Aktuell

Organic 3.0: Strategieprozess für effiziente Ökoforschung

(24.07.2014) Aus Forschung, Forschungsförderung, Verbänden, Ministerien und Landwirtschaft haben sich mehr als 100 Akteure zur Veranstaltung des Fachforums „Zukunft des Systems Ökolandbau“ der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) getroffen. In der Einführung zeigte der Amtschef des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz aus Baden-Württemberg, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, die Herausforderungen des Ökolandbaus unter neuen Rahmenbedingungen auf. Die lebendige Diskussion in den nachfolgenden Arbeitsphasen erbrachte eine Vielfalt an Vorschlägen und innovativen Ideen, um den Ökolandbau konsequent und kreativ weiterzuentwickeln und damit nachhaltige Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt zu setzen. Gemeinsam wollen die Teilnehmer nun eine Strategie entwickeln, mit der die Forschung die langfristige Weiterentwicklung der ökologischen Lebensmittelwirtschaft effizient unterstützen kann. Auf der BioFach 2015 in Nürnberg soll der bis dahin erreichte Stand der Arbeiten vorgestellt und in einem nachfolgenden Treffen des Fachforums gemeinsam ausgerichtet werden.

Signifikante Unterschiede zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln

(17.07.2014) Der Gehalt an wichtigen Antioxidantien ist in biologisch angebauten Nutzpflanzen und daraus verarbeiteten Produkten bis zu 60 Prozent höher als in konventionellen. Das hat ein internationales Expertenteam unter Leitung der Universität Newcastle (Grossbritannien) in der bislang größten Studie ihrer Art herausgefunden. Bei seiner Auswertung von 343 Studien zu den Inhaltsstoffen von biologisch und konventionell angebauten Feldfrüchten hat das Forschungsteam festgestellt, dass der Wechsel zu einer Ernährung mit biologischem Obst, Gemüse und Getreide so viele zusätzliche Antioxidantien zur Verfügung stellen würde wie ein bis zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse täglich. Die Studie ist der umfassendste Vergleich, der je zum Nährstoffgehalt von biologischen und konventionellen Lebensmitteln durchgeführt wurde. Sie ist das Ergebnis einer neuen und innovativen Art der systematischen Literaturprüfung und Meta-Analyse.

Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Agrarpolitik

(16.07.2014) Agrarwirtschaft ist immer schon ein großes Politikum gewesen. Erst vor vergleichsweise wenigen Jahren hat der ökologische Landbau sein Mandat bekommen. Ob auf regionaler, Bundes- oder europäischer Ebene: inzwischen rückt der Ökolandbau auf politischen Agenden weiter nach oben. Denn er verknüpft aktuelle gesellschafts-, umwelt- und ernährungspolitische Fäden, was andere Bereiche nur teilweise können. Die neue Ausgabe der ÖKOLOGIE & LANDBAU beleuchtet, wie der Biolandbau gefördert wird und fragt, mit welchen Strategien die Bundesländer ihn verankern wollen. Sie analysiert Öko-Aktionspläne und erklärt, warum der Entwurf der EU-Kommission zur Revision der Ökoverordnung krankt.

Starke Abnahme der Biodiversität durch Intensivierung der Landwirtschaft

(02.07.2014) Die Biodiversität in Deutschland ist vor allem im Bereich der Agrarflächen ernsthaft bedroht. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie "Naturschutz in der Agrarlandschaft am Scheideweg - Misserfolge, Erfolge, neue Wege" analysiert die Verluste biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft am Beispiel der Pflanzen und Vögel. So haben sich beispielsweise die Bestände von 15 der 20 typischen Brutvögel in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen kontinuierlich reduziert, bei drei Arten hat sich der Bestand seit 1980 sogar mehr als halbiert. Mindestens genauso dramatisch stellt sich die Situation der Blütenpflanzen der Agrarlebensräume dar, einzelne Arten haben seit den 1950er Jahren mehr als 99 Prozent ihres Bestands eingebüßt. Als Hauptursache für die fortschreitende Abnahme der Biodiversität wird die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft ausgemacht. Die Produktionsförderung für nachwachsende Rohstoffe und die hohe Nachfrage nach Grundstoffen zur Herstellung regenerativer Energieträger wie Biokraftstoffe oder Biogas heizen den Flächenbedarf an landwirtschaftlicher Nutzfläche noch zusätzlich an und gefährden so die letzten Refugien der Biodiversität. Um den Dialog zwischen den Interessengruppen und den politischen Entscheidungsträgern im Sinne eines partnerschaftlich betriebenen Umweltschutzes zu intensivieren, wurde ein 20-Punkte-Plan den Staatssekretären Jochen Flasbarth im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, und Dr. Robert Kloos im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überreicht.

