Hof Luna

Auszeichnung im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe 2006

Angaben zum Betrieb

Hof Luna
Wilhem Bertram

Im Siek 10
31085 Everode, Niedersachsen
Tel: 05184-958958
Fax: 05184-950122
  • 140 ha
  • 62 ha Acker, 65 ha Grünland, 0,8 ha Streuobst, 2 ha Obstanlage, 3,5 ha Feldgemüse, 8 ha Biotope
  • 2 AK, 2 Lehrlinge, Praktikanten und Schüler
  • 30 Milchkühe, 2 Zuchtbullen, 50 Rinder, 15 Mastschweine, 1 Muttersau, 30 Mutterschafe, 25 Hühner, 2 Leinegänse
  • Schwerpunkt: Milchvieh, Ackerbau, Ackerwildkrautschutz, Hofladen, Landschaftsgestaltung
  • Besonderheiten: LandLeben e. V., Umweltbildung, Ausbildungsbetrieb

 

24. Juni 2007: Herzliche Einladung zu Hofführungen auf Hof Luna!

 

Betriebsportrait

Hof Luna möchte Menschen an der Pflege der Landschaft beteiligen
Hof Luna in Everode liegt in einem langgestreckten Tal im Alfelder Bergland. Typisch für diese Region ist der Wechsel aus bewaldeten Höhenzügen und Tälern mit Grünland- und Ackernutzung. Wilhelm Bertram betreibt den Hof in der 7. Generation. 1987 hat er nach seinem Landwirtschaftsstudium den Hof von seinen Eltern übernommen und bewirtschaftet heute als Hofgemeinschaft rund 140 Hektar nach den biologisch-dynamischen Richtlinien. Seit 1988 besteht der Verein "LandLeben e. V.", der die Entwicklung des Hofes unterstützt. Der Ansatz des Vereins ist, Menschen an der Pflege der Landschaft zu beteiligen und ein Stück Verantwortung für unsere Erde zu übernehmen.

Säume für den Biotopverbund
Säume für den Biotopverbund
 
Blühstreifen am Ackerrand
Blühstreifen am Ackerrand
 

Arche-Hof Luna
Der Betrieb Hof Luna ist sehr vielfältig: Milchvieh, Schweine und Schafe, Ackerbau und Feldgemüse sowie Landschaftsgestaltung und -pflege.
Das Herzstück des Hofes ist die dreißigköpfige rote Milchviehherde, die im Sommer auf den hügeligen Weiden grast. Durch die Weiterzucht des vom Aussterben bedrohten Rasse "Angler alte Zuchtrichtung" leistet Hof Luna einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt dieser alten, edlen Milchviehrasse mit ihren vitalen und robusten Eigenschaften und ihrer hervorragenden Milchqualität. Als Arche-Hof widmet sich Hof Luna außerdem Zackelschafen, Ramelsloher Hühnern und seit letztem Jahr einem Paar Leinegänsen.

Landschaftsgestaltung als Aufgabe
Die aktive Gestaltung und Pflege der umliegenden Kulturlandschaft sehen Hof und Verein als eine ihrer wesentlichen Aufgaben an. Dazu gehören Biotopvernetzung, Entwicklung von Randbiotopen und eine erosionmindernde Feldeinteilung. In Eigenleistung pflanzten die Mitglieder des Vereins rund 14 Feldhecken. Äcker wurden unterteilt, um der Erosion entgegenzuwirken, sie sind durchzogen und umgeben von Wildkräutersäumen und Hecken. Die Hoflandschaft hat sich in den letzten zwanzig Jahren eindrücklich verändert. Für die Baum- und Heckenpflege werden immer freiwillige Helfer benötigt.

Wilhelm Bertram
Wilhelm Bertram
 
Ackerwildkrautschutz auf Kalkscherbenacker
Ackerwildkrautschutz auf Kalkscherbenacker
 


Blauer Feldrittersporn auf braun-weißen Scherbenäckern
Ein weiterer Naturschutzschwerpunkt des Betriebes ist der Ackerwildkrautschutz auf der Wernershöhe, einer waldfreien Hochfläche mit flachgründigem Kalkverwitterungsgestein, so genannten Scherbenäckern. Aus landwirtschaftlicher Sicht sind diese Böden von geringem Wert und drohten aus der ackerbaulichen Nutzung zu fallen. Anfang der 80er Jahre pachtete der Ornithologische Verein zu Hildesheim die Flächen an, denn die vorkommenden gefährdeten Ackerwildkräuter, wie z. B. Feldrittersporn, Kleinblütiger Frauenspiegel oder Venuskamm, sind auf Bewirtschaftung angewiesen. Wilhelm Betram übernahm 1988 die Bewirtschaftung.

