stuttgart eine Anzeige gegen Unbekannt wegen nicht genehmigter Freisetzung von gentechnisch veränderten Maispflanzen eingereicht. Die Anzeige basiert auf der irrtümlichen Freisetzung von Mais mit Anteilen der gentechnisch veränderten Maissorten NK 603 sowie MON 810 der Firma Monsanto auf mindestens 170 Hektar in Baden Württemberg und Rheinland Pfalz in diesem Frühjahr (soel.de berichtete). Die Maissorte NK 603 ist nach europäischem Recht für den Anbau nicht zugelassen. Um Schäden und nicht absehbare Folgen für Mensch und Umwelt zu vermeiden, hatten die Verbände die baden-württembergische Genehmigungsbehörde in den vergangenen Wochen mehrmals aufgefordert, die verunreinigten Maisbestände unverzüglich zu ernten und zu vernichten. Die zuständigen Landesbehörden weigern sich jedoch bislang, gegen den Aufwuchs vorzugehen und die betroffenen Flächen bekannt zu geben.
(13.07.2009) Nach langer Diskussion hat die EU-Kommission am 29. Juni die Durchführungs-bestimmungen für die ökologische Aquakultur zur neuen EU-Bio-Verordnung verabschiedet. Somit gibt es erstmals eine europaweite gesetzliche Regelung für Biofisch und -meeresfrüchte. Die neuen Bio-Aquakultur-richtlinien umfassen die Erzeugung von Fischen, Krebstieren und Seegras/Algen in Süß- wie in Salzwasser. Bio-Verbände begrüßen die Regelungen zwar, fordern aber die Nachbesserung von Schwachstellen. Für Bioland stellen die Richtlinien in vielen Regelungspunkten nur Kompromisse auf niedrigem Niveau dar, so sei der Bereich der Fischfütterung sehr unzureichend geregelt. Ein weiterer Kritikpunkt sind die für viele Fisch- und Shrimpsarten zu hohen zulässigen Besatzdichten. Naturland kritisiert ferner, dass die Aquakultur-Verordnung in weiten Bereichen einen Kompromiss mit Positionen der konventionellen Industrie darstelle, so sind unter anderem kritische Chemikalien, z.B. zur Imprägnierung von Netzgehegen und zur Konservierung bei der Verarbeitung erlaubt.
(10.07.2009) Das in der Landwirtschaft vielfach eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel Roundup gehört zu den besonders heftig umstrittenen Pestiziden. Umweltschützer warnen seit Jahren vor den Gefahren. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, belegt eine neue Untersuchung von französischen Wissenschaftlern der Universität Caen, dass das Mittel für Menschen möglicherweise schädlicher ist als bisher angenommen. Der US-Konzern Monsanto, der das Pestizid herstellt gerät damit weiter unter Druck. Die Forscher stellten in Versuchen fest, dass Roundup beispielsweise Zellen aus menschlicher Nabelschnur innerhalb eines Tages vernichtet. Aus der Studie geht auch hervor, dass der Inhaltsstoff Tallowamin bei Menschen zu Hautreizungen, Übelkeit und Durchfall führen kann. Laut Süddeutsche Zeitung hat das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Monsanto bereits vor einigen Monaten aufgefordert, insbesondere den Inhaltsstoff Tallowamin bis Ende des Jahres 2010 durch einen anderen zu ersetzen. Die Grünen fordern unterdes Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner auf, das Pestizid sofort vom Markt zu nehmen. Denn die Risiken von Roundup betreffen nicht nur den Anbau, sondern auch den Verzehr von importierten Lebens- und Futtermitteln, da die Rückstände auch dort zu finden sind.
(09.07.2009) Angesichts des alarmierenden Verlusts von Wiesen und Weiden hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine Diskussion um den gesellschaftlichen Wert und die Zukunft von Grünland angestoßen. Auf einem "Grünlandgipfel" des NABU sagte dessen Präsident Olaf Tschimpke: "Der Umbruch von Grünland und die Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen haben gravierende Auswirkungen auf unsere Kulturlandschaft sowie auf die Artenvielfalt". Um den fortschreitenden Grünlandumbruch einzudämmen hat der NABU jetzt in einem Positionspapier konkrete Schritte von der Politik gefordert. So müsste für artenreiche und feuchte Wiesen umgehend ein absolutes Umbruchverbot verordnet werden. Für alle weiteren Flächen sollte eine allgemeine Genehmigungspflicht für den Grünlandumbruch erlassen werden. Zudem fordert der NABU gezieltere Förderprogramme wie Weideprämien, regionalisierte Agrarumweltmaßnahmen oder Initiativen zur Moorrenaturierung.
(08.07.2009) Ab dem Wintersemester 2009/10 startet an der Studienfakultät Agrar- und Gartenbauwissenschaften in Weihenstephan der neue Masterstudiengang Agrarmanagement. Der Studiengang wird von der Technischen Universität München gemeinsam mit der Fachhochschule Weihenstephan getragen. Bewerbungen für das Wintersemester 2009/10 sind noch bis zum 15. September 2009 über das online-Portal der TU München möglich. Im Masterstudiengang Agrarmanagement werden auf der Grundlage agrobiowissenschaftlicher, agrarökonomischer und agrartechnischer Kenntnisse Managementkompetenzen im Bereich der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse vermittelt. Die Studierenden können durch eigene Wahl einen ausgeprägten Schwerpunkt auf die ökologische Landwirtschaft setzen. Der viersemestrige Masterstudiengang Agrarmanagement kann sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester begonnen werden.
