Aktuell

Agrarrat: Keine Einigung zur Revision der EU-Ökoverordnung

(12.05.2015) Gestern hat der Agrarrat in Brüssel keine Einigung über einen Vorschlag der lettischen Ratspräsidentschaft zur Revision der EU-Ökoverordnung erzielt. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte in der Verhandlung deutlich gemacht, dass Deutschland keinem Kompromisspapier zustimmen könne, in dem spezifische Grenzwerte für Pestizid-Verunreinigungen vorgesehen sind. Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, kommentiert dazu:"Der Biosektor begrüßt, dass der Agrarrat keine voreiligen Beschlüsse beim europäischen Bio-Recht verabschiedet. Es ist auch dem Bundesminister zu verdanken, dass die Mitgliedsstaaten gestern in Brüssel keinen Kompromiss eingegangen sind, der Bio ausbremsen würde. Schmidt muss weiter so standhaft bleiben, um Schaden von Verbrauchern und Biosektor abzuwenden". Der BÖLW fordert die EU-Kommission auf, den Verordnungsentwurf zurück zu ziehen, da eine Einigung aufgrund der tiefen Meinungsverschiedenheit unter den Mitgliedsstaaten und auch im Hinblick auf die sich abzeichnende Position des EU-Parlaments kaum möglich erscheint. Die Entscheidung im Rat wurde auf dessen Juni-Sitzung vertagt.

klimafach: Von der Utopie zur Wirklichkeit

(07.05.2015) Vom 20.-22. Mai 2015 findet in Ludwigshafen am Rhein die klimafach, die erste internationale Fachmesse für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, statt. Über 50 Aussteller aus verschiedenen Branchen zeigen, mit welchen Strategien sie den Herausforderungen des Klimawandels begegnen. Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) stellt bei ihrem Messeauftritt den Boden in den Mittelpunkt ihres Messeauftritts. Mit zehn bis zwölf Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen ist die Landwirtschaft ein bedeutender Verursacher des Klimawandels. Nachhaltige Methoden der Landwirtschaft, insbesondere der Ökolandbau, haben enormes Potenzial im Hinblick auf Klimaschutz und Klimaanpassung. Der Boden spielt dabei als größter terrestrischer Kohlenstoffspeicher eine wichtige Rolle, wird jedoch in der Klimadebatte oft vernachlässigt. Passend zum "Internationalen Jahr des Bodens" und darüber hinaus wird die SÖL einen Großteil ihrer Aktivitäten diesem bedeutenden Thema widmen.

Neue Perspektiven für Bio-Milcherzeuger in Rheinland-Pfalz und dem Saarland

(07.05.2015) Zwölf Biobetriebe aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Belgien haben vergangene Woche neue Strukturen für die Milchabnahme geschaffen. Ab 2016 werden sie ihre rund fünf Millionen Liter Milch an die Bioland-Milcherzeugergemeinschaft der Mittelgebirgsbauern (MEG) liefern. Diese wiederum hat die Weiterverarbeitung der Biomilch mit der Gläsernen Molkerei vertraglich geregelt. Für die Landwirte bedeutet dieser Schritt eine verlässliche Vertragssituation und bessere Preise. Die Bauern hatten ihre Verträge mit der Molkerei Arla bzw. Walhorn gekündigt, weil sie durch den Wegfall der Milchquote einen Preisverfall befürchten. Auch Betriebe aus Luxemburg planen, sich den neuen Verträgen anzuschließen.

Jetzt beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2016 bewerben!

(05.05.2015) Ab sofort können engagierte Biolandwirte mit innovativen und zukunftsweisenden Betriebskonzepten ihre Ideen beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau einreichen. Gefragt sind Konzepte, die sich in der Praxis bewährt haben und den gesamten Betrieb umfassen oder bestimmte Teilbereiche abdecken. Dazu gehören unter anderem vorbildliche Lösungen im Bereich der Tierhaltung, des Natur- und Ressourcenschutzes oder im Energiemanagement. Teilnahmeberechtigt sind alle Betriebe, die seit mindestens zwei Jahren nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zertifiziert sind. Voraussetzung ist, dass der gesamte Betrieb ökologisch bewirtschaftet wird. Die Sieger erhalten ein Preisgeld von bis zu 7.500 Euro. Insgesamt steht ein Preisgeld von 22.500 Euro bereit, das eine unabhängige Jury an maximal drei Sieger vergibt. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2015.

