Aktuell

Ökolandbau schützt vor Hochwasser

(25.07.2016) Laut Umweltbundesamt speichern ökologisch bewirtschaftete Böden mehr Wasser und können vor Überschwemmungen schützen. Deshalb sollte der Ökolandbau als Strategie des Hochwasserschutzes gefördert werden. Zu diesem Schluss kommt das Positionspapier Böden als Wasserspeicher, dass die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) veröffentlicht hat. Ökologisch bewirtschaftete Böden weisen wegen ihrer signifikant höheren biologischen Aktivität doppelt so hohe Versickerungsraten auf wie konventionelle. Um diese Erkenntnis in politisches Handeln umzusetzen könnte man den ökologischen Landbau gezielt und mit ausreichenden Anreizen fördern, empfehlen die Experten. Sie machen dazu den Vorschlag, zur Kompensation urbaner Versiegelung im Einzugsgebiet die Umstellung der doppelten Fläche auf Ökologischen Landbau anzustreben.

China an vierter Stelle der globalen Biomärkte

(20.07.2016) Obwohl die Volksrepublik China schon seit geraumer Zeit viel Bio liefert lagen jahrelang keine offiziellen Daten zum Biomarkt des Landes vor. Biofläche, Produktionsmengen, aber auch der Biokonsum sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und haben, den nun vorliegenden Zahlen zufolge, China an vierte Stelle im weltweiten Ranking der Biomärkte katapultiert. Karin Heinze war in China unterwegs und sprach auf der BioFach in Shanghai mit IFOAM-Asien-Vorsitzendem Zhou Zheijang und Markus Arbenz Geschäftsführer IFOAM Organics International.

Premiere: erstmals Öko-Feldtage in Deutschland

(18.07.2016) Am 21. und 22. Juni 2017 werden die ersten bundesweiten Öko-Feldtage stattfinden, und zwar auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Universität Kassel. Firmen aus den Bereichen Landtechnik, Saatgut, Betriebsmittel etc. präsentieren ihre neuesten Produkte. Vertreter von Ausstellern, aus Handel und Politik bekommen zudem viele Foren, um sich mit Landwirten zu allen aktuellen Themen des Ökolandbaus auszutauschen. Initiiert wurden die Öko-Feldtage von der Stiftung Ökologie & Landbau, die Veranstaltung erfolgt gemeinsam mit der FiBL Projekte GmbH. Mitveranstalter sind das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Domäne Frankenhausen.

Wissenschaftstagung: Verlängerung Call for Papers

(15.07.2016) Die Abgabefrist für Beiträge zur 14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau wurde verlängert. Beiträge können noch bis zum 15. August 2016 eingereicht werden. Beiträge zum Tagungsband umfassen zwei (Poster) bzw. vier (Vorträge) Seiten. Ebenfalls können ab sofort Vorschläge bzw. Konzepte für Workshopbeiträge eingereicht werden. Die Workshops sollen dazu beitragen, die Zukunft der ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft mitzugestalten. Ziel ist, aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu vermitteln und Impulse für relevante Forschungsfragen zu liefern. Die Auswahl aus den eingereichten Vorschlägen (zwei bis vier Seiten) erfolgt nach festgelegten Kriterien.

Die entsprechenden Vorlagen sowie Zitierrichtlinien können auf der Tagungshomepage heruntergeladen werden. Zum Einreichen der Beiträge bitte die Tagungshomepage oder direkt das Onlineportal nutzen.

EU-Länder wollen Konzept des BÖLN-Trainee-Programms übernehmen

(14.07.2016) Internationale Partner des Projekts "AgriSpin" lobten das Konzept des Traineeprogramm Ökolandbau als besonders innovatives Konzept zur Förderung und Verbesserung der europäischen Landwirtschaft. "Das schaffen sonst nur internationale Großkonzerne", so Michael Kügler vom EU-Verbindungsbüro des Verbands der Landwirtschaftskammern (VLK). AgriSpin ist ein von der EU gefördertes Projekt, über das neue landwirtschaftliche Konzepte und Innovationen, die sich in der Praxis bewährt haben, weiteren EU-Partnerländern verfügbar gemacht werden sollen. Mit dem Traineeprogramm Ökolandbau fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere nachhaltige Formen der Landbewirtschaftung (BÖLN) jedes Jahr 25 Hochschulabsolventen. Diese durchlaufen in Unternehmen der Biobranche eine einjährige, berufsbegleitende Ausbildung zur Fach- oder Führungskraft. Das Programm ermöglicht den Teilnehmern, weitreichende Kontakte innerhalb der Ökobranche über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg aufzubauen.

Mehr Betriebe und größere Fläche

(13.07.2016) Der ökologische Landbau in Deutschland ist 2015 weiter stabil gewachsen. Das geht aus den Jahresmeldungen der Länder hervor. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe betrug 24.736, das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr (2014: 23.398). Die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 1.088.838 Hektar wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent (2014: 1.047.633 ha). Insgesamt betrug der Anteil der Biobetriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe im vergangenen Jahr 8,7 Prozent (2014: 8,3%), der an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche 6,5 Prozent (2014: 6,3%). Insgesamt waren 2015 im Biosektor 38.259 Erzeuger, Verarbeiter/Aufbereiter, Importeure und Handelsunternehmen tätig.

Zukunftslösungen auf der Biofach 2017

(12.07.2016) Ökologische Zukunftslösungen aus globaler und lokaler Perspektive stehen im Fokus der kommenden Biofach, die vom 15. bis 18. Februar 2017 in Nürnberg stattfindet. Nach Angaben der NürnbergMesse GmbH wird die Ökobranche "Bio" als ganzheitlichen gesellschaftlichen Entwicklungsansatz präsentieren und die Vielfalt sowie die Verantwortung in den Fokus der Schau rücken. Der Internationale Schirmherr, die Internationale Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM - Organics International), und der nationale ideelle Träger, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), gestalteten gemeinsam mit der Weltleitmesse diesen Schwerpunkt.

Dresdner Erklärung der Öko-Erzeugerverbände zum Haushaltsentwurf des BMEL 2017

(08.07.2016) Bei einer Klausur der acht deutschen Bioerzeugerverbände in Dresden verabschiedeten deren Vorsitzenden eine Erklärung zum gestern vorgelegten Haushaltsentwurf des Bundesagrarministeriums 2017. Mit größtem Unverständnis nehmen sie darin zur Kenntnis, dass der Haushaltsentwurf keinerlei zusätzliche Mittel vorsieht, um das Ziel "20 Prozent Ökolandbau" zu erreichen. Obwohl der Agraretat um 300 Millionen Euro ansteigen soll und der Bundesagrarminister seit 2014 an einer Zukunftsstrategie Ökolandbau arbeite, seien zur Umsetzung der Strategie keine Mittel eingeplant. Die Bioverbände fordern den Minister deshalb auf, die gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband aufgestellte Forderung, die Forschungsmittel für Bio auf 60 Millionen Euro zu erhöhen, umzusetzen.

Bewerbung zur Durchführung der bio-offensive Betriebschecks startet

(07.07.2016) Die bio-offensive als Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) geht in die nächste Runde. Interessierte Beratungsorganisationen und Marktpartner des Ökolandbaus können sich ab sofort für die Durchführung der Betriebschecks bewerben. Mit dem niedrigschwelligen Erstberatungsinstrument haben umstellungsinteressierte Landwirte die Möglichkeit, Chancen und Potenziale sowie Risiken und Herausforderungen einer Umstellung betriebsindividuell auszuloten. Neben der persönlichen Voraussetzung und Motivation des Betriebsleiters werden außerdem mögliche Vermarktungswege für die ökologisch erzeugten Produkte geprüft. Die bio-offensive wird unterstützt aus Fördermitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Alle notwendigen Bewerbungsunterlagen können unter www.bio-offensive.de heruntergeladen werden.

Studie zu Ökolandbau in den Tropen

(05.07.2016) Biobauern in tropischen Ländern erzielen ähnliche Erträge wie ihre konventionellen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) seit 2007 in Kenia durchführt. Das Ergebnis widerspreche dem Mythos, dass der Biolandbau für vergleichbare Erträge größere Anbauflächen benötigt, erklärte das FiBL. Nach fünf Jahren würden Biolandwirte dank der geringeren Produktionskosten und der höheren Marktpreise für Ökoerzeugnisse höhere Erträge erzielen. Nach dem sechsten Jahr ließen sich diese auf 53 Prozent beziffern. Laut FiBL hat der Bioansatz in Parallelstudien beim Baumwollanbau in Indien und der Kakaoproduktion in Bolivien zu ähnlich positiven Ergebnissen geführt.

Kein Fortschritt bei EU-Öko-Verordnung

(04.07.2016) Im Rahmen der EU-Agrarministerkonferenz in Luxemburg berichtete der Niederländische Agrarminister Van Dam vergangene Woche über den Stand der Verhandlungen zum neuen Biorecht. Dieser sei insgesamt enttäuschend, kommentiert der BÖLW. Nach über zwei Jahren Verhandlungen sei eine Einigung von EU-Agrarministern, EU-Parlament und EU-Kommission für ein neues Biorecht nicht in Sicht. Auch bei der Sicherung von Bioimporten und bei der notwendigen Verbesserung der Umsetzung der Bioregeln gebe es keinen echten Fortschritt. Konsumenten und Biobauern, -Verarbeiter und -Händler hätten immer noch keine Gewissheit, welche Regeln in Zukunft gelten, weil ein Ende der Verhandlungen nicht absehbar ist.

Expertentagung zur Zukunftsstrategie Ökolandbau

(22.06.2016) Nach dem Willen der Bundesregierung soll der Flächenanteil des Ökolandbaus in Deutschland auf 20 Prozent steigen. Bei einem nationalen Strategie-Forum am 20. und 21. Juni in Berching wertete Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt dieses Ziel als "ambitioniert, aber machbar". 2017 soll die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau (ZÖL) stehen, für die im vergangenen Jahr 150 Experten konkrete Vorschläge erarbeitet haben. Die ersten vorläufigen Ergebnisse wurden nun vorgestellt und mit rund 100 Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft kritisch erörtert. Beratung, Ausbildung, Forschung und Vermarktung wurden als zentrale Stellschrauben hervorgehoben, um noch mehr Landwirte für die Umstellung auf Biolandbau zu gewinnen.

Unternehmer wehren sich gegen Pestizidschäden

(17.06.2016) Ein Bündnis von Unternehmen aus der Biobranche fordert von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen wirksamen Schutz vor weit abgedrifteten Pestiziden. Zum von Bioland organisierten Zusammenschluss zählen Erzeuger und Hersteller wie Weleda, Herbaria, Salus und Sonnentor. In einem offenen Brief verlangen die Biounternehmen wirksame Sofortmaßnahmen gegen den Ferntransport der Herbizid-Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfocarb. Die beiden Unkrautvernichter werden über weite Strecken verfrachtet und verunreinigen die unbehandelten Ernten. Dadurch können Waren nicht mehr wie geplant oder gar nicht vermarktet werden. Den Schaden müssen die betroffenen Betriebe tragen, da bei einer weiträumigen thermischen Verfrachtung von Pflanzenschutzmitteln kein Verursacher zu ermitteln ist.

Call for Papers für 14. Wissenschaftstagung

(15.06.2016) Ab sofort können Beiträge zur Wissenschaftstagung 2017 online eingereicht werden. Beiträge zum Tagungsband umfassen zwei (Poster) bzw. vier (Vorträge) Seiten. Die Begutachtung erfolgt nach wissenschaftlicher Qualität und fachlicher Relevanz. Alle angenommenen Beiträge werden im Tagungsband veröffentlicht. Die Abgabefrist endet am 15. Juli 2016. Vom 7. bis zum 10. März 2017 findet in Freising die 14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau statt. Unter dem Motto "Ökologischen Landbau weiterdenken: Verantwortung übernehmen, Vertrauen stärken" laden die Technische Universität München, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und die Stiftung Ökologie & Landbau auf den Campus in Weihenstephan ein.

Bioanbaufläche legt um fast ein Viertel zu

(09.06.2016) Die französischen Landwirte haben im vergangenen Jahr die biologisch bewirtschaftete Fläche erheblich ausgeweitet. Das Ökoareal stieg 2015 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 1,375 Mio Hektar; das waren 5,1 Prozent der insgesamt landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die Zahl der Biolandwirte erhöhte sich gleichzeitig um neun Prozent auf 28 884. Im Ackerbau befänden sich rund 70 000 Hektar im ersten Jahr der Umstellung; im Bereich der Wiederkäuer seien es fast 140 000 Hektar an Grünflächen. Bereits Anfang März hatte die staatliche Interessenvereinigung zur Entwicklung und Förderung des Biolandbaus bekanntgegeben, dass 2015 der Umsatz mit Biolebensmitteln in Frankreich gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 5,5 Mrd Euro gestiegen sei. Für Fachleute ist ein wesentlicher Wachstumstreiber des Biomarktes die Nachfrage aus der Gastronomie.

Thüringen vergibt erstmals Biopreis

(08.06.2016) Das Erfurter Landwirtschaftsministerium hat in diesem Jahr erstmals den "Bio-Preis Thüringen" ausgelobt. Laut Angaben des Agrarressorts ist der jeweils erste Platz in den drei Kategorien "unverarbeitetes Bioprodukt", "verarbeitetes Bioprodukt" und "Konzept zur Wertevermittlung des Ökologischen Landbaus" mit einem Preisgeld in Höhe von 3 000 Euro dotiert. Ziel der Auszeichnung ist es, die regionalen Angebote in den Vordergrund zu rücken und mehr Landwirte zum Bioanbau zu ermutigen. Bewerben können sich alle zertifizierten Hersteller von Biolebensmitteln in Thüringen sowie Anbieter von touristischen Leistungen, bei denen die Werte des Ökolandbaus vermittelt werden. Bewerbungsschluss ist der 12. August. Die Gewinner sollen auf den "Grünen Tagen Thüringen" vom 16. bis 18. September in Erfurt bekanntgegeben werden.

Vorerst keine Neuzulassung von Glyphosat

(06.06.2016) Das Herbizid Glyphosat erhält vorerst keine erneute Zulassung für die EU. Für den Antrag der EU-Kommission, das Pestizid weiter zu erlauben, fand sich heute in drei Sitzungen nicht die notwendige qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten. Nun soll ein Vermittlungsausschuss eingesetzt werden.

Neuer Umsatzrekord am US-Biomarkt

(06.06.2016) Wie der Branchenverband "Organic Trade Association" (OTA) Mitte Mai in Washington mitteilte, kletterte im vergangenen Jahr gegenüber 2014 der Umsatz mit ökologisch hergestellten Lebensmitteln und anderen Bioagrarprodukten um elf Prozent auf 43,3 Mrd Dollar (38,9 Mrd Euro). Damit lag die Wachstumsrate im Biosektor deutlich über der des gesamten US-amerikanischen Lebensmittelmarktes (3 %). Im Einzelnen legten die Verkäufe von ökologischen Nahrungsmitteln im Jahresvergleich um elf Prozent auf 39,7 Mrd Dollar (35,6 Mrd Euro) und die von biologischen Nichtlebensmitteln um 13 Prozent auf 3,6 Mrd Dollar (3,2 Mrd Euro) zu.