(07.07.2009) Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz wird beim Landwirtschaftsministerium ein Referat mit der Koordinierung der Belange des ökologischen Landbaus beauftragen. Mit dem Referat 'Koordinierung ökologischer Landbau' soll der ökologische Landbau in Rheinland- Pfalz weiter gestärkt werden. Darüber informierte Landwirtschaftsminister Hendrik Hering bei einer Klausursitzung des Arbeitskreises Landwirtschaft und Weinbau der SPD-Landtagsfraktion. Neben der Einrichtung des Referats 'Koordinierung ökologischer Landbau' soll zusätzlich vom Land mehr in die Beratung beim ökologischen Landbau investiert und die Vernetzung des Öko- Landbaus verbessert werden.
(06.07.2009) Mit dem Schwerpunktthema "Ökologische Aquakultur" ist nun die neue Ausgabe der Zeitschrift Ökologie & Landbau erschienen. Die Fischbestände der Weltmeere sind längst übernutzt, daher wächst die Nachfrage nach Fisch aus Aquakultur stetig. Für den Öko-Sektor bedeutet eine Ausdehnung der Öko-Prinzipien auf das Element Wasser jedoch auch Kontroversen. Rechtzeitig zur Verabschiedung der Durchführungsbestimmungen der neuen EU-Öko-Verordnung widmet sich die Ausgabe 3/2009 den kritischen Fragen und stellt die komplexen Herausforderungen bei der Umsetzung ökologischer Aquakultur vor.
(03.07.2009) Naturschutzverbände und Öko-Lebensmittel-Hersteller haben eine Arbeitsgruppe gegründet um gemeinsam für das Ziel der Artenvielfalt zu kämpfen. Initiiert wurde die Allianz von der Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL) zusammen mit dem Deutschen Naturschutzring (DNR), sie konzentriert sich auf den Bereich Lebensmittel und bezieht kleine und mittlere Betriebe ein. In einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt es, Unternehmen müssen selbst Maßstäbe setzen, denn Artenschutz sei auch eine Notwendigkeit für die Wirtschaft, weil die Natur Lösungen für künftige Probleme liefern kann. Wie dies praktisch umgesetzt werden kann wurde auf einem ersten Treffen der Arbeitsgruppe anhand der Unternehmen Weleda und Alb-Gold vorgestellt, für die Biodiversität zum Kerngeschäft gehört. Um die Grundsätze der Biodiversität in der Lebensmittelbranche zu verankern wird die Arbeitsgruppe als Nächstes an der Ausfertigung von Standards und deren rechtsverbindlicher Durchsetzung arbeiten.
(02.07.2009) Die "Allianz für Tiere", ein Zusammenschluss von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Deutschen Tierschutzbund, Schweisfurth-Stiftung und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veranstaltete im Juni in Berlin die Tagung "Tierschutz ist Klimaschutz". Auf der Konferenz wurde diskutiert wie eine artgerechte Tierhaltung dazu beitragen kann, den Anteil der Landwirtschaft am Klimawandel zu senken und welche politischen Rahmenbedingungen dazu notwendig sind. Die Landwirtschaft ist bis zu einem Drittel für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verantwortlich. Diese entstehen vor allem bei der Tierhaltung. Bis zu 20 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgase sind jedoch auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel, auf den Betrieb von Massenstallanlagen und den Transport von Tieren und Lebensmittel zurückzuführen. Durch eine weniger intensive Tierhaltung und nachhaltige Futtermittel ließen sich der "Allianz für Tiere" zufolge rund 65 Prozent der in der Landwirtschaft produzierten klimawirksamen Treibhausgase einsparen.
(01.07.2009) Am 17. Juni hat in Fulda die Tagung "Herkunftssicherung in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft" stattgefunden. Zu dieser Veranstaltung hatten das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), die Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) und die Bio mit Gesicht GmbH eingeladen um sich mit den Themen Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung in der Bio-Branche auseinanderzusetzen. Die Tagung machte deutlich, dass in Zeiten des wachsenden und zunehmend anonymer werdenden Bio-Marktes diese Aspekte an Bedeutung gewinnen. Das Vertrauen der Verbraucher müsse durch Offenheit und Transparenz aufgebaut und gestärkt werden. Wie die Referenten deutlich machten, ist dazu eine Vernetzung der verschiedenen Unternehmen erforderlich. Auf der Veranstaltung wurden unter anderem Ansätze für landwirtschaftliche Betriebsdokumentationssysteme und Rückverfolgbarkeitskonzepte vorgestellt. Wie sich die Herkunftssicherung von Bio-Lebensmitteln gegenüber dem Endverbraucher kommunizieren lässt, wurde anhand der "Bio mit Gesicht"- Initiative erläutert.