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Schüleraufenthalte und Erwachsenenbildung auf dem Seminarbauernhof
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Wir bieten vier große Schwerpunktthemen, die mit größeren
oder kleineren Änderungen das ganze Jahr angeboten werden können.
Die Mitarbeiter des Hofes leiten diese Bereiche an, so daß die Lehrer
kein Vorwissen mitbringen müssen. Schön ist es, wenn die Lehrer
ihre Schüler bei ihren Tätigkeiten begleiten, denn auch für
die Lehrer gibt es bei uns viel Neues zu lernen. Die Nachbereitung im Unterricht
kann dann bedeutend effektiver sein.
Die "Feld/Garten/Tiere"-Gruppe hat sehr vielfältige
Tätigkeiten zu bearbeiten. Diese variieren je nach Jahreszeit am stärksten
von allen Themen.
An oberster Stelle steht immer die Versorgung aller Tiere. Wenn die Tiere
im Stall sind, also in den Wintermonaten von November bis April, bekommen
sie morgens und abends ihr Futter und werden regelmäßig gemistet,
damit sie sich wohlfühlen. Dabei bleibt immer genügend Zeit, die
Tiere kennen zu lernen und zu beobachten. Die Hühner können tagsüber
in ihrem Gehege scharren und sandbaden.
Im Sommer werden die Tiere auf der Weide besucht, bekommen frisches Wasser
und die Zäune werden kontrolliert. Danach kann Arbeit im Garten anstehen
wie pflanzen, gießen, Unkraut jäten und ernten. Auf dem Acker sind
die Kinder dabei, wenn die Kartoffeln gelegt, gehäufelt und geerntet
werden. Viele Aufgaben können wir gemeinsam mit Emma, unserem Arbeitspferd,
machen, und dann machen diese Arbeiten noch mal so viel Spaß.
Große Aktionen wie die Heuernte, Äpfelsammeln und die Kartoffelernte
finden oft am Nachmittag mit allen Gruppen statt. Das ist dann immer ein besonderes
Erlebnis.
Die Radieschen werden begutachtet. In der Milchküche wurde aus Milch Sahne gemacht - ganz schön anstrengend.
Der Themenschwerpunkt "Melken und Milchverarbeitung" gibt
den Kindern die Gelegenheit, unsere Tiere selbst mit der Hand zu melken. Von
Mai bis in den Oktober hinein melken wir unsere Ziegen; in den Wintermonaten
werden die Kühe gemolken. Das Melken und Pflegen der Tiere fasziniert
die Kinder sehr.
Die Ziegen stehen im Sommer auf der Koppel und werden jeden Morgen und jeden
Nachmittag gemeinsam mit den Schülern an den Hof geholt. Hier haben wir
zwei Melkstände eingerichtet, auf denen die Tiere sehr komfortabel gemolken
werden, während sie eine große Portion gequetschtes Getreide fressen.
Nach dem Melken führen wir die Tiere zurück auf ihre Weideplätze.
Somit sind sie Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, draußen.
Die Kühe werden während der Stallsaison von November bis Anfang
Mai gemolken. Andere Schüler können in dieser Zeit die Boxen misten
und sie mit frischem Stroh ausstreuen. Gerne striegeln die Kinder die Tiere
nach dem Melken.
Im zweiten Teil des Vormittags steht die Milchverarbeitung an. Die Schüler
pasteurisieren zuerst die frische Milch und verarbeiten sie dann je nach Bedarf
zu Trinkmilch, Sahne, Butter, Joghurt, Quark und Frischkäse. Diese Produkte
kommen bei allen Mahlzeiten auf den Schülertisch. Entgegen einiger Befürchtungen
von Lehrern trinken Kinder sehr gerne Ziegenmilch und essen auch gerne die
daraus gemachten Lebensmittel. Das Vorurteil, das Ziegenmilch stinkt, können
wir und unsere Schüler nicht bestätigen, was vor allem daran liegt,
daß unsere Ziegen während der gesamten Melksaison im freien Gelände
stehen und somit "gut durchlüftet" sind.
