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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > November 2007
(24.11.2007) Für sein Verdienst um die Initiative des Global Marshall Plans hat die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) am 23. November 2007 Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher mit dem Karl-Werner-Kieffer-Preis ausgezeichnet. Die Global Marshall Plan Initiative setzt sich ein für den Aufbau einer globalen ökosozialen Marktwirtschaft, die eine nachhaltige Entwicklung und gerechtere Globalisierung ermöglicht. "Radermachers Engagement für den Global Marshall Plan ist bewundernswert" hob SÖL-Vorstand Peter Kieffer in der Laudatio hervor. In seinen zahlreichen Vorträgen und Publikationen schaffe er es, bei den Menschen ein Bewusstsein für die weltweite Situation zu schaffen und gleichzeitig mache er mit seiner Überzeugung Mut, dass die gegenwärtigen Probleme lösbar sind. Dr. Heiner Geißler, Bundesminister a.D. ging in seiner Festrede auf den bereits seit Jahrzehnten stattfindenden Wandel von einer nationalen hin zu einer internationalen Ökonomie ein. Nun sei es dringend notwendig, auch die Politik zu internationalisieren, damit sie auf gleiche Augenhöhe komme. Der Globalisierungsprozess könne so nicht weitergehen, eine Humanisierung sei nötig. Für die Umsetzung benötige man ein geeignetes Konzept - welches unter entscheidender Mitarbeit von Radermacher - mit dem Global Marshall Plan entwickelt worden sei. Der Karl-Werner-Kieffer Preis umfasst ein Preisgeld von 10.000 Euro und ist damit der höchst dotierte Umweltpreis in Rheinland-Pfalz. Die Stiftung Ökologie & Landbau verleiht diesen Preis zum Gedächtnis an ihren Stiftungsgründer und zeichnet damit Leistungen aus, die dem Schutz unserer Umwelt und der Förderung des Öko-Landbaus dienen.
Näheres: SÖL-Pressemeldung, Karl-Werner-Kieffer-Preis, Global Marshall Plan
(22.11.2007) Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Vorschlag zur weiteren Umschichtung von Agrarzahlungen in die Förderung der ländlichen Entwicklung wird von Bioland begrüßt. Die seit 2007 wirksamen Kürzungen der EU-Fördermittel für den ländlichen Raum (2. Säule der Agrarpolitik) waren sehr schmerzhaft. Eine Mittelumschichtung aus den allgemeinen flächengebundenen Prämien (Direktzahlungen, 1. Säule) ist überfällig, wie auch eine ausgewogenere Verteilung nach Betriebsgrößen, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland. Bioland fordert Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer auf, sich einer weiteren Umverteilung der Agrargelder und damit Stärkung der Förderung des ländlichen Raums zu öffnen. Die frei werdenden Mittel aus Direktzahlungen sollten aus Sicht von Bioland gezielt in Programme für den Umwelt- und Artenschutz oder für artgerechte Tierhaltung umgeleitet werden. Grundsätzlich müsse die EU-Agrarpolitik weg von der Gießkanne hin zur Honorierung gesellschaftlicher Leistungen. Und dabei seien der Schutz der Umwelt und die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum zentrale Herausforderungen.
Näheres:
(20.11.2007) Europäische
Kommission: Gesundheitscheck zur Vereinfachung der Gemeinsamen
Agrarpolitik und zur Bewältigung neuer Herausforderungen
(20.11.2007) Bioland
begrüßt Vorschlag zur Umschichtung von Agrarzahlungen
(20.11.2007) BIO
AUSTRIA fordert weitere Ökologisierung der EU-Agrarpolitik
(20.11.2007) Am 23. November 2007 verleiht die Stiftung Ökologie & Landbau den Karl-Werner-Kieffer-Preis an Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher für seinen Verdienst um die Initiative des Global Marshall Plans. Mit dieser Initiative setzt Radermacher ein Zeichen, dass eine globale ökologische und zugleich soziale Erneuerung der Weltwirtschaft machbar ist. Die Festrede wird Dr. Heiner Geißler, Bundesminister a. D., halten. Angesichts der globalen Umweltprobleme (zum Beispiel Klimaerwärmung) und der globalen Wirtschaftsprobleme, wie Armut im Süden, Migrationsdruck usw., wird deutlich, dass wir das Schicksal unserer Erde nicht alleine den reinen Wirtschaftskräften überlassen können. Nur eine ökosoziale Marktwirtschaft ist in der Lage, einen weltweiten Ordnungsrahmen zu schaffen und damit eine nachhaltige Entwicklung zu initiieren, welche die Armut überwindet, die Umwelt erhält und somit die Voraussetzungen für globale Gerechtigkeit schafft. Die Umsetzung dieser Vision eines Globalen Marshallplans möchte die Stiftung Ökologie & Landbau mit der Verleihung des Karl-Werner-Kieffer-Preises unterstützen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ist dem Stiftungsgründer gewidmet, der stets von der Idee überzeugt war, dass es eine Rettung für diese Erde nur durch verantwortungsvolles Wirtschaften geben kann. Die öffentliche Preisverleihung findet um 15 Uhr in der Brunnenhalle, Schlossgartenstraße, Bad Dürkheim statt.
