Nachrichtenarchiv Oktober 2007

Nachrichtenübersicht
15. Witzenhäuser Konferenz: "Welternährung - ökologisch & fair?!"
Keine Kürzung für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau
Warum die positiven Effekte von "Bio" kein Mythos sind
Neue Kooperation zwischen ÖKOLOGIE & LANDBAU und Bio Austria
Neuer Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen“: Pferde in Gruppenhaltung
"natürlich regional! 2007": Seehofer überreicht Preise für regionales Wirtschaften
Filmstart: "Menschen Träume Taten"
Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Werte und Richtlinien im Öko-Landbau
Zukunft der Forschung für den Öko-Landbau gefährdet
"Alternative Nobelpreise" 2007 zeigen Lösungen für globale Herausforderungen auf
Naturschutzhof des Monats Oktober: Bioland-Hof Mammel verfeinert Anbauverfahren auch in Hinblick Artenvielfalt
BÖLW hält Testkriterien der Stiftung Warentest zum Vergleich von Bio- und konventionellen Produkten für nicht ausreichend

15. Witzenhäuser Konferenz: "Welternährung -
ökologisch & fair?!"

(31.10.2007) "Kann die Welt ökologisch und fair ernährt werden?" - Unter dieser Fragestellung wird vom 4. bis 8. Dezember 2007 die 15. Witzenhäuser Konferenz stattfinden. Sie wird von Studierenden des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel und mit professioneller Unterstützung organisiert. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Schwierigkeiten bei der Umsetzung alternativer Produktions- und Handelskonzepte. Vorträge sowie Podiumsdiskussionen, in denen das Publikum die Möglichkeit bekommt, aktiv am Gespräch teilzunehmen, geben die Gelegenheit, Einblicke in die Thematik einer ökologischen und fairen Welternährung zu gewinnen. Fachleute, beispielsweise vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), dem Weltladen-Dachverband und von den Universitäten in Wageningen, Hohenheim und Göttingen werden sich in den Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu den Möglichkeiten und Grenzen des ökologischen Landbaus und des fairen Handels äußern. Als besonderer Gastreferent konnte Dr. Helmy Abouleish vom ägyptischen Fairtrade-Unternehmen SEKEM für die Konferenz gewonnen werden. Er ist Geschäftsführer des mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichneten "Geschäftsmodell des 21. Jahrhunderts". Alle, die sich für globale Entwicklungen und ökologische Landwirtschaft interessieren, sind zur Konferenz eingeladen.

Näheres: 15. Witzenhäuser Konferenz

Keine Kürzung für das Bundesprogramm
Ökologischer Landbau

(25.10.2007) "Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau wird im nächsten Jahr mit 16 Millionen Euro auf hohem Niveau fortgesetzt." Dies erklärten die SPD-Abgeordneten Waltraud Wolff und Gustav Herzog gestern, am 24. Oktober 2007, nach einer Sitzung des Bundestags-Agrarausschusses in Berlin. Wie die Frankfurter Rundschau weiter berichtet, fordert die Unions-Fraktion, dass die zusätzlichen Mittel für Forschungsvorhaben verwendet werden müssten. Ziel müsse es sein, dass ein größerer Anteil heimischer Landwirte vom Nachfrageboom bei Produkten aus ökologischer Produktion profitieren könne, so die Abgeordneten Peter Bleser (CDU) und Marlene Mortler (CSU). Der Bioland-Verband teilt in einer Pressemeldung mit, dass Landwirtschaftsminister Horst Seehofer bereits vergangene Woche in einem Gespräch mit Bioland-Präsident Thomas Dosch seine Entscheidung angekündigt habe, die im Agrarhaushalt 2008 vorgesehene Kürzung auf zehn Millionen Euro revidieren zu wollen. Das Bundesprogramm sei ein wichtiger und bewährter Beitrag des Bundes zur Weiterentwicklung des Bio-Landbaus in Deutschland, so Bioland, insbesondere die Öko-Forschung und der schnelle Wissenstransfer an die Bio-Landwirte. Die darüber hinaus gehende Zusage des Bundes, das Programm über 2010 hinaus fortzuführen, biete die Chance, auch längerfristige Forschungsvorhaben zu bewältigen. „Neben dem Bund müssen nun endlich auch die Bundesländer ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um die Wettbewerbskraft heimischer Landwirte zu stärken und damit die Chancen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft in diesem Wachstumsmarkt zu verbessern“, so Thomas Dosch.

