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Der europäische Biomarkt ist 2007 um 2 Millarden auf 16,2 Millarden Euro gewachsen. Insbesondere die skandinavischen Länder legten rasante Wachstumsraten hin: Dänemark + 33 Prozent, Schweden + 26 Prozent, Norwegen + 24 Prozent, aber auch Deutschland war mit gut 15 Prozent Wachstum dabei. Auch 2008 legt der der Biomarkt in vielen Ländern hohe Wachstumsraten hin, die zwar geringer sind als in den Vorjahren, aber immer noch die höchsten im Lebensmittelsektor. In den meisten Ländern sind aber nicht nur die Umsätze gewachsen, sondern auch die Preise für Bio-Lebensmittel deutlich gestiegen. In Deutschland beispielsweise war die Hälfte der Umsatzsteigerungen 2007 auf Preissteigerungen zurückzuführen. In den meisten Ländern generierte der konventionelle Lebensmit-teleinzelhandel die größten Wachstumsraten. Er vergrößerte sein Bioangebot sowohl in der Breite als auch in der Tiefe und gewann in den meisten Ländern mit weit entwickelten Biomärkten immer größere Marktanteile.

Deutschland bleibt 2007 mit 5,3 Millarden Euro Umsatz mit Abstand größter
Biomarkt in Europa. Damit umfasst der deutsche Markt ein Drittel des europäischen
Marktes. Es folgen das Vereinigte Königreich mit 2,6 Millarden Euro,
Italien mit 1,87 Millarden Euro und Frankreich mit 1,9 Millarden Euro.
Auch wenn sich Biolebensmittel in Europa immer größerer Beliebtheit
erfreuen, liegen die Marktanteile meist deutlich unter 5 Prozent, in Deutsch-land
sind es gut 3 Prozent. Dänemark, Österreich und die Schweiz liegen
hier mit 5,3 Prozent, 5,0 Prozent bzw. 4,6 Prozent weit vor Deutschland, andere
große Märkte wie das Vereinigte Königreich und Frankreich
aber weit darunter.
Pro-Kopf Ausgaben in Dänemark am höchsten
Betrachtet man die Pro-Kopf-Ausgaben pro Jahr für Biolebensmittel, liegen
die Dänen mit 106 Euro, die Schweizer mit 105 Euro und die Österreicher
mit 89 Euro weit vor den Deutschen. Hierzulande gaben die Verbraucher 2007
64 Euro für Biolebensmittel aus. Anders als in Deutschland oder auch
Frankreich, wo der Naturkosthandel und die Direktvermarkter in den ver-gangenen
Jahren langsam den Markt erschlossen, ist in diesen Ländern der konventionelle
Lebensmitteleinzelhandel schon frühzeitig in die Biovermarktung eingestiegen
und bietet nun ein breites Sortiment von frischen und verarbeiteten Produkten
an. In vielen europäischen Ländern liegt der Anteil des Lebensmitteleinzelhandels
an der Biovermarktung weit über 75 Prozent. Schweden ist mit 90 Prozent
Spitzenreiter, gefolgt von den an-deren skandinavischen Ländern, der
Schweiz und dem Vereinigten König-reich mit 75 Prozent. In Deutschland
spielen der Naturkosthandel und die Direktvermarktung zwar eine anteilmäßig
abnehmende aber deutlich größere Rolle als bei unseren europäischen
Nachbarn. Es ist schwierig, Vorhersagen für 2009 und weitere Jahre zu
machen. Die Finanzkrise und die eher gedrückte Konsumstimmung gekoppelt
mit steigenden Preisen dämpften in einigen Ländern das Wachstum.
Andererseits wächst die Zahl derer, die auf ethische, regionale, faire
Werte beim Kauf von Lebensmitteln Wert legen. Diese geben dem Biomarkt eine
stabile Wachstumsgrundlage.
Wachstum 2008
Die ersten Angaben für 2008 weisen weiter stabile Wachstumstrends auf: in Deutschland gaben die Haushalte 2008 rund 10 Prozent mehr Geld für Bioprodukte aus. Dabei nehmen verarbeitete Produkte und Getränke deutlich stärker zu als Frischeprodukte, die aber nach wie vor mit einem Anteil von 45 Pozent am Gesamtmarkt das Bild prägen. In Dänemark wuchs der Biomarkt um weitere 25 Prozent auf 4,5 Millarden DKK (604 Millarden Euro) im Lebensmiteleinzelhandel. Trotz Finanzkrise können durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Erzeugergemeinschaften, Verarbeitern und Einzelhandel diese Wachstumsraten erreicht werden. Für die Niederlande wird für 2008 mit einem Umsatzwachstum zwischen 10 und 15 Prozent gerechnet. Insbesondere in den Supermärkten hat sich Bio ausgeweitet. Whole Earth startete im Januar eine Linie mit Luxus Bioprodukten.
Aus dem Vereinigten Königreich erreichen uns unterschiedliche Nachrichten:
Laut Mintel reduzierten fast die Hälfte der Biokäufer ihre Einkäufe.
Die Konkurrenz kommt vor allem aus lokalen Märkten und von Fair Trade
Produkten. So achten die Kunden zwar weiterhin auf diese Werte, konventionelle
Produkte mit diesen Attributen gewinnen aber an Boden. Die gleiche Konkurrenzsituation
schildert der Ethical Consumers Report. Dort wird dem Ethical Food Markt (Bioprodukte,
Fair Trade Produkte und Freilandeier) ein Wachstum von 14 Prozent 2008 bescheinigt.
In Schottland bleiben die Verkäufe stabil bis leicht steigend. Insbesondere
die häufig lokale Herkunft der Bio-Produkte fördert dort den Verkauf.
Ebenso berichtet Royal Wessanen, eine der Health Food Shop Ketten mit Sitz
in den Niederlanden, von 15 prozentigen Umsatzsteigerungen im Vereinigten
Königreich im zweiten Halbjahr 2008. Nichtsdestotrotz ist der Verkauf
frischen Gemüses 2008 zurückgegangen, zum einen wegen kleiner Ernte
der Lagergemüse 2007, zum anderen durch den ungünstigen Wechselkurs
des GBP zum Euro, der Importe spürbar verteuerte.
Auch in Österreich verlangsamt sich das Wachstum, zumindest bei den Frischprodukten. Von Januar bis August 2008 gaben die Haushalte 6,5 Prozent mehr Geld für Bioprodukte aus, kauften aber 1,7 Prozent weniger Produkte. 5,3 Prozente der Lebensmittel-Ausgaben entfielen damit von Januar bis August auf Bio-Lebensmittel. Einige Produkte wie Frischmilch beispielsweise verloren bei höheren Preisen aber auch Anteile, nur noch 13,1 Prozent (2007: 15,6 Prozent) der Frischmilch kauften die Österreicher in Bio-Qualität.
Quelle: Diana Schaak, ZMP
Um die hohen Anforderungen an ökologisch erzeugte Lebensmittel gesetzlich abzusichern, hat die Europäische Union 1991 die Verordnung zum ökologischen Landbau (Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 Landbau) erlassen. Diese Verordnung enthält gemeinschaftliche Rahmenvorschriften über Erzeugung, Etikettierung und Kontrolle im ökologischen Landbau. Im Sinne des Verbraucher- und Erzeugerschutzes wurde mit der Verordnung zunächst ein einheitlicher Mindeststandard des ökologischen Pflanzenbaus geschaffen und ausführliche Kontrollanforderungen an den Landbau, die Verarbeitung und die Einfuhr aus Drittländern gestellt. Am 19. Juli 1999 hat der Agrarrat die ergänzende Verordnung EG Nr. 1804/1999 zur Einbeziehung der Tierhaltung in die Verordnung über den ökologischen Landbau verabschiedet. Ein Jahr nach Veröffentlichung haben die Regelungen zur Tierhaltung ihre Gültigkeit erlangt. Damit gilt seit dem 24. August 2000 in der EU auch ein einheitlicher Mindeststandard für die ökologische Tierhaltung. Die ergänzende Verordnung beinhaltet detaillierte Bestimmungen zur Haltung, Fütterung und Krankheitsvorsorge sowie zum Tierbesatz in der ökologischen Tierhaltung.
Im Juni 2007 haben sich die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union auf eine vollständige Neufassung der EG-Öko-Verordnung geeinigt. Die als "Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91" veröffentlichte neue EG-Öko-Verordnung gilt ab dem 1. Januar 2009. .
Die Gesetzestexte sind hier abrufbar.
Die IFOAM-EU-Gruppe hat ein Dossier
zur neuen EU-Öko-Verordnung erstellt (Februar 2009): Die
neue EU-Öko-Verordnung (EG) Nr. 834/2007. Hintergrundberichte, Einschätzungen,
Interpretationen (
4,4 MB)
oekolandbau.de informiert detailliert über die Gesetze, Verordnungen und Durchführungsbestimmungen.
Im Juni 2004 hat die EU-Kommission in Brüssel dem Ministerrat den "Europäischen Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft und ökologisch erzeugte Lebensmittel" vorgelegt. Darin listet die Brüsseler Behörde 21 konkrete Maßnahmen zur Förderung des ökologischen Landbaus auf. Ein Beitrag auf oekolandbau.de bietet nähere Informationen.
Internetseite der EU-Kommission zum Ökolandbau & Aktionsplan
Internetseite der Europäischen Kommission zum Ökolandbau
Die
Internetseite
ist eine Initiative der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche
Entwicklung der Europäischen Kommission. Sie ist Teil einer Kampagne,
die darauf abzielt, das Bewusstsein für die biologische Landwirtschaft
in der Europäischen Union zu steigern. Die Seite bietet Informations-,
Foto- und Videomaterial an, das von Interessenvertretern wie zum Beispiel
Biobauern, Bauernverbänden, Produzenten und Einzelhändlern für
ihre eigenen Werbekampagnen in verschiedenen EU-Mitgliedsländern verwendet
werden kann.
Die Seite
enthält ferner die neuesten Nachrichten und eine Auflistung von Veranstaltungen,
die mit biologischer Landwirtschaft zu tun haben, sowie Links zu anderen Informationsquellen
und Mitgliedern des Wirtschaftszweiges.
European Information System for Organic Markets (EISfOM) - Europäisches Informationssystem für den Ökomarkt
Organic eprints - Internationales, öffentlich zugängliches Archiv für wissenschaftliche Veröffentlichungen zum ökologischen Landbau
Organic-research - Informationen zu den Bereichen Forschung und Bildung sowie eine Datenbank mit Fachartikeln
International Society of Organic Agriculture Research (ISOFAR) - Internationale Gesellschaft der Forschung im ökologischen Landbau
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