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(31.08.2009) Seit 2002 führt die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau Fortbildungen speziell für Ökoberater durch. Nun hat die SÖL erneut den Auftrag erhalten, weitere 70 Seminartage bis Dezember 2011 zu organisieren und durchzuführen. Das Fortbildungsangebot richtet sich an landwirtschaftliche Berater, die überwiegend Ökobetriebe zu ihren Kunden zählen. Fachberatungsseminare in den Themengebieten Tierhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, Betriebswirtschaft, Naturschutz und Imkerei fokussieren auf fachliche Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und verstärkte Vernetzung. Erstmals bietet die SÖL auch Fortbildungen für das Schulungspersonal der Biokontrollstellen an. Die Termine für die Seminare im Jahr 2009 können hier abgerufen werden.
(27.08.2009) Großbritannien hat nach zweijähriger Prüfung dem Antrag auf Neuzulassung von LINDA als Pflanzkartoffel zugestimmt und sie in die nationale Liste für Pflanzkartoffeln aufgenommen. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hervor. Damit ist die Vorraussetzung geschaffen, dass LINDA als Speisekartoffel in den nächsten Jahren wieder als Pflanzgut gehandelt, vermehrt und geerntet werden kann. Der Züchtungskonzern Europlant hatte 2004 die Zulassung von LINDA vorzeitig zurückgezogen, um die Kartoffel nach über 30 erfolgreichen Jahren vom Markt verschwinden zu lassen. Dass LINDA zukünftig wieder in größeren Mengen angeboten werden kann, ist dem LINDA-Freundeskreis zuzuschreiben, der seit fünf Jahren politisch und rechtlich für den Erhalt dieser Kartoffelsorte kämpft.
(27.08.2009) Unter dem Motto "Sparpaket Bio! Erfahren Sie den Wert und bestimmen Sie den Preis" startet BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien ab 29. August 2009 eine landesweite Bioinformationsoffensive. Bis Mitte Oktober werden Niederösterreichs Konsumenten über den ökologischen und gesundheitlichen Wert von Biolebensmitteln informiert - was diese ihnen dann wert sind, können sie bei ihren Einkäufen am "Sparpaket Bio! Marktstand" selbst bestimmen. Mit dieser Bioinitiative soll der Blick der Konsumenten auf den ganzheitlichen Wert biologischer Lebensmittel gerichtet werden: Ökologie, Würde der Tiere, biobäuerliche Lebensmittelkultur, faire Preise sowie Forschung und Innovation würden auf über 3.800 niederösterreichischen Biobetrieben in der täglichen Arbeit gelebt. Dass Bio das beste Sparpaket für die Umwelt und ein echter Gewinn für Gesundheit und Genuss ist - darüber geben im Rahmen der siebenwöchigen Informationsoffensive speziell ausgebildete Infobiobäuerinnen Auskunft: direkt am Marktstand erfahren die Konsumenten, wie Biobauern jährlich 240.000 Tonnen CO2 für den Klimaschutz einsparen, weshalb Biomilch und -fleisch einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren haben und dass biologisches Obst und Gemüse bis zu 50 Prozent mehr wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten.
(25.08.2009) Ökolandbau und fairer Handel haben positive Wirkungen in Bezug auf soziale und umweltrelevante Aspekte in Entwicklungsländern. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von der Universität Kassel und dem Deutschen Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft GmbH (DITSL) in Witzenhausen erstellt wurde. Hierfür wurden Literatur und Daten zum Ökolandbau und zum fairen Handel gesichtet und hinsichtlich des Beitrages zur Welternährung und Entwicklung ausgewertet. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass in Entwicklungsländern neben Faktoren wie Infrastruktur, politischen Rahmenbedingungen, Genderfragen, Ertragssteigerungen und Ressourceneffizienz vor allem die Wissensvermittlung und Bewusstseinsbildung zentrale Punkte für den Erfolg des Ökolandbaus seien. Die Studie wurde in Auftrag gegeben von Naturland und dem Weltladen-Dachverband, die ab Oktober 2009 eine zweijährige Kampagne zum Thema "Fairen Handel und ökologischen Landbau stärken" starten.
(24.08.2009) Ulrike Höfken (MdB der Grünen) hat Anzeige gegen die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad erstattet. Dies geht aus einem offenen Brief der Abgeordneten hervor, in dem Höfken der Ministerin die Missachtung geltender nationaler sowie EU-Gesetze vorwirft: In Rheinland-Pfalz wächst Mais aus Saatgut, das mit dem gentechnisch veränderten Mais NK603 verunreinigt ist. Dieser Mais ist in der EU jedoch nicht als Saatgut zugelassen. Trotz dieser eindeutigen Rechtslage habe Umweltministerin Conrad die Vernichtung dieser Maispflanzen nicht angewiesen, sondern den jeweiligen Landwirten erlaubt, den Mais zur Nutzung in Biogasanlagen aufwachsen zu lassen, so dass er auskreuzen konnte. Die Argumentation der Ministerin werde einer juristischen Überprüfung nicht standhalten, denn sie wäre gesetzlich verpflichtet gewesen, den Umbruch der betroffenen Maisfelder in die Wege zu leiten, um einen Schutz vor GVO-Kontamination und zum Erhalt der Wahlfreiheit und der gentechnikfreien Landwirtschaft zu gewährleisten.
(20.08.2009) Der im April 2008 veröffentlichte Weltagrarbericht fordert einen Wandel in der landwirtschaftlichen Forschung, Entwicklung und Praxis, um Hunger und Armut auf der Welt zu bekämpfen. Agrarexperten der Universität Hohenheim haben nun wesentliche Aussagen und Ergebnisse des Weltagrarberichts im Hinblick auf nachhaltige Landnutzung und den ökologischen Landbau im Rahmen einer Publikation aufbereitet. Zielgruppen sind nach Aussagen der Wissenschaftler die interessierte Öffentlichkeit sowie Fachleute in Verbänden, Politik, Wissenschaft und Verwaltung, die sich mit der Gestaltung von Politik für eine nachhaltige Landwirtschaft und den ökologischen Landbau auseinandersetzen.
(19.08.2009) Ökoprodukte sind auch ernährungsphysiologisch besser als konventionell erzeugte, betonten Vertreter des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) bei der Vorlage der Ergebnisse des fünfjährigen europäischen Forschungsprojektes QLIF gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin. Demnach enthalten Ökoprodukte bei verschiedenen Kulturen wie Kohl, Salat, Tomaten oder Kartoffeln gegenüber dem konventionellen Anbau deutlich höhere Gehalte an Antioxidantien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen. Biomilch weise vor allem im Sommer 40 bis 60 Prozent mehr Omega-3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäuren sowie 30 bis 70 Prozent mehr Vitamine, Carotinoide und andere Antioxidantien auf. Vor einigen Wochen hatte eine Studie der britischen Lebensmittelbehörde FSA ergeben, dass Biolebensmittel nicht gesünder als konventionelle Produkte seien. Diese Untersuchung kritisierten FiBL und DNR scharf: In der FSA-Studie seien etwa Studien ausgeschlossen worden, die den höheren Gehalt von bioaktiven Stoffen bei Bioobst belegt hätten. Außerdem habe die FSA umgekehrt problematische Rückstände von Pestiziden, Wachstumsregulatoren, Schwermetallen und Nitraten bei konventionellem Anbau erst gar nicht berücksichtigt, da sie nicht relevant für die Ernährung seien. Deren negative chronische Wirkungen insbesondere für Kleinkinder seien jedoch längst bekannt.
(18.08.2009) Der Tag der offenen Tür von Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL und bio.inspecta in Frick zog so viele Gäste an wie noch nie. 3.800 kamen zum Kompetenzzentrum für Biolandbau in Frick, um sich über den Biolandbau zu informieren. Ein Teil von ihnen reiste aus der ganzen Schweiz und dem nahegelegenen Ausland an. Auf erfreulich großes Interesse traf das Informationsangebot bei der einheimischen Bevölkerung; damit steht fest, die beiden Bioorganisationen haben sich im Fricktal etabliert.
(17.08.2009) Zum Start der Weltwasserwoche 2009 in Stockholm fordert die Umweltschutzorganisation WWF stärkere internationale Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise. Die Auswirkungen des Klimawandels seien - wie auch der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln - die größten Herausforderungen für eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung. Laut einer aktuellen Studie des WWF trägt Deutschland durch die Einfuhr von Produkten aus dem Ausland erheblich zum globalen Wassernotstand bei. Rund die Hälfte des deutschen Wasserbedarfs wird über ausländische Produkte wie Lebensmittel und Industriegüter importiert. Dabei wird auch "virtuelles Wasser" berücksichtigt, das bei der Herstellung eines Produkts verdunstet, verschmutzt oder verbraucht wird.
(14.08.2009) Am Montag startete im niedersächsischen Kirchbrak die bundesweit erste Bio-Brotbox-Aktion des neuen Schuljahres. Alle Erstklässler erhielten dort zur Einschulung eine wieder verwendbare Brotdose mit Frühstückszutaten in Bioqualität. Bundesweit werden insgesamt 39 Bio-Brotbox-Gruppen dieses Jahr gut 22 Prozent aller Erstklässler mit einem gesunden Frühstück versorgen. Die meist ehrenamtlich tätigen Initiativen setzen sich dafür ein, möglichst vielen Menschen und besonders Kindern den Wert gesunder Ernährung zu vermitteln. Das Projekt Bio-Brotbox wurde 2002 von der ehemaligen Bundesverbraucherministerin Renate Künast mit initiiert.
(13.08.09) Die Europäische Komission hat in ihrem Amtsblatt die Durchführungsvorschriften für die Produktion von Tieren und Meeresalgen in ökologischer/biologischer Aquakultur veröffentlicht. Damit gibt es erstmals eine europaweite gesetzliche Regelung für Biofisch und -meeresfrüchte. Beschlossen wurden die Durchführungsbestimmungen bereits am 29. Juni. Die neuen Bioaquakulturrichtlinien umfassen die Erzeugung von Fischen, Krebstieren und Seegras/Algen in Süß- wie in Salzwasser. Bioverbände begrüßen die Regelungen zwar, fordern aber die Nachbesserung von Schwachstellen.
(12.08.2009) Der oekom verlag, der Fachverlag für Umwelt und Nachhaltigkeit feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Aus diesem Anlass sind junge Wissenschaftler und Studierende, Engagierte in NGOs, Unternehmen oder politischen Ämtern zu einem Wettbewerb eingeladen, nachhaltig weiterzudenken und mit Text- und Bildbeiträgen oder Video- oder Hörbeiträge einen Blick in eine nachhaltige und gerechte Welt im Jahr 2029 zu wagen. Die drei besten Beiträge werden von einer fachkundig besetzten Jury prämiert. Der Sieger des Wettbewerbs erhält neben Sachpreisen im Wert von 500 Euro auch die Möglichkeit seinen Beitrag zu präsentieren und zu publizieren. Bewerbungsfrist ist der 30. Oktober 2009.
(11.08.2009) Gestern stellte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner das neue einheitliche Logo "Ohne Gentechnik" vor. Es bietet Herstellern und Handel auf freiwilliger Ebene die Möglichkeit, Lebensmittel einheitlich zu kennzeichnen. Bioland begrüßt die Einführung des neuen Logos, denn es bietet Verbrauchern eine Wahlfreiheit sich jetzt bewusst für oder gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel zu entscheiden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Biobranche benötige zwar kein zusätzliches Label, da Biolebensmittel per se ohne Gentechnik hergestellt werden. Trotzdem habe die gesamte Biobranche ein großes Interesse daran, dass die konventionelle Ernährungsbranche das Logo breit nutzt, da durch den Verzicht auf Gentechnik auf dem Acker das Risiko der Kontamination von Biolebensmitteln verringert und die Koexistenzproblematik entschärft wird.
