Förderpreis Naturschutzhöfe

Feldbegehung, © SÖL / D.Menzler

Übersicht

Die Idee

Der Förderpreis Naturschutzhöfe zeichnet Landwirtschaftsbetriebe aus, die Naturschutzmaßnahmen beispielhaft und umfassend in die Bewirtschaftung einbinden. Die Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft. Der Förderpreis Naturschutzhöfe würdigt das hohe Engagement der Landwirte und trägt es an eine breite Öffentlichkeit. Er spornt andere Betriebe an, sich ebenfalls für den Naturschutz einzusetzen.

Zwei Wettbewerbe

Zwei erfolgreiche Wettbewerbe zum Förderpreis Naturschutzhöfe hat es bislang gegeben. Ein großer Erfolg ist der erste Wettbewerb gewesen. Im Jahr 2006 haben sich 233 Betriebe beworben und damit ihr großes Interesse am Thema gezeigt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel übergab im Februar 2007 den Preis an die besten drei Betriebe für ihre herausragenden Leistungen. Neun weitere Höfe sind für ihre vorbildlichen Maßnahmen ausgezeichnet worden. Die insgesamt zwölf Betriebe spiegeln die Vielfalt der deutschen Landwirtschaft wider: Ackerbau, Grünlandnutzung, Obst- und Weinbau, Landschaftspflege und Viehhaltung sind vertreten. Die Naturschutzaktivitäten reichen von blütenreichem Acker- und Feldfutterbau, Licht- und Blühstreifen, Mischfruchtanbau und Untersaaten über die Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen, Blütenreichtum und schonende Bodenbearbeitung im Weinberg bis hin zur Erhaltung typischer Mittelgebirgslandschaften durch die Offenhaltung und Pflege von artenreichem Grünland.

In der zweiten Runde vom Naturschutzhöfepreis im Jahr 2008 zielte der Schwerpunkt auf öffentlichkeitswirksame Ideen und Konzepte ab. Beworben hatten sich 57 Betriebe, die ihre Naturschutzleistungen und ihr Engagement zum Erhalt der Arten- und Lebensraumvielfalt an die Öffentlichkeit kommunizieren. Die Bewerbungen enthielten zahlreiche positive Beispiele für gelungene Aktivitäten: Die Betriebe zeigten mittels Informationsangeboten wie Faltblätter, Broschüren, Infotafeln und Internetseiten, vor allem jedoch durch Führungen und Veranstaltungen, dass sie mehr sind als Lebensmittelproduzenten. Denn ausgefeilte pädagogische Angebote, naturkundliche Führungen, Lehrpfade und Hoffeste bringen Groß und Klein nicht nur in Berührung mit der Landwirtschaft, sondern auch mit der Natur. Am 18. November 2008 hatte Staatssekretärin Astrid Klug (BMU) gemeinsam mit der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Beate Jessel, den bundesweiten Förderpreis Naturschutzhöfe 2008 an zwei Betriebe verliehen. Der erste Preisträger ist der Lämmerhof (Schleswig-Holstein), der zweite Preis ging an Gut Schmerwitz (Brandenburg). Ausführliche Beschreibungen zu den Preisträgern finden Sie auf der Seite www.naturschutzhoefe.de.


Die Naturschutzhöfe in der Zukunft

Die vorbildlichen Aktivitäten sollen in Zukunft zahlreiche Nachahmer finden. Daher erscheinen Betriebsportraits der vorbildlichen Höfe einschließlich ihrer Naturschutzmaßnahmen auf der Internetseite www.naturschutzhoefe.de. In dem Buch "Landwirt schafft Vielfalt" wurden ausgewählte Maßnahmen veröffentlicht. Nach Möglichkeit soll darüber hinaus ein Netzwerk aus Naturschutzhöfen entstehen. Der Austausch der Betriebe untereinander und mit interessierten Kollegen soll damit ebenso gefördert werden wie die Außenwirkung der positiven Beispiele auf Fachwelt, Öffentlichkeit und Politik.

 

Landwirt schafft Vielfalt

Titelseite: Landwirt schafft VielfaltDas im Rahmen des Naturschutzhöfe-Projekts erstellte Buch "Landwirt schafft Vielfalt" stellt anhand zahlreicher Beispiele von Landwirtschaftsbetrieben aus ganz Deutschland vorbildliche Maßnahmen zur naturschonenden Bewirtschaftung vor. Dabei wird besonders auf Erfahrungsberichte Wert gelegt. Rund 30 Landwirtinnen und Landwirte, die sich in den vergangenen Jahren an den Wettbewerben um den "Förderpreis Naturschutzhöfe" beteiligt haben, werden beispielhaft zitiert.

Es werden Maßnahmen für alle Bereiche des landwirtschaftlichen Betriebes beschrieben. Neben Erfahrungsberichten finden sich zahlreiche Handlungsempfehlungen und praktische Tipps sowie Erläuterungen zu ihren Wirkungen. Kleine Exkurse mit Portraits ausgewählter Tier- und Pflanzenarten, die mit den beschriebenen Maßnahmen gefördert werden können, ergänzen die Maßnahmenbeschrei-bungen. Ein Literatur- und Link-Verzeichnis gibt Hinweise zur Vertiefung einzelner Themen.

Das Buch kann kostenlos beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) angefordert werden:
Bundesamt für Naturschutz, Abteilung II 2
Konstantinstraße 110, 53179 Bonn
Tel. 0228/8491-1827, Fax: 0228/8491-1819
E-Mail: Natur-und-Nutzung@bfn.de

Huber, S., Krüger, N. & Oppermann, R. (2008): Landwirt schafft Vielfalt - Natur fördernde Landwirtschaft in der Praxis. Mannheim, 104 Seiten. Herausgeber: Institut für Agrarökologie & Biodiversität (ifab) und Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL)

Weiterführende Literatur zum Thema Landwirschaft und Naturschutz:

Fuchs, S., K. Stein-Bachinger (2008): Naturschutz im Ökolandbau. Bioland Verlags GmbH, Mainz, 144 S., ISBN 978-3-93423-935-7, 10,– EUR

Die Projektpartner

Der Förderpreis Naturschutzhöfe wird gemeinsam vergeben von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) / Bund Naturschutz Bayern (BN), dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) / Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) und der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Trägerschaft, Organisation und Durchführung lagen für den Förderpreis Naturschutzhöfe 2006 bei der Stiftung Ökologie & Landbau. Für den Förderpreis Naturschutzhöfe 2008 liegen diese Aufgaben beim Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab). Dass Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert den Förderpreis Naturschutzhöfe mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

 


Ansprechpartner:
Dr. Uli Zerger
Tel. 06322/98970-223
zerger@soel.de