Näheres: Bioland-Pressemeldung und Beitrag Frankfurter Rundschau

Warum die positiven Effekte von "Bio" kein
Mythos sind

(23.10.2007) In den vergangenen Wochen und Monaten ist es in der Öffentlichkeit wiederholt zu kritischer Berichterstattung über den Öko-Landbau gekommen, wobei einige Beiträge durch Falschaussagen und mangelndes Bezugnehmen auf den Gesamtkontext die ökologische Wirtschaftsweise in ein schlechtes Licht gerückt und die Verbraucher verunsichert haben. Urs Niggli, Direktor vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), kommentiert die aufgeworfenen Fragen und belegt demgegenüber die Leistungen des Öko-Landbaus mit wissenschaftlichen Studien. Er äußert sich dabei zu den wichtigen Fragen an diese Landwirtschaftsmethode, wie zum Beispiel die nach der Sicherheit und nach der ernährungsphysiologischen Qualität der Produkte, nach deren Umweltbilanz und nach deren Produktivität. Damit ist er mitten drin in der Nachhaltigkeitsdiskussion, der sich heute Wissenschaftler, Fachleute und Politiker intensiv stellen. "Die ökologische Landwirtschaft hat sich als erste mit den Fragen der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Das daraus entwickelte Konzept kann sich auch heute noch kritischen Fragen stellen", so Urs Niggli. In seinem neunzehnseitigen Kommentar zitiert er die neueste Literatur aus wissenschaftlich angesehenen Zeitschriften.

Näheres: Kommentar von Urs Niggli

Neue Kooperation zwischen ÖKOLOGIE & LANDBAU
und Bio Austria

19.10.2007) Die Fachzeitschrift ÖKOLOGIE & LANDBAU hat als neuen Kooperationspartner Bio Austria aus Österreich hinzugewonnen. Bio Austria ist die Organisation österreichischer Bio-Bauern mit rund 14.000 Mitgliedern. Mit dieser Kooperation ist ÖKOLOGIE & LANDBAU nun im gesamten deutschsprachigen Raum mit kompetenten Partnern vertreten. Der verstärkte Blick auch über die Grenzen hinweg ermöglicht eine umfassende Darstellung aktueller Entwicklungen und neuer Erkenntnisse in der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft. ÖKOLOGIE & LANDBAU versteht sich dabei als unabhängiges Medium für eine kritische Diskussion auch unbequemer Themen. Die Kooperation mit Bio Austria beginnt mit der aktuellen Ausgabe der ÖKOLOGIE & LANDBAU, in der mit dem Schwerpunktthema "Werte und Richtlinien im Öko-Landbau" die unterschiedlichen Wertevorstellungen insbesondere auch in den drei Bio-Pionierländer Deutschland, Schweiz und Österreich beleuchtet werden. Herausgeber der Fachzeitschrift ist die Stiftung Ökologie & Landbau in Bad Dürkheim/ Deutschland, langjähriger Partner ist das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick/Schweiz. ÖKOLOGIE & LANDBAU erscheint vierteljährlich im Münchener oekom verlag.

Näheres: SÖL-Pressemeldung und ÖKOLOGIE & LANDBAU

Neuer Bundeswettbewerb
„Landwirtschaftliches Bauen“:
Pferde in Gruppenhaltung

(18.10.2007) Überzeugende, innovative und vor allem tiergerechte Praxisbeispiele zur Gruppenhaltung von Pferden prämiert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in dem Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen“. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Im Einzelfall winken Preisgelder bis 5.000 Euro. Zum Wettbewerb können alle Ställe oder stallähnlichen Anlagen eingereicht werden, in denen die Pferde in Gruppen gehalten werden. Dabei sind sowohl Umbau- als auch Neubaulösungen gefragt. Voraussetzung ist, dass der Stall zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Dezember 2006 funktionstüchtig in Betrieb genommen worden ist. Die eingereichten Stallbaulösungen sollen sich in der Praxis bewährt haben und auf andere Betriebe übertragbar sein. Dabei werden der Stallbau und das Haltungsverfahren nach den Kriterien tiergerechte Haltung, Umweltschutz und Gestaltung sowie Wirtschaftlichkeit und Arbeitsplatzgestaltung bewertet. Da es sich bei Pferdehaltungen oftmals um Pensionsbetriebe handelt, wird auch das Kriterium Dienstleistung von Bedeutung sein. Alle Informationen und die Teilnahmeunterlagen sind im Internet unter www.ktbl.de abrufbar. Die Preisvergabe erfolgt durch den Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Januar 2008.

Näheres: www.ktbl.de

"natürlich regional! 2007": Seehofer überreicht
Preise für regionales Wirtschaften

(17.10.2007) Als Hauptpreisträger des Bundeswettbewerbs "natürlich regional! 2007" sind die Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft "Landwege eG" aus Lübeck und die Allgäuer Marke "VON HIER" der Feneberg Handelskette ausgezeichnet worden. Der vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) ausgeschriebene Wettbewerb zeichnet Initiativen aus, die in vorbildlicher Weise den Gedanken regionaler Wertschöpfung mit Natur- und Umweltschutz verbinden. Die besondere Leistung von "Landwege eG" sieht Josef Göppel, Vorsitzender des DVL, im genossenschaftlichen Zusammenwirken von Erzeugern und Verbrauchern für eine regionale Versorgung mit Bio-Lebensmitteln. Anders als bei vielen Bio-Discountern bekämen die Bauern hier noch Preise gezahlt, die ihnen das Überleben ermöglichen, ohne die Qualität zu drücken. Das mittelständische Handelsunternehmen Feneberg aus Kempten Allgäu erhielt den zweiten Preis für seine Eigenmarke "VON HIER". Unter diesem Label vermarktet Feneberg seit zehn Jahren ausschließlich Bio-Produkte, die maximal 100 Kilometer von Kempten entfernt produziert wurden. Weit über 400 Landwirte und Lebensmittelverarbeiter produzieren mittlerweile für "VON HIER". Zwischen sechs und sieben Prozent des Gesamtumsatzes machen die 78 Feneberg-Lebensmittelmärkte mit regionalen Bio-Produkten. Insgesamt dürfen nach dem Wettbewerb 56 Regionalinitiativen in ganz Deutschland mit dem Logo „natürlich regional! 2007“ zwei Jahre lang werben. Sie erfüllen die anspruchsvollen Kriterien des Wettbewerbs: Sie arbeiten in einem Umkreis von maximal 100 Kilometern, bestehen aus mehreren Kooperationspartnern und wirtschaften über den gesetzlichen Mindeststandards für den Umweltschutz. Außerdem verfügen sie über eine Qualitätssicherung. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz förderte den zum vierten Mal ausgeschriebenen Wettbewerb finanziell.

Näheres: Pressemeldung

Filmstart: "Menschen Träume Taten"

(10.10.2007) "Menschen Träume Taten" heißt ein neuer Dokumentarfilm über das Leben in einem Öko-Dorf, der im Oktober in den Kinos startet. Auf der Suche nach einem zukunftsorientierten Gesellschaftsentwurf stieß Filmemacher Andi Stiglmayr in der Altmark - 150 Kilometer westlich von Berlin - auf die vor zehn Jahren gegründete Modellsiedlung „Sieben Linden“. 120 Menschen haben sich zu unterschiedlichen Nachbarschaften zusammengefunden und versuchen dort die verschiedenen Bereiche des Lebens - wie Arbeit, Freizeit, Kommunikation, Heilung, Bildung, Ökonomie, Ökologie und Kultur - miteinander zu verbinden. Einfühlsam aber nicht beschönigend erzählt der Film anhand des Alltags und der Gedanken zweier Mitgründer des Dorfes von den Herausforderungen des Gemeinschaftslebens mit seinen persönlichen, ethischen und ökologischen Ansprüchen, sowie von Zwiespälten, Erfolgen, Verirrungen und den täglichen Begegnungen von Menschen, die einen anderen Weg gehen als den üblichen. Die Termine und Spielorte werden auf der Internetseite veröffentlicht.

Näheres: www.menschen-träume-taten.de

Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Werte
und Richtlinien im Öko-Landbau

