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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Juni 2007
(21.06.2007) Der vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) herausgegebene Argumentationsleitfaden "Nachgefragt: 25 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel" stieß auf äußerst positive Resonanz und war sofort vergriffen. Die zweite, überarbeitete Auflage ist nun erschienen und wieder erhältlich. Im Argumentationsleitfaden sind fundierte und übersichtliche Antworten auf die zentralen Fragen zur ökologischen Lebensmittelwirtschaft zu finden. Sie stützen sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und bieten die Möglichkeit, die gesellschaftliche Diskussion über Bio zu versachlichen und Vorurteilen angemessen zu begegnen. Quellenangaben ermöglichen die Vertiefung einzelner Sachverhalte. Der Argumentationsleitfaden ist hervorragend geeignet, sich auf öffentliche Auftritte vorzubereiten, ihn in Schulungen - z. B. von Verkäufern - einzusetzen oder auf Presseanfragen zu antworten.
Näheres: www.boelw.de
(20.06.2007) Heimische Faserpflanzen wie Flachs, Hanf und Nessel bieten bisher ungenutzte Potentiale für den ökologischen Anbau, lautete das Credo der Fachtagung Faserpflanzen aus ökologischem Anbau am 19. Juni 2007 in Kassel. Schwerpunkt der vom Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V. ausgerichteten und vom Hessischen Umweltministerium geförderten Veranstaltung war, die notwendigen Voraussetzungen für eine Steigerung bei Erzeugung und Nachfrage der heimischen Faserpflanzen herauszuarbeiten. In den Vorträgen wurden Anbauverfahren, Verarbeitungstechnologien, Standards sowie Erfahrungen aus verschiedenen Projekten, wie beispielsweise dem Bio-Leinen-Projekt unter Beteiligung der Firma Hess Natur, vorgestellt. In der Diskussion wurde die besondere Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligter an der Prozesskette betont. Nur so könnten Nachfrage und Angebot aufeinander abgestimmt und Qualitätsfragen frühzeitig geklärt werden. Durch neue Technologien in der Verarbeitung könnten hochwertige Produkte angeboten werden, die auf eine entsprechende Nachfrage treffen. Im Bereich des Anbaus wurde auf das Ungleichgewicht der Förderung von Nachwachsenden Rohstoffen im energetischen und im stofflichen Bereich hingewiesen und ein Umdenken in der Politik gefordert. Die Beiträge der Referenten werden in einem Tagungsband zusammengefasst, der in Kürze unter www.forschungsring.de angefordert werden kann.
Näheres: Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V.
(19.06.2007) Unter dem Motto "Gentechnik im Essen per Gesetz: Herr Abgeordneter, machen Sie da mit?" findet vom 23. Juni bis 2. Juli 2007 eine bundesweite Aktionstour gegen eine Verwässerung des Gentechnik-Gesetzes statt. Bevor sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf zur Novellierung des Gentechnik-Gesetzes befassen wird, wollen Umwelt- und Öko-Verbände mit dieser Aktionstour die 25 für die Entscheidung wichtigsten Abgeordneten auf den Marktplätzen ihrer Heimatstädte zur Rede stellen. Die Organisationen sehen durch die geplante Verwässerung der Haftungsregeln im Gentechnik-Gesetz den Fortbestand der gentechnikfreien Landwirtschaft gefährdet. Schon im Vorfeld der Aktionstour werden in der Nähe der Wahlkampfbüros Großplakatwände mit je einem Portrait der Abgeordneten installiert. Darauf wird gefragt: "Gentechnik im Essen per Gesetz? Herr Abgeordneter, machen Sie da mit?". Rede und Antwort zu dieser Frage sollen die Abgeordneten den Bürgern ihres Wahlkreises auf dem Marktplatz stehen. Bei jedem Halt der Aktionstour werden Gentechnik-Experten der Organisationen öffentlich mit dem Abgeordneten diskutieren. Der Abschluss der Aktion erfolgt am 2. Juli 2007 vor dem Bundestag. Dort werden die Organisationen alle Plakatwände präsentieren und in einer Pressekonferenz berichten, ob und wie sich die Abgeordneten gegenüber ihren Wählern positioniert haben.