Neue Bio-Agentur für Europa?

(28.04.2015) Der „kontrolliert biologische Anbau“ soll womöglich bald doppelt überprüft werden: Eine neue „Europäische Bio-Agentur“ könnte Betrug in der Ökobranche einen Riegel vorschieben und Biosiegeln ihre Glaubwürdigkeit zurückgeben. Dies geht aus den 350 Änderungsanträgen zur Revision der EU-Ökoverordnung hervor, die der grüne Abgeordnete Martin Häusling nun als „Berichterstatter“ im Auftrag aller Fraktionen des EU-Parlaments vorgelegt hat. Nach Ansicht von Häusling soll die EU-Bio-Agentur Verbraucher vor Betrug schützen indem sie dafür sorge, die Gesetze effizienter durchzusetzen und Betrüger abzuschrecken. Auch die Öko-Kontrollstellen in Ländern außerhalb der EU, die Bioware nach Europa exportieren, sollen von ihr überwacht werden. Die Biobranche in Deutschland lobt Häuslings Vorschläge.

USA: Fünf Prozent mehr Ökobetriebe

(27.04.2015) In den Vereinigten Staaten ist die Zahl der Biobetriebe im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf etwa 19.500 gestiegen. Seit Beginn der Zählung im Jahr 2002 hat sich die entsprechende Zahl um mehr als 250 Prozent erhöht. Da die Nachfrage anhaltend kräftig wachse, träten immer mehr Produzenten in den Markt für Ökoerzeugnisse ein, erklärte US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack. Die steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugter Ware könne insbesondere für kleinere Familienbetriebe hilfreich sein. "Je mehr verschiedene Betriebstypen und wachsende Marktsegmente wir in der amerikanischen Landwirtschaft haben, desto besser für die Wirtschaft in den ländlichen Räumen", betonte der Ressortchef. Sein Haus sehe sich deshalb in der Verpflichtung, ein stetiges Wachstum des Ökolandbaus zu gewährleisten. Aktuell finanziert das Landwirtschaftsministerium laut Vilsack den Aufbau einer modernen Datenbank über die Biobetriebe. Das neue System werde es ermöglichen, die Ökozertifizierung online zu bestätigen. Das Ministerium werde außerdem unter anderem die Marktforschung unterstützen und die internationale Verifikation des Betriebsstatus für Import- und Exportzertifikate erlauben. Der Start des Systems sei für September 2015 geplant.

Artenvielfalt schützt das Klima

(22.04.2015) Forscher des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena haben im Rahmen einer Studie erstmals belegt, dass die biologische Vielfalt der Pflanzen zu einer längerfristigen Kohlenstoffspeicherung im Boden führt, weil sie eine vielfältigere Zusammensetzung und größere Aktivität der mikrobiellen Gemeinschaft zur Folge hat. Wie die Wissenschaftler jetzt mitteilten, erhöht der Artenreichtum nicht nur die Bildung pflanzlicher Biomasse, sondern steigert auch die Aktivität und die genetische Vielfalt der Bodenmikroorganismen. Bei dem Langzeitexperiment, das die Max-Planck-Forscher gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreiben, wurden Wiesenflächen unterschiedlicher Artenvielfalt miteinander verglichen, die über neun Jahre lang gleichen Umweltbedingungen ausgesetzt waren. Die Wissenschaftler erkannten, dass artenreiche Wiesen im Gegensatz zu artenarmen den Mikroorganismen im Boden mehr Nahrung und Rohstoffe zur Verfügung stellten und gleichzeitig günstigere Umweltbedingungen boten. Diese Faktoren führten zu einer höheren genetischen Vielfalt und insbesondere zu einer gesteigerten Aktivität der mikrobiellen Gemeinschaft. Letztere habe aber wider Erwarten nicht zum verstärkten Abbau von kohlenstoffhaltiger Substanz im Boden geführt, so die Forscher. Vielmehr habe die mikrobielle Gemeinschaft dem Boden mehr Kohlenstoff hinzugefügt, weil sie mehr pflanzliche Biomasse umgewandelt habe. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass der Stoffwechsel der Mikroorganismen bei hoher Biodiversität zugunsten des Stoffaufbaus offenbar verschoben wird.

Neues Logo für Bio und Vegan

(21.04.2015) Der Verein VegOrganic will ein unabhängig kontrolliertes Gütesiegel für pflanzliche Lebensmittel in Bio-Qualität auf den Markt bringen: EcoVeg. Bis zum September 2015 sollen alle Voraussetzungen dafür geschaffen sein. Zwar gibt es die - auch im Bio-Bereich verwendeten - Vegan-Auslobungen wie das vom Vegetarierbund verliehene V-Label oder die Vegan-Blume der britischen Vegan Society. „Doch sie werden nicht transparent und unabhängig kontrolliert“, sagt Alexander Beck, Geschäftsführer der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL). Der Verein erarbeitet derzeit Richtlinien und Zertifizierungsbedingungen und will das Zeichen ab September Herstellern und Händlern als Trägerverein zur Verfügung stellen. Entscheidendes Gremium des Vereins soll ein Richtlinienausschuss sein, in dem Wissenschaftler und Verbraucher ebenso vertreten wären wie Experten der Bio-Kontrolle, des Lebensmittel- und Markenrechts und der Qualitätssicherung. Sie sollen über die Regeln und Prüfbestimmungen für die Vergabe des Siegels entscheiden.

Sieben weitere "Öko-Modellregionen" in Bayern

(21.04.2015) Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat sieben weitere bayerische Gemeindebündnisse zu "Öko-Modellregionen" ernannt. Laut Angaben des Münchener Agrarressorts sind die sieben Regionen die Gewinner einer zweiten Wettbewerbsrunde zur Modellregion, die nach dem großen Zuspruch im vergangenen Jahr ausgelobt worden war. "Die Bündnisse haben überzeugende Strategien präsentiert, wie sie Ökologie, Regionalität und Nachhaltigkeit zukunftsweisend umsetzen wollen", erklärte der CSU-Politiker. Brunner will die Urkunden am 18. Mai bei einem Festakt in seinem Haus überreichen. Gemeinsam mit den fünf Siegern der ersten Auswahlrunde gibt es damit jetzt landesweit zwölf "Öko-Modellregionen". Der Wettbewerb ist Bestandteil des Landesprogramms "BioRegio Bayern 2020", mit dem Brunner die Ökoproduktion im Freistaat voranbringen will.

Forderung nach "Agrarwende im Sinne der Honigbiene"

(20.04.2015) Verschiedene Ansätze zur Förderung der heimischen Honigbienenpopulation sind auf der Tagung "Was braucht die Honigbiene?" deutlich geworden. Die Veranstaltung wurde vom Anbauverband Demeter zusammen mit seiner Bundesfachgruppe Bienenhaltung und der Mellifera-Vereinigung Ende März in Kassel ausgerichtet. Der Vizepräsident des Deutschen Imkerbundes, Eckard Radke, forderte eine gemeinsame politische Arbeit an einer Agrarwende im Sinne der Honigbiene. Michael Olbrich - Majer von Demeter warf der heimischen Landwirtschaft vor, bislang zu bienenvergessen zu sein. Für eine stärkere Zusammenarbeit der Imker plädierte Thomas Radetzki von Mellifera. Die Demeter-Bundesfachgruppe Bienenhaltung verlangte die Weiterentwicklung der aktuellen Richtlinien für die Demeter-Bienenhaltung. Bislang stellten diese für die Probleme der Bienenhaltung keine fertige Lösung dar.

