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Schüleraufenthalte und Erwachsenenbildung auf dem Seminarbauernhof
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Der Kleine Hahnenbach ist eigentlich nur ein Rinnsal; im Sommer fällt
er im unteren Bereich seines Laufes sogar völlig trocken. Er entspringt
am Hohenberg und wird von vielen kleinen Hangquellen gespeist, die ihn im
oberen Drittel kontinuierlich mit Wasser versorgen. Ab der Mitte seines Laufes
führt ihn sein Weg durch viele Wiesen; bei starkem Regen füllt sich
sein Bett sehr schnell mit Wasser, da die Wiesen eine weitaus geringere Wasserspeicherkapazität
besitzen als der Wald. So kann er im Frühjahr und Sommer nach einem starken
Regen blitzschnell anschwellen und zu einem "reißenden Bächlein"
werden. Aber ebenso schnell ist die Flut auch wieder vorbei.
Seit ca. drei Jahren versuchen wir den Bach und seine Entwicklung kontinuierlich
in unsere Beobachtungen einzubeziehen. Im unteren Bereich des Hofes ist er
inzwischen wieder begehbar geworden und ist ein herrlicher Ort, um die Ruhe
und das Plätschern zu genießen. Die Kinder lieben diese "Wildnis"
und spielen gerne am Bach.
Am 12. März führte der Kleine Hahnenbach für seine Verhältnisse richtig viel Wasser.
Seit Winter 2006/2007 habe ich mir einen Abschnitt des Baches ausgesucht,
an dem ich die Entwicklung beobachten möchte, aber auch kleine Entbuschungsmaßnahmen
durchführe. In diesem Abschnitt habe ich einen Knüppeldamm gelegt,
um auch im Winter bei sehr matschigem Boden oder im Sommer bei sehr üppiger
Vegetation meinen Weg zu finden.
Im März hat sich der Bach nach den vielen kontinuierlichen Regenfällen
gut selbst gereinigt. Er hat sehr viel Sand transportiert und am Rand abgelagert.
Das Laub des Herbstes wurde ebenfalls fortgespült.
Am 23. Mai hatte die Vegetation bereits die Oberhand, und die Bachränder leuchteten in verschiedenen Grüntönen.
Im Mai war dann alles üppig und grün. Mit genauem Blick finden sich viele verschiedene Bäume und Sträucher. Nach dem Entbuschen eines völlig zugewachsenen Brombeerhanges wuchsen sofort Scharbockskraut und Buschwindröschen, als hätten sie nur auf eine Gelegenheit gewartet. Die Vögel finden gute Nistmöglichkeiten, und der Specht ist auch dabei.
Fast über Nacht hatte sich ein wunderschöner weicher Baumpilz an einer alten Weide entwickelt.
Völlig faszinierend war es, nach einigen Regenschauern diesen großen,
orangeleuchtenden Baumpilz an einer alten Weide zu entdecken. An seiner Unterseite
hingen noch die glitzernden Regentropfen.
So gibt es bei jedem Spaziergang neues zu entdecken, und manchmal ist es einfach
nur schön, auf einem Erlenstamm zu sitzen und die Ruhe nach einem hektischen
und erlebnisreichen Arbeitstag zu genießen.
Tanja Plümer, Juni 2008