(08.10.2007) Das Thema "Werte und Richtlinien" steht im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe der Ökologie & Landbau. Ethische Grundwerte sind das Fundament des Bio-Landbaus. Otto Schmid gibt in seiner Einführung einen Abriss der Geschichte und begründet, warum sich die Werte in den Richtlinien widerspiegeln müssen. Susanne Padel stellt bei Bio-Bauern ein neues Interesse an Werten und Prinzipien fest - das EU-Projekt Organic Revision ist dem auf den Grund gegangen. Die neue EU-Öko-Verordnung (EC/ 834/ 2007), die im Juli 2007 verabschiedet wurde, formuliert erstmals Ziele und Prinzipien des ökologischen Landbaus, auf denen die Ausführungsbestimmungen aufbauen sollen. Wolfgang Neuerburg fasst zusammen, was mit der Überarbeitung der Verordnung besser und was schlechter wurde. Die "Konventionalisierung des Öko-Landbaus" wird derzeit heftig diskutiert. Ika Darnhofer und ihre Co-Autoren haben nach klaren Kriterien gesucht. Bevor er Bischof von Eichstätt wurde, baute Gregor Maria Hanke ein Klostergut zum Bio-Vorzeigeprojekt um. Im Interview formuliert er auch kritische Fragen an die Bio-Branche. Und wie gehen die Verbände mit der Wertedebatte um? Jacqueline Forster-Zigerli stellt den Prozess der Leitbildentwicklung bei Bio Suisse vor und Lothar Greger berichtet, wie die Diskussion bei Bio Austria geführt wird. In weiteren Beiträgen der aktuellen Ausgabe von Ökologie & Landbau geht es beispielsweise um das EU-Projekt Blight MOP, in dem Bekämpfungsstrategien für die Kraut- und Knollenfäule untersucht wurden, um das Problem (und die Chancen) der - auch auf Bio-Betrieben - häufig ungeklärten Hofnachfolge und um den Öko-Landbau in Rumänien.

Näheres: SÖL-Pressemeldung

Zukunft der Forschung für den Öko-Landbau gefährdet

(08.10.2007) Besorgt über die Zukunft der Forschung für den Öko-Landbau hat sich der Präsident der ISOFAR (International Society of Organic Agriculture Research), Herr Prof. Dr. Ulrich Köpke, geäußert. In einem offenen Brief an den Bundesminister Horst Seehofer kritisierte er die geplanten Kürzungen der Mittel für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau. Themen wie die positive Einflussnahme auf den Klimawandel, umfassender Erhalt der Biodiversität, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Bewahrung lebenswerter ländlicher Räume seien in der Mitte der gesellschaftlichen Diskussion angekommen und untrennbar mit einer ökologisch orientierten, ethisch vertretbaren und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft verbunden. Dies zeige auch die stark gestiegene Verbrauchernachfrage nach ökologischen Lebensmitteln. Eine ausgewogene Weiterentwicklung des Bio-Sektors sei daher sowohl im Interesse der Verbraucher als auch der Akteure des ökologischen Landbaus. Praktiker, Wissenschaftler, Berater, Verarbeiter und Distributeure seien besorgt über die Überlegung, das Bundesprogramm Ökologischer Landbau in den nächsten Jahren weiter zu reduzieren. Standen im Jahre 2003 noch etwa 14 Millionen Euro zur Verfügung, waren es 2006 bereits nur noch 7,3 Millionen Euro. Greifen die vorgesehenen weiteren Kürzungen, würde das Forschungsbudget ab 2008 auf nur noch ca. fünf Millionen Euro sinken.

"Alternative Nobelpreise" 2007 zeigen Lösungen für
globale Herausforderungen auf

(05.10.2007) Die mit insgesamt zwei Millionen Schwedischen Kronen (ca. 220.000 Euro) dotierten Right Livelihood Awards, auch bekannt als “Alternative Nobelpreise”, gehen in diesem Jahr an vier Preisträger, die greifbare Lösungen zu drängenden globalen Problemen aufzeigen: Percy and Louise Schmeiser (Kanada) haben die Welt auf die Gefahren für die Landwirtschaft und die Artenvielfalt aufmerksam gemacht, die von der zunehmenden Marktdominanz und dem aggressiven Marketing von Firmen ausgeht, die Saatgut gentechnisch manipulieren. Die Jury würdigt die Schmeisers “für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern, and dafür, dass sie die derzeitige ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patentrechts in Frage stellen”. Die Firma Grameen Shakti (Bangladesch) wurde ausgezeichnet, weil sie gezeigt hat, wie durch schnelle und massive Verbreitung von Solartechnik in Tausenden bangladeschischen Dörfern eine kostengünstige und klimafreundliche Energieversorgung für die arme dörfliche Bevölkerung realisiert werden kann. Weitere Preisträger sind der weltweit geachtete Jurist Christopher Weeramantry (Sri Lanka), der am besten bekannt ist für seine Stellungnahme als Richter am Internationalen Gerichtshof, in der er begründete, warum die Anwendung oder Drohung mit Nuklearwaffen immer gegen das Völkerrecht verstößt sowie Dekha Ibrahim Abdi (Kenia), die sich erfolgreich für Frieden und Konfliktlösung an vielen Krisenherden der Welt eingesetzt hat. Die Right Livelihood Award Stiftung ist eine gemeinnützige schwedische Stiftung, die bisher 123 Preisträger aus 56 Ländern ausgezeichnet hat. Die Preisverleihung findet am 7. Dezember im Schwedischen Parlament mit Unterstützung von Parlamentariern aus allen politischen Parteien statt.