Agrarminister wollen deutschen Ökoaktionsplan

(16.04.2015) Die Mehrzahl der Agrarminister der Bundesländer haben auf ihrer letzten Konferenz die Pläne von Bundesagrarminister Christian Schmidt begrüßt, einen nationalen Ökoaktionsplan einzuführen. In den nun veröffentlichten Beschlüssen der Agrarministerkonferenz heißt es, von einem nationalen Aktionsplan erwarten sie eine deutliche Ausweitung des jährlichen Forschungsbudgets im Ökolandbau, die Weiterentwicklung des Leitfadens Tierwohl im Ökolandbau sowie eine Förderung des Angebotes an Vorleistungen für die ökologische Produktion, insbesondere regionale Futtermittel, Saatgut, Pflanzmaterial und Jungtiere. Die Länderagrarminister möchten frühzeitig bei der Entwicklung eines nationalen Ökoaktionsplans einbezogen werden und verweisen darauf, den nationalen Aktionsplan mit den von einigen Bundesländern schon vorgelegten Aktionsplänen so zu verknüpfen, dass Synergieeffekte entstehen. Zudem müsste geprüft werden, inwiefern die von Nachbarstaaten wie Frankreich, Dänemark und Österreich angebotenen Maßnahmen auf Deutschland übertragen werden können.

Demeter formiert bundesweite Beratung neu

(15.04.2015) Die deutschen Demeter-Länderorganisationen und der Demeter-Bundesverband haben im Rahmen ihrer Frühjahrstagung in Schwerin den Verein Demeter Beratung gegründet. Bislang wurde die Beratung des Ökoverbands in den Bundesländern unterschiedlich organisiert. Unter dem neuen Dach wurden die Mittel insgesamt aufgestockt und das Angebot für die Landwirte erweitert. Neben der Basisberatung werden die Demeterlandwirte nun stärker durch eine produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Fachberatung in ihrer betrieblichen Entwicklung unterstützt. Das Beraternetz könne nach Angaben des Verbands durch die neue Form bundesweit besser genutzt werden und die eigene Qualitätsarbeit fördern, beispielsweise im Hinblick auf eine Betriebsumstellung, biodynamische Präparate oder die biodynamische Züchtung bei Pflanze und Tier. Als Vorstände des neuen Vereins wurden die Geschäftsführerin von Demeter Bayern, Katrin Grünwald, und Demeter-Abteilungsleiter Michael Olbrich-Majer gewählt.

Konferenz gentechnikfreier Regionen

(15.04.2015) Vom 06. - 08. Mai findet in Berlin die Konferenz gentechnikfreier Regionen statt. Gentechnikkritische Organisationen, Wissenschaftler, Ökonomen, Unternehmen und Regionalregierungen aus ganz Europa treffen sich mit Gästen aus der ganzen Welt, um über aktuelle Herausforderungen zu sprechen und gemeinsame Zukunftsstrategien in der Landwirtschaft zu diskutieren. Schwerpunkte auf der Konferenz 2015 sind nationale Anbauverbote in den EU-Staaten, eine europäische Eiweißstrategie, TTIP und CETA, neue Gentechnikverfahren, gentechnische Verunreinigungen von Saatgut und Lebensmitteln, die Gentechnikoffensive in Afrika und neue Bewegungen in den USA. Die Konferenz wird in dieser Form zum ersten Mal durchgeführt und beinhaltet Plenarsitzungen, Vorträge und verschiedene thematische Workshops.

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Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Ökozüchtung

(09.04.2015) Der Biolandbau mit seinen besonderen Bedingungen erfordert angepasste Pflanzensorten und Tierrassen. Bisher verlässt sich die Ökobranche dabei auf die Züchtungsaktivitäten konventioneller Unternehmen. Doch die extreme Monopolbildung in der internationalen Saatgut- und Tierzuchtbranche führt vor Augen, wie wichtig es ist, eigene Züchtungsstrukturen aufzubauen, um sich von Abhängigkeiten zu befreien. In der aktuellen Ausgabe der Ökologie & Landbau wird aufgezeigt, wie sich eine eigenständige Ökopflanzenzüchtung finanzieren ließe, wie es um die Züchtung eines (rentablen) Zweinutzungshuhns steht und welche Argumente für oder gegen eine Zucht auf Hornlosigkeit bei Rindern sprechen.

