Nachrichtenarchiv Mai 2007

Nachrichtenübersicht
Aufruf zur Bio-Initiative
Journalistenpreis "Öko-Rente" ausgeschrieben
Bio-bewegt-Touren: Die Demonstrationsbetriebe starten durch
Verwaltungsgericht Augsburg: Honig muss vor Pollen von Gen-Mais geschützt werden
Seehofer verspielt Vertrauen von Verbrauchern und Landwirten
Keine Gentechnik in Bio-Lebensmitteln durch die Hintertür
Naturschutzhof des Monats Mai: Herausforderung für den Ackerbau
Ausschreibung des Journalistenpreises >Bio< 2007

Aufruf zur Bio-Initiative

(30.05.2007) Im Rahmen des Projektes "DNR-Bildungsinitiative Ökologischer Landbau - Gesunde Ernährung" hat der Deutsche Naturschutzring (DNR) die Umwelt- und Naturschutzverbände in Deutschland aufgefordert, regionale Bio-Produkte verstärkt bei eigenen Veranstaltungen zu nutzen. Hierzu hat der DNR eine "Selbstverpflichtungserklärung" formuliert, die von möglichst vielen Umweltorganisationen auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Ortsebene unterstützt und unterschrieben werden soll. Positive Rückmeldungen aus dem Umweltbereich liegen bereits vor, viele DNR-Mitglieder haben die Selbstverpflichtungserklärung schon unterschrieben und richten sich danach. Nach Ansicht des DNR sollten Umweltschützer nicht nur bei eigenen Veranstaltungen, sondern auch im Privatbereich Bio-Produkte regelmäßig einsetzen. Nur mit der stetigen Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten kann es gelingen, den Absatz ökologisch erzeugter Lebensmittel für deutsche Bio-Bauern zu verbessern und die Wertschöpfung in der Region zu halten, so der DNR. Mit dieser bewusst angestrebten Regionalisierung will der DNR eine machbare Alternative zur Globalisierung aufzeigen und zu einer Stärkung der regional-ökologischen Produktions- und Vermarktungsstrukturen beitragen. Die "DNR-Bildungsinitiative Ökologischer Landbau - Gesunde Ernährung" ist ein Projekt des Bundesprogramms Ökogolgischer Landbau.

Näheres: Pressemeldung, Selbstverpflichtung (PDF 40KB)

Journalistenpreis "Öko-Rente" ausgeschrieben

(22.05.2007) Bereits zum sechsten Mal schreibt die Neumarkter Lammsbräu den Umweltpreis "Öko Rente 2007" aus. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Umweltpreis ist in die vier Kategorien Journalisten, Externe, Lieferanten und Mitarbeiter unterteilt. In der Kategorie "Journalisten" werden 2.500 Euro Preisgeld vergeben. Es können sich Journalisten und Redaktionsteams bewerben, die im Zeitraum des letzten Jahres bis einschließlich Juli 2007 einen deutschsprachigen Beitrag in Print, TV und Hörfunk veröffentlicht haben. Prämiert wird ein Beitrag, der das Bewusstsein der Verbraucher für ökologische Lebensmittel nachhaltig verändert, die nachhaltige Lebenmittelproduktion gefördert oder Wissen über ökologisch produzierte Lebensmittel und eine gesunde Ernährung vermittelt hat. Bewerbungsschluss ist der 14. September 2007. Zum Hintergrund des Preises: 2001 hat Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Brauerei, den Deutschen Umweltpreis erhalten und das Preisgeld in den Neubau einer Flaschenwaschanlage investiert. Durch diese Investition wird wesentlich weniger Energie verbraucht. Diese Kostenersparnis wird nun jährlich als "Öko-Rente" zur Förderung ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Denkens und Handelns verliehen.

Näheres: www.lammsbraeu.de

Bio-bewegt-Touren: Die Demonstrationsbetriebe
starten durch

(16.05.2007) Die Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau laden im Mai und Juni wieder zu elf natursportlichen Einzel-Veranstaltungen ein. Sport trifft Öko-Landbau lautet die Kernidee der Aktion. Die Bio-bewegt-Touren sprechen insbesondere Sport- und Fitnessbegeisterte sowie Erholungssuchende an und führen sie auf die Demonstrationsbetriebe und damit zum ökologischen Landbau. Die Demonstrationsbetriebe möchten mit der Aktion neue Besucher gewinnen und besonders auch Gruppen zum Mitmachen motivieren: Breitensportlerinnen und -sportler, regionale und lokale Sportvereine, Fitnessgruppen, Wanderfreunde, Lauf-, Rad-, Walking- und Skater-Treffs, regionale Naturschutzorganisationen, Jugendgruppen, Freizeitgruppen, Kirchengemeinden, Krankenkassen usw. Wer den Betrieb schon von Besuchen im Hofladen oder Führungen kennt, bekommt bei den Bio-bewegt-Touren die Gelegenheit, ihn einmal von einer etwas anderen Seite zu entdecken: auf dem Fahrrad, mit Wanderschuhen und Walkingstöcken oder sogar im Kanu. Besondere Programm-Highlights sind ein Rosenblütenspaziergang im romantischen Taubertal, eine Wanderung mit dem zahmen Ochsen Frederik im Schwarzwald und Volleyball am Glanufer.

