Nachrichtenarchiv Januar 2009

Nachrichtenübersicht
Bundestagung Lernort Bauernhof
Förderpreis Ökologischer Landbau 2009 verliehen
Umweltbundesamt: hohen Fleischkonsum überdenken
Neuer US-Präsident: Keine wesentliche Änderung bei der Gentechnik-Politik zu erwarten
Mecklenburg-Vorpommern erhöht Prämien für den Öko-Landbau
BfN: Welternährungsproblem mit Alternativen zur Gentechnik begegnen
Gemeinsame Erklärung zum Bio-Milchmarkt
Kritischer Agrarbericht 2009 auf der IGW vorgestellt
Bio-Handel wächst trotz Wirtschaftskrise
Einkommen der Öko-Betriebe überdurchnittlich
Öko-Branche stärkt ihre Innovationskraft
Neue EU-Öko-Verordnung in Kraft getreten

Bundestagung Lernort Bauernhof

(28.01.2009) Die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB) veranstaltet gemeinsam mit der evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen vom 6. - 8. Februar 2009 ihre Bundestagung und lädt alle Interessierten dazu ein. Sie bietet eine Plattform für die Vernetzung von Lern- und Schulbauernhöfen in Deutschland und zeigt auf, wie der Lernort Bauernhof zu einem pädagogischen und wirtschaftlichen Erfolgsmodell werden kann. Ein Schwerpunkt der Bundestagung liegt auf der tiergestützten Pädagogik mit Nutztieren sowie in neuen pädagogischen Konzepten für den Lernort Bauernhof. Die Bundestagung wird anschaulich machen, dass der Lernort Bauernhof für die landwirtschaftlichen Betriebe eine interessante Einkommensquelle erschließen kann.

Förderpreis Ökologischer Landbau 2009 verliehen

(23.01.2009) Bundesministerin Ilse Aigner hat auf der Internationalen Grünen Woche den Förderpreis Ökologischer Landbau 2009 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verliehen (BMELV) verliehen. Die diesjährigen Preisträger sind: das Familienunternehmen Pfarrgut Taubenheim/Sachsen, der Buschberghof aus Fuhlenhagen/Schleswig-Holstein und die Erzeugergemeinschaft Dreschflegel GbRmbH aus Witzenhausen/Hessen. Bei der Preisverleihung sagte die Ministerin: "Mit ihrem Mut, der Kreativität und Risikobereitschaft, neue Wege einzuschlagen, sind die heutigen Preisträger Impulsgeber für andere Betriebe der Branche". Ihnen sei es hervorragend gelungen, neue Betriebskonzepte erfolgreich umzusetzen. Bereits seit 2001 werden jährlich drei Landwirtschaftsbetriebe mit dem Förderpreis ökologischer Landbau ausgezeichnet. Dieser honoriert die Innovationen und vorbildlichen Leistungen der Preisträger im Bereich des ökologischen Landbaus.

Umweltbundesamt: hohen Fleischkonsum überdenken

(22.01.2009) Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, fordert anlässlich der Internationalen Grünen Woche Landwirte und Verbraucher zu einem klimabewussteren Verhalten auf. Vor allem die Produktion und der überhöhte Verzehr von Fleisch sollten dazu eingeschränkt werden. In einem Interview mit der Berliner Zeitung ruft er dazu auf, Maßnahmen zu unterstützen und Gelder bereitzustellen, die das Klima schonen und die ländliche Entwicklung fördern. Moderne landwirtschaftliche Techniken sollten angewandt werden und Bauern Dünge- und Futtermittel effizienter einsetzen. Um das Klima zu schonen, müsse auch die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft verstärkt gefördert werden, so der Behördenchef.

Neuer US-Präsident: Keine wesentliche Änderung bei der Gentechnik-Politik zu erwarten

(21.01.2009) Am Rande der Feierlichkeiten zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama hat der Senat Tom Vilsack als neuen Agrarminister bestätigt. Gentechnik-Kritiker und Verbände des Öko-Landbaus werfen dem früheren Gouverneur des landwirtschaftlich geprägten Bundesstaates Iowa eine zu große Nähe zu Agro-Konzernen wie Monsanto vor. Als Gouverneur hatte Vilsack die Technisierung der Landwirtschaft und die Erzeugung von Bioethanol gefördert. In der Ernennung des neuen Ministers sieht die Vereinigung Organic Consumers darum "ein Zeichen des ,Weiter so' mit dem Agribusiness as usual" - also der unkritischen Befürwortung einer chemie- und energieintensiven Anbauweise, die auf Gentechnik setzt.