Bioanbaufläche 2013 leicht gestiegen

(27.06.2014) Die ökologisch bewirtschaftete, landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) ist im vergangenen Jahr gegenüber 2012 um gut zwei Prozent auf rund 1.056.000 Hektar gestiegen. Das geht aus den Strukturdaten für den Ökolandbau 2013 hervor, die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für das Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegt hat; sie basiert auf den Jahresmeldungen der Bundesländer über den Biolandbau. Demnach befinden sich die meisten Ökoflächen mit 214.813 Hektar in Bayern, gefolgt von Brandenburg mit 136.223 Hektar und Mecklenburg-Vorpommern mit 124.923 Hektar. Die Zahl der Biobetriebe kletterte laut Erhebung um 1,04 Prozent auf 23.271. Der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, erklärte dazu, dass die Potenziale des starken Ökoabsatzes, der 2013 um mehr als sieben Prozent habe zulegen können, in Deutschland nicht genutzt würden. "Die Vorzüge des Ökolandbaus kommen damit verstärkt dem Ausland zugute, wo man das mangelnde Flächenwachstum in Deutschland ausgleicht", sagte Prinz Löwenstein. Er kritisierte, dass die Bundesregierung die starke Nachfrage nach Biolebensmitteln nicht zum Anlass nehme, um den heimischen Ökolandbau voranzubringen. Die politischen Rahmenbedingungen müssten so gesetzt werden, dass sich deutlich mehr Bauern dauerhaft für den Ökolandbau entscheiden. Prinz Löwenstein forderte in dem Zusammenhang eine "konsistente Politik" für den Biolandbau. Dafür müsse der EU-Rahmen für die Ökoförderung von 2014 bis 2020 "voll ausgeschöpft" werden. Er verwies dabei auf Frankreich und Dänemark, wo konkrete Ziele zur Ausdehnung für einen erfolgreichen Ökolandbau gesetzt worden seien und ein ganzes Bündel an Maßnahmen auf dieses Ziel ausgerichtet worden sei.

Fach "Ökolandbau" in Hessen in Berufsschulen

(26.06.2014) Ab dem Schuljahr 2015/2016 soll das Fach "Ökolandbau" in Hessen nicht nur an den Fachschulen unterrichtet werden, sondern auch in den Berufsschulen. Ziel von Landwirtschaftsministerin Priska Hinz ist es, einen möglichst bundesweit einheitlichen Rahmenlehrplan für diesen Ausbildungsberuf zu schaffen. Dieses Thema will Hessen gemeinsam mit Baden-Württemberg im Rahmen der Kultusministerkonferenz ansprechen. In Deutschland haben sich bislang vier Fachschulen auf den ökologischen Landbau spezialisiert. Dort wird für bereits ausgebildete Landwirte eine Zusatzausbildung mit dem Schwerpunkt Ökolandbau angeboten. Sie können sich auf den Meistertitel vorbereiten oder sich in Kursen einfach weiterbilden.

Trendforscher: Bio ersetzt Auto als Statussymbol

(17.06.2014) Für den Schweizer Trendforscher David Bosshart sind Ernährung und Bio zu neuen Statussymbolen geworden. "Was früher das Auto oder das Parteibuch war, ist heute die Ernährungsweise", so Bosshart am Montag vor Journalisten in Wien. Die Ernährung definiere heute den gesellschaftlichen Platz. Die Rewe-Biomarke "Ja! Natürlich" und das Schweizer GDI Gottlieb Duttweiler Institut arbeiten bis September an einer gemeinsamen Studie zur Zukunft von biologischen Lebensmitteln. Essen und Nahrungsmittel befinden sich für den Trendforscher in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite werde Ernährung immer stärker von Wissenschaft und Technik geprägt, auf der anderen Seite steige die Sehnsucht nach lokalen Produkten und Lebensmitteln. Nahrungsmittelhersteller und Lebensmittelhändler müssten auf Trends wie Vegetarismus, Veganismus, Slow Food und "Urban Farming" sowie Regionalismus reagieren. Um als Unternehmen im Bereich Ernährung erfolgreich zu sein, sei im Zeitalter radikaler Transparenz Vertrauen die Antwort und die Hauptvoraussetzung. Es gehe darum, das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen und zu halten, meinte Bosshart. "Früher waren z.B. Kohle oder Stahl unternehmerisches Kapital, heute ist es Vertrauen", so "Ja! Natürlich"-Geschäftsführerin Martina Hörmer.