Schüler bringen die Ziegen nach dem Melken zurück auf ihre Koppel.
"Rund ums Essen" - so der Titel unserer dritten Gruppe
beschäftigt sich vor allem mit der Zubereitung des Mittagessens aus Hofprodukten
und zugekauften Öko-Lebensmitteln. Dabei achten wir darauf, daß
haupsächlich die Lebensmittel der Saison verwendet werden, um den Schülern
den Zusammenhang zwischen Ernte und Essen wieder nahe zu bringen. So ernten
die Schüler auch im Garten oder dem Acker selbst Salat, Radieschen, Kartoffeln
und vieles mehr, die dann gleich verarbeitet werden oder als Wintervorrat
eingelagert werden. Reste von Karotten und Salat, die wir nicht essen wollen,
bekommen Ziegen und Hühner, die sich sehr über unsere Reste freuen.
Das Thema Schlachten wird hier nicht ausgespart, auch wenn es auf dem Bio-Bauernhof
mit unserer artgerechten Tierhaltung nicht jeden Tag Fleisch oder Wurst geben
kann. Diese Zusammenhänge werden den Schülern in der Diskussion
schnell klar. Allerdings schlachten wir nicht zusammen mit Schülern unsere
Tiere.
Wir stellen immer wieder fest, daß die Schüler sehr gerne kochen
und sehr viel Spaß haben, selbst zu entscheiden, welche Salatsauce sie
zubereiten und wie das Essen abgeschmeckt wird. Bei uns haben sie die Möglichkeit,
alles selbst zu tun und zu lernen, und wenn die Küche danach einen Großputz
braucht, wird auch das gemeinsam geschafft.
Auf Essensbesonderheiten wie Allergien, vegetarisches Essen und Verzicht auf
Schweinefleisch können wir weitgehend eingehen, was im Einzelfall aber
auch bedeuten kann, daß die moslimischen Kinder auf Fleisch verzichten.
Auch den Jungs macht die Arbeit in der Küche und Backstube ganz viel Spaß.
In der Backstube lernen die Schüler vieles rund ums "Getreide
verarbeiten". Wir backen gemeinsam Brot, Brötchen und Kuchen.
Aus den eigenen Getreidearten Weizen, Dinkel und Roggen werden Hefe- und Sauerteigbrote
gebacken. Dabei ist es meist möglich, daß jeder Schüler allein
oder zu zweit sein eigenes Brot vom Getreide abwiegen, über mahlen in
der Getreidemühle, kneten und mit leckeren Saaten verfeinern selbst in
der Hand hat, so daß er am Ende mit Stolz sein eigenes Brot den Mitschülern
präsentieren kann. Beim Brötchenbacken sind die Kinder oft richtig
kreativ und formen und verzieren die Brötchen nach eigenen Ideen. Natürlich
gibt es auch regelmäßig Kuchen, meist mit Obst der Saison oder
leckere Waffeln. Danach ist beim gemeinsamen Spülen viel Zeit für
kleine Geschichten zur Bedeutung des Getreides für unsere Ernährung
und Fragen.
Getreide ist natürlich auch Tierfutter. So besuchen wir auch unsere Ziegen,
um zu zeigen, daß sie sich über gequetschtes Getreide oder trockenes
Brot so sehr freuen wie wir uns über Bonbons. Und ein Besuch auf dem
Getreideacker bietet sich vom Frühjahr bis zur Ernte an.
Die Kleingruppen rotieren durch die einzelnen Schwerpunktthemen, so daß
die Schüler nach vier Tagen alle Bereiche einmal kennengelernt haben.
Ein Beispiel für einen Fünf-Tages-Aufenthalt
erläutert diese Rotation gut.
Weitere Informationen: