Mit Bio in die Offensive

Das Projekt bio-offensive bietet seit 2008 eine umfassende Beratungs- und Informationsmöglichkeit in Sachen Umstellung an. Anhand einer kostenfreien Erstberatung können interessierte Landwirte ermitteln, ob ihr konventioneller Betrieb für den Ökolandbau geeignet ist. Die Maßnahme wird gut angenommen.

Marktchancen des Ökolandbaus aufzeigen und dadurch Umstellungen fördern. So lautet die grundlegende Strategie, für die sich die Initiatoren der „bio-offensive“ starkmachen. Als das Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Ökologie & Landbau und des Verbandes der Landwirtschaftskammern (VLK) 2008 startete, war schon zu Beginn die Landwirtschaftliche Rentenbank als finanzieller Förderer dabei.

Die Macher der bio-offensive entwarfen vier Instrumente, mit denen sie folgende Ziele umsetzen wollen:

  • Heimischen Landwirten die "Chance Bio" aufzeigen
  • Ökolandbau in der Ausbildung landwirtschaftlicher Berufs- und Fachschulen verankern
  • Umstellungswillige Erzeuger beraten und unterstützen
  • Beratung von Verarbeitern und Händlern bei der Beschaffung von heimischen Rohwaren
  • Interessierte Landwirte und Bioabnehmer als Partner zusammenführen

Die Instrumente bedeuten im Einzelnen

Betriebs-Check

Mit dem kostenlosen Betriebs-Check überprüfen Fachleute seit 2009 schnell und unbürokratisch die Umstellungseignung des Hofes durch  einen Besuch vor Ort. Dabei nimmt der Berater zum Beispiel Haltungsbedingungen und Fruchtfolge unter die Lupe. Diese erste Orientierung führt bereits nach zwei Stunden zu konkreten Aussagen. Im Rahmen des Projektes wurden bislang knapp 2.400 Betriebschecks bundesweit durchgeführt und nachbereitet. Bei der überwiegenden Zahl von beratenen Betrieben lässt sich feststellen, dass eine Umstellung des Betriebes mit geringen Veränderungen möglich wäre. Nur in wenigen Fällen lassen die betrieblichen Gegebenheiten eine Umstellung eher nicht zu.


Berufs- und Fachschulkonzept

Auf positive Resonanz stieß das Berufs- und Fachschulkonzept. Es handelt sich hierbei um Fortbildungen für Fach- und Berufsschullehrer, die deren Informationsstand zum Thema Ökolandbau verbessern. Hintergrund dieses Angebots: Das Grundverständnis für die Biolandwirtschaft wird maßgeblich in der schulischen Ausbildung geprägt. Um bei Jugendlichen also positive Assoziationen zu fördern und den Wissensstand zu vergrößern, setzt diese Maßnahme bei der Informationsvermittlung durch das Lehrpersonal an.


Bio-Sourcing-Check

Der Bio-Sourcing-Check lanciert neue Kooperationen zwischen Erzeugern und Verarbeitern. Letztere erhalten eine Beratung, wie sie geeignete Biorohwaren aus ihrer Umgebung beschaffen können. Neben dieser Markt- und Angebotsanalyse können sich Verarbeiter und Erzeuger, die in vorbildlicher Weise kooperieren, als sogenannte Leuchtturmprojekte für eine Förderung bewerben. Seit 2012 haben knapp 40 Analysen sowie 13 Kooperationsprojekte stattgefunden.


Umstellertage

Ein weiteres neues Instrument sind die Umstellertage, die interessierten Landwirten die Scheu vor den Anforderungen des Umstellungsprozesses nehmen. Sie finden auf einem Betrieb statt, der erst vor kurzer Zeit auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt hat. Damit fördert diese Veranstaltung den direkten Erfahrungsaustausch zwischen den Bauern. Neben der Begleitung durch einen erfahrenen Ökoberater wird der Umstellertag durch die Anwesenheit von Vermarktungspartnern ergänzt. Die Landwirte werden dadurch in ihrer Entscheidungsfindung zur Umstellung auf ökologischen Landbau fundiert und kompetent begleitet. Seit Beginn der Maßnahme im Jahr 2015 haben bisher insgesamt 1505 umstellungsinteressiete Personen an den bundesweiten Umstellertagen teilgenommen.

Mehr Infos unter www.bio-offensive.de

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