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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > September 2008
(30.09.2008) Der
Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreis wurde dieses Jahr an den oekom
verlag verliehen. In der Kategorie Unternehmen erreichte der Verlag den
ersten Platz. Der Preis ehrt Menschen, die nach dem ökologischen
Imperativ handeln. Sie glauben an
eine gute Zukunft und sie tun etwas dafür, sagt Dr. Franz
Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter
Lammsbräu. Die Jury würdigt, dass sich oekom als erster klimaneutraler
Verlag Deutschlands zertifiziert habe und sich so der Bedrohung durch den
Klimawandel stelle. Auf dem Weg zum klimaneutralen Verlag war unser
oberstes Ziel, CO2-Emissionen durch Energiesparmaßnahmen zu vermeiden,
sagt Verleger Jacob Radloff. Alle unvermeidbaren Emissionen kompensiert das
Unternehmen durch die Investition in eine Windkraftanlage im indischen Maharashtra.
Indem oekom klimaschädliche Treibhausgase vermeidet, reduziert und kompensiert,
führt der Fachverlag sein Engagement für Nachhaltigkeit auch in
seiner Unternehmenspraxis fort. Seit über 15 Jahren bereits weisen die
Publikationen Wege in eine zukunftsfähige Gesellschaft.
(26.09.2008) 30 europäische Experten haben auf einem internationalen Seminar in Hortobagy, Ungarn, das Thema "Nachhaltige Landwirtschaft in Europa - die Rolle der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft und ihre politischen Rahmenbedingungen" diskutiert. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 ist zu einem entscheidenen Dreh- und Angelpunkt geworden: Budgetkürzungen, steigende Lebensmittelpreise, Produktion von Energiepflanzen, Klimawandel, Umweltprobleme. Die französische EU-Präsidentschaft hat dies erkannt und wird auf einem informellen Treffen der Agrarminister in Annecy, Frankreich, folgende vier Ziele für die GAP vorschlagen: Gewährleistung einer Lebensmittelsicherheit, die Gesundheitsaspekte miteinbezieht; Beitrag zur Sicherung der Welternährung; Erhaltung des Gleichgewichts ländlicher Gebiete sowie ein Mitwirken im Kampf gegen den Klimawandel und für eine Verbesserung der Umwelt. Francis Blake, Vorsitzender der IFOAM-EU-Gruppe, fordert: "Öko-Landbau sollte zum übergreifenden Modell für die europäische Landwirtschaft werden - und die zukünftige GAP sollte dem Modell entsprechend gestaltet werden".
(26.09.2008) Französische und deutsche Wissenschaftler haben erstmals berechnet, welche Werte Insekten wie Bienen durch die Bestäubung von Agrarpflanzen schaffen. Der Studie zufolge hat der ökonomische Nutzen durch diese Bestäuber im Jahre 2005 etwa 150 Milliarden Euro betragen. Das entspricht knapp einem Zehntel des Gesamtwertes der Weltnahrungsmittelproduktion. Die Wissenschaftler des Nationalen Institutes für Agrarforschung (INRA) und des Zentrums für Wissenschaftliche Forschung (CNRS) aus Frankreich sowie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) schätzten außerdem die Schäden, die durch das Fehlen von bestäubenden Insekten entstehen würden auf 190 bis 310 Milliarden Euro pro Jahr. Drei Kategorien agrarischer Produkte sind besonders betroffen: Früchte und Gemüse gefolgt von essbaren Ölfrüchten. Die Studie über die ökonomische Verwundbarkeit der Weltagrarproduktion durch den Rückgang von Bestäubern ist soeben im Fachblatt Ecological Economics erschienen.