Näheres: www.demonstrationsbetriebe.de

Verwaltungsgericht Augsburg: Honig muss vor Pollen
von Gen-Mais geschützt werden

(10.05.2007) Das Augsburger Verwaltungsgericht hat mit einem Eilentscheid den Freistaat Bayern verpflichtet, Honig vor Pollen von genmanipulierten Mais MON 810 zu schützen. Geklagt hatte ein Imker, in dessen Nähe der umstrittene Mais angebaut werden soll. Das Gericht sieht erhebliche Defizite bei der Zulassung und in der Sicherheit des genmanipulierten Mais. Es stellt auch fest, dass Imker und Verbraucher das Recht auf Honig ohne das Gen-Konstrukt haben. Aus diesem Grund soll der bereits ausgesäte Mais umgepflügt oder aber der Pollen in der Blüte unschädlich gemacht werden. Auch in anderen Bundesländern sind Klagen von Imkern und Speisemaisanbauern anhängig. „Das Augsburger Gericht bricht mit dem Entscheid eine Lanze für die Rechte von Imkern, Verbrauchern und Landwirten, die keine Gentechnik haben wollen“, so Thomas Radetzki vom Imkerverein Mellifera e.V., der die Klagen initiierte. „Allerdings müssen und können die Imker nun auch andernorts aktiv werden, da das Gericht Honig mit Pollen von MON 810 als unverkäuflich eingestuft hat.“ Peter Röhrig, Gentechnikexperte beim Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ergänzt: „Der neue Gentechnikgesetz-Entwurf wird den Problemen der Koexistenz nicht gerecht. Verbraucher und Landwirte sollen nach dem Gesetz eine Verunreinigung des Essens mit bis zu 0,9 % Gentechnik hinnehmen müssen, ohne sich wehren zu können. Und das obwohl das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit vor wenigen Tagen feststellte, dass nach neuesten Forschungen „berechtigter Grund zu der Annahme besteht, dass der gentechnisch veränderte Mais eine Gefahr für die menschliche Gesundheit und Umwelt darstellt“. Die klagenden Imker und Maisanbauer werden von einem Bündnis aus Privatpersonen, dem BÖLW, der Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller (AOEL) und dem Demeter-Bund e.V. unterstützt. Das Bündnis wird von Mellifera e.V. organisiert.

Näheres: Pressemeldung und Einladung zum Pressegespräch am Freitag, 11.05.2007, in Berlin (PDF 88KB), www.bienen-gentechnik.de

Seehofer verspielt Vertrauen von Verbrauchern
und Landwirten

(08.05.2007) Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat seine Entäuschung über den Gentechnikgesetz-Entwurf geäußert: Der Entwurf richte sich gegen Unternehmen, die ohne Gentechnik arbeiten. Die Kritik betrifft diverse Punkte bezüglich Haftungsregelung, Rückverfolgbarkeit und Transparenz, Kostenanlastung für Analysen zur Überwachung von Auskreuzung sowie Regelungen zum Standortregister. "Für uns hat Minister Seehofer seine Glaubwürdigkeit verloren", geht Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW hart mit dem Minister ins Gericht: In zahlreichen Gesprächen mit Landwirten und Lebensmittelverarbeitern, die ohne Gentechnik arbeiten, zeigte Minister Seehofer nicht nur Verständnis für deren Anliegen, sondern äußerte selbst große Bedenken gegenüber der Agro-Gentechnik. Gerade die Probleme von Bio-Unternehmen erkannte der Minister im Gespräch an und versprach, diese bei der Novellierung des Gentechnikgesetzes zu beachten. Doch jeder Schritt - vom Entwurf des Eckpunktepapiers, über das Eckpunktepapier selbst bis hin zum jetzt vorliegenden Gesetzentwurf - verschlechtere die Situation für Unternehmen, die ohne Gentechnik arbeiten und damit auch für den Verbraucher, so Löwenstein. Man müsse nun gespannt sein, ob die SPD zu ihrem Wort steht, ein solches Gentechnikgesetz abzulehnen. Denn schließlich habe die SPD genau dort Kritik am "Eckpunktepapier" zum Gentechnikgesetz geäußert, wo auch die ökologische Lebensmittelwirtschaft Änderungsbedarf festgestellt hatte.