(10.08.2009) Die Honigbienen in Deutschland leiden mitten im Sommer an Futtermangel und würden verhungern, wenn sie nicht vom Imker mit Zuckerwasser am Leben erhalten würden. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung von Demeter e.V. hervor. "Wenn nicht rasch ein Umdenken und ein neues Handeln in der Landwirtschaft erfolgt, werden wir stumme Sommer erleben - und sehen, dass die Bienen für die Bestäubung und damit auch für die Ernten unersetzlich sind." Verantwortlich für diesen Zustand ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Insbesondere der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und Mais wirken sich dramatisch aus. Zudem werden in vielen Regionen Wiesen zur Gewinnung von Silage vor der Blüte so oft gemäht, dass dort für blütenbesuchende Insekten nichts mehr zu holen ist.
(07.08.2009) Nach fast zehnjährigem juristischem Kampf zwingt Percy Schmeiser den Chemie- und Saatgutkonzern Monsanto mit einer Haftungsklage in die Knie. Der Dokumentarfilm "David gegen Monsanto" erzählt die Geschichte der unerschrockenen kanadischen Bauern Louise und Percy Schmeiser, Träger des alternativen Nobelpreises, die vor dem milliardenschweren Chemie- und Gentechnik-Konzern Monsanto nicht kuschten. Der Film von Bertram Verhaag wurde am 29. Juni 2009 in einer Weltpremiere im Berliner Haus der Kulturen der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt. Szenenapplaus während des Films und stehende Ovationen für die anwesenden Protagonisten und den Filmemacher zeigten, dass der Film emotional tief berührt, aber auch motiviert, sich für eine gentechnikfreie Welt einzusetzen.
(06.08.2009) Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) bezeichnet die aktuellen Meldungen zur Entwicklung des Biomarktes als widersprüchlich. Die Gesellschaft für Konsumforschung hat aus Ergebnissen von Haushaltsbefragungen den Schluss gezogen, der Biomarkt sei nach Jahren des starken Wachstums rückläufig. Die Signale aus dem Naturkost-Fachhandel ergeben jedoch ein anderes Bild: Das WOB-Fachhandelsbarometer Naturkost zeigte im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent. Die Großhandelszahlen des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel e.V. für das 1. Halbjahr 2009 bestätigen diese Tendenz, auch die Unternehmen, die in der Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller organisiert sind, können keinen Negativ-Trend in der Biobranche erkennen. Der BÖLW sieht durch die Wirtschaftskrise eher eine Stärkung der Nachfrage nach Bioprodukten: "Viele Verbraucher wollen gerade jetzt nachhaltig konsumieren, sie wollen faires und regionales Wirtschaften stützen." Auch hätten gerade in letzter Zeit Nachrichten wie die jüngst veröffentlichte europäische "QLIF-Studie" ihren Weg in die Medien gefunden, die die Vorteile von Ökoprodukten deutlich herausstellen.
(03.08.2009) Die Supermarkt-Initiative,
ein Zusammenschluss von 19 Organisationen aus dem Gewerkschafts-, Entwicklungs-,
Umwelt- und Landwirtschaftsbereich, fordert, dass der Missbrauch von Einkaufsmacht
aufgedeckt und begrenzt wird. Die Initiative setzt sich für die Einhaltung
sozialer und ökologischer Standards in der gesamten Lieferkette der Supermärkte
ein, in Deutschland, innerhalb der EU und in Produktionsländern. Mit
einer Petition fordert die Supermarkt-Initiative von den großen Handelskonzeren
eine drastische Änderung ihrer Einkaufspraktiken und die Einhaltung sozialer
und ökologischer Mindeststandards in der gesamten Lieferkette. Um die
Aktion für einen fairen, umweltgerechten und sozialen Einkauf zu unterstützen,
jetzt die Petition
unterzeichnen!