(24.09.2008) Zum Abschluss des 29. Deutschen Naturschutztages am 19.09.08 in Karlsruhe zogen die mehr als 800 Teilnehmer Bilanz zum diesjährigen Thema Stimmt das Klima? Naturschutz im Umbruch. Einigkeit herrschte bei den Experten, dass Naturschutz eine zentrale Antwort auf den Klimawandel sein muss. Die Funktionen des Naturhaushalts sind für uns von unschätzbarem Wert. Sie können einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Prof. Dr. Beate Jessel. Durch besseren Schutz der Moore könne jährlich allein so viel Kohlendioxid gebunden werden wie der Verkehrssektor in Deutschland ausmache. Die Kosten für den Schutz der Natur sind dabei erheblich geringer als für hoch komplizierte umwelttechnische Lösungen. Außerdem könne die biologische Vielfalt nicht durch Schutzgebiete erhalten werden, sondern erzwinge auch die erhöhte Vielfalt der Landschaften mit stark veränderter, naturangepasster Nutzung.
(19.09.2008) Auf der diesjährigen Herbsttagung des BÖLW am 23.
Oktober 2008 erörtern hochkarätige Gastredner neben der aktuellen
Ernährungssituation das Potenzial des Öko-Landbaus zur globalen
Ernährungssicherung. Angesichts der weltweiten Ernährungskrise,
die eindrücklich die Bedrohung durch Hunger ins alltägliche Bewusstsein
der Menschen auch hierzulande beförderte, stellt sich die Frage, wie
die Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden kann, mit neuer Dringlichkeit.
Bereichert wird die Tagung durch Praxisbeispiele mit Referenten aus unterschiedlichen
Regionen der Welt, bevor sich in einer Podiumsdiskussion mit der Bewältigung
der Welternährungskrise auseinandergesetzt wird.
(16.09.08) Nach ersten Einschätzungen ist die deutsche Bio-Getreideernte 2008 höher ausgefallen als im vergangenen Jahr. Wie die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) mitteilt, wiesen die Erträge eine ungewöhnlich hohe Spannbreite auf, die zwar im Durchschnitt über den Vorjahresergebnissen lagen, das mehrjährige Mittel jedoch unterschritten. Insgesamt wird für die Saison 2008/09 eine etwas günstigere Versorgungslage mit Bio-Getreide erwartet als im vergangenen Wirtschaftsjahr. Auch in den mittel- und osteuropäischen Ländern wird voraussichtlich mehr Ware zur Vermarktung bereitstehen, sowohl aufgrund höherer Erträge als auch wegen der teilweise deutlichen Ausweitungen der Anbauflächen sowie durch den Markteinstieg Russlands. Darüber hinaus wurden in der Ukraine mittlerweile die Exportbeschränkungen aufgehoben Die ZMP rechnet deshalb tendenziell mit einem Rückgang der Preise.
(15.09.2008) Das PresseForum BioBranche schreibt zum vierten Mal den Journalistenpreis "Bio" aus. Ausgezeichnet werden in deutscher Sprache veröffentlichte Berichte, Interviews und Reportagen rund um die Themen Bio-Landwirtschaft, Naturwaren und Naturkost in Publikumsmedien. Um den Preis, der auf der BioFach 2009 verliehen wird, können sich Journalisten mit Beiträgen bewerben, die zur Information breiter Bevölkerungsschichten in Sachen Bio beitragen. Dabei können alle Aspekte von Erzeugung über Vermarktung bis zum Konsum biologischer Produkte sowie die ökologische und gesellschaftliche Relevanz von "Bio" behandelt werden. Die Beiträge müssen bis zum 31. Oktober 2008 eingereicht werden.
(12.09.2008) Prince Charles kritisiert Agro-Gentechnik und die industrielle Landwirtschaft. Um seine Position zu unterstützen, rufen Imkerorganisationen aus aller Welt ihre Mitglieder auf, ihm ein Glas Honig zu senden. In einem Interview der Zeitung "Daily Telegraph" äußerte Prinz Charles scharfe Kritik an der Agro-Gentechnik und an den Exzessen der industriellen Landwirtschaft. Die Äußerungen von Prinz Charles wurden von der Gentechnik-Lobby kritisiert und als weltfremd verunglimpft. Deshalb hat sich eine Reihe von Imkerverbänden entschlossen, ihm in dieser Debatte öffentlichkeitswirksam den Rücken zu stärken. Diese Aktion wurde mit seinen Mitarbeitern besprochen. Prinz Charles freut sich darauf, der Presse den Honig aus der ganzen Welt zu zeigen. Auch Honigkunden und Naturschutzorganisationen können sich beteiligen, indem sie regionalen Honig kaufen, ihn an Prinz Charles schicken und sich in die Teilnehmerliste eintragen.