Näheres: BÖLW-Pressemeldung

Keine Gentechnik in Bio-Lebensmitteln durch die
Hintertür

(07.05.2007) Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und seine Mitgliederverbände haben sich in aller Schärfe gegen eine Aufweichung der EU-Öko-Verordnung bezüglich der Gentechnikfreiheit von Bio-Produkten gestellt. Bio-Lebensmittel werden gesetzlich garantiert ohne Gentechnik hergestellt. Im Rahmen der Revision der EU-Öko-Verordnung plant der Agrarministerrat, künftig Ausnahmen für Lebens- und Futtermittelzusatzstoffe zuzulassen, sollten diese nicht mehr gentechnisch unverändert verfügbar sein. Der BÖLW wendet sich in aller Schärfe gegen dieses Vorhaben und fordert den Agrarministerrat auf, den entsprechenden Artikel ersatzlos zu streichen. "Angesichts einer hervorragend funktionierenden Praxis der Lebens- und Futtermittelerzeugung ohne Gentechnik, wäre diese Regelung nicht nur völlig überflüssig sondern auch kontraproduktiv", so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. Denn damit könnte Gentechnik durch die Hintertür in Bio-Produkte kommen, und es wäre nicht mehr in jedem Fall sicher gestellt, dass alle Zutaten ohne Gentechnik hergestellt sein müssten. Das widerspräche nicht nur den Prinzipien der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, sondern auch den Erwartungen der Verbraucher. "Soll der Bio-Markt nicht gefährdet werden, muss sich der Verbraucher auch künftig darauf verlassen können, dass Bio-Lebensmittel immer ohne Gentechnik hergestellt werden", so Gerber.

Näheres:
BÖLW (04.05.2007): Keine Gentechnik in Bio-Lebensmitteln durch die Hintertür
Demeter (04.05.2007): Bio-Hersteller gegen eine Aufweichung der EU-Ökoverordnung
Bioland (02.05.2007): Biolebensmittel müssen gentechnikfrei bleiben - Keine Verwässerung der EG-Öko-Verordnung

Naturschutzhof des Monats Mai: Herausforderung
für den Ackerbau

(04.05.2007) Als "Naturschutzhof des Monats Mai" wird der Demeter-Betrieb Wüst in Königheim / Brehmen, Baden-Württemberg vorgestellt. Der Betriebsleiter Uwe Wüst und seine Familie erreichen mit innovativen Ideen eine hohe Arten- und Strukturvielfalt auf dem rund 140 Hektar großen Gemischtbetrieb. Die Vielfalt beginnt mit dem Anbau zahlreicher Kulturarten und -sorten. Gemenge- und Mischanbau, Wicken-Untersaat, extrem flache, nicht wendende Bodenbearbeitung und blütenreicher Feldfutterbau gehören zu den ackerbaulichen Grundlagen des Betriebes. Breite Ackerrandbereiche oder Inseln werden bei der Ernte als Habitatstrukturen für wildlebende Tiere stehen gelassen, der Heudrusch einer vielfältigen Wiese wird zur Ansaat von Säumen genutzt und die Kornrade als selten gewordener Kulturfolger wird mit dem Getreide ausgesät. Mit vielfältigen Ansätzen überzeugte der Betrieb Wüst die Jury des Förderpreis Naturschutzhöfe. Der "Förderpreis Naturschutzhöfe" zeichnet landwirtschaftliche Betriebe aus, die vorbildliche Leistungen für den Naturschutz erbringen. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau.

Näheres: Pressemeldung und www.naturschutzhoefe.org

Ausschreibung des Journalistenpreises >Bio< 2007

(03.05.2007) Das Presseforum Biobranche schreibt zum dritten Mal den Journalistenpreis >Bio< aus. Ausgezeichnet werden in deutscher Sprache veröffentlichte Berichte, Interviews und Reportagen rund um die Themen Bio-Landwirtschaft, Bio-Lebensmittelwirtschaft, Naturwaren und Naturkost in Publikumsmedien. Um den Preis, der auf der Biofach 2008 verliehen wird, können sich Journalisten mit Beiträgen bewerben. die zur Information in Sachen "Bio" beitragen. Dabei können alle Apekte von Erzeugung (Landwirtschaft, Tierhaltung) über Vermarktung bis hin zum Konsum biologischer Produkte, sowie die ökologische und gesellschaftliche Relevanz von "Bio" behandelt werden. Mit dem Journalistenpreis >Bio< werden Beiträge gewürdigt, die durch Form und Medium dazu beitragen, das Thema breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. Die Beiträge müssen bis zum 31. Oktober 2007 eingereicht werden. Angenommen werden journalistische Beiträge, die in einem Print- oder elektronischen Publikumsmedium im Zeitraum vom 1. November 2006 bis 30. Oktober 2007 veröffentlicht wurden. Alle journalistischen Stilformen sind zugelassen. Pro Teilnehmer dürfen bis zu drei Beiträge eingereicht werden, es wird maximal ein Preis pro Teilnehmer vergeben.

Näheres: Presseforum Biobranche