Näheres: www.rightlivelihood.org

Naturschutzhof des Monats Oktober: Bioland-Hof
Mammel verfeinert Anbauverfahren auch in Hinblick Artenvielfalt

(02.10.2007) Als "Naturschutzhof des Monats" wird im Oktober Bioland-Hof Mammel aus Lauterach, Baden-Württemberg, vorgestellt. Familie Mammel bewirtschaftet einen Gemischtbetrieb von 25 Hektar am Südrand der Schwäbischen Alb. So vielfältig und kleinstrukturiert wie die Landschaft, so zahlreich sind die Maßnahmen in der Bewirtschaftung, um diese Vielfalt zu erhalten und zu fördern. Zum Beispiel werden bei der Ernte Kleegrasstreifen als Unterschlupf für Wachteln stehen gelassen. Der Aufwuchs von Klee-Untersaat wird bis zum November von den Kühen abgeweidet, so kommen Ackerwildkräuter, wie z. B. Acker-Rittersporn zum Aussamen. Luzerne wird als Gründüngung so untergepflügt, dass sie im darauffolgenden Getreide wieder zum Teil durchwächst und ein Blütenangebot für Insekten schafft. Eine Besonderheit auf Hof Mammel ist der Einsatz von Zugpferden bei zahlreichen Feldarbeiten. Als Mitglied im Arbeitskreis Landwirtschaft der Interessengemeinschaft Zugpferd (IGZ) ist es den Betriebsleitern wichtig, Pferdeeinsatz als schonende und wirtschaftliche Alternative aufzuzeigen. Die Pferde werden dort eingesetzt, wo es sinnvoll ist und die Zeit es erlaubt wie z. B. beim Striegeln, Hacken, Häufeln, Mist streuen, weniger beim Pflügen. Bioland-Hof Mammel erhielt eine der bundesweit neun Auszeichnungen, die am 13. Februar 2007 im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe vergeben wurden. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau.

Näheres: Pressemeldung, www.naturschutzhoefe.de

BÖLW hält Testkriterien der Stiftung Warentest
zum Vergleich von Bio- und konventionellen Produkten für nicht ausreichend

(01.10.2007) In der neuen Ausgabe des Magazins „test“ hat die Stiftung Warentest alle Untersuchungen der Jahre 2002 bis 2007 ausgewertet, in denen auch Bio-Lebensmittel getestet wurden. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Einzelhandel e.V. kritisieren die Bewertungsgrundlage und beziehen Stellung zu der negativ zugespitzten Pressemitteilung von Stiftung Warentest, die Bio-Produkte in einem falschen Licht erscheinen lässt. Die Bewertungskriterien der Stiftung Warentest allein sind nach Ansicht des BÖLW nicht geeignet, die Qualität eines Bio-Lebensmittels zu beschreiben. "Bio-Produkte zeichnen sich durch die Qualität des Herstellungsprozesses aus und können nicht ausschließlich über den Preis oder die Analytik beurteilt werden", so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. "Aspekte wie umwelt- und tiergerechte Produktion, Verzicht auf Gentechnik oder die starke Einschränkung erlaubter Hilfs- und Zusatzstoffe, werden bei den Tests nur in Ausnahmefällen berücksichtigt." Dass Bio-Produkte angeblich nicht besser schmecken als konventionelle Lebensmittel, ist eine Kernaussage der test-Pressemeldung. Bei den sensorischen Eigenschaften ignoriert die Stiftung Warentest jedoch, dass für Bio-Produkte andere gesetzliche Vorgaben gelten und sich die Produktionsmethoden deutlich unterscheiden. Der Verzicht auf künstliche und naturidentische Aromen, Geschmacksverstärker, Hilfs- und Zusatzstoffe müsste honoriert werden und nicht zu einer Abwertung führen, so der BNN in seiner Stellungsnahme.

Näheres:
(27.09.2007) Pressemitteilung des BÖLW: "BÖLW hält Testkriterien der Stiftung Warentest zum Vergleich von Bio- und konventionellen Produkten für nicht ausreichend"
(28.09.2007) Bundesverband Naturkost Naturwaren: Stellungsnahme