Jean-Martin Fortier: Besser anbauen statt mehr

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Hohe Erträge bei guten Qualitäten und gleichzeitig geringem Einsatz von Ressourcen und Technik? Dieses System, möglichst produktiv bei begrenzter Fläche zu wirtschaften, ist das Ziel des kanadischen Gemüsegärtners und Buchautors, Jean-Martin Fortier.

Copyright: Alex Chalot

In seiner Heimat erzielte Fortier mit einem ausgeklügelten Konzept des bio-intensiven Gemüsebaus beträchtliche Erfolge. Im Rahmen der Wissenstransfer-Veranstaltungen organisierte die SÖL gemeinsam mit dem Öko-Junglandwirte-Netzwerk am 14. November einen Vortrag mit ihm in Fulda. Für mehr als 130 interessierte Personen aus Deutschland, Bulgarien, Belgien und der Schweiz war dies Grund genug, um den Kanadier bei seinem einzigen Termin während seines Europaaufenthaltes persönlich zu erleben.

Was steht hinter seinem Konzept des bio-intensiven Anbaus und wie setzt er es um? Fortier beschrieb leidenschaftlich seinen Weg vom begeisterten Hobby-Gärtner hin zur erfolgreichen Gemüse-Vielfalts-Gärtnerei. Dabei kombiniert er Dauerbeete mit minimalem Technikeinsatz, um den Pflanzen bestmögliche Wachstumsbedingungen zu liefern. Diese sind äußerst eng gepflanzt, so dass die Blätter der einzelnen Gemüsearten ein „Blätterdach“ formen und so den Boden beschatten. Dadurch haben es Unkräuter schwerer sich zu etablieren, was sich positiv auf die Erträge auswirkt.

Voraussetzung fürs Funktionieren dieses intensiven Anbausystems, ist eine perfekte Bodenstruktur – und fruchtbarkeit. Deswegen verzichtet Fortier bewusst auf den Einsatz von Traktoren und setzt stattdessen auf simple handbetriebene Maschinen, um möglichst bodenschonend zu arbeiten. Neben seinen inhaltlichen Ausführungen ermutigte er die Teilnehmenden zum Ausprobieren und motivierte dazu, selbst mit dem Gemüseanbau zu beginnen. Dabei blieb vielen vor allem sein Ausspruch im Kopf „die Massenproduktion durch die Produktion der Massen“ zu ersetzen. Ein schönes Credo, zur Förderung der kleinstrukturierten Landwirtschaft.

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