Näheres: Pressemeldung, Aktionsorte, www.gentechnik-stoppen.de
(14.06.2007) Das österreichische Institut für biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere veranstaltet am 28. und 29. Juni 2007 eine Fachtagung zum Thema "Biodiversität in Österreich: Welchen Beitrag liefert die Land- und Forstwirtschaft?". Tagungsort ist die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein (HBLFA) in Irding in der Steiermark. Hintergrund der Veranstaltung ist die fortschreitende Gefährdung der für unsere Ernährung direkt nutzbaren, einst reichhaltigen Vielfalt der landwirtschaftlichen Nutzformen. Die alten Sorten und Rassen sind jedoch nicht nur genetisch von hohem Interesse - sie haben sich in generationenlanger Zuchtarbeit sowohl an die Bedürfnisse der Menschen als auch an ihre Umwelt angepasst und stellen Basis und Rückhalt für die konventionelle Zucht dar. Ein weiterer Rückgang der Biodiversität in der Landwirtschaft muss daher vermieden werden. Die Tagung soll einen Überblick über die österreichische Agrarbiodiversität und ihre wissenschaftlich fundierten und von der öffentlichen Hand geförderten Erhaltungsprogramme verschaffen. Am ersten Veranstaltungstag werden in zwei Vortragsblöcken die Bereiche landwirtschaftliche Nutztiere einschließlich Geflügel, Fische und Bienen sowie Grünland, Getreide, Obst, Gemüse, Wein, Wald und Forst angesprochen. Am zweiten Tag bietet eine Exkursion Einblicke in die tier- und pflanzengenetischen Ressourcen rund um das Dachsteingebirge.
Näheres: www.raumberg-gumpenstein.at
(13.06.2007) Der EU-Agrarministerrat hat am 12.06.2007 die neue EU-Öko-Verordnung beschlossen. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Bioland ziehen gemischte Bilanz und beurteilen die neue Verordnung als entäuschend. "Nach anderthalb Jahren zäher Verhandlungen wurden nur wenige Verbesserungen erreicht, dafür enthält die neue Verordnung ein paar schwerwiegende Fehler", so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW. Die neue EU-Öko-Verordnung gestattet beispielsweise die Verwendung von gentechnisch hergestellten Lebensmittelzusatzstoffen in Bio-Produkten, wenn diese nicht mehr in gentechnisch unveränderter Form verfügbar sind. Bio-Betriebe brauchen keine Gentechnik, jedoch klare Positionen gegenüber ihren Kunden. Zusatzstoffe als Türöffner für Gentechnik in Bio würde Vertrauen zerstören und den Prinzipien des biologischen Landbaus widersprechen, stellt Bioland-Präsident Thomas Dosch klar. Eine abschließende Beurteilung der EU-Öko-Verordnung kann allerdings erst erfolgen, wenn die dazugehörigen Durchführungsbestimmungen erlassen sind. Auf deren Ausgestaltung müsse deshalb jetzt besonderes Augenmerk gelenkt werden, so der BÖLW. Positiv bewertet wird, dass künftig auch Fischzucht und Weinherstellung mit der Verordnung geregelt werden. Bei Öko-Wein war bisher nur die Verwendung von Öko-Trauben vorgeschrieben, ohne dass der Keltereiprozess geregelt war. Die Außer-Haus-Verpflegung findet stärker als bisher Berücksichtigung. Die Kennzeichnung und Werbung für strengere Verbände- oder Markenstandards bleibt unverändert möglich.
Näheres: Pressemeldungen:
12.06.2007 BÖLW:
"Beschlüsse zur neuen EU-Öko-Verordnung bergen Risiken"
12.06.2007 Bioland:
"Bioland zieht nach 18 Monaten Verhandlung gemischte Bilanz"
12.06.2007 BMELV:
"Quantensprung für Ökolandbau in Europa"
(12.06.2007) Seit dem Jahr 2002 führt die Stiftung Ökologie & Landbau im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau Fortbildungen speziell für Öko-Berater durch. Nun hat sie erneut den Auftrag bekommen, weitere 52 Seminartage bis November 2008 zu organisieren und durchzuführen. Das Fortbildungsangebot richtet sich an landwirtschaftliche Berater, die überwiegend Öko-Betriebe zu ihren Kunden zählen. Mit der neuen Saison hat sich auch das Spektrum der Seminare erweitert: Fachberaterseminare in den Themengebieten Rinder, Schweine, Geflügel, Ackerbau, Gartenbau, Betriebswirtschaft sowie (neu) Obstbau, Naturschutz und Imkerei fokussieren auf fachliche Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und verstärkte Vernetzung. Unter dem Motto "Die Wirksamkeit der Beratung verstärken" stehen die methodischen Schulungen. Neu ist außerdem das Angebot von strategischen beziehungsweise unternehmerischen Seminaren, bei denen die Kundenorientierung im Vordergrund steht. Beratungsangebote werden auf den Prüfstand gebracht, weiterentwickelt und die Zielgruppenansprache trainiert. Mit einer vierteiligen Seminarreihe zum Thema Betriebswirtschaft und Buchführung sollen Fachberater für die Arbeit mit dem landwirtschaftlichen Buchabschluss fit gemacht werden. Deutlich mehr Anmeldungen als verfügbare Plätze zeugen von der hohen Nachfrage nach dieser Art der Beraterfortbildung. Die meisten Termine für die Seminare im Jahr 2007 sind geplant und unter http://www.soel.de/beratung/beraterfortbildung.html veröffentlicht.