Mecklenburg-Vorpommern erhöht Prämien für den Öko-Landbau

(20.01.2009) Öko-Landwirte werden in Mecklenburg-Vorpommern künftig stärker gefördert. Bauern die ihre Flächen ökologisch bewirtschaften erhalten nun 150 Euro je Hektar anstelle der bisherigen 135 Euro je Hektar. Diese Förderung erhalten sowohl Landwirte, die neu in den ökologischen Landbau einsteigen, als auch Landwirte, die diesen nach Ablauf des Förderzeitraums von fünf Jahren beibehalten. Mecklenburg-Vorpommern liegt mit den neuen Prämiensätzen mit an der Spitze bei der Förderung des Öko-Landbaus. In dem Bundesland bewirtschaften 742 landwirtschaftliche Betriebe rund 122.500 Hektar nach den Kriterien des ökologischen Landbaus. Das entspricht einem Anteil von 9,1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Seit 2000 wuchs die Fläche des Bio-Landbaus in Mecklenburg-Vorpommern um ca. 30.000 Hektar.

BfN: Welternährungsproblem mit Alternativen zur Gentechnik begegnen

(19.01.2009) Im Vorfeld der Grünen Woche hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sein Positionspapier "Welternährung, Biodiversität und Gentechnik" vorgestellt. Unter der Frage: "Kann die Agro-Gentechnik zur naturverträglichen und nachhaltigen Sicherung der Welternährung beitragen?" legt das Positionspapier dar, ob transgene Pflanzen hierbei einen Beitrag leisten können und welche Risiken damit verbunden sind. Das BfN fordert wegen der nicht kalkulierbaren Risiken beim Einsatz der Agro-Gentechnik, Methoden zu bevorzugen, die auf eine naturverträgliche Ertragssicherung ausgerichtet sind. Dem Hunger in der Welt könne nur mit sozial und ökologisch angepassten Lösungen vor Ort begegnet werden. Dazu gehörten die Weiterentwicklung der traditionellen Landwirtschaft sowie eine gerechte Landverteilung. Außerdem müssten z.B. der ökologische Landbau, der in Entwicklungsländern zu umfangreichen Ertragssteigerungen führen könne, und die kleinbäuerliche Landwirtschaft gefördert werden.

Gemeinsame Erklärung zum Bio-Milchmarkt

(16.01.2009) Bio-Milch verdient einen fairen und stabilen Preis. Dafür sprechen sich Vertreter von Bio-Milchbauern, Molkereien und des Handels in einer gemeinsamen Erklärung aus. Die Unterzeichner verfolgen das Ziel, den Markt für Bio-Milch so zu gestalten, dass er Menschen, Tieren und Umwelt nützt. Faire Preise sichern dabei eine hohe Qualität und berücksichtigen die positiven Auswirkungen des ökologischen Landbaus für Natur und Umwelt. Durch das Zusammenwirken aller Akteure des Bio-Milchmarktes soll die unternehmerische Verantwortung für den Erhalt ländlicher Räume und die Gestaltung der regionalen Entwicklung übernommen werden. Die Unterzeichner der Erklärung sprechen sich daher trotz steigender Importe von Bio-Milch für stabile Bio-Milchpreise aus.

Kritischer Agrarbericht 2009 auf der IGW vorgestellt

(16.01.2009) Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche präsentierte das AgarBündnis in Berlin den "Kritischen Agrarbericht 2009" mit dem Themenschwerpunkt "Landwirtschaft im Klimawandel." Ein ‚Weiter so' dürfe es in der globalen Landwirtschaft nicht geben, so die Kernaussage des Berichtes. Wenn die Politik es ernst meine mit dem Klimaschutz und der Bekämpfung des globalen Hungers, müsse es zu einem radikalen agrarpolitischen Umdenken kommen. Dazu sollte die Rolle der bäuerlichen Landwirtschaft gestärkt werden, um in der Zukunft soziale und ökologische Katastrophen zu verhindern. Der Bericht diskutiert in verschiedenen Beiträgen die negativen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft und formuliert konkrete Forderungen und Vorschläge für eine nachhaltige und ökologische Wirtschaftsweise.

