Öko-Junglandwirte-Zukunftspreis

Im Jahr 2016 wurde erstmals der Zukunftspreis des Öko-Junglandwirte-Netzwerks vergeben. Es ist ein Preis von Junglandwirten für Junglandwirte, für den sich alle jungen Menschen aus dem Bereich des Ökolandbaus bewerben konnten.

Ausschreibung 2017

Unter dem Motto „Ökolandbau zwischen Tradition und Innovation“ wird im November zum zweiten Mal der Zukunftspreis des Öko-Junglandwirte-Netzwerkes vergeben. Mit ihm werden besonders zukunftsweisende, innovative oder herausragende Tätigkeiten, Projekte oder Initiativen ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im Rahmen der 12. Öko-Junglandwirte-Tagung in Fulda statt.

Die Zukunft des Ökolandbaus liegt in unseren Händen – und wir machen was draus! Das ist das Signal des Öko-Junglandwirte-Zukunftspreises. Einen landwirtschaftlichen Beruf zu erlernen und auszuüben, eine landwirtschaftliche Existenz aufzubauen, möglicherweise den Hof der Eltern zu übernehmen oder vielleicht sogar eine außerfamiliäre Hofübernahme zu meistern, das sind die Felder, die junge Landwirte heute beschreiten. Um diese jungen Menschen zu unterstützen und ihre Vorhaben als Leuchtturm-Beispiele aufzuzeigen, wird der Preis ausgeschrieben. Verliehen wird er für besonders herausragende und zukunftsweisende Tätigkeiten, Projekte oder Initiativen. Neben landwirtschaftlichen Kriterien wird auch soziales, politisches oder wirtschaftliches Engagement berücksichtigt.

Bewerben können sich Einzelpersonen oder Gruppen von jungen und junggebliebenen Menschen aus allen Bereichen des Ökolandbaus. Neben Junglandwirt*innen können sich natürlich auch Gärtner*innen, Imker*innen, Winzer*innen, Studierende, Auszubildende usw. bewerben. Es ist auch möglich, Dritte für den Preis vorzuschlagen.

Die Ausschreibung findet sich in der rechten Spalte, Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 01. September 2017.


Preisträger 2016

Im Rahmen der 11. Öko-Junglandwirte-Tagung wurde am 12. November 2016 erstmalig der Zukunftspreis der Öko-Junglandwirte verliehen. Als freudiger Gewinner ging der Demeter-Betrieb „Stolze Kuh“ von Janusz Hradetzky mit Familie aus Lunow-Stolzenhagen hervor. Auf dem Betrieb werden rund 30 Kühe gefährdeter Nutztierrassen auf 65 Hektar Naturschutzflächen gehalten, darunter 35 Hektar Ackerland.

Ein großes Anliegen ist den Betriebsleitern, sich „gegen Landgrabbing und für eine wesensgemäße Tierhaltung sowie das Engagement im Dorf einzusetzen“. Vor dem Hintergrund der bundesweiten Debatten um das Thema Tierwohl und zunehmendem Bewusstsein von kritischen Verbrauchern sticht die Tierhaltung des Hofes positiv heraus: Eine mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht, die Besamung im Natursprung, Aufzucht der männlichen Kälber sowie ausschließliche Fütterung mit Weidegras, Heu und wenig Getreideschrot vom eigenen Acker sind auch innerhalb des Ökolandbaus herausragend. Die Kühe werden in einem Weidemelkstand gemolken, Milch und Fleisch ohne lange Umwege ab Hof bzw. auf dem Dorfmarkt verkauft.

Der Bau einer eigenen Käserei ist geplant – diese wird maßgeblich mittels Crowdfunding finanziert. Erfahrung mit solidarischen Finanzierungsmethoden haben die Betriebsleiter, denn bereits die Kuhherde wurde mit „Kuh-Anteilen“ finanziert. Nur so war der Aufbau des Hofes aus dem Nichts möglich. Darüber hinaus engagiert sich Hradetzkys Ehefrau Anja insbesondere in der Flüchtlingsarbeit, auf politischen Veranstaltungen, im Bündnis Junge Landwirtschaft e.V. und im Oder-Jungbauer-Netzwerk. Nächstes Projekt wird die Bauernhofpädagogik sein. Ausschlaggebend für die Verleihung des Zukunftspreises war letztendlich auch die unerschütterliche Ausdauer und Kreativität bei der Umsetzung ihrer Ziele. „Wir wollen anderen Junglandwirten Mut machen, auch in ein solch kapitalintensives Geschäft einsteigen zu können – unser Low-Input-Prinzip ist eine Start-Möglichkeit und ermöglicht eine gewisse Unabhängigkeit vom System“, so Anja und Janusz.

Weitere Informationen unter www.stolzekuh.de

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