Aktuell

BNN startet Förderung ökologischer Gemüsezüchtung

(27.02.2015) Der Ausbau des Sortiments an ökologisch gezüchteten und behördlich zugelassenen samenfesten Gemüsesorten wird vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) in Zukunft finanziell gefördert. Wie der BNN auf der biofach bekannt gab, soll die frei finanzierte ökologische Gemüsezüchtung mit mindestens 470.000 Euro unterstützt werden. Das Geld solle über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 37 bereits laufenden Projekten im deutschsprachigen Raum zugutekommen und eine intensivere Bearbeitung unter dem Dach der Vereine Kultursaat e.V. und saat:gut e.V. ermöglichen. Ohne eine eigenständige ökologische Pflanzenzüchtung drohe die Abhängigkeit von Biobauern und damit auch der Naturkostverarbeiter und -händler von den großen Saatgut- und Chemiekonzernen, betonte der BNN-Vorstandsvorsitzende Meinrad Schmitt. Die Fördermittel werden laut BNN zur Hälfte von einer Initiativgruppe aus Mitgliedern und Teilnehmern des Verbandsmonitorings zur Verfügung gestellt. Ergänzt werde die Summe durch Mittel der Software-AG Stiftung.

Bayerisches Bio-Siegel kommt

(25.02.2015) Auf dem Weg zur Umsetzung eines landeseigenen Biosiegels hat das bayerische Landwirtschaftsministerium weitere Fortschritte gemacht. Wie das Münchener Agrarressort Mitte Februar mitteilte, hat die EU-Kommission in einer Vorabstimmung ihr grundsätzliches Einverständnis mit dem Zeichen zum Ausdruck gebracht. Damit sei "eine wichtige Hürde genommen", erklärte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Zeitnah werde nun das offizielle Genehmigungsverfahren eingeleitet, zu dem die konkreten Standards in den vergangenen Monaten bereits mit Erzeugern, Verarbeitern, dem Handel, Verbänden und Verbraucherorganisationen erarbeitet worden seien. Durch eine Marketingoffensive soll so die ständig wachsende Nachfrage nach Bio gezielt auf heimische Produkte gelenkt werden. Vom neuen Siegel erwartet Brunner frischen Schwung für den Absatz regionaler Bio-Produkte. Bereits im Spätsommer sollen erste Produkte mit dem Siegel in den Handel kommen.

Dreiviertel der Fairtrade-Lebensmittel sind Bio

(20.02.2015) Nach Informationen von TransFair e.V. waren im vergangenen Jahr 79 Prozent der verkauften Lebensmittel mit Fairtrade-Siegel auch gleichzeitig bio-zertifiziert. An erster Stelle stehen dem Verein zufolge unangefochten Bananen: Für 2014 trugen 98 Prozent aller fair gehandelten Bananen auch ein Biosiegel. Bedeutenden Anteil an der Gesamtheit der verkauften Fairtrade-Produkte in Deutschland mit Biosiegel hatten im vergangenen Jahr unter anderem Tee mit 80 Prozent, Kaffee mit 70 Prozent, und Trinkschokolade mit 70 Prozent. TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath betonte auf der biofach, er halte es für sinnvoll, "Bioanbau mit den ökonomischen und sozialen Kriterien von Fairtrade zu verbinden." Der Faire Handel setze Bio nicht voraus, fördere aber die Umstellung auf biologischen Anbau. Die wichtigste Zweitzertifizierung für Fairtrade-Produzenten sei demnach auch die Biozertifizierung, erklärte der Verein.

Forschung soll Wettbewerbsfähigkeit des Ökolandbaus verbessern

(18.02.2015) Will der Ökolandbau seine proklamierte Vorreiterrolle wahren und ausbauen, bedarf es einer Orientierung an Schwerpunkten für die zukünftige Entwicklung. Forschung spielt dabei eine zentrale Rolle, weswegen die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) vor einem Jahr das Fachforum "Zukunft des Systems Ökolandbau" eingerichtet hat. Vergangene Woche hat die DAFA-Impulsgruppe auf der biofach nun vier Aktionsfelder für ihre Forschungsstrategie benannt. Laut des vorgelegten Zwischenberichts geht es zunächst darum, die Wettbewerbsfähigkeit des Ökolandbaus durch eine Verbesserung der Produktionssysteme zu erhöhen. Ziele seien dabei eine nachhaltige Steigerung der Pflanzenerträge, die vorbildliche Gestaltung einer leistungsfähigen Nutztierhaltung sowie verbesserte Ressourceneffizienzen. Der jetzt vorgelegte Strategieentwurf soll im Mai im Rahmen auf einer Arbeitstagung in Berlin weiter ausgearbeitet und konkretisiert werden. Aus den Ergebnisse und der schriftlichen Stellungnahme will die Impulsgruppe einen überarbeiteten Entwurf vorlegen, über den die DAFA-Mitglieder im Dezember dieses Jahres entscheiden sollen.

Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft 2015 verliehen

(17.02.2015) Wissenschaftliche Forschung geht immer wieder an den Belangen der Praxis vorbei. Das muss nicht sein. Der Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft, der vergangene Woche auf der biofach in Nürnberg verliehen wurde, zeigt: Forschung kann von hoher Praxisrelevanz sein. Ausgezeichnet wurde Carlotta Hoffmann für ihre Bachelorarbeit, in der sie verschiedene Verfahren zur Phosphorrückgewinnung untersuchte. Lina Ostendorff bekam den Preis in der Kategorie Masterarbeit verliehen. Sie untersuchte am Beispiel der Firma Davert, wie Ökofirmen ihre Rohstoffe beziehen und die Produkte zum Kunden kommen. Einem "Durchbruch" in der Erkundung des ökologischen Marktes nannte Schweisfurth-Vorstand Professor Franz-Theo Gottwald die ausgezeichnete Dissertation von Dr. Rebecca Schröck. Thema: Die Nachfrage nach Biolebensmitteln in Deutschland: Ökonometrische Analysen zu Nachfragestruktur, Preisbildung und Produktkennzeichnung. Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde 2015 zum zweiten Mal verliehen.

Aktuelle Zahlen zum Bioweltmarkt vorgestellt

(16.02.2015) Der positive Trend der vergangenen Jahre in Sachen Bio setzt sich fort: In der jüngst auf der biofach vorgestellten Studie "The World of Organic Agriculture" wurden aktuelle Entwicklungen über Bioflächen, Produzenten und Marktzuwächse aus über 170 Ländern präsentiert. Mit 43,1 Millionen Hektar biologisch bewirtschafteter Fläche weltweit wurden Ende 2013 fast sechs Millionen Hektar mehr als im Vorjahr bewirtschaftet. Der globale Markt für Bioprodukte beziffert sich 2013 auf ca. 55 Milliarden Euro. Der größte Markt sind die Vereinigten Staaten (24,3 Milliarden Euro), gefolgt von Deutschland (7,6 Milliarden Euro) und Frankreich (4,4 Milliarden Euro). Den viertgrößten Markt weltweit bildet China, für das erstmalig offizielle Daten veröffentlicht wurden. Auch in Europa wuchs der Biomarkt im Jahr 2013 weiter und legte etwa sechs Prozent auf über 24 Milliarden Euro zu. Für die Biofläche konnte ein Zuwachs um 0,3 Millionen Hektar auf insgesamt 11,5 Millionen Hektar verzeichnet werden. Die Datensammlung zum Biolandbau in Europa wurde im Rahmen des Projekts OrganicDataNetwork durchgeführt.

„Nürnberger Erklärung“ für mehr Bio aus Europa

(10.02.2015) Im vergangenen Jahr wurden mit Biolebensmitteln und Getränken ein Marktvolumen von insgesamt 7,91 Milliarden Euro und ein Umsatzplus von 4,8 Prozent im Vergleich zu 2013 erreicht. Im Naturkostfachhandel stieg der Umsatz 2014 sogar um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bioanbauflächen wuchsen mit 2,7 Prozent wieder etwas stärker als im Vorjahr, dennoch konnte die Entwicklung der Flächen mit dem Marktwachstum nicht mithalten. Dieser aktuell positive Trend zu Bioprodukten aus einheimischer Erzeugung müsse nun durch eine kluge politische Rahmensetzung verstärkt werden, so der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, bei der Präsentation der neusten Zahlen heute im Vorfeld der Biofach. Deshalb dürfe die EU-Kommission nicht ihre Totalrevision der Ökoverordnung durchdrücken sondern müsse den Rechtsrahmen kontinuierlich weiterentwickeln. Genau dies fordern nun die Bioverbände in ihrer zum Auftakt der Biofach vogestellen "Nürnberger Erklärung". Ökolandwirte und -unternehmen auf sind dazu aufgerufen, die Erklärung unter www.mehr-bio-in-europa.eu. bis zum 25.02.2015 zu unterzeichnen.

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