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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Juli 2008
(29.07.2008) Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) hat zusammen mit dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) die Initiative "bio-offensive" ins Leben gerufen. Für deutsche Bio-Landwirte gibt es derzeit ein großes Marktpotenzial, da die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches übersteigt und ein Großteil der Produkte importiert werden muss. Die bio-offensive möchte dieses Marktpotenzial deutschen Landwirten erschließen und bietet gemeinsam mit Handels- und Verarbeitungsbetrieben etablierte Berater an, die einen so genannten "Betriebs-Check" durchführen. Dieser zeigt auf, welche Chancen eine Umstellung auf ökologische Erzeugung eröffnet. Es werden zudem Lieferanten und Abnehmer zusammengeführt, die dadurch die Möglichkeit zum Knüpfen neuer Kontakte erhalten. Sowohl der Deutsche Bauernverband (DBV) als auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) begleiten das Projekt beratend. Außerdem wird die bio-offensive durch die Landwirtschaftliche Rentenbank unterstützt.
(25.07.2008) Die Europäische Kommission hat auf der Agrarmesse Foire de Libramont in Belgien eine neue EU-Kampagne für ökologischen Landbau eröffnet. Entsprechend ihrem Slogan Bio. Gut für die Natur, gut für dich soll die Werbekampagne die Verbraucher über die Besonderheit des ökologischen Landbaus und der Erzeugung ökologischer Lebensmittel sowie über die damit verbundenen Vorteile informieren. Sie richtet sich besonders auch an Kinder und Jugendliche, die den Öko-Gedanken in die Zukunft tragen sollen. Herzstück der Kampagne ist die neue mehrsprachige Website für ökologischen Landbau www.organic-farming.europa.eu. Sie bietet u. A. einen elektronischen Werkzeugkasten , der Fachleuten aus dem gesamten Lebensmittel- und Agrarsektor kostenfrei Marketingmaterial in 22 Sprachen zur Verfügung stellt, um die ökologische Erzeugung und den ökologischen Landbau zu fördern. Die Kommission entwarf die Kampagne in Zusammenarbeit mit der Sachverständigengruppe für die Förderung des ökologischen Landbaus. Sie wird im Rahmen des Europäischen Aktionsplans für ökologisch erzeugte Lebensmittel und ökologischen Landbau eröffnet. Zeitgleich hat die EU-Kommission einen Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Öko-Logos angekündigt. Einen ersten Vorschlag hatte die Behörde zurückgezogen, weil es dem Öko-Label von Aldi ähnlich sah.
(21.07.2008) Die Umweltverbände Deutscher Naturschutzring (DNR), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund NABU sowie die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Bioland-Verband haben die Bundesregierung aufgefordert, den Öko-Landbau in Deutschland entscheidend auszuweiten. Derzeit werden lediglich 5,1 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. Bis zum Jahr 2015 müsse dieser Anteil auf mindestens 20 Prozent erhöht werden. In ihrem Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie habe sich die Bundesregierung zwar auf das 20-Prozent-Ziel, jedoch nicht auf einen konkreten Zeitrahmen festgelegt. Damit schiebe die Bundesregierung eine ambitionierte Ausweitung Öko-Landbaus auf die lange Bank, kritisierten die Verbände. Das Bündnis bezieht sich zur Begründung seiner Forderung auf Analysen, die die Vorteile des ökologischen Landbaus wissenschaftlich belegen. Die Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Lebensmitteln wächst rasant, dem solle unter anderem auch die staatliche Förderung Rechnung tragen.
(17.07.2008) Anfang Juli wurde der Europäischen Kommission ein neuer Leitfaden für die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von Aktionsplänen für die biologische Landwirtschaft präsentiert. Das Handbuch ist eines der wichtigsten Resultate des dreijährigen ORGAP-Projektes, an dem zehn europäische Institutionen mitarbeiten. Es soll Personen und Institutionen, die mit der Initiierung, Umsetzung, Revision und Neuformulierung von regionalen, nationalen und europäischen Aktionsplänen für den Bio-Landbau zu tun haben, inspirieren und unterstützen. Eine Evaluations-Toolbox, die elektronisch abrufbar ist und den Leitfaden ergänzt, führt durch die verschiedenen Schritte einer Aktionsplan-Entwicklung und enthält eine Auswahl von möglichen Indikatoren zur Überprüfung der verschiedenen Ziele solcher Pläne. Ziel ist es, einen Beitrag zu einer besseren Förderpolitik für den Öko-Landbau in Europa zu leisten.
(16.7.2008) Die Organic Retailers Association (ORA), Ecozept, und BioVista haben das Handbuch "The Specialised Organic Retail Report" herausgegeben. 17 Co-Autoren und zahlreiche lokale Bio-Akteure trugen dafür Daten aus 27 europäischen Ländern zusammen und geben somit einen umfassenden Überblick über den Bio-Markt in Europa. In Länderporträts werden eine allgemeine Darstellung von Wirtschaft und Handel, detaillierte Informationen zu Struktur und Bedeutung des Bio-Marktes sowie ein Serviceteil mit Kontaktadressen und wichtigen Internetseiten geboten. Die neue Bio-Fachhandelsstudie zeigt damit erstmals umfassend die Hintergründe, Akteure und Perspektiven des wachsenden Bio-Marktes in Europa auf. Finanziert wurde das Projekt von den Trägerorganisatioren und den Sponsoren Naturland, BioFach und Sonnentor. Die 380 Seiten starke Studie kann zum Preis von 350 € (zzgl. Mwst) bei Ecozept bestellt werden.