Die 25 Hektar werden vorrangig mit Getreide bestellt. Organische Düngung scheidet wegen des langen Anfahrtsweges aus; lediglich Gründüngung in Form von Klee-Untersaaten und Brachestadien werden durchgeführt. Positiven Einfluss auf die Entwicklung der Ackerwildkräuter übt der späte Stoppelumbruch aus.
Wilhelm Betram entwickelte eine Fruchtfolge mit Rotklee, Hafer-Gerste, Roggen und Roggen-Wicke. Die Entwicklung der Ackerwildkrautgesellschaften sind positiv und gleichzeitig ist diese Fruchtfolge für ihn wirtschaftlich, da er Rotklee und Wicken als Saatgut vermarkten kann und die Bodenbearbeitung sehr stark reduziert hat. Die Flächen werden Jahr für Jahr von zahlreichen Botanikern besucht und kartiert. Insgesamt profitieren über 30 verschiedene Ackerwildkräuter, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, von diesem Projekt.

Die Erde heilen
Anregungen aus anderen Kulturkreisen und das alte germanische Wissen versucht Wilhelm Bertram zeitgemäß zu übersetzten und heilend für Erde, Pflanzen, Tier und Mensch anzuwenden. Somit ist der ca. 2500 Quadratmeter große Ritualplatz ein wichtiger Platz des Hofes. Vor etwa 14 Jahren wurde er oberhalb des Dorfes angelegt, um dort Erdheilungszeremonien, Meditationen und Schwitzhüttenrituale abzuhalten.

Angelegte Hecke
Angelegte Hecke
 
Impression - Kamille im Getreide
Impression - Kamille im Getreide
 

Ein Ort für viele Menschen
Durch den Verein LandLeben e. V. wurden Mehrzweckräume für Seminare, Vorträge, Ausstellungen und Workshops ausgebaut. Dabei stehen Themen wie "Veredelung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen", "Gestaltung und Erhalt von Kulturlandschaft" und "Natur- und Umweltschutz" im Mittelpunkt. Interessierten den Arbeitsalltag der bäuerlichen Landwirtschaft näher zu bringen, geschieht auf Hof Luna auch im Rahmen von Ausbildungen und Praktika. Zusätzlich besteht eine Zusammenarbeit mit einigen Umweltpädagogen.
Die Kooperation von vielen Menschen und die gute Arbeitsteilung zwischen Landwirtschaft, Hofladen, Verein und Landschaftspflege machen es möglich, diese vielseitigen Leistungen zu erbringen.

!!! Neues Naturschutzprojekt in Kooperation mit Hof Luna!!!
Altes, alleinliegendes Gut mit eigener Quelle, sieben Hektar Land (teilweise gartenbaugeeignet) im südlichen Niedersachsen. Weitere arrondierte Flächen sollen biologisch dynmamisch mit Milchvieh der Rasse "Angler alte Zuchtrichtung" bewirtschaftet werden.
Es werden noch vier weitere Menschen gesucht, die eine Gemeinschaft mit aufbauen und selbstständig tätig sein möchten. Möglichkeiten der Selbstständigkeit bestehen zum Beispiel im Handwerk, Dienstleistungsbereich, der Gastronomie, der Landwirtschaft, dem Gartenbau oder der Vermarktung. Einstiegssumme: 27.500,- Euro. Nähere Informationen unter Tel. 05184 · 958 958 oder E-Mail: design.werkstatt@gmx.de.

Milchvieh - Angler alte Zuchtrichtung
Milchvieh - Angler alte Zuchtrichtung
 
Morgenstimmung - Rinderweide
Morgenstimmung - Rinderweide
 

!! 24. Juni 2007: Herzliche Einladung zu Hofführungen auf Hof Luna


 
 
 
Säume für den Biotopverbund
 
 
Blühstreifen am Ackerrand
 
 
Wilhelm Bertram
 
 
Ackerwildkrautschutz auf Kalkscherbenacker
 
 
Angelegte Hecke
 
 
Impression - Kamille im Getreide
 
 
Milchvieh - Angler alte Zuchtrichtung
 
 
Morgenstimmung - Rinderweide