Demonstrationsbetriebe für Netzwerk Ökologischer Landbau gesucht

(09.04.2015) Biobetriebe sind aufgerufen, sich bis zum 08. Mai für die Aufnahme in das Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau zu bewerben. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft erklärte, werden Biolandwirte gesucht, die auf ihrem Betrieb die Besonderheiten des ökologischen Landbaus praxisnah vorstellen möchten. Ziel des Netzwerkes sei es, das Wissen und den Austausch unter Verbrauchern und Fachleuten zu verbessern. Dafür verpflichteten sich die Mitgliedsbetriebe, mindestens vier Veranstaltungen pro Jahr anzubieten. Das könnten zum Beispiel Betriebsbesichtigungen, Feldtage oder Feste zu speziellen Themen sein. Für alle Aktionen erhielten die Betriebe eine angemessene Aufwandsentschädigung. Grundsätzlich könnten sich alle landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe bewerben, die seit mindestens zwei Jahren als ökologisch wirtschaftender Betrieb zertifiziert sind. Koordiniert wird das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

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Schmidt will Tötung von Eintagsküken beenden

(08.04.2015) Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt drückt beim angekündigten Ausstieg aus der Tötung von männlichen Eintagsküken aufs Tempo: Bis Ende 2016 werde ein Prototyp zur Geschlechtsbestimmung im Ei vorliegen. In einem Verbundforschungsprojekt der Universitäten Dresden und Leipzig wird derzeit an einer spektroskopischen Geschlechtsbestimmung im Hühnerei geforscht. Für Minister Schmidt steht außer Frage, dass die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung funktioniert. Jetzt gehe es darum, mit aller Kraft die Praxisreife voranzutreiben. Mit dem in Aussicht stehenden Gerät werde das Geschlecht im nur drei Tage bebrüteten Ei bestimmt, und die Eier könnten entsprechend automatisch sortiert werden. Die Ei-Diagnostik sei ein Innovationspfad, den die Geflügelwirtschaft beschreiten müsse, so der der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. Allein auf großtechnische Verfahren beim Selektieren von Eiern zu setzen, genüge jedoch nicht. Es müsse darüber hinaus massiv in Züchtungsforschung - wie die der Zweinutzungsrassen - investiert werden, um Lösungen für die Aufzucht und Nutzung der männlichen Tiere zu finden. Jährlich werden in Deutschland zwischen 40 bis 50 Millionen männlicher Kücken getötet.

EU-Ökoverordnung: Rücksstandsgrenzwerte weiter in der Diskussion

(07.04.2015) Die europäischen Landwirtschaftsminister sind weiter uneins, wie mit geringfügigen Rückständen nicht zugelassener Stoffe in Bioprodukten umgegangen werden soll. Beim Agrarrat Ende März in Brüssel schlossen sich unter anderem Deutschland, Finnland, Schweden, Ungarn und Frankreich einem Kompromissvorschlag von Großbritannien an: Danach sollen keine Grenzwerte festgelegt werden, ab denen ein Produkt automatisch den Biostatus verlieren würde. Vielmehr soll im Fall einer Verunreinigung geprüft werden, ob der Eintrag unvermeidlich war und ob es sich um ein einmaliges Vorkommnis oder ein wiederholtes Problem des Betriebs handelt. Erst in Abhängigkeit einer solchen Untersuchung würden eventuell Sanktionen wie die Aberkennung des Biostatus ergriffen. Tschechien, die Slowakei und andere pochten hingegen darauf, dass der Verbraucher ein rückstandsfreies Bioerzeugnis erwarte.