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Ausgaben für Nahrungsmittel werden immer geringer
In Deutschland geben Familien immer weniger Geld für Nahrungsmittel
aus, berichtet der aid infodienst e. V.: Der durchschnittliche Haushalt hat
im Jahr 2004 nur 11,7 Prozent des Einkommens für den Einkauf von Lebensmitteln
verwendet. Im Jahre 1980 waren es noch 16,7 Prozent. In den 1950er Jahren
wurde sogar noch fast die Hälfte des Lohns in Essen und Trinken investiert.
Der Grund für den Rückgang des Anteils der Nahrungsmittelausgaben liegt nach Ansicht des Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) einerseits in den eingetretenen Einkommenssteigerungen, andererseits in dem vergleichsweise geringeren Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Wie der RLV dazu vorrechnet, hat sich für 1950 bis 2002 der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters mehr als verachtzehntfacht (18,2-fach). Da die Brotpreise nur um das 8,4-fache gestiegen seien, hätte sich ein Industriearbeiter für seinen Stundenlohn 2002 mehr als doppelt so viel Brot kaufen können wie noch vor 50 Jahren.
Die Weizenerzeugerpreise seien um fast ein Drittel unter dem Niveau von 1950 gefallen. Somit mache ein Weizenerzeugerpreis von etwa elf Euro je Dezitonne - wie zur Ernte 2003 - nur noch fünf Prozent des Brotpreises aus. Demgegenüber waren es 1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises. Eine ähnliche Entwicklung habe auch bei Fleisch, Eiern, Milch und Milchprodukten stattgefunden.
Hohe Preise: großes Kaufhemmnis
Der mit Abstand meistgenannte Ablehnungsgrund für den Kauf von Öko-produkten
ist ein "zu hoher Preis" (60 Prozent). Dies ist das Ergebnis einer
deutschlandweiten, repräsentativen Verbraucherbefragung, die im August
2003 im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums vom EMNID-Institut durchgeführt
worden ist.
Ökologisch
erzeugte Lebensmittel sind in der Regel teurer als konventionell erzeugte
Lebensmittel, da der Aufwand ihrer Erzeugung, Verarbeitung und Verteilung
größer ist. Vergleicht man die Preise von ökologisch erzeugten
Lebensmitteln aber mit den Preisen von konventionellen Premium-Marken, dann
ergeben sich nur geringe Unterschiede. Während jedoch Produkte aus konventioneller
Landwirtschaft höhere negative externe Umwelt-Effekte verursachen, haben
ökologisch erzeugte Lebensmittel eindeutige Vorzüge hinsichtlich
der umweltgerechten Erzeugung und Lebensmittelsicherheit.
Ökologisch angebaute Produkte sind aus folgenden Gründen teurer
als konventionell erzeugte:

Zu bedenken ist auch, dass die ökologischen und sozialen Folgekosten der Erzeugung (z. B. durch Trinkwasseraufbereitung zur Entfernung von Pflanzenschutzmitteln, Phosphaten und Nitraten) nicht in den Einkaufspreisen berücksichtigt werden, sondern über Steuergelder finanziert werden. Diese Kosten sind ebenso wie die Klimabelastung (u. a. durch Kohlendioxid-Emissionen) bei konventioneller Produktion deutlich höher im Vergleich mit ökologischer Landwirtschaft.
Ökolebensmittel geben den "tatsächlichen" Preis besser wieder
Bei der Bewertung der unterschiedlichen Preisniveaus konventioneller und ökologischer Lebensmittel sind zudem die so genannten externen Kosten zu berücksichtigen. Diese entstehen durch die Einrechnung negativer Auswirkungen der intensiven landwirtschaftlichen Produktion auf die Umwelt. So werden etwa die Folgekosten der Pestizidbelastung von Gewässern und Trinkwasser an den Steuerzahler weitergegeben - die Konsumenten zahlen indirekt viel mehr für die vermeintlich billigen Produkte. In der Ökologischen Landwirtschaft sind die negativen externen Effekte geringer. Darüber hinaus werden auch positive externe Effekte erzeugt, z.B. in Form einer höheren Artenvielfalt. Bewertet man die geringere Umweltbelastung bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln geldlich, ist die Preisdifferenz beim Erzeugerpreis beispielsweise für Schweinefleisch nur halb so groß. Müssten also die Umweltkosten von den Verursachern getragen werden, dann wäre der Preisabstand zwischen konventionellen und ökologischen Produkten deutlich geringer.

Preisspirale beginnt sich auch bei Bio zu drehen
Bioprodukte haben in den Discountern Einzug gefunden. Einerseits werden
dadurch mehr Verbraucher erreicht und die Nachfrage an Bioprodukten steigt,
andererseits erzeugen die Discounter Preisdruck. Es ist aus dem konventionellen
Handel zur Genüge bekannt, dass Preisschlachten die Gewinnmargen aller
Beteiligten ruinieren. Der Zwang zu immer mehr Kosteneinsparungen hatte im
konventionellen Haldel erhebliche Qualitätsverluste zur Folge. Preisdruck
erreicht nun auch die Bio-Branche, vor allem zu spüren ist er für
die mittelständischen Bio-Pionierunternehmen mit Qualitätsprodukten.
Die Ursachen und Auswirkungen der Preisspirale auf die Ökobranche werden
auf www.oekolandbau.de
näher beleuchtet.

Ökoprodukte nur mit hohem Einkommen?
Obwohl Ökoprodukte teurer als konventionell erzeugte Produkte sind, besteht
die Kundschaft in den Naturkostläden zu einem großen Teil aus jungen
Leuten oder aus Eltern mit kleinen Kindern, die nicht zu den zahlungskräftigen
Doppelverdienern gezählt werden können. Die Entscheidung, mehr Ökoprodukte
zu verwenden, ist weniger eine Frage des Einkommens als der Wertschätzung
gegenüber der eigenen Gesundheit, der Umwelt und den sozialen Aspekten
des Ernährungssystems.
Möglichkeiten zur Reduzierung der Mehrkosten:
Durch eine veränderte Lebensmittelauswahl können Kosten beim
Einkauf gesenkt werden: