Aktuell

BÖLW-Herbsttagung zum Thema Klimaschutz

(26.09.2016) Unter dem Motto "Agriculture please! Warum die Klimakrise nicht ohne die Landwirtschaft gelöst werden kann" steht die Herbsttagung vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die am 9. November in Berlin stattfindet. Nach der Begrüßung durch den BÖLW-Vorstandsvorsitzenden Dr. Felix Prinz zu Löwenstein und einem Grußwort von Staatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium soll diskutiert werden, wie die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion in Politikstrategien, Handelsregeln und Verträgen zum Klimaschutz integriert werden können. Außerdem wird erörtert, welche Umbaumaßnahmen für eine klimafreundliche Zukunftslandwirtschaft auf den Weg gebracht werden müssen und welchen Beitrag die ökologische Wirtschaftsweise dazu leisten kann. Eine Anmeldung ist bis zum 4. November möglich.

Bewerbung zum Forschungspreis läuft

(20.09.2016) Junge Forscher können ihre bereits verfassten Arbeiten beim Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft einreichen und werden mit einem Preisgeld von bis zu 5.000 Euro entlohnt. Die feierliche Verleihung des Preises findet auf der Leitmesse für Biolebensmittel - der BIOFACH - in Nürnberg statt. Bewerbungen können noch bis zum 15.10.2016 vorgelegt werden. Angesprochen sind Studenten und Doktoranden aller Fachgebiete. Gesucht werden Innovationen und Problemlösungen aus den Bereichen der Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung, die die Qualität von Bio-Lebensmitteln fördern; auch im Sinne der Nachhaltigkeitsaspekte wie Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Der Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft wird von der Schweisfurth-Stiftung, der Lebensbaum-Stiftung, der BIOFACH sowie der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) getragen und von zahlreichen Firmen der Branche unterstützt.

Bayer kauft Monsanto

(14.09.2016) Der umstrittene US-Konzern Monsanto hat die Übernahme durch Bayer akzeptiert. Der Dax-Konzern zahlt für Monsanto 66 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 128 Dollar pro Aktie). In Euro umgerechnet sind dies 60 Milliarden. Das teilte Bayer nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Bereits am Vortag war der Verwaltungsrat von Monsanto zusammengekommen. Der Monsanto-Kauf ist damit die bislang größte Übernahme durch einen deutschen Konzern im Ausland und macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie. Die Kartellbehörden müssen dem Mega-Geschäft noch zustimmen.

Strengere Vorschriften für Biolegehennen

(13.09.2016) In Niedersachsen gelten ab April 2017 strengere Vorschriften für die Halter von Biolegehennen. Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover am 7.9. mitteilte, müssen Bioküken und Biojunghennen dann zwingend von Elterntieren abstammen, die nach den Vorgaben des Ökolandbaus gehalten werden. In Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es solche Vorschriften bereits. Aufgrund einer Ausnahmeklausel stammten die Küken und Junghennen bisher in der Regel aus konventioneller Haltung, weil es nicht genügend Elterntiere in Ökohaltung gab. Dem Agrarressort in Hannover zufolge stammt in Deutschland fast jedes zweite Bioei aus Niedersachsen, wo mehr als 2 Millionen Ökolegehennen gehalten werden.

Norwegische Bioprodukte ohne EU-Siegel

12.09.2016 In der Europäischen Union dürfen Bioprodukte aus Norwegen vorerst nicht mit dem EU-Biosiegel ausgezeichnet und damit auch nicht als Bioware verkauft werden. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstag vergangener Woche (6.9.) gegenüber AGRA-Europe erläuterte, hatte die Behörde festgestellt, dass die derzeit geltende EU-Ökoverordnungen aus den Jahren 2007 und 2008 immer noch nicht in das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) integriert sind. Dies bedeute, dass Norwegen wie auch Island weiterhin veraltete Regeln für den ökologischen Anbau anwendeten, die innerhalb der EU nicht mehr gelten würden. Von der Lücke seien unter anderem norwegischer Lachs aus Aquakulturen und Schafe betroffen.

Öko: Je mehr, desto besser

(22.08.2016) Bessere Rahmenbedingungen für den Ökolandbau mahnen die grünen Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff und Harald Ebner an. In einem gemeinsamen Forderungspapier warnen die Abgeordneten vor einer Beeinträchtigung der Kreislaufwirtschaft durch eine Reglementierung der Lagerung und Ausbringung von Festmist in der novellierten Düngeverordnung. Bei der Revision der EU-Ökoverordnung müssten die Einführung spezifischer Grenzwerte für Ökolebensmittel verhindert und die Kontrolle der Prozessqualität erhalten bleiben. Ostendorff und Ebner bekräftigen ferner ihre Forderung nach einem bundesweiten Gentechnikgesetz für ein Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen und plädieren erneut für eine Aufstockung des Bundesprogramms Ökolandbau auf 60 Mio Euro, wie sie auch vom Deutschen Bauernverband (DBV) gefordert wird. Auch eine höhere Umschichtung von der Ersten in die Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) steht auf der Liste der Grünen-Politiker. Ihrer Auffassung nach hätten die Bundesländer durch eine Verschiebung von 15 Prozent ausreichend Finanzmittel zur Förderung des Ökolandbaus.

DBV und BÖLW gegen Sperrfristen für Festmist und Kompost

(18.08.2016) Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sind sich hinsichtlich der Novelle der Düngevorordnund einig: Festmist und Kompost sollen zeitlich unbeschränkt ausgebracht werden dürfen und die Lagerkapazitäten bei Festmist sollen nicht ausgeweitet werden. Festmist und Kompost werden häufig im Winter auf gefrorenen Boden ausgebracht, um die Böden zu schonen. Bei sachgerechter Anwendung sei keine negative Auswirkung auf das Grundwasser zu erwarten. Auch seitens der Wissenschaft werde kein Bedarf für einschränkende Regelungen gesehen, wie sie im vorliegenden Regierungsentwurf geplant seien. Generell dürften Betriebe mit geringen Nährstoffsalden, von denen keine negativen Umweltwirkungen ausgingen, nicht mit zusätzlichen Anforderungen belastet werden. Beide Seiten betonten den wichtigen Beitrag von Festmist und Kompost zur Kreislaufwirtschaft, zum Grünlanderhalt sowie zum Gewässerschutz und zur Bodenfruchtbarkeit. Mit Sperrfristen für die Ausbringung im Herbst und Winter, wie sie im Entwurf zur neuen Düngeverordnung vorgesehen seien, würden gerade die Betriebe gefährdet, die diese wasser- und bodenschützende Kreislaufwirtschaft praktizierten. Die Auswirkungen des neuen Düngerechts auf die landwirtschaftlichen Betriebe schätzen die Verbände als weitreichend ein. Sie wollen sich gemeinsam für eine zügige und praxistaugliche Neufassung des Düngerechts einsetzen.

Landwirtschaftsministerin kündigt Öko-Feldtage an

(10.08.2016) Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) kündigt offiziell die ersten bundesweiten Öko-Feldtage an. Am 21. und 22. Juni 2017 werden die Öko-Feldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Universität Kassel stattfinden. Initiiert wurden die Öko-Feldtage von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), die Veranstaltung erfolgt gemeinsam mit der FiBL Projekte GmbH, Mitveranstalter ist das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Schirmherr ist der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Neues Netzwerk Ökologischer Landbau

(08.08.2016) Akteure des Ökolandbaus in Mecklenburg-Vorpommern werden ab September 2016 noch stärker zusammenarbeiten: Dann soll unter Federführung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow das "Netzwerk Ökologischer Landbau" seine Arbeit aufnehmen. Das Land stellt dafür 555.000 Euro bereit. Im Netzwerk vertreten sind für die Verbände Bioland Ost e.V., für die Biogastronomie und -verarbeitung ländlichfein e.V., für die Beratung die LMS Agrarberatung GmbH und der Ökoring und für die Wissenschaft die LFA. Durch die Mitarbeit in einem Beirat werden weitere Einrichtungen und Unternehmen am Projekt beteiligt, darunter Biopark, Naturland, Demeter und Verbund Ökohöfe Nordost, der BUND sowie Praxisbetriebe aus Landwirtschaft und Gastronomie. Inhaltlich werden die Themen Tierhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Vermarktung und Gastronomie aufgearbeitet.

Land-Fußabdruck: EU konsumiert auf Kosten anderer

(02.08.2016) Die EU nutzt weitaus mehr Agrarfläche als ihr zusteht und lagert so Umweltfolgen und soziale Konflikte in andere Weltregionen aus. Darauf macht ein Bericht von Friends of the Earth Europe aufmerksam. Demnach benötigt die EU fast 270 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, um ihre Lebensmittelproduktion und nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken aufrechtzuerhalten. Gut 40 Prozent des Landes liegt außerhalb der EU – etwa eine Fläche so groß wie Italien und Frankreich zusammen. Das gefährdet Ökosysteme, treibt die Umwandlung von Wäldern in Plantagen voran, verursacht Landdegradation und Biodiversitätsverlust. Zudem führt der EU-Flächenbedarf zu Landgrabbing und Vertreibungen. Auf Fleisch und Milchprodukte entfallen 70 Prozent der Fläche oder 196 Millionen Hektar Land, ein Drittel davon auf den Fleischkonsum. Die Autoren des Berichts empfehlen die Entwicklung von Politiken und Anreizen, die auf eine Verringerung des Konsums landintensiver Lebensmittel oder von Produkten mit negativen Folgen für die Umwelt abzielen, insbesondere tierischer Produkte.