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Im
August 2009 hat die Bundesministerin
für Ernährung, Landwirtschaft u nd Verbraucherschutz, Ilse Aigner,
das neue Logo "Ohne Gentechnik" vorgestellt. Mit der Einführung
dieses einheitlichen Logos wird dem dringenden Wunsch der Verbraucherverbände
und der interessierten Lebensmittelwirtschaft entsprochen. Es soll es Verbrauchern
leichter machen, sich bewusst für Lebensmittel ohne Gentechnik zu entscheiden.
Zwar besteht bereits seit Anfang 2008 die Möglichkeit, gentechnikfreie Lebensmittel mit der Angabe "ohne Gentechnik" zu kennzeichnen. Allerdings wurde in der Praxis diese Kennzeichnung bislang nur zurückhaltend verwendet. Nach den Vorgaben des europäischen Lebensmittelkennzeichnungsrechts ist es nicht möglich, eine verbindliche Kennzeichnung für tierische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch einzuführen, die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Darüber hinaus können in Lebensmitteln Spuren von gentechnisch veränderten Bestandteilen enthalten sein, ohne dass diese gekennzeichnet sein müssen. Das neue Label macht es nun möglich, diese Lücken zu schließen. Es gibt die Sicherheit, dass in den so gekennzeichneten Lebensmitteln keine gentechnisch veränderten Bestandteile, auch nicht in Spuren, vorhanden sind.
Bioanbauverbände betonten bei der Vorstellung des Logos, dass die Biobranche zwar kein kein zusätzliches Label benötige, da Biolebensmittel per se ohne Gentechnik hergestellt werden. Trotzdem habe die gesamte Biobranche ein großes Interesse daran, dass die konventionelle Ernährungsbranche das Logo breit nutzt, da durch den Verzicht auf Gentechnik auf dem Acker das Risiko der Kontamination von Biolebensmitteln verringert und die Koexistenzproblematik entschärft wird.
Zahlreiche Organisationen und Initiativen engagieren sich gegen die Agro-Gentechnik. Auf dieser Seite haben wir Organisationen, Infoportale und einige Publikationen zum Thema zusammengestellt. Die Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Organisation | Beschreibung |
|---|---|
| Gen-ethisches Netzwerk e.V. (GeN) | Das GeN vermittelt Informationen und Kontakte zum Thema Gentechnologie und Fortpflanzungsmedizin und gibt den Gen-ethischen Informationsdienst (GID) heraus. |
| Gentechnik-Seiten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit | Diese Seiten informieren über nationale und internationale Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen (mit Standortregister) und über die gesetzlichen Grundlagen der Gentechnik. |
| Gentechnikfreie Regionen | Hier finden Sie fundierte Hintergrundmaterialien und Informationen über aktuelle Entwicklungen sowie Unterstützung beim Aufbau von gentechnikfreien Regionen. Außerdem wird über die rechtlichen Bestimmungen informiert, es finden sich relevante Gutachten und Studien zum Einsatz der Agro-Gentechnik in der Landwirtschaft, zu Fragen der Koexistenz und auch zur wirtschaftlichen Bedeutung. Die Seite wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz betrieben. |
| Informationsdienst Gentechnik | Auf der Internetseite www.keine-gentechnik.de werden täglich aktuelle Nachrichten zur Agro-Gentechnik bereitgestellt. Sie finden dort zahlreiche Argumente und Aktionsmöglichkeiten für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung, aber auch konkrete Informationen zur praktischen Umsetzung einer gentechnikfreien Landwirtschaft, Beiträge, die sich kritisch mit den Pro-Gentechnik-Argumenten auseinandersetzen oder wissenschaftliche Studien zu fachspezifischen Themen. |
| InfoXgen - Arbeitsgemeinschaft transparente Lebensmittel | Die Datenbank www.infoXgen.com unterstützt Erzeuger und Hersteller von Lebensmitteln, die ohne Gentechnik arbeiten möchten und entsprechende Vorprodukte suchen und hilft Anbietern von Produkten, die ohne Einsatz der Gentechnik hergestellt wurden, bei der Markterschließung und der Suche nach Abnehmern. |
| Save our Seeds (SOS) | Informationen, offizielle Dokumente und Stellungnahmen zur Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch verändeten Organismen (GVO), zusammengestellt von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. |
| TransGen - Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln | Die Aufgabe von TransGen ist es, Informationen zur Anwendung der Gentechnik im Lebensmittelbereich zu sammeln, verständlich aufzubereiten und Interessierten zugänglich zu machen. TransGen bezieht nicht Position "für" oder "gegen" die Gentechnik. Träger ist der Bundesverband Verbraucher Initiative e.V. |
BÖLW-Schadensbericht
Gentechnik
Der Bericht zeigt, dass die Nutzung der Agro-Gentechnik keinen gesamtwirtschaftlichen
Nutzen bringt. Vielmehr verursacht der Einsatz gentechnisch veränderter
Pflanzen extrem hohe Kosten in der gesamten Lebensmittelkette. Sie entstehen
durch stark steigende Saatgutpreise sowie erforderliche Maßnahmen zur
Vermeidung drohender Resistenzen, der Trennung der Warenströme und Analysen.
Dazu kommen Schäden in Höhe von einigen Milliarden US Dollar, die
bei Mais und Reis durch Kontaminationen mit nicht zugelassenen Gen-Konstrukten
verursacht wurden.
Verbot
des Gen-Mais MON810: Der wissenschaftlich-rechtliche Hintergrund
Die Studie von BÖLW und Campact zeigt auf welche Gefahren bestehen und
vor welchem rechtlichen Hintergrund das Verbotsverfahren steht. Frankreich,
Österreich, Polen und andere EU-Staaten haben es vorgemacht. Deutschland
ist im April 2009 gefolgt: Der Genmais MON810 wurde verboten weil Umweltschäden
zu erwarten sind. Nach wie vor ist unklar wie das Gift, das die Pflanze produziert
tatsächlich wirkt und welche mengen freigesetzt werden. Aktelle Untersuchungen
zeigen Risiken für Nützlingen und Wasserorganismen auf sowie Störungen
des Immunsystems von Tieren.
78
Prozent der Deutschen wollen kein Genfood
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag von Slow Food eine
Verbraucherumfrage zur Akzeptanz von Gentechnik erarbeitet. Daraus geht hervor:
78 Prozent aller Bundesbürger lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel
ab; 85 Prozent aller Bürger lehnen es ab, dass Tiere mit gentechnisch
verändertem Futter gefüttert werden. Die weiteren Ergebnisse der
Umfrage finden Sie hier.
Zeitschrift Ökologie & Landbau, Heft 140, 4/2006, Schwerpunkt: Öko-Landbau ohne Gentechnik