BNN und BÖLW fordern bundesweite Gentech-Anbauverbote

(12.06.2014) Der EU-Umweltministerrat hat heute grünes Licht für die Schaffung von nationalen Gentechnik-Anbauverboten gegeben. Vorhandene Defizite des Vorschlags können noch durch das EU-Parlament korrigiert werden. Im Vorfeld der Entscheidung hatten Meinrad Schmitt, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) und Jan Plagge, Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) über 100.000 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen den Gentechnikanbau wenden, an Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, übergeben. Unterstützenswerte Vorschläge für nationale Anbauverbote hat das Europäische Parlament bereits 2011 vorgelegt. Sie zielen u.a. darauf ab, dass eine unabhängige Risikoforschung ermöglicht wird und dass Anbauverbote von Staaten und Regionen ein sicheres Recht sein müssen und nicht vom guten Willen der Gentechnik-Unternehmen abhängen dürfen. Diese Forderungen hat Deutschland in Brüssel nicht durchgesetzt, sondern ist mit den jetzigen Beschlüssen den Plänen der Saatgutindustrie gefolgt.

Ackerböden durch Erosion in Gefahr

(06.06.2014) Etwa ein Drittel der deutschen Ackerfläche ist akut durch Erosion gefährdet. Das geht aus einer neuen Karte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover hervor, die einen Überblick über die Gefährdung von Ackerböden durch Starkregen und ähnliche Wettereinflüsse gibt. Insgesamt werden auf intensiv genutzten Agrarflächen in Deutschland im Schnitt bis zu 20 Tonnen Boden pro Hektar im Jahr abgetragen, wie die Behörde mitteilte. Dabei gibt es demnach vier regionale Schwerpunkte: Die Agrarflächen im niedersächsischen Berg- und Hügelland, das sächsische Hügelland mit dem Erzgebirgsvorland, die Neckar- und Tauber-Gäuplatten und das Unterbayerische Hügelland. Die Erosion sei auch verantwortlich für die Veränderungen im Wasserhaushalt der Böden - sie wird als entscheidende Ursache für immer häufiger auftretende Hochwasserereignisse angesehen. «Starkregenereignisse, wie in den vergangenen Wochen, verdeutlichen die Folgen mit ihren Überflutungen sowie den anfallenden Schlamm- und Geröllmassen und den daraus immer wieder zu beklagenden Millionenschäden», erklärt das BGR.

Bienenkundler schlagen Alarm: extrem starker Varroa-Befall bedroht Völker

(05.06.2014) Die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim in Stuttgart befürchtet, dass dieses Jahr überdurchschnittlich viele Völker durch die Varroamilbe zu Grunde gehen. Durch den milden Winter und den frühen Brutbeginn der Bienenvölker hat sich auch die Milbe in Bienenstöcken stark vermehrt. Die Forscher warnen vor epidemieähnlichen Zuständen und rufen dazu auf, die krankheitsübertragenden Parasiten sofort zu bekämpfen. Dr. Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim, erhält zurzeit alarmierende Beobachtungen aus ganz Deutschland: "Wenn die Imker nicht sofort reagieren, müssen wir in diesem Jahr mit einem erheblichen Bienensterben rechnen, das weit über das noch Akzeptable hinausgeht.“

Jetzt für's Traineeprogramm Ökolandbau bewerben

(02.06.2014) Die Stellenausschreibungen für die neue Runde im Traineeprogramm Ökolandbau sind draußen: seit 1. Juni können sich Interessierte aus unterschiedlichen Studiengängen zur Teilnahme an der Nachwuchsschmiede für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft bewerben. Die einjährige Ausbildung liefert das Handwerkszeug und eine optimale Vernetzung für zukünftige Fach- und Führungskräfte in der Biobranche.

TTIP, nein danke!

(02.06.2014) Am 22.05.2014 hat das Umweltinstitut München e.V. zusammen mit dem Bündnis „ttip unfairhandelbar“ knapp 715.000 Unterschriften gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) an die EU-Spitzenkandidaten der großen Parteien übergeben. Wie biomarkt.info berichtet, wurden diese pünktlich vor den Europawahlen so daran erinnert, dass die Bürger nicht einverstanden sind mit den derzeitigen Verhandlungen über TTIP und CETA. Karl Bär vom Umweltinstitut München erklärte: „Durch eine transatlantische Freihandelszone könnten mit krebserregenden Wachstumshormonen wie Ractopamin produzierte Fleisch- und Milchprodukte auf den Tellern in Europa landen. Dem Import von genmanipulierten Mais-, Raps- und Sojapflanzen und mit Chlor desinfiziertem Fleisch wird damit Tür und Tor geöffnet. Das wäre eine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher und das Todesurteil für die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Europa.“ Unterstützt wurde die Aktion des Umweltinstitut München e.V. von vielen weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden.