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Im September 2007 startete das Berater-Praxis-Netzwerk II als Folgeprojekt zum Berater-Praxis-Netzwerk I. Das Projekt ist Teil des Forschungs- und Wissenstransfers im Bundesprogramm Ökologischer Landbau. Trägerin des Projektes ist die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL).
Die Wirtschaftsweise des inländischen ökologischen Landbaus kann nur so erfolgreich sein wie die Betriebe auch nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich sind. Für eine objektivere Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolges ist das Vorhandensein von Vergleichszahlen von ausschlaggebender Bedeutung, um einschätzen und beurteilen zu können, ob die Marktpreise auch tatsächlich die Vollkosten decken. Die Herleitung dieser Vergleichs- oder Kenndaten erfordert eine einheitliche Methodik, die von der Beratung und den Betrieben beherrscht werden muss.
Im Berater-Praxis-Netzwerk
I wurden vier Arbeitskreise installiert, welche die Methoden Betriebsvergleich
(BV) und Betriebszweigauswertung (BZA) entwickelt haben und innerhalb von
Beratungsorganisationen eingeführt haben.
Im Berater-Praxis-Netzwerk II sollen nun die bestehenden Methoden und Instrumente
anwenderfreudlich weiterentwickelt und weitere Berater geschult werden. Zwei
neue Arbeitskreise (AK Ackerbau und AK Gemüsebau) wurden geschaffen.
Die wesentlichen Kennzahlen der Betriebszweige bzw. Betriebsvergleiche sollen
für weniger erfolgreiche, durchschnittliche und erfolgreiche Betriebe
entwickelt werden, an denen sich reale Betriebe messen können (Benchmarking).
Im Rahmen des Projektes sollen bestehende Praxisnetzwerke ausgebaut werden und neue entstehen, in denen verschiedene Berater bzw. Institutionen in der Beratung länderübergreifend Zahlen aus dem ökologischen Landbau zusammentragen und verknüpfen. In den Arbeitskreisen tauschen engagierte Praktiker ihre Erfahrungen aus und arbeiten mit Unterstützung durch Beratung und Wissenschaft an der Weiterentwicklung ihrer Betriebe und Betriebszweige.
Im Besonderen sollen Daten zu Arbeitswirtschaft und in den Tier-Arbeitskreisen Daten zum Gesundheitsmanagement herausgearbeitet werden. Daraus sollen Managementhilfen für die Bereiche Arbeitswirtschaft und Gesundheitsmanagement auf betrieblicher Ebene entwickelt werden. Die Projektteile sind miteinander in der Weise durchlässig verknüpft, dass Betriebe, die eine Betriebszweigauswertung durchführen auch am Betriebsvergleich und weiteren BZA teilnehmen können. So können über den erfassten Betriebszweig hinaus Bezüge zur Wirtschaftlichkeit des Gesamtbetriebes hergestellt werden.
Damit die Wirtschaftlichkeit der deutschen Ökobetriebe in den jeweiligen Betriebszweigen bzw. im Gesamtbetrieb langfristig positiv beeinflusst werden kann, sollen die Ergebnisse des Projektes, nämlich exakte Kalkulationsgrundlagen, Beratungstools und andere im Projekt gesammelte Informationen veröffentlicht und allen Ökoberatern zur freien Verfügung gestellt werden. Auch die anderen Projektziele, wie die Netzwerkbildung und verstärkte Kooperation zwischen Praxis, Beratung und Praxis erfordern maximale Transparenz der Projektergebnisse und des Projektverlaufes.
Veröffentlichungen auf der SÖL-Homepage:
Ökonomische und naturale Kennzahlen hinsichtlich der Gewinn-/Verlust- und Erfolgsvergleiche werden nach Fertigstellung der Betriebszweigauswertung (Schweine, Geflügel, Milchvieh, Ackerbau und Gemüsebau) auf der Homepage eingestellt.
Veröffentlichungen in anderen Medien:
Veröffentlichungen der Ergebnisse in anderen Medien sind geplant.
Wissenstransfer über die LKP-Beraterdatenbank "BIOS":
Für den Wissensaustausch und die gemeinsame Wissensverwaltung wird die Beraterdatenbank "BIOS" des Landeskuratoriums für pflanzliche Erzeugung (LKP) Bayern genutzt. Rund 2/3 aller Ökoberater bundesweit arbeiten im Tagesgeschäft mit diesem Datenbanksystem. Über detaillierte Zugriffsrechte können hier öffentliche, aber auch sensible Dokumente verwaltet und ausgetauscht werden.
In der "Mediendatenbank" können von allen Beteiligten Informationen eingestellt werden, die jeder der Berater für seine eigenen Recherchen sowie seine eigenen Beratungen und Infofaxe verwenden kann. Daneben stehen für die einzelnen Fachgruppen Diskussionsräume zur Verfügung. Auch Berater, die keine Nutzerlizenz für diese Datenbank besitzen, können sich in der Koordinationsstelle als externe Nutzer authentifizieren lassen. Mit ihrem Zugangscode können sie dann über ihren externen Internetzugang am Informationsaustausch teilhaben und sich in den Diskussionen in den Teamrooms einbringen.
Im Rahmen des Berater-Praxis-Netzwerk II soll die Mediendatenbank weiter
entwickelt werden. Als Schnittstelle zwischen den Beratungsorganisationen
(via SÖL-Beratungsbeirat) und der LKP-Projektleitung soll der Stand sowie
die technische Weiterentwicklung der Datenbank abgestimmt werden. Konkret
soll die Programmierung eines Newsletters für Internetnutzer sowie Verbesserungen
an der Benutzerfreundlichkeit im Rahmen des Projektes erfolgen.
Jeder Nutzer kann sich sein individuelles (fachliches) Interessensprofil erstellen.
Die Newsletterfunktion ermöglicht, dass jede Einstellung eines Beitrages
zum festgelegten Themenbereich sofort via E-Mail an den "Newsletter-Abonnent"
gemeldet wird.
Ansprechpartner:
Rainer Löser
Tel. 06400/6787
loeser@soel.de
Ein Projekt des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (Nr. 06OE231)
Auftraggeber: Bundesgeschäftsstelle Ökologischer Landbau, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, 53168 Bonn
Laufzeit: September 2007 - Mai 2010