Aktuell

CeresAward zeichnet vorbildliche Landwirte aus

(23.01.2015) Ab sofort können sich interessierte Landwirte in Deutschland, Österreich und der Schweiz um den Titel "Landwirt des Jahres" bewerben. Wie das dlz agrarmagazin des Deutschen Landwirtschaftsverlages (dlv) als Initiator des Wettbewerbes am vergangenen Donnerstag mitteilte, wird der "CeresAward" in zwölf Kategorien ausgelobt. Aus den Bewerbungen ermitteln Jurorenteams - darunter auch wieder Dr. Uli Zerger, Vorstandsmitglied der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) - je drei Finalisten. Für die Bewertung maßgeblich sei, dass die Bewerber wirtschaftlichen Erfolg, Ideenreichtum sowie Engagement und Verantwortung über den eigenen Betrieb hinaus nachwiesen. Entscheidend für den Sieg sei auch der Eindruck, den die Juroren bei einem Besuch vor Ort gewönnen. Der Gesamtsieger erhalte 10.000 Euro für ein Projekt, welches das Ansehen der Landwirtschaft fördere. Außerdem bekämen die Sieger der einzelnen Kategorien - darunter auch "Biolandwirt des Jahres" - jeweils 1.000 Euro.

Bundespreis Ökologischer Landbau 2015 verliehen

(22.01.2015) Neue Ideen, individuelle Ansätze und erfolgreiche Konzepte - das zeichnet die Sieger des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2015 aus, die am 22. Januar von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin ausgezeichnet worden sind. Ausgezeichnet wurden die folgenden Betriebe:

Mit dem Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau werden praxisbewährte innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen ausgezeichnet. Der Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau löst den bisherigen "Förderpreis Ökologischer Landbau" ab.

Erste Internationale Messe für Klimaschutz

(22.01.2015) Vom 20.5.-22.5.2015 wird in Ludwigshafen am Rhein die erste klimafach-Messe stattfinden. Klaus Helbig und Hubert Rottner, die bereits die Naturkostmesse biofach gründeten, sind die Initiatoren dieser neuen Messe und wollen damit ein Forum schaffen für Austausch, Vernetzung und Kreativität. Unter der Schirmherrschaft von Eveline Lemke, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung von Rheinland-Pfalz soll die klimafach als Bindeglied zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Ländern sowie Verbänden und Initiativen, Visionären und Skeptikern fungieren. Begleitend zur Messe finden Konferenzen mit zahlreichen Vorträgen statt. Zudem werden interessierte Bürger und Gartenbesitzer eingeladen, das an der Messe anfallende CO2 durch eine Baumpflanzungsaktion in Ludwigshafen und Umgebung abzulösen.

Politik würdigt Bio als Zukunftsbranche

(20.01.2015) Auf dem 1. Bio-Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf der Grünen Woche in Berlin haben Spitzenpolitiker von EU und Bund vor 700 Gästen den Biosektor als Zukunftsbranche mit außergewöhnlichen Wachstumschancen gewürdigt. Diese Chancen würden jedoch aktuell durch die Pläne der EU-Kommission zur Revision der EU-Öko-Verordnung massiv gefährdet. "Wenn Biolandwirte mit der geplanten Nulltoleranz für Pestizid-Kontaminationen ihrer konventionell wirtschaftenden Nachbarn verantwortlich gemacht werden, dann wird das Öko-Recht zu einer Bio-Verhinderungsverordnung," so der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. Er rechnete vor, was ein Biogrenzwert für die Branche bedeuten würde: "Mehr als 30.000 Arbeitsplätze wären in Deutschland, weitere 200.000 im restlichen Europa gefährdet. Das kann doch niemand wollen!". Der BÖLW fordert als Spitzenverband der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft anstatt einer Totalrevision eine gezielte und problemorientierte Weiterentwicklung der bestehenden EU-Öko-Verordnung. Das bedeute vor allem, den Fokus insbesondere auf die Importregeln, auf die Verbesserung der Prozesskontrolle, auf die Produktionsregeln für die Geflügelerzeugung sowie auf die Weiterentwicklung der Regeln für die Anwendung von Zusatzstoffen und Aromen zu legen.

Demonstrationsbetriebe Tierschutz "Schweine" und "Hühner" gesucht

(20.01.2015) Vorbildliche Betriebe in der Schweine- bzw. Hühnerhaltung können sich noch bis zum 12. Februar für das Demonstrationsbetriebsnetzwerk im Bereich Tierschutz bewerben. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in der vergangenen Woche mitteilte, werden jeweils fünf Betriebe mit den Schwerpunkten "Ferkelaufzucht" und "Schweinemast" gesucht. Ebenfalls jeweils fünf Betriebe mit den Schwerpunkten "Aufzucht unkupierter Küken" und "Haltung unkupierter Legehennen" sind vorgesehen. Diese sollen sich dann über zwei Jahre als Demonstrationsbetrieb zur Verbesserung der Schweinehaltung durch eine Risikosenkung des Schwanzbeißens beteiligen. Unterstützt werden die Betriebe durch das Tierschutz-Kompetenzzentrum, das fachliche Beratung und praxisgerechte Anleitung bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen zur Risikosenkung z.B. des Schwanzbeißens biete. Dazu zählten beispielsweise die Vor-Ort-Betreuung, das Erstellen von Arbeitsplänen und die Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen auf dem Hof. Die Demonstrationsbetriebe sollen als fachliche Multiplikatoren wirken. Durch die Umsetzung von innovativen Maßnahmen und neuen Erkenntnissen im eigenen Betrieb sowie das Teilen der dabei gewonnenen Erfahrungen mit anderen Berufskollegen trügen die Betriebe zur Verbreitung von tierschutzverbessernden Maßnahmen bei.

50.000 haben unsere Agrarpolitik satt

(19.01.2015) Rund 50.000 Menschen forderten am vergangenen Wochenende den Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP. Zum fünften Mal gingen in Berlin Bauern und Verbraucher gemeinsam für eine Agrarwende auf die Straße. Das Bündnis forderte von der Bundesregierung eine klare Absage an das EU-USA-Handelsabkommen TTIP, einen wirksamen gesetzlichen Schutz der Land- und Lebensmittelwirtschaft vor der Gentechnik sowie den sofortigen Stopp des weiteren Ausbaus von Mega-Ställen. Ein Traktorenkonvoi mit über 90 Traktoren führte den Zug der Demonstranten an.

Kritischer Agrarbericht legt Schwerpunkt auf bäuerliche Landwirtschaft

(15.01.2015) Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin präsentierte das AgrarBündnis den Kritischen Agrarbericht 2015. Den Schwerpunkt des Jahrbuches bildet die Auseinandersetzung zwischen Agrarindustrie und Bäuerlichkeit. Frieder Thomas, Geschäftsführer des AgrarBündnisses, ist sich sicher, dass weite Teile der Gesellschaft eine solche Politik mittragen würden. Bäuerliche Werte lägen voll im Trend. Jan Plagge, Präsident von Bioland e.V., forderte auf der IGW-Pressekonferenz eine Trendwende für mehr heimische Bioproduktion im Jahr 2015. Das ausgegebene Ziel der Bundesregierung von 20 Prozent Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen bis 2020 sei derzeit noch weit entfernt. Kritik wurde im Bereich des Tierschutzes laut: Solange Fleisch zu Dumpingpreisen verkauft würde, fehle den Landwirten der Anreiz, höhere Tierwohlstandards umzusetzen. Um einer bäuerlichen Landwirtschaft zum Durchbruch zu verhelfen, sei es gut, die besseren Argumente zu haben; die könne man im Kritischen Agrarbericht finden, so AbL-Geschäftsführer Georg Janßen.

Jetzt auch für unterwegs: Online-Einkaufsführer für Bioprodukte

(13.01.2015) Ein Online-Einkaufsführer für Biolebensmittel in Niedersachsen ist jetzt für die Nutzung mit mobilen Geräten optimiert worden. Wie das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) am Montag vergangener Woche mitteilte, ermöglicht der Onlineauftritt ab sofort alle biozertifizierten Läden, Marktstände, Bäcker, Fleischer, Hofläden und Naturkostläden in Niedersachsen durch Nutzung internetfähiger Smartphones und Tablet-PCs zu finden. Nutzer könnten für die Suche ihre Postleitzahl oder einen beliebigen Ort angeben und die Auswahl auf bestimmte Lebensmittelangebote begrenzen. Die Ergebnisse würden dann auf einer Karte angezeigt. Durch die Verlinkung der Adressen mit den Internetseiten der Einkaufsstätten und einem Routenplaner, werde den Nutzern ermöglicht, schnell Informationen wie Öffnungszeiten und Anfahrtswege zu finden, so das KÖN.

Rheinland-Pflaz im Ökoweinbau klar führend

(12.01.2015) In Rheinland-Pfalz wird immer mehr Biowein erzeugt. Wie Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken am vergangenen Donnerstag in Mainz betonte, ist das Bundesland mit rund 4900 Hektar - etwa 70 Prozent der gesamten Ökorebfläche Deutschlands - die Nummer eins im Ökoweinbau, Tendenz steigend. Dem Mainzer Agrarressort zufolge, wurde in den vergangenen drei Jahren die Ökorebfläche im Land um 30 Prozent ausgedehnt. Die Landesregierung setze sich mit Nachdruck dafür ein, die Rahmenbedingungen für den ökologischen Anbau weiter zu verbessern, damit die Betriebe das stetig steigende Marktpotential wahrnehmen können, erklärte die Grünen-Politikerin. Eine neu vorgelegte Broschüre zum Ökoweinbau, gibt interessierten Winzern Auskunft zu rechtlichen und fachlichen Fragen im Zusammenhang mit der Umstellung. Zudem enthalte sie Kontaktdaten der Ansprechpartner und Beratungsstellen.

Norddeutsche Milchbauern gründen eigene Meierei

(09.01.2015) Biobauern aus Schleswig-Holstein und Niedersachen haben sich zusammen geschlossen und eine eigene Meierei gegründet. Unter der bekannten Marke Hamfelder Hof wird es künftig nicht mehr nur Milch zu kaufen geben, sondern auch noch Sahne, Quark und Joghurt. Für Heinz Elfenkämper-Raymann, der den eigentlichen Hamfelder Hof 1986 auf Bioproduktion umgestellt hat, geht damit ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung: dass Landwirte den Großteil der Wertschöpfungskette in Händen halten. Von den anberaumten zehn Millionen Euro für das Projekt, steuert das schleswig-holsteinische Umweltministerium aus diversen Fördertöpfen des Landes und der EU 1,8 Millionen Euro bei. Die Bauerngemeinschaft organisiert sich als GmbH & Co. KG, um im Gegensatz zur Genossenschaftsform eine größere Flexibilität bei Entscheidungen zu wahren und die Stimmrechte der einzelnen Mitglieder nach deren Kapitalanteil zu gewichten. Der Grundstein ist gelegt, im Frühjahr soll der Betrieb im Herzogtum Lauenburg eröffnet werden.

