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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Dezember 2008
(16.12.2008) Mit der "Hamburger Erklärung" haben sich die in der "Initiative zur Erhaltung der Glaubwürdigkeit und Authentizität der ökologischen Lebensmittel" zusammengeschlossenen Wirtschaftsakteure eine freiwillige Selbstverpflichtung auferlegt. Der "Code of Good Organic Practice" umfasst sieben Ziele, die dazu führen sollen, dass die Glaubwürdigkeit und Integrität von Bio-Produkten gewährleistet und die Erwartungen der Verbraucher erfüllt werden können. Die Hamburger Erklärung wird bislang von 25 Unternehmen und Organisationen unterstützt.
(10.12.208) Vom 11. bis 13. Februar findet an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich die 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau statt. Erwartet werden mindestens 500 Gäste, die vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen. Unter dem Motto «Werte Wege Wirkungen» erfahren und diskutieren die Teilnehmer in über 170 Fachvorträgen, 120 Postern sowie 20 Workshops die neuesten Ergebnisse und Trends in den Bereichen Boden und Pflanze, Lebensmittelqualität, Markt, Politik, Tierwohl, Umwelt- und Naturschutz. Außerdem finden diverse Plenarsessions mit hochkarätigen Referenten sowie vier Praxisworkshops statt. Auf der Tagungshomepage ist jetzt eine grobe Programmplanung für die gesamte Tagung abrufbar, Details werden folgen.
(09.12.2008) Ehemals häufige Vogelarten der Felder und Wiesen wie die
Feldlerche verschwinden mehr und mehr aus unserer Kulturlandschaft. Das gilt
für nahezu alle Staaten der Europäischen Gemeinschaft, wie aus einem
von BirdLife International
in Brüssel vorgestellten Bericht zur Bestandsentwicklung weit verbreiteter
Vogelarten hervorgeht. Während es heute manch seltener Vogelart
durch gezielte Schutzmaßnahmen wieder besser geht, haben ehemals häufige
Feldvögel seit 1980 um durchschnittlich 50 Prozent abgenommen,
bilanzierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Alarmierend
sei der Rückgang bei Feldlerche, Grauammer und Rebhuhn. Nach Auffassung
des NABU kann die fortschreitende
Verarmung der Kulturlandschaft nur gestoppt werden, wenn europäische
Agrarförderungen konsequenter und wirksamer mit ökologischen Standards
verknüpft werden. Hierzu gehöre der Verzicht auf Grünlandumbruch
sowie die Bereitstellung von zehn Prozent ökologischer Vorrangflächen
wie Hecken oder Buntbrachen.
(05.12.2008) Anfang Dezember wurde in der tschechischen Vertretung in Brüssel die Technologie Plattform Ökologischer Landbau und Lebensmittel (TP Organics) unter Beisein des tschechischen stellvertretenden Minister für Landwirtschaft Jiri Urban und hochrangigen Vertretern der Generaldirektion Forschung, Landwirtschaft und Umwelt vorgestellt. Die TP Organics wurde von der IFOAM-EU-Gruppe und ISOFAR ins Leben gerufen und soll die Forschungsbedürfnisse des Öko-Sektors in Europa identifizieren, eine Forschungsvision entwickeln, konkrete Forschungsvorschläge erarbeiten und schließlich einen Aktionsplan entwerfen. Eine breite Allianz von Vertretern des Öko-Landbaus, der Öko-Lebensmittelbranche, der Vertretung der Jungbauern Europas und von Verbraucherorganisationen sowie von Vertretern aus Forschungsverbänden unterstützen die neue Plattform.
(02.12.2008) In einer Resolution haben die rund 180 Teilnehmer der Bioland-Bundesdelegiertenversammlung am 25. November in Fulda die Bundesregierung aufgefordert, die Potenziale des Bio-Landbaus zur Lösung der großen gesellschaftspolitischen Probleme zu nutzen. Der Bio-Landbau ist keine Nische, sondern das Landnutzungssystem der Zukunft. Er kann das Recht der Menschen auf Nahrung befriedigen, einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten, die Wasserressourcen schützen und der Artenvielfalt eine tragfähige Basis bieten. Gerade in den Ländern des Südens ist das Ertragspotenzial des ökologischen Landbaus besser als das der konventionellen Landwirtschaft, was zahlreiche Studien belegen. Die Bundesregierung solle entsprechend ihrer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie die Rahmenbedingungen für den Bio-Landbau durch angemessene Honorierung, Forschung und Ausbildung so gestalten, dass er sich besser entfalten kann. Zudem müsse die Regierung dafür sorgen, dass Felder und Ernten vor der Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Produkten umfassend geschützt sind.
(01.12.2008) Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel (Inran) kommt zu dem Ergebnis, dass der gentechnisch veränderte Mais MON810 von Monsanto signifikante Veränderungen im Immunsystems bewirken kann. Von 60 Versuchsmäusen wurde die Hälfte mit transgenem Maismehl gefüttert, die andere Hälfte mit normalem Maismehl. Es wurden die Auswirkungen von MON810 an gerade nicht mehr gesäugten und älteren Mäusen untersucht. Die italienischen Forscher wandten dabei auch ein Verfahren an, das nicht Bestandteil des europäischen Zulassungsverfahrens ist. In Darm, Milz und Blut der Versuchstiere wurden so Veränderungen gemessen, die auf Entzündungen oder allergische Reaktionen hindeuten, am stärksten war der Effekt bei Jungtieren. Die Studie ist die zweite innerhalb weniger Wochen, die Risiken von Gentech-Pflanzen aufzeigt, die im europäischen Zulassungsverfahren nicht erfasst wurden. Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Global 2000 erneuerten aus diesem Grund ihre Forderungen, das EU-Zulassungsverfahren zu reformieren: Am 4. Dezember 2008 wird auf einer EU-Ministerkonferenz über Verbesserungsmöglichkeiten der Zulassung von Gen-Pflanzen abgestimmt.