(09.09.2008) Das Europäische Parlament unterstützt die Absicht der Europäischen Kommission, den Zeitplan für die verpflichtende Anwendung eines EU-Öko-Logos um anderthalb Jahre zu verschieben. Damit wird den europäischen Herstellern von Öko-Erzeugnissen erst zum 1. Juli 2010 die Verwendung eines EU-Logos vorgeschrieben. Auf Drängen des Lebensmitteldiscounters Aldi zog die Kommission ihr bisher geplantes Öko-Logo zurück, weil eine Verwechslungsgefahr des geplanten EU-Bio-Siegels mit dem Aldi-Öko-Logo bestände. Bis Ende Juni 2010 steht es den Öko-Herstellern frei, ihre Produkte wie bisher freiwillig mit dem bestehenden EU-Bio-Label zu versehen.
Weitere Informationen zum Öko-Landbau in der EU:
(08.09.2008) Mit dem Verlesen der "Pillnitzer Erklärung" ging am Sonntag das Symposium "Biofruit ohne Gentech - Hände weg von unseren Äpfeln!" in Dresden-Pillnitz zu Ende. Die Teilnehmer der Tagung fordern in der Erklärung unter anderem die Einstellung aller Freilandversuche mit Gentechnikpflanzen, den Verzicht auf Gentechnik im Obstbau und der gesamten Landwirtschaft in einem Moratorium sowie die Förderung bewährter Züchtungsmethoden zur Lösung der Herausforderungen im Obstbau. Das Bündnis wendet sich damit an Politiker und Wissenschaftler aus aller Welt, die sich in dieser Woche in Dresden-Pillnitz zur BiotechFruit 2008 treffen. Diese werden aufgefordert, ihrer Verantwortung als Forscher gerecht zu werden und die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen ihres Handelns berücksichtigen. Das Symposium wurde von der Bürgerinitiative für ein gentechnikfreies Pillnitz und dem Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen organisiert.
(03.09.2008) In Spanien befindet sich die Bio-Landwirtschaft weiterhin im Aufwind. Die für den ökologischen Landbau genutzten Flächen (inklusive Umstellungsflächen) sind laut Angaben des spanischen Landwirtschaftsverbandes COAG im vergangenen Jahr gegenüber 2006 um 6,7 Prozent auf 988.323 Hektar vergrössert worden. Gemessen am ökologisch bewirtschafteten Areal liegt das Land damit innerhalb der Europäischen Union hinter Italien auf Rang zwei. Bei den Bio-Flächen dominiert in Spanien nach wie vor Weideland, gefolgt von Ackerkulturen und Olivenhainen. Der Anteil von Bio-Produkten am gesamten Nahrungsmittelkonsum macht in Spanien allerdings bislang nur ein Prozent aus. Etwa 80 Prozent der spanischen Bio-Produkte sind daher für den Export bestimmt.
(02.09.2008) Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs (CVUAs) haben ihren Bericht 2007 zum Öko-Monitoring-Programm veröffentlicht. Das Öko-Monitoring untersucht Lebensmittel aus ökologischem Anbau systematisch auf Rückstände und Kontaminanten. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 612 Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung getestet. Öko-Ware schneidet bei der Rückstandsbelastung mit Pflanzenschutzmitteln weiterhin gut ab. Ebenfalls keine Beanstandungen gab es wegen gentechnischen Verunreinigungen in Öko-Lebensmitteln. Ziel des Öko-Monitorings ist es, in dem stark expandierenden Marktsegment Verbrauchertäuschungen besser zu erkennen, Schwachstellen aufzudecken und das Verbrauchervertrauen in die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel zu stärken. Alle Ergebnisse des Öko-Monitoring werden in Form von Jahresberichten im Internet veröffentlicht.