Ökologie & Landbau in neuem Design - Schwerpunktthema "Grünes Geld "

(08.01.2015) Rinder gegen Brot, Salz gegen Getreide: Bevor der Mensch das Geld erfand, tauschte er seine Waren. Erst die Einführung des Geldes als allgemeines Tauschmittel ermöglichte eine moderne, arbeitsteilige Volkswirtschaft. Auch in der Biobranche geht nichts ohne Geld: Wer seinen Betrieb weiterentwickeln möchte, braucht in der Regel Fremdkapital. Privatanleger suchen in Zeiten unsicherer und anonymer Finanzmärkte wertvolle und transparente Geldanlagen. Die neue Ausgabe der Ökologie & Landbau zeigt auf, wie beide Interessen sich finden können und welche Investitionen die Landwirtschaft der Zukunft gedeihen lassen: ob Biogenussrechte, -genossenschaften oder Solidarische Landwirtschaft – alternative Finanzierungsmöglichkeiten sind auf dem Vormarsch. Die Ökologie & Landbau präsentiert sich ab 2015 in neuem Gewand: ganz in Farbe bietet sie die Möglichkeit, Altbewährtes neu zu entdecken - wir wünschen viel Spaß beim Stöbern & Lesen!

Bodenatlas 2015 zeigt die Außmaße des globalen Flächenverbrauchs

(08.01.2015) Nachdem die Vereinten Nationen im vergangenen Jahr die bäuerliche Landwirtschaft in den Fokus der Öffentlichkeit rückten, haben sie nun das Jahr 2015 als das "Internationale Jahr des Boden" ausgerufen. Zum Auftakt dieses Jahres wird heute der "Bodenatlas 2015" - eine Gemeinschaftsarbeit des BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung - vorgestellt. Von Biodiversität über Landgrabbing bis zu Ökolandbau und Tierhaltung sind dort aktuelle Daten und Fakten zur Lage des Bodens zusammengestellt. Der Bodenatlas beleuchtet auch den globalen Flächenverbrauch. Erschreckend: Kein anderer Kontinent sei für seinen Konsum mehr auf fremdes Land angewiesen als Europa. Der Land-Fußabdruck der Europäischen Union in anderen Weltregionen beträgt demnach 640 Millionen Hektar. Das ist gut das Sechsfache der Ackerfläche der EU. Jeder EU-Bürger - an der Spitze die Deutschen - nutze im Jahr im Schnitt 1,3 Hektar Land. Das ist sechsmal so viel wie ein Einwohner in Bangladesch.

bio verlag wird Fördermitglied des BNN

(07.01.2015) Die bio verlag GmbH ist seit dem 1. Januar 2015 Fördermitglied des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. Der Verlag, der unter anderem die Magazine Schrot&Korn sowie BioHandel publiziert, ist somit das erste Fördermitglied, das der BNN in seine Reihen aufnimmt. Als Verband von Verarbeitern, Inverkehrbringern, Groß- und Einzelhändlern von ökologischen Lebensmitteln sei eine reguläre Mitgliedschaft nicht möglich, so bio verlag-Geschäftsführerin Sabine Kauffmann. „Der bio verlag ist nicht nur wichtige Instanz innerhalb der Fach- und Branchenmedien. Uns verbinden elementare Werte und Ziele, die es zu schützen und auszubauen gilt. Ich denke dabei zum Beispiel an eine ganzheitlich ökologische Wirtschaftsweise oder die stetige Kommunikation, um breite Bevölkerungsschichten auf die Attraktivität von Naturkost, Naturkosmetik und Naturwaren hinzuweisen“, begründet Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN, die Fördermitgliedschaft. Dem BNN als Fördermitglied beitreten können Organisationen, die durch ihre Geschäftsfelder und -aktivitäten die Ziele des Verbandes unterstützen.

Fünfte "Wir haben es satt!"-Demonstration fordert Agrarwende

(06.01.2015) Immer mehr Verbraucher fordern eine artgerechte Tierhaltung. Sie wollen eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, denn nur die sei fair für Erzeuger und könne langfristig die Welt ernähren. "Um dies zu erreichen, braucht es kostendeckende Preise für Bauern, die respektvoll mit den Tieren und der Umwelt umgehen. Es bedarf einer regionalen Erzeugung statt steigender Weltmarktorientierung für Lebensmittel", so Jochen Fritz, Sprecher der "Wir haben es satt!"-Demo. Die Bundesregierung setze jedoch weiterhin auf Investitionen in neue Megaställe und Großschlachthöfe. Zudem würden durch die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA die Lebensmittelstandards weiter gesenkt werden, sowie für Gentechnik und Hormon-Fleisch der Weg nach Europa geebnet. Dagegen wehren sich am am Samstag, den 17. Januar 2015, um 12 Uhr in Berlin bei der fünften "Wir haben es satt!"-Demonstration wieder zahlreiche Menschen. Es werden wie in den vergangenen Jahren zehntausende Demonstraten erwartet, die sich für eine grundlegende Agrarwende und den Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP stark machen.

Bio ist günstiger – für alle!

(05.01.2015) Der Tag des Ökologischen Landbaus auf der Grünen Woche steht unter dem Motto „Bio ist günstiger – für alle! Die wahren Kosten der Lebensmittelproduktion“. Die Fachveranstaltung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beschaftigt sich mit Fragen wie "Wie teuer sind billige Lebensmittel wirklich? Welche Art der Land- und Lebensmittelwirtschaft können wir uns zukünftig leisten? Und wie können wir erreichen, dass derjenige zahlt, der die Schäden verursacht?" Die Veranstaltung findet statt am 22.01.2015, 9.00-12.15 Uhr. Im Anschluss wird der Bundespreis Ökologischer Landbau 2015 durch den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, verliehen.

Kupfer bleibt im Ökolandbau unverzichtbar

(18.12.2014) Der Einsatz von Kupfer bleibt im Ökolandbau unverzichtbar. Die Aufwandmengen können aber nahezu in allen Kulturen niedrig gehalten werden. Um den Kupfereinsatz dauerhaft zu verringern, ist jedoch unter anderem die rasche Wiederzulassung bewährter Präparate wünschenswert, die in Kombination mit Kupfermitteln eingesetzt werden können. Dieses Fazit haben Wissenschaftler und Berater beim Fachgespräch "Kupfer als Pflanzenschutzmittel" gezogen, das Ende November vom Julius-Kühn-Institut (JKI) und vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin durchgeführt wurde. Im Fokus standen die Ergebnisse der Kupferminimierungsstrategie, auf die sich ökologische und konventionelle Anbauverbände in Absprache mit der Politik geeinigt haben. Ziel ist es, die eingesetzten Kupfermengen durch praxisnahe Forschung konsequent zu reduzieren. Sowohl im Kartoffelanbau, als auch im Bereich der Sonderkulturen Wein und Obst lässt sich verschiedenen Stimmen nach eine positive Zwischenbilanz ziehen: Im Schnitt sei eine Reduktion des Kupfereinsatzes entsprechend der Zielvorgaben realistisch. Um jedoch nach wie vor auf witterungsbedingten Pilzdruck flexibel reagieren zu können, wurde der Wunsch nach einem auf mehrere Jahre angelegtes Kupferkonto laut.

IFOAM und bioC erstellen globales Biozertifikatverzeichnis

(17.12.2014) In Kooperation mit der Internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM) hat die bioC GmbH verangene Woche beschlossen, ein globales Verzeichnis von Biozertifikaten aufbauen. Das Verzeichnis erlaube Nutzern den Echtzeitzugang zu Biozertifikaten, die von Zertifizierungsstellen als authentisch bestätigt wurden. Mit Hilfe des Systems könne Betrug durch Fälschungen verhindert werden. Gleichzeitig verfolgten die Kooperationspartner das Ziel, Zertifizierungsprozesse zu rationalisieren und die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Zertifikaten weltweit zu erhöhen. Derzeit seien bereits mehr als 60 000 Zertifikate online verfügbar. Durch Hinzunahme weiterer Länder und Zertifizierungsstellen im Verzeichnis werde dieses kontinuierlich erweitert mit dem Ziel, gesicherte Zertifizierungsinformationen sowie die effiziente Möglichkeit der Statusverifizierung von Lieferanten weltweit verfügbar zu machen. IFOAM sieht dieses Projekt als Meilenstein für die Bio-Bewegung und legt allen Zertifizierungsstellen, Produzenten, Händlern und Ländern nahe, sich ebenfalls zu beteiligen.

EU-Öko-Verordnung: EU-Rat gibt Startschuss für Weiterentwicklung

(16.12.2014) In seiner gestrigen Sitzung hat der EU-Agrarrat ein unverbindliches Orientierungspapier zum Vorschlag der EU-Kommission zur Revision der EU-Öko-Verordnung befürwortet. Für Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), ist der Verordnungsvorschlag im Rat damit durchgefallen. Mit ihrer Ablehnung würden Europas Landwirtschaftsminister in dasselbe Horn stoßen, das auch von Bundesrat, Bundestag, Regierungsfraktionen und der gesamten deutschen Biobranche geblasen wird. Für Agrarkommissar Phil Hogan gebiete es nun die Vernunft, den Kommissionsvorschlag schnellstmöglich zurückzuziehen, den er selbst zu Beginn der Ratssitzung als unannehmbar bezeichnet hat. Hogan könne dann einen Entwurf vorlegen, in dem die bewährte Rechtsgrundlage der bestehenden EU-Öko-Verordnung weiterentwickelt werde.

Experten fordern mehr Innovation und vielfältige Ansätze
für eine 100-Prozent-Biofütterung

(09.12.2014) Ende November fand in Fulda eine Fachtagung zum Thema 100-Prozent-Biofütterung von Schweinen und Geflügel statt. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Vorhabens sei ein "Strauß an Maßnahmen" erforderlich, so der Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P). Es wurde darauf hingewiesen, dass Biofuttermittel von 2018 an keine konventionellen Komponenten mehr enthalten dürften. Da Maiskleber und Kartoffeleiweiß als hochwertige Eiweißträger in Bioqualität nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stünden, seien Alternativen für die Fütterung von Monogastriern gefragt, erklärte der VÖP. Lösungswege hierzu gebe es beispielsweise im Anbau heimischer Körnerleguminosen und Soja. Auch hinsichtlich der Gestaltung von Futterrationen gebe es Ansätze. Je vielseitiger eine Ration gestaltet ist, desto lieber fressen die Tiere das Futter. Dr. Thomas Willke vom Thünen-Institut (TI) für Agrartechnologie zufolge geht es für Biolandwirte vor allem darum, die geringen Gehalte der Aminosäure Methionin in den meisten Futtermitteln zu kompensieren. Das durch Fermentationsprozesse gewonnene Bakterieneiweiß könnte mit seinen besonders günstigen Aminosäuremustern ein Baustein sein, um Imbalancen in den Rationen auszugleichen. Ende des Jahres soll ein Dossier zu den Perspektiven der 100-Prozent-Biofütterung veröffentlicht werden, das dann auch online eingesehen werden kann.

Studie: Folgen des Fleischkonsums fürs Klima müssen ins Bewusstsein rücken

(05.12.2014) Eine Reduzierung des weltweiten Fleischkonsums ist notwendig, um die globale Erwärmung zu stoppen. Doch mangelndes Bewusstsein für die Emissionen aus der Tierhaltung könnte den Kampf gegen den Klimawandel behindern, warnt ein neuer Bericht des britischen Thinktank Chatham House. Die Viehwirtschaft verursacht mehr Emissionen als der gesamte Transportsektor - welchen jedoch einer Umfrage in 12 Ländern zufolge 64 Prozent der Befragten für den Hauptklimasünder hielten. Nur 29 Prozent betrachten dagegen die Tierhaltung als wichtigste Emissionsquelle. Dennoch verfolgen Regierungen und Umweltorganisationen nur zögerlich Maßnahmen zur Änderung des Konsumverhaltens, da sie Angst vor einer Gegenreaktion der Verbraucher haben, so die Analyse. Das größte Potenzial zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten sei in den Schwellenländern vorhanden: Vor allem Befragte in Brasilien, China und Indien zeigten Verständnis für den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Klimawandel und signalisierten eine höhere Bereitschaft, ihr Verhalten anzupassen, als Verbraucher in den USA oder Großbritannien. Dies sei ermutigend, da gerade diese Länder künftig die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten bestimmen werden.

Bündnis 90/Die Grünen für Neuausrichtung der Landwirtschaft

(04.12.2014) Die Grünen streben eine grundlegende Wende in der Agrarpolitik an. Man wolle "weg von der Exportorientierung, hin zu einer auf Qualität, Vielfältigkeit und lokale Erzeugung ausgerichteten Landwirtschaft". Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen und die Natur, wie es in einem vergangene Woche veröffentlichten Beschluss heißt. Ein besonderes Augenmerk legt Bündnis 90/Die Grünen auf eine Neuausrichtung der Tierhaltung. Man wolle "alle Subventionen und Ausnahmen für die Massentierhaltung streichen". Stärker unterwerfen will die Partei die Landwirtschaft der Klimagesetzgebung. Ziel sei eine "postfossile" Landwirtschaft, "die in möglichst geschlossenen Kreisläufen arbeitet, energieaufwendige Transporte minimiert und vorrangig mit regional verfügbaren natürlichen Ressourcen wirtschaftet ". Umbauen wollen die Grünen außerdem die europäische Förderpolitik. Anstatt die großen Betriebe nach dem Gießkannenprinzip zu begünstigen, müsse man dem Strukturwandel entgegenwirken, um die Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten.

Schwedische Forscher wollen Hühner mit Termiten füttern

(03.12.2014) Mit speziell für die Tierfütterung gezüchteten Termiten wollen schwedische Forscher vom Institut für Agrar- und Umweltingenieurwissenschaften (JTI) in Uppsala den Proteinbedarf von Nutztieren decken. Auf diese Weise soll die Abhängigkeit des skandinavischen Landes von Importeiweiß gesenkt werden. Nach Angaben von AgraEurope sollen die Insekten im Rahmen des Vorhabens auf Lignozellulose aus Forstabfällen kultiviert und als eiweißreiches Futter an Masthühner und Legehennen verfüttert werden. Die Erzeugung von Hühnerfutter aus Insekten auf der Grundlage von Holz ist nicht die erste innovative Idee der Forscher aus Uppsala. Laut JTI untersuchen sie in dem Projekt "Wood2Food" auch die Zucht von Pilzen auf Holzresten, die als Futter in der Fischzucht verwendet werden sollen.

Karl-Werner Kieffer-Preis für Albert Fink

(01.12.2014) Mit einem Festakt im historischen Hambacher Schloss wurde Albert Fink, Mitgründer der GLS Bank am vergangenen Samstag von der Stiftung für Ökologie & Landbau für seine Verdienste um den ökologischen Landbau mit dem Karl-Werner-Kieffer-Preis geehrt. Seine Begrüßungsansprache vor knapp 200 Gästen begann Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz, mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupery: "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen." Damit beschrieb er treffend die Leistungen Albert Finks: Als Mitgründer der Bochumer GLS-Treuhand und GLS Bank hatte Fink durch seinen Einsatz für neuartige Finanzierungsformen zahllosen Biolandwirten zu einer Existenz verholfen und dem Ökolandbau neue Impulse gegeben. Bis heute sorgen eigene landwirtschaftliche Fonds bei der Bochumer Treuhand und GLS Bank dafür, dass Boden zu günstigen Bedingungen für eine biologische Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt werden kann.