Nähers: Karl-Werner-Kieffer-Preis, Global Marshall Plan
(19.11.2007) Am 15. November 2007 sind an der Universität Kassel Projekte mit dem Förderpreis Ernährungskultur 2007 ausgezeichnet worden, die umfassend das Themenfeld Ernährungskultur erforscht haben und gleichzeitig Impulse für die Umsetzung der Erkenntnisse geben. Aufgrund der Vielzahl und der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten wurden in diesem Jahr drei Projekte geehrt: "Ernährungspraktiken und nachhaltige Entwicklung" der Wirtschaftsuniversität Wien, das Projekt "OSSENA - Ernährungsqualität als Lebensqualität" der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie "GENUSSWERK - Lebensmittel mit Charakter aus der Rhön", ein Projekt der Hochschule Fulda. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis zeichnet jährlich innerhalb des deutschsprachigen Raums wissenschaftliche Arbeiten und praxisorientierte Projekte aus, die den Leitgedanken der Ernährungskultur entsprechen. Der Leitgedanke sieht Kultur und Ernährung als eine Einheit und will zu einem sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen (Boden, Luft, Wasser, Pflanzen, Tiere, Mensch) bei der Herstellung in der Landwirtschaft, Verarbeitung und beim Konsum beitragen. Der Förderpreis wurde dem von Prof. Dr. Angelika Ploeger geleiteten Fachgebiet "Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur" der Universität Kassel von der Johannes Fehr GmbH & Co KG gestiftet. Er wurde bereits zum fünften Mal verliehen.
Näheres: Pressemeldung, Förderpreis Ernährungskultur
(16.11.2007) Das Institut für Marktökologie (IMO), ein Zertifizierungsunternehmen im Bio-Bereich, bietet mit einem neuen Programm erstmals ein einheitliches Zertifizierungs- und Kontrollsystem für Produkte, welche aus fairer und sozial verträglicher Produktion stammen. Die neue Initiative soll die sozialen und fairen Arbeits- und Produktionsbedingungen von Textilien und anderen Produkten weltweit verbessern helfen. Aktuelle Medienberichte über Kinderarbeit in der Textilproduktion schockieren Verbraucher und zeigen Ratlosigkeit in Politik und Beschaffungsindustrie. Insbesondere der Preisdruck und eine zunehmende weltweite Zersplitterung der Fertigungsschritte verhindern offenbar eine Verbesserung der Situation. Eine Kontrolle der Produzenten und deren Zulieferer, die alle Teile der Produktion berücksichtigt, liess sich bislang im Textilbereich nicht oder nur mit grossem Aufwand realisieren. "Das neue IMO Sozial & FairTrade Zertifizierungs Programm schliesst diese Lücke", so Institutsleiter Dr. Rainer Bächi, "und ermöglicht verantwortungsbewussten Unternehmen eine objektive Inspektion und Zertifizierung." Das System basiert auf verschiedenen grundlegenden Standards wie den ILO Konventionen, dem FLO Fairtrade Standard, SA 8000 und den IFOAM Sozial Kriterien. Alle kritischen Schritte in der Verarbeitungskette werden geprüft. Angelehnt an das Kontrollverfahren von Bio-Produkten wird eine Zertifizierung von verschiedensten Materialien und Produkten ermöglicht. Ergänzt wird das Konzept durch die Möglichkeit einer unabhängigen externen Evaluation der Einhaltung von unternehmenseigenen Aussagen und Selbstverpflichtungen im Bereich sozialer Verantwortung.