(14.07.2008) Auf großes Interesse stießen die zwei Feldtage unter dem Titel "Blühender Öko-Weinbau" und "Umstellung auf ökologischen Weinbau" der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) Anfang Juli in der Pfalz und Rheinhessen. Mehr als 70 Winzer informierten sich zu Naturschutzthemen und Umstellungsfragen im ökologischen Weinbau. Vertiefend dargestellt wurden die Bereiche Bodenmanagement und Pflanzenpflege sowie spezielle Fragen zu Richtlinien und Kontrolle. Die Experten Beate Fader, Öko-Weinbauberaterin Rheinland-Pfalz, und Dr. Uli Hampl, Experte für Bodenbeurteilung bei der SÖL, gaben gemeinsam mit engagierten Bio-Winzern ihre langjährigen Erfahrungen weiter. Die Mehrzahl der Teilnehmer waren Winzer, die ihren Betrieb bereits auf ökologischen Weinbau umstellen oder vorhaben dies zu tun. Am 18. Juli 2008 veranstaltet die SÖL eine weitere Veranstaltung zum Thema "Umstellung auf Öko-Weinbau - Konsequenzen für Boden, Wein uns Mensch" auf Schlossgut Hohenbeilstein in Beilstein, Baden-Württemberg.
(14.07.2008) Mit der Seminarreihe "Buchführung und Betriebswirtschaft
für Berater im ökologischen Landbau" der Stiftung Ökologie
& Landbau (SÖL) wurden Fachberater für die Arbeit mit dem landwirtschaftlichen
Buchabschluss geschult. Nur eine Beratung, die konsequent betriebswirtschaftliche
Fragen einbezieht, kann nachhaltig überzeugen, da sind sich die Teilnehmer
einig. Unternehmensberater Hubert Redelberger und Harald Rasch vom Ökoring
Niedersachsen vermittelten in den vier Fortbildungsmodulen eine solide Basis
für eine kompetente gesamtbetriebliche Beratung. Dazu gehört die
Beurteilung der betriebswirtschaftlichen Situation des Betriebes genauso wie
die Unterstützung bei Betriebsplanungen oder Investitionsentscheidungen.
"Und wenn das trockene Wissen über ein Quiz und eingängige
Praxistipps vom Profi gelernt werden kann, dann macht Betriebswirtschaft sogar
Spaß", so die Teilnehmer. Daher hoffen sie, dass noch andere Berater
die Gelegenheit nutzen können, ihren Beratungskoffer um das wichtige
Werkzeug Betriebswirtschaft zu erweitern.
Die Seminare fanden im Rahmen des Projekts Beraterfortbildung statt, gefördert
durch das Bundesprogramm ökologischer Landbau.
(10.07.2008) Die Nachfrage steigt, das Angebot ist knapp - Bio-Produkte haben ihr Nischendasein längst aufgegeben. Die Zeitschrift ÖKOLOGIE & LANDBAU berichtet in der neuen Ausgabe über Ursachen der aktuellen Entwicklung und Trends im "Wachstumsmarkt Bio". Weitere Themen sind: Ausnahme Anbindehaltung: wie sehen tiergerechte Lösungen für Bio-Rinder aus? Moderner Arbeitspferdeeinsatz als umweltverträgliche Alternative zum Maschineneinsatz? Was ist von dem lang diskutierten Gentechnikrecht zu halten, das nun in Deutschland auf den Weg gebracht wurde? Und: Blütenbestäuber sorgen als Dienstleister der Natur für Artenvielfalt auf den Feldern - aber sie benötigen unseren Schutz.
(04.07.2008) Im Rahmen des Projektes "Beraterfortbildung" der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) hat im Juni 2008 ein Workshop "Neue Lösungsansätze für schwierige Beratungsfälle" stattgefunden. Wenn Landwirte Beratungsempfehlungen nicht umsetzen, jährliche Verluste ignorieren und unter permanentem Zeitmangel leiden, führt dies zu Unzufriedenheit auf beiden Seiten, was beim Landwirt oftmals eine Abkehr von der Beratung zur Folge hat. In dem zweitägigen Seminar haben die Teilnehmer anhand kollegialer Fallberatung und nach den Grundprinzipien erfolgreicher Prozessberatung Lösungsansätze erarbeitet, wie sie mit genau diesen Beratungsfällen umgehen können. Dabei wurde nicht nur die kundenorientierte Auftragsklärung und Einbeziehung des gesamten Umfeldes des Landwirtes beleuchtet, sondern vor allem auch die Persönlichkeit des Beraters mit seinen eigenen Ressourcen, Kompetenzen aber auch Schwächen. "Harte Arbeit, die wirklich bewegt" war das Fazit der Teilnehmer. Für den Öko-Landbau wäre es im jetzigen Strukturwandel wichtig, dass sich möglichst viele Berater in dieser Hinsicht weiterbilden und sich so für eine strategische Beratung wappnen. Die Beraterfortbildungen werden im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau gefördert.