Näheres: SÖL-Pressemeldung
(08.06.07) Die Jury des Nationalkomitees der "UN-Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" hat zwei Initiativen des Fachbereiches Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel als offizielle Dekadeprojekte ausgezeichnet. Ziel der für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufenen Weltdekade der Vereinten Nationen ist es, durch Bildungsmaßnahmen zur Umsetzung der Agenda 21 beizutragen und die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Ausgezeichnet werden zum einen der 2005 am Standort in Witzenhausen neu eingeführte Bachelor- und Masterstudiengang ökologische Landwirtschaft als auch das 2007 neu gestartete Kampagnenprojekt "ORGANICagriculTOUR". Diese Kampagnentour wirbt in den östlichen EU-Nachbarländern für ökologische Landwirtschaft und für internationale Vernetzung im Hochschulbereich. Prof. Dr. Jürgen Heß, Dekan des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften: "Mit der Auszeichnung wird das jahrzehntelange Engagement des Fachbereichs für eine ökologische Landwirtschaft und eine innovative Hochschulbildung gewürdigt."
Näheres: Pressemeldung (PDF 100KB), www.uni-kassel.de/agrar/, www.organic-agricultour.de
(07.06.2007) Fünf Jahre nach Verabschiedung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie haben führende Umweltverbände eine für die Bundesregierung wenig schmeichelhafte Bilanz gezogen: Die Strategie finde in der Tagespolitik wenig Berücksichtigung und die meisten Ziele seien von einer Umsetzung weit entfernt". Zu diesem Schluss kommen der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nach Auswertung des im April von der Bundesregierung vorgelegten Indikatorenberichtes 2006. Die vom Statistischen Bundesamt erarbeitete Zwischenbilanz gibt Auskunft über den Stand von 21 Zielen und Indikatoren, die die Nachhaltigkeit der Entwicklung von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft beobachten. Der Indikatorenbericht zeige, dass die Entwicklungen in den einzelnen Bereichen viel zu langsam voranschreiten, schreiben die Verbände. Der reale Energieverbrauch sei seit 1990 um gerade drei Prozent gesunken, wobei er nach Auffassung der Autoren bis spätestens 2050 halbiert werden müsste. Auch beim Artenschutz, bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Ausweitung des Öko-Landbaus liege die Regierung weit hinter den Zielmarken zurück. Positive Fortschritte gäbe es bei den erneuerbaren Energien, in dem Bereich würden die festgeschriebenen Ziele übertroffen. Die Bilanz zeige schwarz auf weiß, dass das Engagement der Bundesregierung bei weitem nicht ausreiche, betonte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Wenn die Nachhaltigkeitsstrategie nicht Maßstab der Politik insgesamt werde, könne Deutschland nicht zukunftsfähig werden.
Näheres: Newsletter vom Rat für NACHHALTIGE Entwicklung, Indikatorenbericht 2006 (PDF 1.57MB), Hintergrundpapier der Verbände zur Fünf-Jahres-Bilanz der Nachhaltigkeitsstrategie (PDF 72KB)
(05.06.2007) Als "Naturschutzhof des Monats" wird im Juni Hof Luna von Wilhelm Bertram im niedersächsischen Everode vorgestellt. Der vielseitige Demeter-Betrieb und Arche-Hof bekam eine der bundesweit neun Auszeichnungen, die am 13. Februar 2007 im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe vergeben wurden. Landschaftsgestaltung und Biotopvernetzung ist auf Hof Luna ein zentraler Bestandteil der Landbewirtschaftung. Die Anlage zahlreicher Hecken und Feldsäume, neu gepflanzte Bäume sowie die Anlage eines Feuchtbiotopes prägen die Hoflandschaft. Seit 1988 besteht der Verein "LandLeben e. V.", der die Entwicklung des Hofes unterstützt. Der Ansatz des Vereins ist es, Menschen an der Entwicklung und Pflege der Landschaft zu beteiligen. Eine weitere Besonderheit des Betriebes ist die Beteiligung an einem Projekt zum Ackerwildkrautschutz. Auf 25 Hektar Kalkscherbenacker wurde eine spezielle Bewirtschaftung entwickelt, die seltene Ackerwildkräuter wie z. B. Acker-Rittersporn oder Venuskamm fördert. Insgesamt profitieren über 30 vom Aussterben bedrohte Ackerwildkrautarten von diesem Projekt. Am 24. Juni 2007 lädt Hof Luna zu Hofführungen ein. Der Förderpreis Naturschutzhöfe zeichnet landwirtschaftliche Betriebe aus, die vorbildliche Leistungen für den Naturschutz erbringen. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau.
Näheres: Pressemeldung, www.naturschutzhoefe.de