Näheres: Pressemeldung (PDF 126KB), www.fairforlife.net
(14.11.2007) Der Studiengang Ökolandbau & Vermarktung an der Fachhochschule Eberswalde erfreut sich großer Beliebtheit. Mit 70 Studienanfängern startet dieser Bachelorstudiengang in das nunmehr vierte Wintersemester. Diese sehr hohe Zahl der Studienanfänger bestätigt den Bedarf nach dieser Ausbildung mit Ausrichtung auf die Belange der ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Das Studium vermittelt die Grundlagen der Landwirtschaft praxisnah und mit Blick auf die Ansprüche der Kunden. Durch die Zusammenarbeit mit 17 Partnerbetrieben in der Region wird die Umsetzung der erlernten Theorie in die Praxis noch während des Studiums ermöglicht. Das Studium vermittelt betriebswirtschaftliche Grundlagen sowie Kenntnisse der Verarbeitung, Qualitätskontrolle und Vermarktung - der Weg vom Korn zum Kunden wird verfolgt. Auch der neu angebotene Masterstudiengang Öko-Agrarmanagement konnte mit den ersten Studierenden sehr gut in die Fachhochschule Eberwalde und die kooperierende Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin etabliert werden. Die Studierenden erhalten neben einer fundierten fachlichen Ausbildung auch ein Training wichtiger Schlüsselqualifikationen für Führungskompetenzen. Interessierte können sich vom 1. Dezember 2007 bis 15. Januar 2008 auf einen Masterstudienplatz zum kommenden Sommersemester bewerben.
Näheres: www.fh-eberswalde.de
(12.11.2007) Ab Januar 2008 bietet die Unternehmensberatung Kugler & Rosenberger eine neue berufsbegleitende Zusatzqualifizierung an: "Der Weg zur Führungskraft in der ökologischen Wirtschaft". Unternehmen brauchen, um im wachsenden Markt der ökologischen Lebensmittelwirtschaft erfolgreich zu sein, Mitarbeiter, die nicht nur Fachkompetenz sondern auch persönliche Führungskompetenz entwickeln. Das Ziel dieser Ausbildung ist eine praxisorientierte und effektive Einarbeitung in die Führungsrolle. In acht Modulen verteilt über einen Zeitraum von 15 Monaten erwerben die Teilnehmer die nötigen Kompetenzen, um die relevanten Arbeitsthemen der mittleren Führungsebene abzudecken. Die Ausbildung richtet sich an Mitarbeiter in Betrieben der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, die bereits Führungsverantwortung innehaben oder zukünftig als Führungskraft arbeiten werden, sowie an Betriebsleiter und Unternehmer, die sich zusätzliches Wissen um das Thema Führung aneignen wollen. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium.
Näheres: www.kugler-rosenberger.de
(08.11.2007) Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad hat am 31.Oktober in Bolanden-Weierhof das Projekt "Partnerbetrieb Naturschutz" der Öffentlichkeit vorgestellt. Am drei Jahre laufenden Projekt, bei dem die Belange der Natur in die Betriebs- und Ertragsplanung integriert werden sollen, beteiligen sich 18 Partnerbetriebe aus allen Regionen von Rheinland-Pfalz. Das Konzept ist gemeinsam mit den Landwirten und Verbänden erarbeitet worden und soll als Modellprojekt den Weg zu einem weiteren Instrument des Naturschutzes weisen. Aktuell gehen die Betriebe bereits in die dritte Projektphase, in der gesamtbetriebliche Naturschutzpotenzialpläne erstellt werden. Blühende Säume und Randstreifen, strukturierende Elemente wie Gehölze, naturverträgliche Düngemethoden und der Erhalt bestimmter Nutztierrassen stehen dabei im Vordergrund. In der vierten Phase wird dann der einzelbetriebliche Aufwand erfasst und das gesamtbetriebliche Konzept "Partnerbetrieb Naturschutz" entwickelt. Der programmatische Ansatz "Naturschutz durch Nutzung" wird seit sechs Jahren in Rheinland-Pfalz verstärkt verfolgt. Landwirtschaft und Naturschutz sollen zukünftig noch besser kooperieren.
Näheres: Pressemeldung vom Umweltministerium, Rheinland-Pfalz
(07.11.2007) Nachbesserungen am neuen Gentechnikgesetz fordern 36 Verbände in einem offenen Brief an den Bundestag, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Ökologische Ärztebund, der Verband Privater Brauereien Deutschland und UnternehmensGrün. Der Brief wird dem Bundestag am Freitag, dem 9. November, an dem das Gesetz in die erste Lesung geht, vorgelegt. Ergänzend haben zahlreiche Unternehmen ein Manifest unterschrieben, darunter Bionade, Ritter-Sport, Rapunzel und Neumarkter Lammsbräu. Forderungen sind der Schutz der Artenvielfalt, gentechnikfreie Saatgutgewinnung und der Schutz der Verbraucherpreise. Herbizidresistente Pflanzen führen zu einem Anstieg beim Spritzmitteleinsatz, erläutert Hubert Weiger vom BUND. "Große Mengen an Giften gelangen so in den Boden, die Gewässer und die Nahrungskette." Zu den Kritikpunkten der Unterzeichner zählen auch das Fehlen von Studien über Wirkungen von Gentechnisch veränderten Organismen auf die Gesundheit, die Umlage der Analysekosten auf den Verbraucher, die Verunreinigung angrenzender Pflanzenbestände und die bisher zu grobe Haftungsregelung.
Näheres: www.keine-gentechnik.de/offenerbrief
(06.11.2007) Die EU-Kommission kommt kleinen Öko-Betrieben in Bayern entgegen, sie hat die bayerische Auslegung des Kleinbetriebs als Bestandteil des Bayerischen Zukunftsprogramms Agrarwirtschaft und Ländlicher Raum genehmigt. Fast alle der 1300 ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetriebe mit Anbindehaltung können nun über 2010 hinaus die Ökoprämie des Kulturlandschaftsprogramms "Bayerisches Zukunftsprogramm Agrarwirtschaft und Ländlicher Raum" erhalten. Dies gilt, sofern die Ställe vor dem 24. August 2000 errichtet wurden und maximal 35 Milchkühe mit anteiliger Nachzucht gehalten werden. Landwirtschaftsminister Miller sieht darin eine "praxisgerechte Lösung". Viele kleinere Öko-Betriebe hätten teure Investitionen in einen Um- oder Neubau ihrer Ställe nicht finanzieren können und aus dem ökologischen Landbau aussteigen müssen. Auch auf den grundsätzlich geforderten zweimal wöchentlichen Auslauf im Winterhalbjahr für Rinder hat die EU-Kommission in diesem Zusammenhang verzichtet.
Näheres: www.Stmlf.bayern.de, www.agrarheute.com
(05.11.2007) Der Müller-Hof in Allensbach-Kaltbrunn, Baden-Württemberg, wird im November als Naturschutzhof des Monats vorgestellt. Der Familienbetrieb ist in den Bereichen Tierhaltung, Getreideanbau, Landschaftspflege, Direktvermarktung, Tourismus und Energie aktiv. Anspruch des 1981 auf biologische Landwirtschaft umgestellten Betriebes ist ein ganzheitlicher Umgang mit Landschaft und Tieren. Seit 30 Jahren bewirtschaftet Helmut Müller das Feuchtgrünland, Niedermoorwiesen und Schilfflächen des Naturschutzgebietes Mindelsee. Das Mähgut wird hauptsächlich als Kompost für den Acker eingesetzt. Die Nachhaltigkeit wird auf dem Müller-Hof auch im Bereich erneuerbarer Energie praktiziert: Eine Biogasanlage, die mit der Gülle aus dem Laufhof und Futterresten gefüttert wird, versorgt den Hof mit Wärme und Energie. Das Stalldach ist mit Photovoltaik-Modulen bestückt. Geplant ist außerdem, das reichlich anfallende Schilf ebenfalls energetisch zu nutzen, um den Ort (800 Einwohner) zu versorgen. Dazu wurde die Initiative Elabo (Energie und Landschaftspflege Bodensee) gegründet, die sich für regionale Energiesicherung, regionale Wertschöpfung und die langfristige Sicherung der Landschaftspflege einsetzt. Der Müller-Hof erhielt eine der bundesweit neun Auszeichnungen, die am 13. Februar 2007 im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe vergeben wurden. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau.
Näheres: Pressemeldung, www.naturschutzhoefe.de