Bio-Handel wächst trotz Wirtschaftskrise

(15.01.2009) Der Handelsumsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland stieg im Jahr 2008 um ca. 10 Prozent auf jetzt 5,8 Millarden Euro, so eine aktuelle Schätzung der Zentralen Mark- und Preisberichtstelle. Trotz der steigenden Marktnachfrage, wächst die Zahl der Bio-Betriebe jedoch nur mäßig. Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vergrößerte sich die Anzahl der Bio-Betriebe im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent, die Fläche nahm um 5 Prozent zu. Bei der Vorstellung der Bilanz für 2008 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin beklagt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW, trotz der stetig steigenden Marktnachfrage eine mangelnde Handlungsbereitschaft der Politik bei der Schaffung von Umstellungsanreizen und Fördergleichheit. Die Politik müsse den Ausbau des Öko-Landbaus stärker fördern und die Potenziale für den Klimaschutz, für Arbeitsplätze auf Bauernhöfen und in der Lebensmittelwirtschaft realisieren.

Einkommen der Öko-Betriebe überdurchnittlich

(12.01.2009) Der Situationsbericht 2009 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bescheinigt den deutschen Bio-Landwirten ein überdurchschnittliches Einkommen. Mit durchschnittlich 54.000 Euro je Unternehmen (das entspricht 39.100 Euro je Familien-Arbeitskraft) rangierten die ökologisch wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2007/08 im oberen Bereich der Gewinne nach Betriebsformen. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Unternehmensergebnis jedoch um 1.200 Euro je Betrieb niedriger aus. Wegen des starken Erlösrückganges bei Kartoffeln stiegen die Erlöse im Ackerbau insgesamt nur relativ wenig an. Deutlicher stiegen die Erlöse in der Milchviehhaltung und in der Schweinemast. Negativ zu Buche schlug allerdings die Absenkung der Öko-Prämien. Diese Zahlungen wurden im Vergleich zum Vorjahr um ca. 2.000 Euro je Betrieb (24 Euro je Hektar) gesenkt.

Öko-Branche stärkt ihre Innovationskraft

(06.01.2009) Neue Ergebnisse aus der Forschung zur Öko-Lebensmittelwirtschaft werden in diesem Jahr auf 400 Veranstaltungen an Landwirte und Unternehmer vermittelt. Die Themenvielfalt reicht von Sortenwahl und Unkrautkontrolle im Ackerbau über Fragen der Tiergesundheit bis hin zur Lebensmittelqualität und Nutzung von Warenwirtschaftssystemen. Die Veranstaltungen dienen dazu, den weiteren Forschungsbedarf aus Sicht der Öko-Praktiker zu erfassen und so einen lebendigen Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu unterstützen. Sie finden in allen Regionen Deutschlands statt und werden ausgerichtet von den Bio-Verbänden, dem BNN und der SÖL. Die Leitung des Projektes liegt beim Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Unterstützt wird die Initiative durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau.

Neue EU-Öko-Verordnung in Kraft getreten

(05.01.2009) Am 1. Januar 2009 sind die neue EG-Öko-Verordnung Nr. 834/2007 („Basis-Verordnung“) sowie die Verordnung Nr. 889/2008 mit den Durchführungsbestimungen in Kraft getreten und lösen damit die bisherige Öko-Verordnung Nr. 2092/91 ab. Die neuen Verordnungen enthalten detaillierte Vorgaben zur Produktion von Bio-Produkten und deren Verpackung, Transport, Lagerung und Kontrollanforderungen. Eine Ausweitung auf die Bereiche Aquakultur, Wein, Seetang und Hefen ist erfolgt, teilweise aber noch nicht detailliert ausgestaltet. Das einheitliche, verpflichtende EU-Öko-Logo wird noch nicht im Jahr 2009 sondern erst zum 1. Juli 2010 eingeführt.