das Gras wird getrocknet

Schüleraufenthalte und Erwachsenenbildung auf dem Seminarbauernhof

Der Aufenthalt

Wir empfehlen eine Aufenthaltsdauer von fünf Tagen. Unsere inzwischen vierjährige Erfahrung zeigt uns, daß längere Aufenthalte in vielerlei Hinsicht sehr sinnvoll sind. Zum einen haben die Schüler tatsächlich Gelegenheit, den Bauernhof als "ihren" Bauernhof wahrzunehmen und für die Tiere und Pflanzen Verantwortung zu entwickeln und zu tragen. Daneben haben sie bei einigen Tätigkeiten mehr als einmal die Möglichkeit, bestimmte Fähigkeiten zu erlernen und auszuüben. Beim zweiten Melken klappt es schon viel besser, und das Erlebnis und die Erfahrungen vertiefen und verfestigen sich. Nach zwei bis drei Tagen kehrt oft Ruhe in die Gruppe ein, weil ein wirkliches "Ankommen" auf dem Hof stattgefunden hat. Die Umgebung und die Arbeit sind vertraut und selbstverständlich geworden.
Viele Lehrer haben uns berichtet, daß Schüler nach ihrem Aufenthalt viel ruhiger und ausgeglichener zu Hause ankommen, was nicht allein an den kurzen Nächten liegt. Und im Sozialgefüge der Klasse und der Schüler tut sich oft für die begleitenden Lehrer erstaunliches: So spielen Kinder miteinander, die in der Schule kaum Kontakt miteinander haben, und viele lernen hier ihre Mitschüler erst richtig kennen. Schüler, die in der Schule etwas außerhalb des Sozialgefüges stehen, werden integriert, weil die anderen merken, daß dieses Kind auch seine Stärken hat. Häufig profitieren Schüler und Lehrer noch lange nach ihrem Aufenthalt von diesen neuen Erfahrungen.
Aufgrund dieser vielfältigen Erfahrungen haben wir uns bereits vor zwei Jahren entschieden, keine Zwei-Tages-Aufenthalte mehr anzubieten. Jetzt sind wir dabei, auch die Drei-Tages-Aufenthalte aus dem Programm zu nehmen und nur noch in Ausnahmefällen anzubieten. Wir wissen, daß viele Grundschüler in der Regel nur drei Tage auf Klassenfahrt gehen. Gute Argumente überzeugen jedoch die meisten Schulleiter und Eltern. In diesem Zusammenhang wird immer wieder die Kostenfrage angesprochen. Da wir inzwischen einen langen Vorlauf von ca. anderthalb bis zwei Jahren haben von der Anmeldung bis zum Aufenthalt, können hier verschiedene Möglichkeiten ausgschöpft werden von Kuchen-Basar bis Ansparen in kleinen Raten.
Gerne nehmen wir auch Schulklassen, die länger bleiben und somit auch das Wochenende auf dem Bauernof erleben.

die Schüler legen Kartoffeln die Kinder schneiden Bretter für den Gartenzaun

Bei allen Arbeiten sind die Kinder dabei, wie hier beim Kartoffellegen oder Zuschneiden der Bretter für den Gartenzaun.

Am Anreisetag ist eine Ankunft gegen 09:00 Uhr ideal. So können alle erst einmal ihre Zimmer beziehen und sich dann gemeinsam mit den Mitarbeitern des Hofes zur Begrüßung und zu ersten Erläuterungen der Hofregeln im Aufenthaltsraum des Schülertraktes treffen. Bei einem gemeinsamen Hofrundgang lernen die Schüler die Tiere und Räumlichkeiten auf dem Hof kennen.
Anschließend beginnt gleich am Anreisetag die erste praktische Arbeitseinheit. Der Lehrer teilt seine Schüler bereits vor Aufenthaltbeginn in vier Kleingruppen ein; bei großen Klassen ergibt sich eine maximale Schülerzahl von acht Kindern. In einer Gruppenstärke von vier bis acht Kindern können wir gut mit Kindern praktisch arbeiten. Wir haben die Arbeit in vier Themenschwerpunkte aufgeteilt: Melken und Milchverarbeitung, Feld/Garten/Tiere, Rund ums Essen und Getreide verarbeiten.
Ausführliche Informationen haben wir unter "Lernangebote" für Sie zusammengestellt.

Emma, unser Arbeitspferd, mit Kindern

Emma läßt sich gerne von den Schülern nach getaner Arbeit striegeln.

Wir betreuen die Kleingruppen von 08:30 bis 12:30 Uhr mit 30 Minuten Pause und von 17:00 bis ca. 18:00 Uhr in den Abendrunden. In den Wintermonaten wird die Abendrunde je nach Helligkeit vorgezogen. Bei der Heuernte und anderen Arbeiten binden wir auch nachmittags die Schüler in unsere Tätigkeiten ein.
Frühstück und Abendessen bereitet die Gruppe selbstständig mit ihren Betreuern zu. Die benötigten Lebensmittel werden von uns zur Vergügung gestellt. Das Mittagessen wird von uns im Rahmen einer Kleingruppe angeleitet und beginnt um 12:30 Uhr, wenn sich alle Gruppen nach getaner Arbeit im Aufenthaltsraum treffen. Für den Abwasch und das Aufräumen ist die Gruppe selbt verantwortlich.
Lehrer und Betreuer gestalten den Nachmittag und Abend selbst. Unsere Erfahrung hat oft gezeigt, daß die Schüler es sehr genießen, Freizeit zu haben und diese Zeiten gut nutzen, indem sie mit Mitschülern spielen, den Hof und den Bach erkunden und die Tiere beobachten. Der Hof bietet in seiner Komplexität ganz viele Möglichkeiten, so daß ein Zusatzprogramm von seiten der Lehrer oft gar nicht notwendig ist.
Am Abreisetag ist bis 12:30 Uhr reguläres Programm in Kleingruppen. Nach dem Essen wird der Abwasch von der Gruppe erledigt, die Koffer gepackt und der Schülertrakt geputzt. So ergibt sich meist eine Abreisezeit gegen 15:00 Uhr.
Für Gruppen, die über das Wochenende bleiben, bieten wir auch an diesen Tagen Programm an, so, wie es in der Landwirtschaft tatsächlich ist. Morgens und abends melken wir , und die Tiere werden versorgt, das heißt wir binden an diesen Tagen jeweils nur zwei Kleingruppen in die Arbeit ein. Allerdings handelt es sich dabei um ein verkürztes Programm, denn auch am Wochenende haben die Bauern mal Freizeit.

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