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(23.12.2009) 193 Länder haben auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen verhandelt. Ziel war eigentlich ein neues Klimaschutzabkommen, der das Kyoto-Abkommen ablösen sollte, denn das Protokoll läuft 2012 aus. Dies wurde auf dem Gipfel in Kopenhagen jedoch nicht erreicht. Dafür haben verschiedene Organisationen und Institutionen aus dem Ökolandbau vor Ort einen Runden Tisch (Round Table on Organic Agriculture and Climate Change - RTOACC) gegründet. Ziel ist es, die Vorreiterrolle der biologischen Lebensmittelproduktion bei der Lösung von Klimaproblemen zu stärken. Die Akteure haben sich auf einen gemeinsamen Aktionsplan bis ins Jahr 2011 geeinigt. Der Schwerpunkt für das Jahr 2010 liegt auf der Entwicklung einer Methode, um die Klimaleistungen der biologischen Lebensmittelproduktion messbar zu machen. Die acht Gründungsmitglieder des RTOACC sind: Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz, Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom, International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), das Rodale Institute aus den USA, das Environmental and Ethical Certification Institute-ICEA aus Italien, die Zertifizierungsstelle KRAV aus Schweden, Soil Association aus Grossbritannien, International Centre of Research in Organic Farming Systems (ICROFS ) in Dänemark.
(18.12.2009) - Lernort Bauernhof - eine Goldgrube oder Idealismus pur? - eine der zentralen Fragestellungen, die auf der Bundestagung der Lern- und Schulbauernhöfe in Deutschland diskutiert wird. Die Veranstaltung findet vom 05. bis 07.02.2010 in Altenkirchen/Westerwald statt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB) und die Evangelische Landjugendakademie laden herzlich zu diesem Bundestreffen der Lern- und Schulbauernhöfe ein. Zur Eröffnung wird Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu den Perspektiven des Lernortes Bauernhof Position beziehen. Das Lernen auf dem Bauernhof ist eine konkrete Möglichkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung Kindern und Jugendlichen erfahrungs- und handlungsorientiert nahe zu bringen. Auf der Tagung werden aktuelle Modelle, Projekte und Praxisbeispiele vorgestellt, Anregungen und Möglichkeiten zur Information und Vernetzung gegeben.
(14.12.2009) Eine Studie von französischen Wissenschaftlern der Universitäten Caen und Rouen zeigt deutliche Hinweise auf Gesundheitsrisiken bei drei gentechnisch veränderten Mais-Varianten (MON810, MON863, NK603) der US-Firma Monsanto. Insbesondere die Blutwerte für Leber und Nieren weisen signifikante Veränderungen auf. Untersucht wurden Rohdaten aus Fütterungsversuchen an Ratten, die Monsanto in Auftrag gegeben hatte. Es wurden erhebliche Mängel in der Konzeption und Durchführung der Monsanto-Studien festgestellt, weil statistische und internationale Standards bei Fütterungsversuchen nicht eingehalten wurden. Greenpeace hält nach der Veröffentlichung der Untersuchungen im International Journal of Biological Sciences eine neue Risikobewertung aller drei Maisvarianten für unumgänglich. "Es ist inakzeptabel, dass sich die EU-Wissenschaftler auf völlig unzureichende Monsanto-Studien stützen und dem Genmais grünes Licht geben". Die Prüfrichtlinien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit müssten dringend verschärft werden. Von der Bundesregierung fordert Greenpeace, ein Importverbot und einen Anbaustopp der betroffenen gentechnisch veränderten Pflanzen in der EU durchzusetzen.
(11.12.2009) Auf die Agro-Gentechnik kann getrost verzichtet werden. Dies ist ein Fazit der 17. Witzenhäuser Konferenz mit dem Thema "Saat á la carte - Gentechnik und Alternativen in der Diskussion", die vom 1. bis 6. Dezember stattfand. In Workshops, Vorträgen, Streitgesprächen und Podiumsdiskussionen wurde die Gentechnik umfassend und kontrovers diskutiert. So wurden z.B. bei dem Thema: "Ist der Einsatz Grüner Gentechnik ethisch vertretbar?" auf dem hochkarätig besetzen Podium interessante und zukunftsweisende Fragen behandelt. Der Co-Präsident des Weltargarrates Dr. Hans Herren, stellte fest, dass unser modernes Agrarsystem, dessen Spitze die Gentechnik darstellt, einem Bankrottsystem gleichkommt. Der Weltagrarbericht fordert daher eine Abkehr von der Industriellen Landwirtschaft hin zu einer vielseitigen regionalen Produktion. Das studentische Organisationsteam zeigte sich am Ende zufrieden: "wir konnten klar aufzeigen, dass wir getrost auf die Anwendung der Agro-Gentechnik verzichten können", da speziell der Ökolandbau die passenden Alternativen für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft bereithält.
(10.12.2009) Bioland-Pionier Siegfried Kuhlendahl ist sich sicher: das Traineeprogramm Ökolandbau trägt zur Stärkung des werte-basierten Ökolandbaus bei. Im Rahmen der ersten zentralen Fortbildungsveranstaltung für die 25 Trainees, die im kommenden Jahr zu Fach- und Führungskräften der ökologischen Lebensmittel-wirtschaft ausgebildet werden, hielt Kuhlendahl einen sehr lebendigen Vortrag zu den Ursprüngen und Visionen des Ökolandbaus. Er machte den Trainees deutlich, dass die Entwicklung des biologischen Landbaus ein Prozess ist, der sich permanent weiterentwickelt. Die Trainees tragen dabei durch ihr Engagement und ihr starkes Netzwerk zu einer positiven und zukunftsweisenden Entwicklung bei. Der 80-Jährige, der auch Gründungsmitglied des Bioland-Verbandes ist, sagte, die neue Generation der Fach- und Führungskräfte der Biobranche sei gefragt, um mit Engagement und Überzeugungskraft die Werte und Ideale des Ökolandbaus weiterzutragen.
(08.12.2009) Seit Mitte Dezember 2009 fordert die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission alle Europäer auf, im Wettbewerb um das beste EU-Bio-Logo mit zu entscheiden. Über die Website http://ec.europa.eu/agriculture/organic/logo/index.htm kann online bis zum 31. Januar 2010 über die drei Finalisten des Logo-Wettbewerbs abgestimmt werden. Mit dem neuen Logo sollen der Verbraucherschutz verbessert und der biologische Landbau gefördert werden. Im Gegensatz zu dem derzeitigen Logo wird das Gewinnerlogo ab dem 01. Juli 2010 verpflichtend sein für alle vorverpackten biologischen Erzeugnisse, die aus den 27 Mitgliedstaaten stammen und die Kennzeichnungsnormen erfüllen. Mit "Nein" stimmen kann, wer keines der Logos für geeignet hält, weil sie das Produkt nicht eindeutig als Bioprodukt erkennbar machen und außerdem nicht unterscheidungskräftig sind, wenn sie verkleinert auf Produktpackungen wiedergegeben werden. Wer also ein anderes Logo als eines von den drei vorgestellten wünscht, kann eine E-Mail schreiben mit folgendem Text: "The three organic draft logos put up for a public vote do not communicate that the product is organic. None of the three is destinctive when printed in small scale on packing. I vote NAY and reject all three. A new draft shall be proposed."
(04.12.2009) Die internationale Klimakonferenz, die nächste Woche in Kopenhagen beginnt, sollte vor allem auf den Ökolandbau statt auf Emmissionshandel setzen. Das ist ein Fazit der Konferenz der IFOAM-EU-Gruppe, die jetzt in Brüssel stattfand. Die Politik müsse sich bewusst werden, welchen Beitrag die Biobauern im Kampf gegen die Erderwärmung leisten könnten, sagte Urs Niggli, Leiter des Forschungsinstituts für biologischen Landbau. Deshalb wird von der EU-Kommission z.B. gefordert, in Zukunft die EU-Agrarsubventionen weiter zu verlagern - hin zu jenen Bauern, die durch Bioanbaumethoden aktiv Umwelt und Klima schützen. Von dieser Sichtweise soll jetzt auch der designierte neue EU-Agrarkommissar, der Rumäne Dacian Ciolos, überzeugt werden. Als NGO-Vertreter werden auf der Klimakonferenz in Kopenhagen auch IFOAM-Vertreter versuchen, auf ihre jeweiligen Regierungen einzuwirken und die Leistungen des Ökolandbaus für den Klimaschutz deutlich machen. Auf der Konferenz der IFOAM-EU-Gruppe, die zum zweiten Mal stattfand, trifft sich die europäische Biobranche mit Vertretern von EU-Parlament und Kommission, Biounternehmen und andreren Organisationen zum Gedanken- und Informationsaustausch, Lobbying und zur Förderung des internen Networkings.
(03.12.2009) Die gentechnisch veränderte Maissorte MIR 604 der Firma Sygenta ist jetzt von der EU-Kommission für Import und Verarbeitung zugelassen worden. Beim Treffen der EU-Agrarminister am 20. November hatte man sich nicht auf eine einheitliche Position einigen können. Damit lag die Entscheidung bei der Kommission. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner stimmte für die Zulassung. Aigner begründete ihre Entscheidung mit den Vorgaben der Koalitionsvereinbarung und damit dass es nicht um den Anbau gehe, sondern um ein Futtermittel. Außerdem habe die europäische Lebensmittelbehörde EFSA die Unbedenklichkeit bescheinigt. Die Futtermittel- und Agrarindustrie hatte laut Informationsdienst Gentechnik Druck auf die Minister ausgeübt: wenn der Mais in der EU nicht zugelassen ist, gilt für den Import die Null-Toleranz. Die Futtermittelindustrie spricht daher von einer drohenden Futtermittelknappheit, wenn Gentechnik-Sorten, die in den USA angebaut werden, in der EU nicht zugelassen sind. Laut dem Ökoanbauverband Biokreis ist die Entscheidung für Landwirte wie für Verbraucher ein Schlag ins Gesicht. Biokreis sieht durch den Import von gentechnisch veränderten Futtermitteln die Gefahr der weiteren schleichenden Verunreinigung.