Vorwerk Podemus

Auszeichnung im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe 2006

Angaben zum Betrieb

Vorwerk Podemus
Dr. Manfred Probst

Podemuser Ring 1
01156 Dresden, Sachsen
Tel: 0351-4537314
Fax: 0351-4537319
www.VorwerkPodemus.de
  • 250 Hektar LN
  • 200 Acker, 50 ha Grünland mit Streuobst, 30 ha Wald
    45 Milchkühe, 65 Rinder, 120 Mastschweine, 150 Schafe mit Nachzucht, 300 Hühner, 20 Bienenvölker
  • Familienbetrieb, Lehrlinge, Praktikanten, Hofverarbeitung und Vermarktung: ca. 17 AK insgesamt
  • Schwerpunkt: Ackerbau, Milchvieh, Mast, Direktvermarktung - Hofladen
  • Besonderheiten: eigene Schlachtstätte

Betriebsportrait

Zurück im denkmalgeschützten Vierseithof am Rande von Dresden

Ehepaar Probst
Ehepaar Probst
 
Ausblick von der Hoflage nach Dresden
Ausblick von der Hoflage nach Dresden
 

Familie Probst ist 1991, 30 Jahre nach Verlassen des elterlichen Betriebes, nach Dresden zurückgekehrt. Von der historisch strukturierten Gefildelandschaft, die eine regionale kulturlandschaftliche Besonderheit der Lößhügellandschaft darstellte, war nichts mehr übrig geblieben. Die Landschaft war ausgeräumt worden und die Schäden unübersehbar. Wildtier- und Pflanzenarten, wie Rebhühner oder Schlüsselblumen, an deren früheres Vorkommen sich Manfred Probst noch erinnern konnte, sind vielfach verschwunden. "Auch das vielgliedrige Feldwege-Netz ist aufgrund der großflächigen Landnutzung beseitigt worden", erklärt Manfred Probst. Ziel von Familie Probst ist es, auf ihrem Betrieb von 250 Hektaren die Landschaft dem traditionellen Vorbild wieder anzunähern.

Rund 3000 Meter neue Hecken und 2000 Meter Baumreihen

Nachgepflanzte Obstbäume
Nachgepflanzte Obstbäume
 
Landschaftsausschnitt, eine der letzten Frischluftschneisen Dresdens
Landschaftsausschnitt, eine der letzten Frischluftschneisen Dresdens
 

Entlang alter Wegeführungen und Grenzen wurden neue Strukturelemente wie Hecken und Baumreihen gesetzt; noch erhaltene Elemente wie Streuobstwiesen werden gepflegt und erneuert in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Dresden. Bei den Pflanzungen wurden ausschließlich heimische Sträucher eingesetzt wie Hartriegel, Pfaffenhütchen, Schneeball, Weißdorn, Mehlbeere und Vogelbeere.

Zur Schaffung dieser Landschaftsstrukturelemente stellt der Betrieb Nutzflächen zur Verfügung. Um die Pflanzungen zu finanzieren, wurden Gelder von öffentlichen Ausgleichsmaßnahmen genutzt. Darüber hinaus hat der Betrieb Flächen von alten Wegen erworben, um historische Wegeführungen wieder zu markieren mittels Baumanlagen und Blühstreifen. Alte Wirtschaftswege werden damit optisch bzw. alte Feldspazierwege auch zur Benutzung wiederhergestellt.
Ein vielseitiger Ackerbau trägt zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität bei in einem sonst von engen Fruchtfolgen geprägten Ackerbaugebiet. Die Humusmehrung durch die ökologische Bewirtschaftung macht die Flächen weniger angreifbar für Erosion. Der Anbau von Perserklee und Luzerne als Feldfutter und Sonnenblumen dient den Bienen und Wildinsekten als ergiebige Nahrungsquelle.

Reizvoller Landschaftsausschnitt für die Naherholung

Hofeinfahrt vom Vierseithof
Hofeinfahrt vom Vierseithof
 
Neu angelegte Hecke mit Verbissschutz
Neu angelegte Hecke mit Verbissschutz
 

Neben der Ermöglichung von Anpflanzungen erfüllt die Familie Probst auf weiteren Flächen wichtige Naturschutz- und Landschafspflegeaufgaben: die naturschutzgerechte Beweidung der Streuobstwiesen. Eine 45-köpfige Milchviehherde verwertet die Aufwüchse des Grünlands in einer der letzten Frischluftschneisen Dresdens. Dieser reizvolle Landschaftsausschnitt ist durchzogen von alten Weinbergsmauern, Böschungen und Streuobst. Durch das Freistellen der Steinmauern und durch die differenzierte Grünlandnutzung, bei der auch mal Säume stehen bleiben, die erst später von den Tieren abgeweidet werden, beobachtet Familie Probst wieder eine Zunahme der Arten. Ebenfalls positive Rückmeldung bekommen sie durch die Bevölkerung, die diesen Landschaftsausschnitt als Erholungsraum nutzen und dessen Pflege wertschätzen.

Durch eine mobile Koppelschafhaltung konnte die Pflege von Landschaftsschutzflächen übernommen werden, die für Landmaschinen nicht zugänglich wären. Hierzu wurden Koppelzäune gebaut sowie ein Transportfahrzeug für 50 Schafe konstruiert. Das ist in dieser Region einzigartig.

Reh, profitiert von den neuen Strukturen
Reh, profitiert von den neuen Strukturen
 
Reh
Reh
 

Mit Innovation und Tatkraft erreicht Familie Probst Kunden und Kollegen

Heute werden alle eigenen Schweine, Rinder und Schafe und darüber hinaus auch Tiere weiterer regionaler Bio-Betriebe in der neuen Hof-Fleischerei geschlachtet und zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Der täglich ganztags geöffnete große Hofladen bietet neben den Fleischwaren und Wurstspezialitäten auch Milch, Kartoffeln und Eier aus eigener Produktion sowie Brot, Gemüse, Obst und Molkereiprodukte von weiteren regionalen Bio-Betrieben und ein Naturkostsortiment für die Kunden aus Dresden und Umgebung. Der Hof ist ausgesprochen aktiv in seiner Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Regelmäßig finden Hofführungen für Schulklassen und Kindergärten statt. Jeden Juli ist der Hof Gastgeber für das "Grünen Wochenende" des Gemeindefestes der Kirchengemeinde Briesnitz mit rund 500 Besuchern. Als Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau steht der Betrieb auch für Fachkollegen offen. Familie Probst leistet mit dem, was sie durch ihre Tatkraft sichtbar auf die Beine stellen und bewirken, und durch viel Informationsverbreitung Aufklärungsarbeit und Motivation bei Kunden und Kollegen.

 
 
 
Ehepaar Probst
 
 
Ausblick von der Hoflage nach Dresden
 
 
Nachgepflanzte Obstbäume
 
 
Landschaftsausschnitt, eine der letzten Frischluftschneisen Dresdens
 
 
Hofeinfahrt vom Vierseithof
 
 
Neu angelegte Hecke mit Verbissschutz
 
 
Reh, profitiert von den neuen Strukturen
 
 
Reh